Es geht langsam dem Ende entgegen

Gestern noch sah es in Brigels so aus und ich verschickte Bilder in meinen Freundeskreis, ob ich DAAAA wirklich Skifahren müsse.

Nun, ich wäre froh gewesen, hätte es heute Morgen noch genauso ausgesehen. Spätestens als mein Fahrer, nachdem er demonstrativ den Scheibenwischer angemacht hatte, auch noch fragte, ob ich überhaupt hoch wolle, kamen mir Zweifel. Mir war völlig klar, dass das kein brillanter Skitag werden würde. Und ich war selbst Schuld daran. Beim schönen Wetter hatte es mir zeitlich einfach nicht gepasst. Und irgendwann musste ich mich ja wieder mal bei meiner Mutter blicken lassen.

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Nicht auf jeder der wenigen Abfahrten, die ich wagte, aber doch immer wieder, sah es so aus.

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Immerhin erreichte ich mein Ziel, dass jede Fahrt – dank vergünstigter Raiffeisen-Tageskarte – nur noch einen Schnägg kostete. Aber Genuss geht definitiv anders.

So kann ich den Winter nicht entlassen. Da muss unbedingt nochmals ein 1a-Skitag ins Land ziehen!

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Auf Umwegen in den Nebel

Es hätte eine wunderbare Wanderung auf den Höhen des Berner Juras werden sollen. So jedenfalls hatte ich mir das vorgestellt, als ich im Frühling die Tour vorschlug. Nun, die Tour musste Woche für Woche genauso schönen Wanderungen Platz machen, bis sie schliesslich – mitten im Sommer – definitiv fehl am Platze gewesen wäre. Für mich ist der Jura ein Klassiker, wenn es im Osten regnet und vom Westen her schon wieder schönes Wetter nachrückt. Soviel zur Theorie.

Die Praxis begann gestern damit, dass die SBB-Strecke bei Aarau wegen eines Personenunfalls unterbrochen war. Viele ratlose Gesichter, wenig Lautsprecher-Durchsagen. Reorganisation war das Zauberwort der Stunde. Wir stiegen in den Zug nach Basel, von dort fuhren wir weiter nach Moutier. Mit einer Stunde Verspätung konnten wir die – reorganisierte – Wanderung antreten.

Kurz durch ein Wohnquartier am Rande Moutiers (das noch nie eine Augenweide war), schon verschwinden wir im von Felsen durchsetzten Wald.

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In angenehmer Steigung geht es bergan. Der Mont Raimeux ist auch mit Fahrstrassen erschlossen, wie man unschwer erkennen kann. Typisch für die Gegend: die gelbliche Färbung des Kalkstein-Schotters.

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Tankstelle am Weg.

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Die gwundrige Frau Flohnmobil muss es mal wieder genau wissen.

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Aha, so sieht das aus.

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Der Nebel kommt näher.

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Und schon bald verschluckt er uns.

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Bei der SAC-Hütte Cabane de Raimeux knabbern wir an unserem Picknick. Dann wollen wir drinnen einen Kaffee trinken. “Complet”, tönt es von verschiedener Seite, als wir die Hütte betreten. Da ist wohl so etwas wie eine geschlossene Gesellschaft im Gang. Der Wirt winkt uns durch die Küche. Wir denken zuerst, er wolle uns in ein Chambre séparée führen, doch er geht mit uns durch die Hintertüre und weist uns einen Tisch bei einem Unterstand zu. Non, merci.

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Weil wir nicht damit rechnen, hier oben dem Nebel zu entkommen, kürzen wir die Wanderung ab und verlassen das (ansonsten garantiert aussichtsreiche!!!) Plateau.

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Einen gewissen Lichtblick bieten diese Wiesen-Champignons. Es hätte genügend für einen Znacht gehabt.

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Auf dem feuchten Weg ist im Abstieg etwas Vorsicht angebracht.

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Wow, so viele Pilze! Dummerweise Schönfuss-Röhrlinge. Giftig!

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Unter dem Nebel wird es wieder etwas gemütlicher.

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In Moutier schliesst sich der Kreis. Es sind trotz allem noch 17 Wanderkilometer und 700 Höhenmeter zusammengekommen.

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Auf der Suche nach einem netten Beizli führt uns eine Zusatzschlaufe nochmals etliche hundert Meter ins Städtchen. Das einigermassen nette Café finden wir dann auch, aber – passend zum Tag – ist die Auslage in der Konditorei leer.

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Damit dieser etwas vermurxte Tag einen würdigen Abschluss findet, hat der Zug in Solothurn eine Viertelstunde Verspätung. So muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen, ob ich meinen Anschlusszug in Zürich mit dem kurzen Übergang noch erwische.

Trotz aller –verkraftbaren – Widrigkeiten, es war einmal mehr eine Wanderung mit Freunden. Und die machen immer Spass. Danke an Alle!

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Augenwischerei

 

Frau Flohnmobil

schwebt

seit ein paar Tagen

a u f   W o l k e   S i e b e n .

 

Denn neuerdings

betrachtet sie

alles

durch eine rosa Brille.

 

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Eine derartige Glückseligkeit kann man übrigens käuflich erwerben.

Für schlappe 200 Stutz.

PS: Gegen die Wolken- und Nebelbänke der letzten zwei Tage war allerdings auch der rosa Durchblick machtlos.

Auf Kriegsfuss mit dem Panorama

Eigentlich bin ich ja eine Schönwetter-Skifahrerin. Ich würde nie vorsätzlich bei schlechtem Wetter auf die Piste gehen.

Allerdings scheiden sich die Geister, was denn schlechtes Wetter überhaupt ist. Der Spruch “es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung” verliert etwas an Brillanz, wenn man beim Skifahren kaum über die Skispitze hinaus sieht. Genau das ist mir heute passiert. Die Nebelbänke waren faustdick. Die Hoffnung, wenigstens zuoberst im Skigebiet blauen Himmel anzutreffen, erfüllte sich nicht.

Das Panorama in Brigels kenne ich zwar auswendig, darauf verzichten mag ich beim Skifahren aber nur ungern. Anstelle eines Bildes hätte ich ebenso gut ein weisses Blatt Papier fotografieren können.

Der einzige Vorteil, den man solchen Verhältnissen abgewinnen kann: Die Gefahr, auf der Piste abgeschossen zu werden, war für einmal absolut inexistent.

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Fahrer des Grauens

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Es sind tolle Errungenschaften der Technik, die da an unseren Automobilen eingebaut werden. Wirklich!

Der Regensensor lässt den Scheibenwischer in unterschiedlicher Intensität über die Scheibe wischen. Parksensoren piepsen wie von Sinnen, wenn wir zu nahe auf ein Hindernis auffahren. Das Navi führt uns – mehr oder weniger – direkt zum gewünschten Ziel. Eine der grössten Errungenschaften seit der Erfindung des Automobils ist sicherlich das Automatik-Getriebe. So sehe ich das zumindest.

All diese technischen Errungenschaften, die letztlich auf unseren Komfort und Sicherheit hinzielen, setzen dennoch voraus, dass der Automobilist vor dem Einstieg ins Auto sein Hirn in Betrieb nimmt. Was, wie ich immer wieder mit Erstaunen zur Kenntnis nehme, keinesfalls selbstverständlich ist.

Die Licht-Automatik am Fahrzeug ist an sich eine gute Sache. Nie mehr muss ich bei der Einfahrt ins Tunnel das Abblendlicht einschalten. Und nie mehr ist die Batterie leer, weil ich das Licht über Nacht hab brennen lassen. Allerdings merken die Sensoren nicht, wenn stockdicker Nebel herrscht. Und so fährt manch einer dieser Tage quietschfidel nur mit dem Tagfahrlicht, gerne auch nur mit Standlicht oder überhaupt keiner Beleuchtung, durch die Gegend.

Ein derartiges Mass an Nachlässigkeit kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, geht es doch um die eigene Sicherheit. Aber vielleicht merken es die Betroffenen ja erst, wenn es ihnen die Polizei erklärt. Und solche Erläuterungen gibt es in der Regel nicht umsonst.

Ach wie grässlich!

Seit Tagen lässt sich die Sonne bei uns bestenfalls noch als Umriss am Himmel erkennen. Dass es irgendwo gaaanz weit oben gaaanz anders aussieht, lässt sich beispielsweise hier nachlesen.

Uns Normalsterblichen bleiben derzeit bestenfalls die Erinnerungen an bessere Tage. Und auf so eine leicht tröstliche Erinnerung bin ich gestossen, als ich heute mein Fotoarchiv durchforstete auf der Suche nach Bildern für den neuen Fotokalender.

Wann habt ihr das letzte Mal die Sonne gesehen?