Das Leiden hat ein Ende

Wie ich hier nicht zum ersten Mal erwähne, kann ich veganer Ernährung kein Verständnis entgegenbringen.

Trotzdem kann ich mich dieser Tage gut in Veganer hineinfühlen und verstehe durchaus, wenn sie sich über Ostern irgendwohin weitab der Zivilisation verkriechen.

Es muss für die vegane Community ein unerträglicher Anblick sein, wenn die halbe Menschheit Ostereier isst und Schoggihasen ein Ohr abbeisst.

Deshalb treibt mich gerade die Frage um, ob dem Nachwuchs von Veganern überhaupt das Märchen von Osterhasen aufgetischt wird….?

Aller Mathematik zum Trotz

Emsig beschäftigt sassen wir am Tisch. Sieben Personen verfolgten das gleiche Ziel, auch wenn ihnen nicht die gleichen Mittel zur Verfügung standen. Theoretisch zwar schon, aber nicht alle Anwesenden waren mit dem gleichen Talent gesegnet. Ich beispielsweise war und bin ziemlich talentfrei wenn es ums Dekorieren geht. Das ändert sich auch nicht wesentlich, wenn es sich um angehende Ostereier handelt.

Wir hatten alle Zeit der Welt, um uns der Verkünstelung der zwei Schachteln Eier zu widmen. Der Grund lag im schlechten Wetter. Eigentlich hatten wir uns an Ostern aufgemacht, um Skitouren zu unternehmen. Zu diesem Zwecke hatten wir uns in einer Ferienwohnung eines Bekannten in der Nähe von Davos einquartiert. Doch anstelle der angekündigten Aufhellungen schneite oder regnete es fast ununterbrochen. Aus den Skitouren wurde deshalb nichts, dafür gestalteten sich die Ostertage seeehr geruhsam, entspannt und kalorienbefrachtet.

Beim obligaten Eiertütschis stellten wir jedoch fest, dass die Eier – ob kunstvoll oder talentfrei bemalt – allesamt zu wenig hart waren. In der allgemeinen Euphorie hatte wohl keiner daran gedacht, dass auf dieser Höhe das Eierkochen (schon wieder dieses Thema!!!) länger dauert. Da die vereinte Runde aus mehr oder minder ambitionierten Hobbyköchen bestand, fackelten wir nicht lange und warfen die Eier nochmals ins heisse Wasser. Zwei Minuten müssten reichen. Dachten wir.

Zwei Minuten hatten nicht gereicht. Also nochmals zwei Minuten. Das Eigelb war immer noch flüssig. Nach weiteren zwei Minuten – die Eier hätten nach unserem Dafürhalten stahlhart gekocht sein müssen, strichen wir die Segel. Wir mussten erkennen, dass ein Ei, wenn man den Kochprozess einmal unterbrochen hat, bleibt wie es ist. Da helfen weder zusätzilche fünf noch fünfzig Minuten im kochenden Wasser!

Das besagte Osterwochenende ist schon ein Vierteljahrhundert her. Eine Erkenntnis hat sich mir unauslöschbar eingeprägt: Ein Weichei bleibt ein Weichei.