Gedanken zu Ostern

Aus aktuellem Anlass beschäftigt mich gerade die Frage:

Dürfen Veganer Ostern feiern?

Ich meine ja nur

…. Hasen, Schoggi, Eier….

Mag sein, dass es vegane Schoggi gibt; von veganen Eiern habe ich noch nie gehört.

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Bittersüsses Überangebot

Ach wie war das doch früher einfach! In fröhlicher Zuversicht stand man vor dem Regal im Supermarkt, liess seinen Blick kurz über das Angebot schweifen und langte zu. Was gab es denn damals? Milch. Schwarz. Weiss. Mit Blööterli, Nüssen oder Rosinen. Und natürlich das weltbekannte Dreieck mit Mandel-Honig-Nougat.

Wenn ich heute vor dem Schoggi-Regal stehe, muss ich zuerst tief durchatmen, bevor ich zur Tat schreiten kann. Die schiere Auswahl an Tafel-Schokoladen verschlägt mir nämlich jedes Mal fast den Atem.

Schoggi mit Truffes-Füllung, Caramel, Erdbeer-Joghurt, Pistache, Chili oder Mousse au Chocolat. Weisse Schoggi mit Mandeln, schwarze Schoggi mit Espresso, Milchschokolade mit in Rum ersoffenen Rosinen. Schoggi mit Brownies-Aroma, Japonais, Kirsch-Füllung, Mokka, Mandelcreme. Das Angebot ist riesig. Selbst die hundskommunste Milchschokolade gibt es in mehreren Ausführungen. Kleine Tafel, grosse Tafel, Portiönli, Budget-Ausführung, Premium-Version. Irgendwie ein Wahnsinn!

Dieser Wahnsinn wird jedes Jahr zuverlässig übertroffen durch Ostern. Dann gibt es nämlich alle, na jedenfalls fast alle vorgängig erwähnten Schokoladen noch in Hasenform. Als stehender Hase, sitzend, mit Tretroller, Korb, langen Ohren, Schlappohren, Hasenscharte. Als Henne, Küken, Pirat oder Fussballer. Und nicht zu vergessen, die zahlreichen Schoggi-Eier in dutzenden von Varianten.

Wer es nicht glaubt, erlaube sich in den nächsten Tagen einen kurzen Rundgang durch einen x-beliebigen Supermarkt in unserem Land. Vielleicht reicht auch bereits das folgende Bild. Allerdings – so wenig Leute wie abgebildet, dürfte es in den nächsten Tagen in den Läden kaum haben.

Verkleidete Italiener

Weihnachtsgebäck, so hat meine Freundin Pfeuti schon immer steif und fest behauptet, schmecke auch unter dem Jahr gut. Und sie könne es nicht verstehen, dass im Sommer kein Mensch Mailänderli, Chräbeli oder Zimtsterne backe.

Recht hat sie. Damit nämlich, dass es auch mir, obschon ich sonst ständig am Backen bin, ausserhalb der Weihnachtszeit nie in den Sinn kommen würde, Guezli zu backen.

Vor kurzem aber erreichte mich ein kleines, neckisches Päckchen. Inhalt: zwei Hasenförmchen. Der Trostpreis für einen Wettbewerb. Eigentlich hätte ich ja lieber das Notebook gewonnen, aber damit war wohl nichts. Zum Hasenförmchen selbstverständlich das passende Guezli-Rezept, denn nicht umsonst waren es die Leute von http://www.butter.ch, die den Wettbewerb ausgeschrieben hatten.

Mittlerweile muss ich Pfeuti voll und ganz Recht geben. Weihnachtsguezli – stilgerecht als Hasen getarnt – schmecken auch an Ostern. Und bestimmt an Pfingsten und am 1. August ebenso. Und bei dem Osterwetter könnte man ja auch gänzlich ohne fremde Hilfe auf die Idee kommen, Weihnachtsguezli zu backen.

Was ich noch sagen wollte: Trotz allem schöne Ostern!

Tierliebe

Ich mache die Türe auf. Zwei grosse Augen schauen mich traurig an. Unbehagen befällt mich und sofort ist es wieder da, dieses Schuldgefühl. Nein, diesem bohrenden, vorwurfsvollen Blick vermag ich heute nicht standzuhalten und schlage die Türe kurzerhand wieder zu. Wahrscheinlich ist das nicht wirklich nett, aber in Anbetracht der Umstände am bequemsten.

Tage später. Die traurigen Augen sind immer noch da, der Blick vielleicht etwas vorwurfsvoller noch. Und wieder knalle ich deprimiert die Kühlschranktüre zu.

Wäre es jetzt doch langsam an der Zeit, den tauben Osterhasen zu erlösen?

Ostern? Ostern!

Ostern ist für mich das Fest der Schoggihasen und Staus am Gotthard. Nun wurde ich eines Besseren belehrt. Hier in Frankreich wird Ostern beinahe so zelebriert wie Weihnachten. An den Ortseinfahrten, in den Schaufenstern, auf Dorfplätzen, vor den Fenstern: überall Osterhasen. Kleine, grosse, dicke, dünne, hellblaue, zartgrüne, braune Osterhasen. Mit langen Ohren, kurzen Ohren, aus Plüsch, Karton, Ton. Mir wird fast übel.

Aber urteilt doch bitte selber:

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