Überstanden!

Ostern 2018 scheint überstanden. Grösstenteils. Und grösstenteils schadlos.

Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Hundesalon-Besitzer in seiner Deko-Wut nicht versehentlich seine Kundschaft in den April geschickt hat…

… oder ob er tatsächlich auch Meister Lampe zu einer neuen Frisur verhelfen würde.

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Ostern, ob ich will oder nicht

Im Laden wünscht man mir an der Kasse “schöne Ostern”. Im Fitness-Center werde ich mit den gleichen Worten verabschiedet. Die Migros prophezeit schon seit Wochen “Ostern wird jööö”. Magazine sind voll von oppulenten Osterrezepten mit schweinisch teuren Zutaten.

Was bedeutet Ostern? Als Kind – ganz klar – da bestand Ostern vorwiegend aus schoggigen Osterhasen. Als Jugendliche und junge Erwachsene war es in erster Linie ein langes Wochenende. Mit dem selber auferlegten Druck, diese vier Tage möglichst gut zu nutzen. Im meinem Fall hiess das, irgendwo hin zu fahren, wo es sich für ein normales Wochenende nicht lohnte, und irgendeine verrückte alpinistische Unternehmung durchzuziehen. Mit dem älter und vernünftiger Werden hat sich das längst erledigt.

Seit Jahren schon ist Ostern nur noch der Termin, den es schadlos zu überstehen gilt. Ja nicht ins Getümmel stürzen! Weder am Karsamstag “noch schnell” einkaufen gehen, noch einen Fünfgänger an Ostern einplanen. Und schon gar nicht eine Reise in den Süden mit dem Auto! Alle Leute, mit denen ich in letzter Zeit ins Gespräch gekommen bin, haben mir versichert, sie würden an Ostern daheim bleiben.  Wer sind denn all die Wahnsinnigen, die seit Gründonnerstag am Gotthard angestanden sind?

Ich will gar keine Ostern. Ich harre aus, bis die vier Tage des einst christlichen Festes vorbei sind. Bis wieder der normale Alltag regiert und nicht dieser Konsum-Wahnsinn.

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Nichts desto trotz geht auch an mir Ostern nicht spurlos vorbei. Von verschiedener Seite wurde ich mit Osterhasen beschenkt. Jeder hat seine eigene Geschichte, wie er den Weg zu mir gefunden hat. Jeder wurde mit Sorgfalt ausgewählt. Und ich bin dankbar, dass ich so viele liebe Leute in meinem Umfeld habe, die mir damit eine Freude bereitet haben.

Das Hasen-Massaker

An Schokolade fehlt es im Hause Flohnmobil nie. Schon gar nicht um und nach der Osterzeit.

Früher oder später muss man aber jedem Hasen an die Wäsche. Da führt kein Weg dran vorbei, denn die Viecher vergammeln zu lassen wäre ja auch nicht im Sinne des Erfinders.

Üblicherweise beisst man ihnen zuerst die Ohren ab und frisst sich dann systematisch nach unten durch. Wir hatten Mitleid mit dem armen Hasi und in einem akuten Anflug von Anteilnahme verschwand mein innig geliebter Mitbewohner kurzerhand im Keller und kam mit einem feinen Sägeblättchen zurück. Damit halbierte er sorgsam den einen Schoggi-Hasen und setzte den Rest wieder zurück ins Hasen-Rudel.

Einmal mehr bin ich platt ab dem handwerklichen Geschick meines Mitbewohners. Und so eine Hasenbüste finde ich irgendwie – humaner.

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Aus dem Osterhasen-Unterleib wurde übrigens Schoggi-Creme. Und wie geht’s euren Osterhasen so?

Aller Mathematik zum Trotz

Emsig beschäftigt sassen wir am Tisch. Sieben Personen verfolgten das gleiche Ziel, auch wenn ihnen nicht die gleichen Mittel zur Verfügung standen. Theoretisch zwar schon, aber nicht alle Anwesenden waren mit dem gleichen Talent gesegnet. Ich beispielsweise war und bin ziemlich talentfrei wenn es ums Dekorieren geht. Das ändert sich auch nicht wesentlich, wenn es sich um angehende Ostereier handelt.

Wir hatten alle Zeit der Welt, um uns der Verkünstelung der zwei Schachteln Eier zu widmen. Der Grund lag im schlechten Wetter. Eigentlich hatten wir uns an Ostern aufgemacht, um Skitouren zu unternehmen. Zu diesem Zwecke hatten wir uns in einer Ferienwohnung eines Bekannten in der Nähe von Davos einquartiert. Doch anstelle der angekündigten Aufhellungen schneite oder regnete es fast ununterbrochen. Aus den Skitouren wurde deshalb nichts, dafür gestalteten sich die Ostertage seeehr geruhsam, entspannt und kalorienbefrachtet.

Beim obligaten Eiertütschis stellten wir jedoch fest, dass die Eier – ob kunstvoll oder talentfrei bemalt – allesamt zu wenig hart waren. In der allgemeinen Euphorie hatte wohl keiner daran gedacht, dass auf dieser Höhe das Eierkochen (schon wieder dieses Thema!!!) länger dauert. Da die vereinte Runde aus mehr oder minder ambitionierten Hobbyköchen bestand, fackelten wir nicht lange und warfen die Eier nochmals ins heisse Wasser. Zwei Minuten müssten reichen. Dachten wir.

Zwei Minuten hatten nicht gereicht. Also nochmals zwei Minuten. Das Eigelb war immer noch flüssig. Nach weiteren zwei Minuten – die Eier hätten nach unserem Dafürhalten stahlhart gekocht sein müssen, strichen wir die Segel. Wir mussten erkennen, dass ein Ei, wenn man den Kochprozess einmal unterbrochen hat, bleibt wie es ist. Da helfen weder zusätzilche fünf noch fünfzig Minuten im kochenden Wasser!

Das besagte Osterwochenende ist schon ein Vierteljahrhundert her. Eine Erkenntnis hat sich mir unauslöschbar eingeprägt: Ein Weichei bleibt ein Weichei.