Ostern am Doubs

Über die vergangenen Ostertage sind wir in drei Etappen dem Doubs entlang gelaufen.

Am Ostersamstag, ziemlich kühl dank zügiger Bise, sorgte das Bähnli auf der letzten Etappe der Anreise, für einen gehörigen Jöööö-Effekt.

20210403_103904

Der Ausblick auf den Lac des Brenets war für den Wow-Effekt verantwortlich.

IMG_2179

Der Weg entlang des Lac de Moron sorgte für einen gewissen Langeweile-Effekt.

IMG_2186

Auch wenn er mit landschaftlichen Reizen nicht geizte.

20210403_124037

20210403_124236

Barbara sorgte für den Wow-so-schön-Effekt mit ihren selbstgefärbten Eiern.

20210403_134129

Wenn es denn mal windstill war, kam sofort der Aaah-könnte-das-schön-sein-Effekt auf.

20210403_143757

20210403_133522

20210403_120351

20210403_121837

Und zu guter Letzt erzeugte der Anblick der nahen Unterkunft den Aaah-mir-händs-gschafft-Effekt.

20210403_165317

Im Maison Monsieur mussten wir uns über den Wirt ärgern, der – obschon nicht voll besetzt – keine Gnade für eine begründete, kurzfristige Absage in unseren Reihen kannte. Monsieur hatte gewiss unter den Folgen von Corona zu leiden. Aber das hätte er nicht unbedingt an uns auslassen müssen. Einen Pauschalpreis zu verlangen, egal ob das Zimmer von einer oder zwei Personen belegt ist, mag für Monsieur einfach zum rechnen sein. Gästefreundlich ist das nicht.

Am Ostersonntag begrüssten uns ein tiefblauer Himmel, ein spiegelglatter See und Temperaturen knapp über Null.

IMG_2195

Die Etappe erwies sich als äusserst abwechslungsreich, da wir dank eines Hinweises auf der Wandersite vorwiegend auf der französischen Seite unterwegs waren.

IMG_2198

Der Doubs, der über weite Teile eine natürliche Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz bildet, ist ein sehr abwechslungsreicher Fluss mit zahlreichen Windungen, gestauten Abschnitten, Schluchten, felsigem Flussbett.

20210404_103414

20210404_105320

20210404_105506

20210404_134355

Total beeindruckt waren wir alle von dem vielen Moos, das von den Bäumen hing und die Felsen bewuchs. Für mich war das klar der schönste und abwechslungsreichste der drei Wandertage.

20210403_152434

20210404_112436

Unser Zielort:

20210404_152641

Am Ostermontag konnten/mussten wir uns gute 1,5 Stunden lang auf der breiten Fahrstrasse bis Moulin Jeannottat einlaufen.

IMG_2212

IMG_2214

Dort verliessen wir wir den Doubs-Uferweg und folgten dem Weg, der kurz etwas ruppig und wild “landeinwärts” führte.

20210405_111236

20210405_111735

Auf den Jurahöhen angekommen erwartete uns nicht nur die für die Gegend typischen Weiden

20210405_132209

sondern auch bunte Frühlingsboten. Ich weiss bis heute nicht, wieso die Osterglocken wussten, dass an diesem Wochenende Ostern war.

20210405_131329

20210405_121459

Ein kurzer Abstieg nach Saignelégier, ein Abstecher zur Patisserie Parrat (seeeehr empfehlenswert), und schon bald warteten wir aufs Zügli, dass uns wieder heimwärts bringen sollte.

20210405_132215

Ostern 2021 ist Geschichte. Danke vielmal allen, die dabei waren und zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben. Eine Wanderung ist immer nur so gut wie die Leute, die dabei sind.

Für die Statistik:

Tag 1: 19 km, 478 m duruf, 729 m durab
Tag 2: 20 km, 324 m duruf, 451 m durab
Tag 3: 15 km, 697 m duruf, 207 m durab

Das Leiden hat ein Ende

Wie ich hier nicht zum ersten Mal erwähne, kann ich veganer Ernährung kein Verständnis entgegenbringen.

Trotzdem kann ich mich dieser Tage gut in Veganer hineinfühlen und verstehe durchaus, wenn sie sich über Ostern irgendwohin weitab der Zivilisation verkriechen.

Es muss für die vegane Community ein unerträglicher Anblick sein, wenn die halbe Menschheit Ostereier isst und Schoggihasen ein Ohr abbeisst.

Deshalb treibt mich gerade die Frage um, ob dem Nachwuchs von Veganern überhaupt das Märchen von Osterhasen aufgetischt wird….?

Gedanken zu Ostern

Aus aktuellem Anlass beschäftigt mich gerade die Frage:

Dürfen Veganer Ostern feiern?

Ich meine ja nur

…. Hasen, Schoggi, Eier….

Mag sein, dass es vegane Schoggi gibt; von veganen Eiern habe ich noch nie gehört.

DSC00947

Walliser Ostern

Die Idee zu dieser Wanderung wurde im Januar geboren. Ein vorgängiges Fühler ausstrecken ergab, dass durchaus Interesse bestand, an Ostern einen Mehrtäger zu machen. Also legte ich los, plante, klärte ab und heraus kam Folgendes:

Am Karfreitag fahren wir mit dem Zug bis Martigny und folgen von dort zuerst dem Verlauf der Dranse und anschliessende der Rhone, bis wir auf die andere Talseite gelangen können.

IMG_6199

Dort geschieht das, was auch in den nächsten zwei Tagen mehrmals vorkommen wird: Ich schlage den falschen Weg ein.

IMG_6206

Dieser Umweg von einer guten Stunde erweist sich jedoch als sehr lohnend, kommen wir doch – was wir nicht ahnen konnten – einzig auf diesem Abschnitt in landwirtschaftlich ungenutztes Gebiet. Entsprechend vielfältiger ist die Flora.

IMG_6214

IMG_6203

IMG_6207

IMG_6210

IMG_6213

IMG_6211

IMG_6216

P1150629

Mittagsrast inmitten von Orchideen – hoch über dem Rhonetal.

IMG_6217

Irgendwann fädeln wir doch noch in die vorgesehene Route ein. Was für eine grandiose Reben-Arena!

IMG_6222

Der Kastanienwald bei Fully mit seinen bis 300 Jahre alten Bäumen strahlt irgendwie Würde und Gelassenheit aus.

IMG_6226

In krassem Kontrast dazu stehen die Apfel-Plantagen, die kurz vor Erreichen unseres Tagesziels den Weg säumen.

IMG_6233

IMG_6234

In La Sarvaz sind wir gut aufgehoben.

IMG_6238

Die Anlage besteht aus Campingplatz, einem etwas zu noblen Restaurant, Hotelzimmern und Massenlager. Die sauberen Sanitär-Anlagen teilt man sich mit dem Campingplatz-Gästen.

IMG_6237

Unser Achterschlag gleicht eher einem Möbellager mit seinen vier Etagenbetten, einem Tisch mit zwei Stühlen, einem offenen Regal (das wir in den Gang verbannen und dort unsere fein duftenden Schuhe hinstellen) und dem Schrank mit dem einen Kleiderbügel.

IMG_6236

Nach einem mehr oder weniger erholsamen Schlaf, der beim üppigen Frühstücksbuffet für viel Gesprächsstoff sorgt, machen wir uns auf den Weg nach Saillon. Der alte Ortskern über dem Rhonetal ist eine Perle.

IMG_6245

IMG_6247

IMG_6254

Was für ein Wetterglück wir doch haben! Kein Tropfen Regen ist angesagt, auch wenn es hier dringend wieder mal regnen müsste, damit die Natur in die Gänge kommt.

IMG_6252

IMG_6256

Wie nicht anders zu erwarten war, bewegen wir uns meist in den Weinbergen. Mal auf asphaltierten Wegen, mal schlängelt sich ein schmaler Pfad mitten durch die Rebstöcke, mal wird der Weinberg in der Falllinie durchschnitten.

IMG_6259

IMG_6260

IMG_6261

IMG_6241

IMG_6266

IMG_6269

IMG_6270

Bei der Mittagsrast wird bereits Schatten zum Thema.

IMG_6275

IMG_6276

IMG_6279

Nach fast sieben Stunden reiner Wanderzeit erreichen wir Sion, unser nächstes Etappenziel.

IMG_6283

In der Jugendherberge stimmt das Verhältnis zwischen Unterkunft und Verpflegung. Einer geräuschvollen Nacht im Doppelzimmer steht nichts mehr im Wege.

IMG_6286

Am dritten Morgen fahren wir zwei Haltestellen weit mit dem Postauto und ersparen uns so den Marsch durch die Innenstadt von Sion.

Es fängt gut an. Der erste Abschnitt führt entlang der Bisse de Clavau und ist landschaftlich sehr lohnend.

IMG_6293

IMG_6295

Bei St. Léonard wird der Weg wegen eines Erdrutsches über eine asphaltierte Strasse umgeleitet.

Solche Abschnitte sind am heutigen Tag leider eine Seltenheit.

IMG_6296

Bei Petit-Ollon drängt sich dieser lauschige Sitzplatz zum Verweilen auf.

IMG_6304

IMG_6298

Endlich gibt’s Eiertütschis.

P1150829

Zu unserer freudigen Überraschung bringt uns die Frau, der dieser Platz offensichtlich gehört, nicht nur eine Karaffe Wasser, sondern auch eine Flasche Weisswein. Was für eine grosszügige Geste!

IMG_6301

Beinahe schon sinnbildlich für diese drei Tage: Der Blick auf Karte und Handy. Häufig stimmt die Beschilderung nicht mit der auf Schweiz Mobil eingezeichneten Route überein. Ich bin etwas genervt, würde ich mich doch gerne der Bequemlichkeit hingeben und den Wegweisern folgen.

P1150848

Nach viel zu vielen Asphalt-Kilometern erreichen wir bei Muraz die Standseilbahn, die Sierre mit Montana verbindet. Sie nimmt uns die letzten paar Höhenmeter Abstieg und einen weiteren Kilometer Hartbelag ab. Mit staubigen Schuhen und der Erinnerung an ein paar Hunderttausend Rebstöcke besteigen wir den Zug und treten die Heimreise an.

Fazit dieser Tour: Sie ist teilweise schlecht oder gar nicht markiert. Häufig stimmt die Markierung nicht mit der Strecke von Schweiz Mobil überein. Der grosse Anteil an Hartbelag ist nicht zu unterschätzen. Meine malträtierten Füsse werden jedenfalls die kommenden paar Tage keine Wanderschuhe aus der Nähe sehen.

Dennoch: Es hat einmal mehr Spass gemacht, in der Gruppe zu wandern. Auch wenn ich ab und zu in den Schilf raus gelaufen bin, so hoffe ich doch, dass sich mir auch für eine weitere mehrtägige Tour wieder so aufgestellte Wanderinnen und Wanderer anschliessen werden.

Weitere Infos und Fotos zur dreitägigen Osterwanderung unter diesem Link.

IMG_6200

Karte

Überstanden!

Ostern 2018 scheint überstanden. Grösstenteils. Und grösstenteils schadlos.

Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Hundesalon-Besitzer in seiner Deko-Wut nicht versehentlich seine Kundschaft in den April geschickt hat…

… oder ob er tatsächlich auch Meister Lampe zu einer neuen Frisur verhelfen würde.

DSC09503

Ostern, ob ich will oder nicht

Im Laden wünscht man mir an der Kasse “schöne Ostern”. Im Fitness-Center werde ich mit den gleichen Worten verabschiedet. Die Migros prophezeit schon seit Wochen “Ostern wird jööö”. Magazine sind voll von oppulenten Osterrezepten mit schweinisch teuren Zutaten.

Was bedeutet Ostern? Als Kind – ganz klar – da bestand Ostern vorwiegend aus schoggigen Osterhasen. Als Jugendliche und junge Erwachsene war es in erster Linie ein langes Wochenende. Mit dem selber auferlegten Druck, diese vier Tage möglichst gut zu nutzen. Im meinem Fall hiess das, irgendwo hin zu fahren, wo es sich für ein normales Wochenende nicht lohnte, und irgendeine verrückte alpinistische Unternehmung durchzuziehen. Mit dem älter und vernünftiger Werden hat sich das längst erledigt.

Seit Jahren schon ist Ostern nur noch der Termin, den es schadlos zu überstehen gilt. Ja nicht ins Getümmel stürzen! Weder am Karsamstag “noch schnell” einkaufen gehen, noch einen Fünfgänger an Ostern einplanen. Und schon gar nicht eine Reise in den Süden mit dem Auto! Alle Leute, mit denen ich in letzter Zeit ins Gespräch gekommen bin, haben mir versichert, sie würden an Ostern daheim bleiben.  Wer sind denn all die Wahnsinnigen, die seit Gründonnerstag am Gotthard angestanden sind?

Ich will gar keine Ostern. Ich harre aus, bis die vier Tage des einst christlichen Festes vorbei sind. Bis wieder der normale Alltag regiert und nicht dieser Konsum-Wahnsinn.

DSC09496

Nichts desto trotz geht auch an mir Ostern nicht spurlos vorbei. Von verschiedener Seite wurde ich mit Osterhasen beschenkt. Jeder hat seine eigene Geschichte, wie er den Weg zu mir gefunden hat. Jeder wurde mit Sorgfalt ausgewählt. Und ich bin dankbar, dass ich so viele liebe Leute in meinem Umfeld habe, die mir damit eine Freude bereitet haben.