Beschildert geschildert (143)

Da war doch mal was, oder?

Eine gut getarnte Bergweg-Markierung.

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… und weil sich diese in Österreich verbirgt, ist sie nicht weiss-rot-weiss, sondern rot-weiss-rot. Wobei, ich habe festgestellt, dass da ein gewisses Durcheinander herrscht. Zumindest in Vorarlberg. Vielleicht kann mich mal jemand aufklären, ob es sich hier  tatsächlich um eine Wegmarkierung oder einen patriotischen Auswuchs handelt.

Völkerwanderung im Bregenzerwald

Er wird als “Hausberg des Bregenzerwalds” bezeichnet und logiert unter dem Namen “Kanisfluh”. Dank der Gondelbahn von Mellau ist der 2’044 m hohe Berg in zwei Stunden zu erreichen. Diese relative Nähe verleitet so manchen Wanderer, diesen Aussichtsberg zu erklimmen.

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Tatsächlich ist die Aussicht von dort oben spektakulär, auch wenn das Gipfelerlebnis durch das viele Volk arg getrübt wird (merke: Touristen sind immer die Anderen). In unserem Falle waren nicht nur Zwei- sondern auch Vierbeiner oben. Und diese können mitunter ziemlich aufdringlich sein, wenn sie Futter in einem Rucksack ausmachen.

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Wir zogen es deshalb vor, unser Picknick in ziegenloser Umgebung abzuhalten und stiegen wieder in den Sattel ab.

Zuvor jedoch genossen wir den Rundblick.

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Blick auf das letzte Stück des Aufstiegs.

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Ohne Zweifel, die Österreicher haben auch ganz nette Berge.

Im Abstieg nach Au, zurück in unser Hotel, konnten wir die Kanisfluh von der anderen Seite bewundern. Was für Schichtungen und steile Flanken!

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Die Wanderung ist ab der Bergstation Rossstelle gut beschildert. Der Weg auf den Gipfel erfordert insbesondere im Bereich der felsigen Passagen, die von Abertausenden von Schuhen poliert wurden, Trittsicherheit, die wir gewiss nicht jedem der anwesenden Wanderern attestieren konnten. Vom passenden Schuhwerk ganz zu schweigen.

Mehr Infos zur Kanisfluh gibt es unter anderem HIER nachzulesen.

Kuchen aus Zeitungspapier

Wenn das die Österreicher können, kann ich es auch, war ich überzeugt, und griff im Laden bei Innsbruck beherzt zu. Stunden Später erblickte ich im heimischen Kühlschrank vier schon etwas schrumpelige Birnen und schon nahm das Rezept Formen an.

Ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie viel Teig sich in dem kleinen Päckchen befinden sollte. Nachdem ich alles sorgfältig ausgepackt hatte, kamen vier Blatt à ca. 40 x 40 cm zum Vorschein. Bestenfalls halb so dick wie Zeitungspapier!

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Ich schälte und würfelte meine vier betagten Birnen, vermischte sie mit Zitronensaft und –Schale, röstete etwas Brotbröösmeli in der Bratpfanne zusammen mit Zucker und gemahlenen Nüssen und verteilte alles auf dem vierlagigen Zeitungspapier, das ich vorab einzeln mit flüssiger Butter bestrichen hatte. Dann rollte ich alles satt ein.

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Nach 30 Minuten im 180 Grad heissen Backofen war mein Birnen-Nuss-Strudel fertig.

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Zusammen mit warmer Vanille-Sauce war das Zeitungspapier-Konstrukt sehr lecker. Und meine Fantasie für weitere Strudel geht seither beinahe mit mir durch.

Alles im grünen Bereich

Ich sehe durchaus ein, dass die Skigebiete sich ihre Einnahmequellen erhalten wollen, und deshalb auf Beschneiungs-Anlagen setzen. Immerhin schafft ein Skigebiet eine ganze Menge Arbeitsplätze, generiert im Verlauf der Saison einen Haufen Geld. Und natürlich wollen die Skifahrer – nicht zuletzt auch ich selber – ihrem Hobby frönen können.

Ich sehe es indes nicht, überhaupt nicht! ein, dass man auf Teufel komm raus schon Anfang November die Beschneiungs-Anlagen in Gang setzen muss. Schon gar nicht in einem Skigebiet, das auf der Sonnenseite liegt. Das ist reine Energieverschwendung!

Zum Glück sind die Pistenverantwortlichen in der Schweiz diesbezüglich – jedenfalls soweit ich das beurteilen kann – etwas zurückhaltender.

Rastkogel, Zillertal, fotografiert am 13.11.12

Hält die momentane Witterung an, werden die diversen „Perlenketten“ in unserem Nachbarland vielleicht noch ganz verschwinden, bevor es wieder kalt genug wird, um die Schneekanonen in Betrieb zu setzen. Angesichts der enormen Energieverschwendung ein makaberer Österreicher-Witz!

Der Programmfehler

Waaas? Da soll ich morgen hoch! Aber da ist es doch weiss. Jetzt sag bloss, das ist Schnee!

Und wie die Leute alle aussehen! Diese seltsamen Bretter, die sie mit sich rumschleppen. Diese abartigen Töpfe auf den Köpfen. Und erst diese Schuhe. Also ich meine, farbig-poppig sind sie ja, aber der Gangart nach zu schliessen müssen sie sackunbequem sein.

Das sind Skifahrer? Ach sooo sehen die heutzutage aus!

Ich glaub langsam, ich sitze im falschen Film.