See, Seeli und wieder See

Die gestrige Wanderung beginnt mit einem zackigen Marsch vom Bahnhof Brunnen zur Schiffs-Anlegestelle. Wer nicht mit des Wanderleiters langen Beinen mithalten kann, muss sich etwas einfallen lassen.

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Die MS Brunnen wartet schon.

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Und kaum gestartet, geht es auch schon los mit der tollen Aussicht.

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Diese drei Engel musste man offensichtlich festmachen, sonst wären sie dem himmlischen Panorama entgegen geflogen.

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Es geht durch den Wald und unter einer felsigen Flue obsi und nidsi, stets sieht man zwischen den Bäumen weit unter uns den Vierwaldstättersee.

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Ausgucke am Weg sind nicht so zahlreich. Aber man muss sich ja schliesslich auf den Weg konzentrieren.

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Exponierte Stellen sind gut gesichert.

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Wir überqueren die Risleten-Schlucht.

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Was es da wohl zu sehen gibt?

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Wasser! Tosendes Wasser.

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Die Geräuschkulisse wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. Denn wir steigen auf der anderen Seite der Schlucht steil wieder hoch. Kurzer Halt nach dem schweisstreibenden Aufstieg, der glücklicherweise vollständig im Schatten liegt.

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Wir werden wieder in die Freiheit entlassen.

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Und finden uns bald darauf in einer völlig anderen Landschaft wieder bei Emmetten.

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Bei einer gut unterhaltenen Grillstelle mit Unterstand machen wir Mittagshalt. Man beachte die “Bergwander-Garette”.

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Nachdem wir uns vom Vierbeiner und seinem Frauchen verabschiedet haben, gelangen wir bald aufs offene Feld. Dort blühen unter anderem prächtigen Knabenkraut-Orchideen. Da kann ich nicht dran vorbeigehen.

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Das “Seeli”. Analog “Huhn oder Ei” kann man sich auch hier fragen, was erhielt seinen Namen zuerst, der Ort Seelisberg oder das nur Seeli genannte Naturidyll?

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Ohne jeglichen Schatten kommen wir auf dem letzten nennenswerten Anstieg des Tages ordentlich ins Schwitzen.

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Allgemeines Bestaunen der prächtigen Akalei, die hier in verschiedenen Farben blühen.

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Über zahlreiche Treppenstufen vernichten wir innert kürzester Zeit viel Höhe auf dem Weg runter nach Bauen. Immerhin: Das Trittmass ist ideal (ämel für meinen einen Meter mit seinen achtundsechzig Zentimetern …)

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Bauen in Sicht!

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Unser Ziel ist erreicht. Wir sind wieder am See und haben genügend Zeit, um uns dort im gut besuchten Restaurant eine Erfrischung zu gönnen.

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Das Schiff wird uns nach Flüelen bringen.

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Stellen wir das Bild noch etwas schräg in die Landschaft, damit niemand merkt, dass ich beim Fotografieren wieder den See hab auslaufen lassen.

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Eine wunderbare Wanderung mit viel Aussicht auf See und Berge. Total sind wir 17 km gewandert, 1’000 Höhenmeter rauf und runter.

Vielen Dank an Beat für die Planung und Durchführung dieser abwechslungsreichen Wanderung.

Mehr Bilder und Infos dazu gibt es HIER.

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Der kritische Blick gen Himmel

Am Anfang der gestrigen Wanderung, die am Kopfbahnhof von Einsiedeln startet, ist alles noch im blauen, pardon, grünen Bereich.

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Die ersten 1,5 Kilometer wandern wir auf asphaltierter Strasse,

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flankiert von der mächtigen Sommer-Sprungschanze,

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aus der Ferne beobachtet von weidenden Rindviechern.

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Steil, dafür nun auf einem Wanderpfad, geht es bergauf zum Katzenstrick.

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Auf der anderen Seite weitet sich der Blick über das Hochmoor von Rothenthurm.

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Und was haben wir da? Der Wetterfrosch hatte gestern noch gesagt, man solle sich nicht auf die Apps verlassen, denn die Gewitter seien nicht vorhersehbar. Beginnt es am Himmel schon zu brodeln?

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Die Landschaft mit ihren eingestreuten Birken erinnert mich immer an Schweden. Wie schade wär das gewesen, hätte das Militär hier in den Achtziger-Jahren tatsächlich einen Waffenplatz errichtet!

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Der Wanderweg führt mitten durch eines der grössten zusammenhängenden Hochmoore der Schweiz.

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Und dann geht’s wieder aufwärts Richtung St. Jost.

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Die Veröffentlichung dieses traumhaften Anblicks wurde mir ausdrücklich erlaubt.

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Auf dem Raten erhält unsere Gruppe Zuwachs von 1 x 2 und 1 x 4 Beinen.

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Was macht eigentlich das Wetter?

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Der Rastplatz für den Mittagshalt bietet für jeden Bedarf etwas an. Sonnig, halbschattig, schattig, mit Bänkli, ohne.

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Grundsätzlich bewandern wir ja die 9. Etappe des Alpenpanorama-Wegs. Gleichzeitig ist es auch der Panoramaweg Ägerital. Schön ist es ohnehin.

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Blick auf den Ägerisee. In den Bergen der Zentralschweiz ist es schon ziemlich verhangen.

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Hartbelag lässt sich wohl in solchen Regionen nicht vermeiden.

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Aber zum Glück wendet sich der Wanderweg wieder von der Strasse ab und führt uns auf einen neuerlichen Aussichtspunkt…

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… bevor es dann endgültig nur noch bergab geht nach Unterägeri.

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Dort treffen wir auf eine Kolonie Pinguine und eine Kellnerin, die lieber Panache als Eiskaffee serviert.

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Und das war’s dann auch schon wieder. Ich staune einmal mehr, wie schnell 4 1/2 Wanderstunden vergehen, wenn man sich unterwegs angeregt unterhält.

Das Wetter hat gehalten. Erst als ich daheim aus dem Zug steige, beginnt es zu tropfen. Der Regen ist dringend nötig, auf den Hagel hätte ich gut verzichten können.

Vielen Dank an Rolf für die gute Idee (der gerne eine Fortsetzung der landesquerenden Route folgen kann) und an Beat für die Organisation und Durchführung.

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Durch die Olivenbäume am Lago di Lugano

Es mutet noch immer seltsam an, bei Temperaturen knapp über Null das Haus in die stockfinstere Nacht hinaus zu verlassen und mehr oder weniger wach aufs Postauto zu warten. Doch einmal mehr hat sich der lange Weg ins Tessin gelohnt. Der blaue Himmel jedoch täuscht. Am Bahnhof Lugano empfing uns ein derart giftiger Nordföhn, dass jeder unserer siebenköpfigen Gruppe subito etwas über die Löffel zog.

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Dann ging es über die Treppenstufen runter in die Stadt, die kurz vor 10.00 Uhr noch im Sonntagsschlaf zu stecken schien.

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Dieser Fischer dagegen war schon fleissig.

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Und wir natürlich auch.

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Ich musste zweimal schauen, ob das zwei einzelne oder ein Zwillings-Velo waren.

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Start zum Olivenweg.

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Die zarten Wedel des Pampa-Grases haben mir schon immer gefallen.

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Auch solche Schönheiten am Wegesrand, wie dieses Granat-Öpfeli ziehen meine Blicke magisch an.

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Und dann diese Landschaft erst!

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Höchst interessante Gesteinsschichtungen am Weg nach Gandria.

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Gandria ist ziemlich ausgestorben. Viele der Restaurants machen erst an Ostern wieder auf.

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Wenig Betrieb auch auf dem Kursschiff.

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Wir machten Mittagshalt an einem windgeschützten Ort mitten in den Olivenbäumen. Ich hatte nicht gewusst, dass in unserem Land überhaupt Olivenbäume wachsen. Allerdings bin ich mir von unseren Reisen den Anblick wesentlich grösserer Exemplare gewöhnt.

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Das Kraut der Osterglocken ist schon ziemlich weit. Offenbar findet im Tessin Ostern an Weihnachten statt.

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Ich konnte mich am Panorama kaum satt sehen. Man beachte die Schaumkrönchen auf dem See.

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Den Campanile von Gandria hat nicht der Wind schief geblasen. Das ist mein Augenmass…

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Wir verlassen den Sentiero dell’Olivo. Es geht obsi Richtung Monte Bré.

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Der Monte Bré ist heute nicht unser Ziel, sondern ein genial angelegter Weg, der uns nach Ruvigilana führt.

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Vom Aussichtspunkt San Michele aus ist dieses Lugano keine Augenweide.

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Der markierte Wanderweg führt – wahrscheinlich nicht immer zur Freude der Anwohner – mitten durchs Wohnquartier.

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Unten am See flaniert viel und viel dickes und viel dick eingemümmeltes Volk. Sooo kalt ist es zwar auch wieder nicht, aber wenn man im Tessin schon mal seine Winterwäsche brauchen kann…

Auch die Pedalos sind auf Winterbetrieb eingestellt.

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Baum im Baum in Parco Civico.

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Das war’s. Eine schöne, eher gemütliche Wanderung, etwa vier Stunden. Unter einem Himmel, dem man keine Wolke abgewinnen konnte.

Beim Bahnhof Lugano nervten uns die Kellner im Ristorante Ana Capri, die trotz halbleerem Restaurant keinen Tisch für uns freigeben wollten, an dem wir alle zusammen hätten sitzen können. Soviel zur Schweizer Gastfreundschaft. Im Bahnhofbuffet kamen wir dann immerhin noch zu einem Kaffee, auch wenn man sich Gemütlicheres vorstellen könnte, als direkt neben dem Eingang zu Siebt an zwei runden Bistro-Tischchen zu kleben.

Von solchen Intermezzos lasse ich mir jedenfalls den Spass nicht vertreiben, und ich glaube, es ging dem Rest der Gruppe genauso. Es war nämlich einmal mehr ein toller Wandertag.

Danke Beat!

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Fast zu schön

Es schrammte haarscharf am Kitsch vorbei, was sich die Natur heute wieder hatte für uns einfallen lassen. Föhnig, mild, die verschneiten Berge zum Greifen nah und gestochen scharf. Zwar hatte ich auf dem Nachmittags-Spaziergang den idealen Zeitpunkt fürs Fotografieren verpasst, dennoch:

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Wie dankbar bin ich doch, hier zu leben.

Meine Schweiz. Mein sicherer Hafen. Meine Heimat.

Auf der grössten Pyramide der Welt

Ist der 2’362 m hohe Niesen tatsächlich die grösste Pyramide der Welt, wie uns der Slogan an der Bergbahn glauben machen will? Könnte durchaus sein, schliesslich liegt der Thunersee zu Füssen der Felspyramide gerade mal auf 558 m. Rechne! Die alten Ägypter haben da jedenfalls keine Chance.

Eitel Sonnenschein bereits an der Talstation der Niesenbahn. Unser sechsköpfiges Grüppchen musste eine Bahn lang warten, bevor wir uns mit der nostalgisch anmutenden Standseilbahn bis zur Mittelstation befördern lassen konnten.

Die über hundertjährige Niesenbahn kann mit einigen Superlativen aufwarten.

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Ihr grösster Trumpf ist jedoch die bombastische Aussicht, die wir schon im steilen Aufstieg geniessen konnten.

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Es brauchte einiges an menschlichem Wirken, um hier einen sicheren Wanderweg entstehen zu lassen.

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Die obere Sektion der Niesenbahn.

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Ein Gruss an die Ostsee.

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Ist das nicht der Wahnsinn, diese Aussicht?!? Dabei sind wir noch nicht mal ganz oben.

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Ein letzter Blumengruss kurz unter der Bergstation.

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Das Panorama von der Gipfelplattform aus ist überwältigend. Hier Richtung Thun und Mittelland.

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Einmal nach links gedreht erscheint das Simmental.

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Auf der anderen Seite das Kandertal mit den markanten Flanken des Balmhorns und Altels, links davon Doldenhorn und Blüemlisalp-Gruppe.

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Und zu guter Letzt unser berühmtes Dreigestirn mit Eiger, Mönch und Jungfrau.

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Dieses verstreute Dorf in der Bildmitte, das muss Aeschi sein. Mein angeheirateter Heimatort. Mit meinem Mann zusammen habe ich es nie geschafft, dorthin zu gehen.

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Die Terrasse beim Berghaus ist rege besucht, aber nicht proppenvoll. Trotz leichtem Wind hält man es draussen gut aus. Schliesslich ist es jetzt Herbst und der versierte Wanderer bringt geeignete Kleidung mit auf den Berg.

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Im Abstieg hat es plötzlich mehr Leute. Aber die meisten drehen wohl bald wieder um.

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Wir waren schon bald wieder praktisch alleine unterwegs auf dem guten Pfad. Immer wieder diese sensationelle Aussicht und den ganzen Tag Sonne. Diese Wanderung war Balsam für die Seele.

Vielen Dank fürs Organisieren, Beat.

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Weitere Infos und Bilder zu diesem gelungenen Wandertag gibt es hier.

 

Der Anti-Hunger-Hoger

Auch wenn einem dieser Endlos-Sommer schon längst suspekt ist, so spricht doch nichts dagegen, seine positiven Aspekte zu geniessen. Wenn er ja schon mal da ist.

Unser Genuss führte uns in die Zentralschweiz, auf die Königin der Berge. Ich wüsste grad keine namhafte Erhebung in diesem Lande, die von so vielen Seiten her erschlossen ist wie die Rigi. Der Lage dieses Aussichtsbergs der Sonderklasse ist es wohl zuzuschreiben, dass 1871 die erste Bergbahn Europas dort hinauf gebaut wurde.

Zu viert genossen wir einen prächtigen Wandertag mit viel Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen.

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Zugegeben, mit dieser Idee waren wir nicht ganz alleine. Die gut erschlossene Rigi gehört ins Programm vieler ausländischer Reisegruppen, allen voran Japaner.

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Verkehrsknotenpunkt auf Rigi-Staffel.

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Unsere Wanderung führte von der Rigi-Scheidegg nach Kaltbad, Chänzeli, Rigi-Staffel nach Chlösterli.

Ich war seit Jahren nicht mehr auf der Rigi. Gestaunt habe ich nicht nur ab der Fülle von Wanderwegen, sondern auch ab der vielen Einkehr-Möglichkeiten. Nein, Durst und Hunger braucht auf diesem Hoger niemand zu leiden.

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Mehr Infos zur Rigi gibt’s hier.

Die Königs-Etappe

Schon als ich mir daheim die Wanderkarte angeschaut hatte, beschloss ich: Diese Wanderung müssen wir machen! Als dann im Wanderprospektchen von Ovronnaz die besagte Wanderung auch noch als “notre coup de coeur” (unsere Lieblingstour) angepriesen wurde, war der Fall sonnenklar.

Ausgangspunkt für die lohnende Unternehmung ist einmal mehr die Bergstation der Jorasse-Sesselbahn auf 1’939 m. Von dort ist die Tour du Grand Chavalard als 6-stündige Runde angegeben. Unser Weg führt uns über Petit Pré zu Euloi, einer Hochebene, wo Trinkwasser gefasst wird. Hier kommt uns eine junge Frau entgegen, die an ihren sonst schon grossen Rucksack einen Geigenkasten geschnallt hat. Was es nicht alles gibt!

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Es folgt der Aufstieg zum Col de Fenestral, mit 2’453 m der höchste Punkt der Wanderung.

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Dort erwartet uns ein umwerfendes Panorama rüber zum Mont Blanc und das Trient-Massiv. Im Vordergrund die Cabane Fenestral, die Übernachtungsmöglichkeiten und einfache Verpflegung anbietet. Unten der obere Lac de Fully.

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Ein tolles Panorama begleitet uns auf dem weiteren Weg. Zuerst gehts auf gutem Weg runter zum unteren Lac de Fully, dann steigt es wieder an. Nicht steil, dafür umso imposanter.

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Der steilen Flanke des Grand Chavalard entlang führt der breite Weg, der relativ häufig begangen wird. Über 1’600 m tiefer liegt das Rhonetal im leichten Dunst.

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Was für eine Wegführung – der füdliblutte Wahnsinn!

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Da lacht mein Wandererherz, während das Auge einen Blick  zurück wirft.

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Im letzten Abschnitt zurück nach Petit Pré wird’s nochmals etwas ruppiger. Wie immer bei längeren Wanderungen schleicht sich allmählich eine gewisse Sättigung ein. Vom Durst gar nicht zu sprechen. Diesen löschen wir in der Gite de Lui d’Août.

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Mitsamt aller Pausen sind wir sechs Stunden später wieder beim Sessellift und sind ganz froh, dass wir mit mechanischer Unterstützung zu Tale schweben können und die Höhenmeter runter nach Ovronnaz nicht auch noch zu Fuss machen müssen.

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Eine absolut empfehlenswerte Wanderung. 15 km Wegstrecke, knapp 1’000 Höhenmeter, reine Laufzeit 5 1/4 Stunden.

Weitere Infos zu dieser Wanderung gibt’s hier: http://www.wandersite.ch/Tageswanderung/620_Unterwallis.html

 

Auf dem Weg der tausend Blumen

Ich bin euch noch schuldig, wo ich das horizonterweiternde Bild vom gestrigen Beitrag geschossen habe. Kenner wie Werner haben das breite Tal sicher erkannt. Allen anderen sei geflüstert: Es ist das Wallis.

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Unsere prächtige Panorama-Wanderung führte uns auf dem Sentier botanique Mille Fleurs bei Ovronnaz auf den äussersten Punkt, den Grand Garde, von dem aus wir nahezu 2’000 Meter tiefer ins breite Tal der Rhone blicken konnten.

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Die Blumenvielfalt war trotz fortgeschrittenem Sommer immens und immens beeindruckend. Beinahe noch beeindruckender waren all die stattlichen und zum Teil uralten Lärchen. Genauso wie die Lärchenleichen, die uns fast auf dem ganzen Weg begleiteten. Bzw. wir an ihnen vorbei wanderten, um bei der Wahrheit zu bleiben.

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Wahrlich ein gelungener Einstieg, um endlich mal im Wallis auf Wanderschaft zu gehen.

Wo Männer noch treu sind

Ein Bergführer, mit dem wir vor Jahren einige Skitouren unternommen hatten, sagte mal, es sei verheerend. Mit jedem Gipfel, den man erklommen hätte, sähe man hundert neue Ziele. Auch wenn mein innig geliebter Mitbewohner und ich bei weitem nicht auf jeder Wanderung auf einen Gipfel gelangen, so hat diese Aussage doch ihre Richtigkeit, stammt doch die Idee zur gestrigen Tour von einer Wanderung, die wir vor gut einem Jahr gemacht hatten.

Die Voraussetzungen waren ziemlich ähnlich, war es doch damals auch backofenheiss in den Niederungen. Ergo: Flucht nach oben. Wir starteten kurz vor neun Uhr in Äugsten und genossen es, den steilsten Teil des Aufstiegs im Schatten zu gehen.

Die Aussicht – hier zum Glärnisch-Massiv – war nicht zu verachten. Von der tollen Flora ganz zu schweigen. Diese war mit ein Grund, weshalb wir hier nochmals eine Wanderung unternommen haben. Von Alpenrosen über Enzian, Feuerlilien, Türkenbund blühte alles verschwenderisch. Kein Wunder, auf Äugsten weiden keine Kühe und es wird nicht gemäht, die Pflanzen können sich ungehindert versamen.

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Für den Inbegriff aller Alpenblumen, das Edelweiss, mag es noch etwas zu früh gewesen sein, aber Männertreu haben wir in Hülle und Fülle angetroffen. Somit wäre auch der Titel dieses Beitrags erklärt. *räusper*

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Unser Ziel waren die Fessis-Seeli. An diesem Idyll, auf 2’200 m, gelegen konnte ich mich kaum satt sehen.

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Deshalb hier nochmals ein Bild mit den Glarner Alpen vom Hausstock über den Tödi bis zum Glärnisch im Hintergrund.

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Und wie herrlich angenehm die Temperaturen waren! Dennoch mussten wir früher oder später wieder zurück in den Backofen. Hier sieht man einen Teil des Abstiegs bis zu der in Bildmitte gelegenen Alp auf Ober Fessis.

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Der Weg ist gut ausgeschildert, auch wenn wir im Folgenden die Erfahrung machen sollten, dass die komplette Rundtour nicht so häufig unternommen wird.

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Unterwegs trafen wir die Senner-Familie, die im Begriff war, die oberste Weide einzuzäunen.

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Über diese Brücke? Nicht mit mir! Der Mitbewohner meinte zwar, sie hätte gehalten, ging aber gleichwohl rechts daneben vorbei.

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Der Weg vom Sooler Achseli zurück nach Äugsten ist nichts für Angsthasen. Wohl ist er gut unterhalten, mitunter aber etwas gar luftig.

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Kurz vor Erreichen der Seilbahn sahen wir eine Gruppe von “Heugümper-Verschreckern” wie der Mitbewohner die Leute nannte, die auf der Suche nach Tagfaltern waren. Über 40 verschiedene Arten haben sie entdeckt, fotografiert und wieder entschweben lassen.

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Total sind wir knapp 5 Stunden gewandert, eher gemütlich wegen der Hitze im zweiten Teil. Es galt, 950 Höhenmeter zu bewältigen und 10,5 km. Eine lohnende Sache, die ich jedem trittsicheren Bergseeli-Fan empfehlen kann.

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