Aprilwetter im September

Schirm auf – Schirm zu. Das war das Motto der Mittwochs-Wanderung im Züri Oberland. An keinem Fleck in der Schweiz konnte man sich laut Prognosen darauf verlassen, dass es trocken bleiben würde, so unternahmen wir eine Wanderung in der Nähe.

Noch bevor es losging, hatten wir bereits einen Verlust zu beklagen. Der Besagte war eine Station zu früh dem Zug entsprungen und mochte sich auch im späteren Verlauf des Tages nicht mehr zu uns zu gesellen. So starteten wir zu siebt in Saland und streiften durch feuchte Wiesen, entlang dichter Wälder, gurgelnden Bächlein und vorbei am Panorama, das wir nur erahnen konnten, Richtung Pfäffikon. Unser ständiger Begleiter war der Schirm, den wir in lockerer Folge auf und zu machten.

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Im Sinne eines veritablen Senioren-Ausflugs (man kann nie früh genug beginnen, dies zu üben…) verpflegten wir uns für einmal nicht aus dem Rucksack, sondern speisten warm und trocken im unkonventionellen Lokal Cucina Piccante

Und dann – endlich – riss es gehörig auf und wir traten den zweiten Teil unserer Wanderung an.

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Anspruchslos im Gelände, dafür endlich mit etwas Sonne und Aussicht, umwanderten wir einen Teil des Pfäffikersees (wo niemand Anstalten machte, sich ins Wasser zu stürzen, obschon dieses noch immer wärmer gewesen wäre als sämtliche Bergseen, die im Verlauf des Sommers heimgesucht wurden), machten einen Abstecher zum Rummelplatz bei Jucker

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und retteten uns punktgenau vor der nächsten Front ins Cafi Steiner in Kempten, wo unsere Wanderung auch bei schönstem Sonnenschein zu Ende gewesen wäre.

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Eine unaufgeregte Wanderung in der näheren Umgebung mit netter Begleitung. Danke euch Allen fürs Mitkommen.

Mehr Bilder und Infos zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Wenn Petrus nicht will, stehen wir still

Die ursprüngliche Idee für den gestrigen Tag war, vor einem gemeinsamen Fondue-Essen eine Wanderung durchzuführen, die uns direkt zum Fonduetopf führen würde. Das Wetter jedoch war für letzteres wenig einladend. Im Schneeregen über drei Stunden zu wandern – das war nicht nur für mich etwas zu weit von der Komfortzone entfernt.

So machte ich mich kurzerhand schlau, wo es in der Nähe ein Museum hat, dem wir einen Besuch abstatten konnten. Meine Wahl fiel aufs Gewerbemuseum Winterthur, wo die Ausstellung Food Revolution 5.0 von sämtlichen Witterungseinflüssen unabhängig auf uns wartete.

A propos warten: Am Anfang des Rundgangs wartete ein VR-Huhn und regte erste Gedanken an. Ich werde diesem Geflügel morgen einen separaten Blog-Beitrag widmen.

Zwei Zahlen sind mir geblieben:

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Die Produktion von einem Kilo Mehlwürmer braucht einen Liter Wasser, ein Kilo Rindfleisch schlägt mit 15’000 Litern zu Buche.

Mehlwürmer und Grillen gab es dann auch noch zu verkosten. Wir waren fast Alle mutig.

Anschliessend fuhren wir mit dem Zug nach Pfäffikon, wo wir den Rest der Gruppe trafen und uns im Chalet am See an den gedeckten Tisch setzten.

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Eine wahrlich gelungene Sache! Dieses temporär errichtete Chalet von Brüll! Biers’s Garten ist sehr gemütlich eingerichtet und das Bier-Fondue ist tatsächlich sehr fein. Das muss selbst ich als Bier-Verächterin gestehen. Und das Konzept, dass man das Fondue selber zubereiten muss, finde ich persönlich absolut genial. Es unterstreicht das Gruppenerlebnis des gemeinsamen Essens gleich doppelt.

Die Erkenntnisse des Tages:

  1. Mehlwürmer und Grillen kann man durchaus essen.
  2. Käsefondue scheckt besser.
  3. In einer Gruppe erst recht.

Mehr Infos und Bilder zu diesem ersten “Wander”-Anlass des Jahres gibt es HIER.

Danke allen fürs Mitmachen. Vielleicht können wir daraus eine Tradition machen und uns nächstes Jahr am ersten Samstag des Jahres wieder zum Fondue treffen. Ich stelle mich gerne als Organisatorin zur Verfügung.

Blogbeitrag mit Seltenheitswert

Angesichts dieses seltsamen, sehr seltsamen Winters, in dem es noch nie so richtig und andauernd kalt war, ist man natürlich versucht, die Klimaerwärmung zu bemühen. Dass sich das Klima verändert, wird wohl niemand mehr abstreiten wollen. Dennoch erstaunt es (mich!) umso mehr, dass vor genau vier Jahren der Pfäffikersee zugefroren und freigegeben war. Nun, die grosse Freude ab dem über 3 Quadratkilometer grossen Natureisfeld herrschte zwar nur wenige Tage, aber immerhin. Von Nah und Fern kam das Volk angekarrt, um das seltene Naturereignis zu geniessen.

Und dieses Jahr? Schneeglöckchen im Januar, Frühlingsgefühle im Februar. Und im März stehen wir wohl bereits Schlange für die Saison-Eröffnung der Schwimmbäder. Mitnichten! Ich kann und will nicht glauben, dass das schon der Winter gewesen sein soll. Für eine Seegfrörni wird es nie und nimmer mehr reichen. Für ein paar frostige Tage alleweil – davon bin ich felsenfest überzeugt.

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PS: Diesen eisigen Rückblick habe ich IHR zu verdanken. Im Gegensatz zu mir, hat sie noch viel mehr in den Geschichtsbüchern gegraben als ich. Und wie es vor vier Jahren ausgeschaut hat, lässt sich in diesem Blogbeitrag nachlesen. Er wird wohl früher oder später mit dem  Prädikat “Seltenheitswert” ausgezeichnet werden.

Am Gummistiefel-Sonntag

Eigentlich wollte ich heute einen blogfreien Tag schalten. Ehrlich. Aber dann hat mich gewissermassen die Aktualität eingeholt, und das auf einem sonst ganz normalen Sonntags-Spaziergang. Nun kann ich nicht anders. Ich muss euch die Bilder präsentieren, von dem See, den ich so noch nie gesehen habe.

Vorgewarnt waren wir eigentlich, hatten wir doch im Internet gelesen, dass der Pegelstand nach dem 48-stündigen Dauerregen bereits über der Hochwasser-Marke angekommen war. Ich entschied mich drum für Gummistiefel, während mein innig geliebter Mitbewohner meinte, mit den schwarzen Geschwüren laufe er nicht so gut und deshalb die Wanderschuhe einpackte.

Vom Parkplatz aus waren wir in wenigen Metern auf einem Weglein, das, trocken wie es war, auf direktem Weg zum See führte. Nach weniger als fünfzig Meter fanden wir uns mitten im Entenparadies, alles unter Wasser. Ich watete noch einige Meter durchs immer tiefer werdende Wasser, sah aber bald, dass das ein aussichtsloses Unterfangen war. Erst recht für den Mitbewohner in seinen Wanderschuhen. Also Umkehr, den See auf einem anderen Weg angehen. Auch dort war der Weg unter Wasser.

Wir liessen uns nicht entmutigen – schliesslich ist man ja ortskundig – und bahnten uns den Weg zum Seequai. Dort schwappte das Wasser über.

Eigentlich waren wir ja unterwegs, weil wir einen Blick ins Bootshaus werfen wollten. Dort residiert das Ruderboot, das der Mitbewohner jeweils zum Fischen benützt. Indes war nicht daran zu denken, auf dem Landweg zum Bootshaus zu gelangen, auch nicht mit einem grossen Umweg.

Der Fussweg verläuft zwischen dem ersten und zweiten Grünstreifen. Normalerweise. Aber definitiv nicht heute. Und meine Gummistiefel waren klar zu wenig hoch, als dass ich mich dort hätte bewegen können. Und ein Velo hatte ich nicht dabei.

So entschied ich mich zur Umkehr, bevor ich einen Fisch platt getreten hätte.