Auf Fährtensuche

Wildpferde solle es hier geben, hatten wir im Reiseführer gelesen. Zwar nur noch Vereinzelte, aber definitiv nachgewiesen. Wow, wilde Rosse, für uns tönte das nach Winnetou, nach Abenteuer. Nichts wie los!

Was waren wir entzückt, als wir auf unserem Streifzug durch den portugiesischen Nationalpark Peneda Geres nach wenigen Metern auf Rossgagel stiessen. Ob wir tatsächlich das Glück hatten, wilde Pferde anzutreffen? Wenigstens aus der Ferne hätten wir schon gerne einen Blick erhascht. Da, schon wieder einer! Mit Stecklein begannen wir, den Gagel zu zerlegen. Wir waren uns schnell einig: Der war schon ziemlich trocken und dem entsprechend alt. Aber wer weiss, da lag auf einmal alle paar Meter so ein Rossbolle, vielleicht waren da auch Neuere darunter.

Hey lueg! Da war wieder einer. Ganz weich, ganz feucht – frisch geschissen. Wir wurden von Vorfreude ergriffen. Die Pferde mussten ganz in unserer Nähe sein. Ja ganz bestimmt würden wir sie demnächst durchs Gebüsch erspähen. Unser geschärfter Blick ortete immer neue Gagel. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die Wildpferde mit eigenen Augen sehen würden.

Als wir den Pferdestall sahen, waren wir plötzlich nicht mehr so überzeugt, ob wir als Indianer Furore gemacht hätten.