Es topft und topft und topft

Unsere Reise- und Wanderleiterin machte uns drauf aufmerksam, dass die Madeirenser vor ihren Häusern viele Töpfe haben. Kann das Haus und der Platz drum herum noch so klein sein, es werden Blumentöpfe aufgestellt. Nicht selten wachsen aus allen Blumentöpfen, oder aus dem, was dazu umfunktioniert wurde, die gleichen Pflanzen. Sie werden kostengünstig aus Stecklingen vermehrt und gedeihen angesichts des milden Klimas prächtig.

Derart sensibilisiert fallen mir auf einmal all die vielen bepflanzten Töpfe auf.

IMG_1169IMG_1074IMG_1299IMG_1303

Die Madeirenser mögen etwas einfallslos sein, was die Bepflanzung ihrer Blumentöpfe betrifft, in der Wahl ihrer Behältnisse sind sie relativ unzimperlich…

IMG_0977

… oder habt ihr bei uns so etwas schon einmal gesehen?

Chronik einer Abgeschriebenen

Die Geschichte begann am 25.11.2014. Das weiss ich so genau, weil ich die Quittung aufgehoben habe. Man sagte mir damals, das solle ich tun, falls die Amaryllis wider Erwarten keine Blütenstängel entwickeln sollte,  dann bekäme ich mein Geld zurück. Das war nicht nötig, sie blühte wie auf Kommando. Verschwenderisch schön, wie das diese Pflanzen zu tun pflegen.

Ich trachtete danach, die Amaryllis weiter zu pflegen, um sie im folgenden Winter wieder zum Blühen zu bringen. Über meinen Erfolg gibt dieser Blogbeitrag bereitwillig Auskunft. Zwei Winter lang mühte ich mich vergebens ab. Wobei die “Mühe” sich darauf beschränkte, mehr oder weniger gar nichts zu machen. Ich war kurz davor, die Knolle zu entsorgen, da packte mich rechtzeitig ein gewisser gärtnerischer Ehrgeiz.

Den letzten Winter (und ich schwöre, es wäre nicht nur der letzte, sondern auch ihr letzter Winter gewesen!) verbrachte die undankbare Knolle in der Waschküche an einem einigermassen hellen Platz bei etwa 12 Grad. Auch dort machte sie keinen Wank. Auf der seinerzeitigen Verpackung las ich – nicht gänzlich ohne Aha-Erlebnis – dass die Knolle Mitte Winter wieder an die Wärme müsse. Das tat ich dann mit ziemlicher Verspätung. Keine drei Tage später sah die Blumenzwiebel schon so aus:

20180313_085753_resized
13. März 2018

Weitere drei Tage später so:

20180316_132405_resized
16. März 2018. Aufmerksamen Betrachtern dürfte aufgefallen sein, dass ich mit der Wassergabe begonnen hatte.

Nun hatte sie es richtig eilig.

20180323_190756_resized
23. März 2018

Sesam, öffne dich!

20180405_191118_resized
5. April 2018

Die acht Blüten gehen eine nach der anderen auf. Ich kann mich an deren Schönheit kaum satt sehen.

IMG_0016

Wenn ich noch etwas Kritik anbringen dürfte, dann höchstens diese, dass die Pflanze von mir aus auch gerne etwas mehr gestaffelt blühen dürfte.

IMG_0103

So, nun bilde ich mir ein, dass ich weiss, wie eine Amaryllis gehätschelt werden will. Der Schlüssel zum Glück war wohl, dass ich sie am Ende des Winters an einen wärmeren Ort gestellt habe. Ich stelle mir vor, dass man so relativ gezielt die Blüte fördern kann. Im Handel werden die Amaryllis vor Weihnachten angeboten. Für mich passt es aber ebenso gut, dass sie nun im Frühling blüht. So hat die Pflanze mehr Licht und dadurch stärkere Stängel.

Des Flieders neue Frisur

Es fiel mir vor einigen Wochen auf. Ungläubig ging ich auf ihn zu. Konnte mir eigentlich nicht vorstellen, dass ihm jemand etwas angetan haben könnte.

Und doch! Da war Hand angelegt worden. Unverkennbar fehlten am hinteren Teil unseres meines Flieders drei Triebspitzen. Gekappt. Gemeuchelt. Hinterrücks abgeschnitten. Und damit es auch ja grässlich aussieht: alle drei Triebe auf gleicher Höhe.

DSC07951

Damit nicht genug. Das ganze Stämmchen ist schon deutlich gelber als der Rest des Strauchs. Da muss jemand daran gezerrt haben, von selbst knickt sich so ein Stamm gewiss nicht.

Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wem dieser junge Flieder-Busch ein Dorn im Auge ist. Mein Mann hätte das nicht einfach so hingenommen. Aber ich mache halt dem nachbarschaftlichen Frieden zu Liebe die Faust im Sack. Beweisen kann ich ohnehin nichts.

DSC07947

Oh Mamma mia!

Ist es nicht wahnsinnig, was so ein Kaktus hervorzubringen vermag?

Gestern waren es noch drei Blüten und heute – trotz ausgiebiger Beduschung über Nacht – haben sich fast zwanzig Blüten geöffnet. Der pure Wahnsinn! Und alles an einem einzigen, kaum faustgrossen Kaktus.

Diese Mammillaria longimamma macht mir wirklich Freude.

Vor drei Wochen sah der Kaktus übrigens noch wesentlich unspektakulärer aus (guckt hier). Aber er hat meine grossen Erwartungen nicht enttäuscht.   

20170616_133845-1[1]

Familienzuwachs

Im Bemühen, wieder mal einen Hauch von Normalität durch meinen Alltag wehen zu lassen, habe ich mich letzthin etwas intensiver mit meiner bescheidenen Kakteen-Sammlung beschäftigt.

Nachdem mir im vergangenen Winter zwei Kakteen eingegangen waren (darunter bedauernswerterweise der weitgereiste Känguru-Kaktus), wollte ich wieder etwas frisches Blut in die Kakteen-Vereinigung bringen. Und für solche Zwecke gibt es in meiner Gegend nur eine Adresse: Ha-Ka-Flor in Sirnach.

Überwältigend, was dort in den Treibhäusern wächst und zum Verkauf angeboten wird! Ich habe mich wirklich schwer getan mit der Auswahl. Letztendlich habe ich mich für vier Kakteen entschieden, die entweder besonders schöne Blüten, eine eigenwillige Form oder beides aufweisen. Voilà:

DSC02329

Von links nach rechts: Mamillaria occidentalis, Mamillaria spec toluca, Mamillaria longimamma, Pseudolobivia

Den grössten Kaktus habe ich bereits umgetopft, obschon es unter Experten als Todsünde gilt, Kakteen während der Blüte umzutopfen. Aber das Töpfchen war so winzig, dass der leicht schräg gewachsene Kaktus zu kippen drohte.

Nun werde ich die Neuzuzüger noch etwas hätscheln und bewundern, bevor ich sie aufs Gestell zu den alteingesessenen Bestachelten stelle.

Ein Besuch der Kakteen-Ausstellung in Sirnach kann allen empfohlen werden, die Freude an farbenfrohen Blüten im Allgemeinen und Kakteen im Besonderen haben. Selbst meine gänzlich Kaktus-unerfahrene Nachbarin, die mich begleitet hat, konnte der Versuchung nicht widerstehen und ist mit zwei Töpfen heimgekehrt.

Ha-Ka-Flor Sirnach

Kaktus, tot und halbtot

Heute Nachmittag habe ich erstmals dieses Jahr das Kaktus-Haus geöffnet. Angesagt waren eine kurze Inspektion der Pflanzen und Wasser geben. Leider blieb es nicht dabei, denn es wäre übertrieben zu sagen, dass der Kaktus links im Bild einen guten Winter gehabt hätte. Seine Leiche musste fachgerecht entsorgt werden.

Aber auch der Kaktus rechts im Bild schaut etwas leidvoll aus der Wäsche. Das ist umso schlimmer, als dass er eine sehr aufregende Geschichte hinter sich hat.

Vielleicht schaffe ich es, einen der noch verbliebenen grünen Triebe zu bewurzeln. Dann wäre zumindest ein Teil unseres prominenten Känguru-Kaktus gerettet.

Was dieser Kaktus für aufregende Abenteuer erlebt hat, ist HIER nachzulesen.

DSC02279

Ob da noch was draus wird?

Das Projekt hat einen Namen: Amaryllis erneut zum Blühen bringen.

Das Projekt ist schon im letzten Jahr gescheitert. Ob dieses Jahr noch etwas draus wird?

Ich weiss nicht so recht. Die meisten Leute behandeln diese Knollen wohl als Wegwerf-Objekt. Nach dem Blühen – und das tut eine Amaryllis zweifellos in einer grandiosen Üppigkeit – hat sie ausgedient. Gezüchtet, damit sie an Weihnachten blüht, erleben die wenigsten Pflanzen den Frühling.

Ich wollte es versuchen. Vor zwei Jahren schon. Die Amaryllis blühte dermassen schön, dass ich beschloss, einen Versuch zu wagen. Im Sommer durfte das Gewächs, das mittlerweile aus ein paar nahezu einen Meter langen, schmalen Blättern bestand, im Freien stehen. Ich konvertierte den Knollen zum Hydro-Kultur-Gewächs und gab regelmässig Wasser. Im Herbst stellte ich die Wassergabe ein und wartete. Worauf? Dass sich gut sichtbar ein Blütenansatz entwickelt. Ab dann, so die Theorie, durfte, ja musste ich wieder Wasser geben.

Irgendwie verpasste ich den richtigen Moment; das, was dann mutmasslich eine Blüte geworden wäre, verdorrte kümmerlich. Dennoch, die Knolle war noch nicht zu Tode gepflegt. Im Gegenteil, sie entwickelte einmal mehr prächtiges Grünzeug.

Im vergangenen Herbst erhielt die Pflanze Ende September zum letzten Mal Wasser. Ihre Blätter verdorrten daraufhin wie vorgesehen. Und nun sieht das Ganze dergestalt aus:

DSC02275

Ich warte. Und warte. Und warte. Nicht mehr ganz so geduldig wie auch schon. Aber ich warte immer noch. Vielleicht wird ja doch mal noch etwas draus.

Hat jemand hier Erfahrung mit dem Wiederbeleben von Amaryllis?

Prima Ballerinas

Ich bin ganz vernarrt in diese Fuchsie.

“White Eyes” heisst sie und beglückt mich mit einer Unmenge an grossen, gefüllten Blüten.

DSC01392

Sehen sie nicht aus wie durch die Lüfte schwebende Ballett-Tänzerinnen mit gerafften Röcken?

Zurück auf Feld eins

Während ich in ebenso lieber wie rarer Gesellschaft eines der besten Glacés Zürichs schleckte, braute sich das Unheil zusammen. Aus nicht mehr ganz so heiterem Himmel windete es unvermittelt wie blöd, die Sturmwarnung im Seebecken begann zu blinken und wir flüchteten vor dem drohenden Regen.

Es dauerte fast eine Stunde, bis ich merkte, dass jemand auf mein Handy angerufen hatte. Mehrmals. In der Zwischenzeit war selbst ein SMS eingegangen. Ich noch immer völlig ahnungslos. Es war mein innig geliebter Mitbewohner, der mir mit wenig schonungsvollen Worten beibringen wollte, dass es daheim gehagelt hatte und von meinen Blumen nicht mehr viel übrig war. Immerhin weiss ich nun, dass der Mitbewohner – wenn er wirklich will – sogar SMS verschicken kann. Denn dieses Bild erreichte mich:

I517693782

Der weitere Verlauf des Abends, der so schön begonnen hatte, war etwas getrübt. Als ich wieder daheim war, konnte ich es mir nicht verkneifen, noch kurz nachzuschauen. Die Hagelkörner lagen noch immer mehrere Zentimeter hoch. Auf dem Sitzplatz sah es aus, wie wenn jemand auf dem Mixerglas den Deckel vergessen hätte aufzusetzen.

Ich redete mir ein, dass ich gegen den Hagel ohnehin nicht viel hätte ausrichten können. Bestenfalls einige Töpfe noch unters Dach retten. Dann hätten vielleicht meine beiden Basilikum-Pflanzen nicht so ausgesehen.

DSC01160

DSC01161

Sie waren nicht nur geschreddert worden, sondern durch die Hagelkörner, die noch stundenlang auf dem Kraut lagen, auch verfroren. Die anderen Pflanzen – Kräuter, Blumen und einige Erdbeeren – waren alle mehr oder weniger versehrt. Da alles voll im Wachstum ist, wird es sich recht gut erholen. Immerhin muss ich nicht von dem leben, was mein Gärtchen abwirft. Was sind schon zwei total verwüstete Basilikum-Pflanzen? Etwas Herzblut, mehr nicht.

Meine beiden Kräuter habe ich bereits ersetzt. Denn ein Sommer ohne Basilikum, das geht absolut gar nicht.

Eine Gurke auf dem Weg nach ganz oben

Gestern machte ich das, was ich schon lange machen wollte, aber wegen dem Wetter immer wieder vor mich her geschoben hatte: Ich fuhr ins Gartencenter. Und zwar in eines, das weitherum bekannt ist. Auf dem Weg dahin fuhr ich mindestens an einem halben Dutzend Gärtnereien und Gartenfachmärkten von Grossverteilern vorbei. Aber ich war wild entschlossen, meinen Weg bis zu Meiers Gartencenter fortzusetzen.

Aus Erfahrung wusste ich: Das würde ein teurer Ausflug werden. Teurer, weil der Basilikum bei Obi nur gut die Hälfte kosten würde. Teurer aber auch, weil es bei Meier so tolle Pflanzen gibt, die man sonst nirgends sieht. Das war gestern auch nicht anders.

Ich liebe es, durch dieses Pflanzenparadies zu laufen! Wenn ich doch nur einen grösseren Garten hätte! Auch wenn ich keine Tomaten und Bohnen anpflanzen kann, schwelge ich gern in den botanischen Möglichkeiten, die die Pflanzsaison mit sich bringt.

Und dann sah ich ihn. Auf meinem Rundgang fernab von Gemüsesetzlingen und meterhohen Olivenbäumen  brachte er mich zum Schmunzeln.

20160520_094019

Für Fr. 16.90 darf sich die Gurke am eigens für sie konstruierten Turm emporwinden. Für dieses Geld – so dachte ich mir, als ich mich vom Anblick des Gurkenturms wieder erholt hatte – kauft man schon die eine oder andere Gurke. Oder man konstruiert mit wenigen Handgriffen ein Klettergerüst. Aber der moderne Gartenmensch braucht offenbar derartige Hilfestellungen. Ich überlege mir gerade, ob es – für einen bescheidenen Aufpreis – eine passende App gibt, die Alarm schlägt, sollte die Gugummere auf Abwege geraten.