Uuu ghoga ghalt

Das waren die Worte des Mannes hinter der Glasscheibe, als ich meinen Skipass löste.

Tatsächlich, es war schweinekalt heute Morgen. Minus 10 Grad morgens um Neun. Immerhin windstill und vor allem:

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Und genauso stahlblau blieb es auch den ganzen Tag.

Wohl sind die Skipisten in Brigels sehr breit, aber auf den Liftanlagen ist man den Elementen ausgesetzt. Wenn ihr da keinen Zusammenhang erkennen könnt, habe ich vollstes Verständnis. Für mich bedeutet es einfach: Auf dem Sessellift schlottern und dann auf den breiten Pisten runterdonnern. Keine Chance, warm zu werden. Da half nur ein halbstündiger Aufenthalt im neu umgebauten Restaurant Burleun.

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Schön war es aber trotzdem, denn ich weiss durchaus um mein Privileg, bei solchen Verhältnissen unter der Woche Skifahren zu dürfen.

Am wärmsten (ums Herz) wurde mir beim Betrachten des überwältigenden Panoramas. Dies nicht nur in Anbetracht der majestätischen Berge, sondern weil die Sonne auch auf 2’400 m tatsächlich zu wärmen vermochte – so man denn gewillt war, bockstill zu verharren und mit klammen Fingern und sich schnell leerendem Handy-Akku die Peak-Finder-App zu aktivieren.

Ansonsten war es eben wirklich einfach nur uuu ghoga ghalt.

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Wandern statt Skifahren

Die Geschichte wiederholt sich. Nun schon zum vierten Mal in Serie.

Lustig ist das schon lange nicht mehr. Die Tourismus-Verantwortlichen in den Bergen und alle, die am Tropf des kränkelnden Winter-Tourismus hängen, können einem wirklich Leid tun. Die Skifahrer, oder diejenigen, die es gerne wären, auch.

Weit und breit kein Schnee! Skifahren ist nur möglich, wo der Natur mit technischem Grossaufwand unter die Arme gegriffen wurde. Und das sieht dann in etwa so aus:

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Brigels liegt immerhin auf 1’300 Metern über Meer. Doch da es den ganzen Dezember keinen Niederschlag gab, geht Familie Flohnmobil an Weihnachten halt wandern statt Ski fahren.

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Ähnliche Bilder gab es in diesem Blog vom Jahr 2015 zu sehen.

Auch wenn es keine Bilder davon gibt, 2014 war Brigels an Weihnachten ebenfalls grün.

Und auch 2013 sah es nicht viel besser aus.

Dennoch, es gab auch Jahre, da lag im Alpenraum richtig viel Schnee, so zum Beispiel an Weihnacht 2011.

 

Das soll jedoch niemanden davon abhalten, die kommenden Festtage zu geniessen.

Fröhliche Weihnachten euch Allen!

Von Horn zu Horn zu Horn

“Wir sind in Arosa. Das Wetter ist super. Der Schnee auch.” Dies ist die Kurzform von dem, was ich mir in einer Gondel anhören musste. Die ausführliche Version geht etwas anders.

Es war ein Traumtag. Es war sonnig. Es war kalt. Und windig. Und wegen der Kälte hielt sich der Pulverschnee bestens. Ein genialer Wintersporttag! Mit der Rothorn-Bahn fuhren wir von der Lenzerheide ins eingeheiratete Skigebiet Arosa. Dies ist die zweite Saison, in der sich die beiden Orte zusammengeschlossen haben und zu einem der grössten Skigebiete auf Schweizer Boden geworden sind.

Hier hornt es allenthalben. Vom Parpaner Rothorn fuhren wir zum Hörnli. Im neuen Restaurant auf dem Weisshorn assen wir zu Mittag. An weiteren Hörnern hat die Region zu bieten: Parpaner Rothorn, Aroser Weisshorn, Plattenhorn, Erzhorn, Lenzerhorn, Stäzerhorn. Alles Gipfel zwischen 2’500 und 2’900 m.

Ach ja, und dann gab es noch ein paar Hornochsen. Auf der Piste. Ihresgleichen findet sich leider hüben wie drüben. Wir haben uns den Spass nicht verderben lassen.

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Blick vom Aroser Weisshorn (2’653 m) auf die 2’000 m tiefer gelegene Kantonshauptstadt Chur. Und ein paar weitere Hörner.

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Ein Wintersporttag ganz nach unserem Geschmack. Mit breiten Pisten, wenig Leuten, amüsanter Begleitung und eitel Sonnenschein.

Seit heute: 50

Es ist ein Komischer. Dieser Winter. An Weihnachten gar kein Schnee und milde Temperaturen. Erste und ernsthafte Frühlingsgefühle. Hoteliers und Bergbahn-Verantwortliche am verzweifeln. Über Wochen hinweg kein ernsthafter Niederschlag, zum schneien ohnehin viel zu warm. Der ganze Februar – die Hauptsaison hierzulande – geprägt von sehr launischem Wetter. Immer noch so gut wie kein Schnee. Oder zumindest viel zu wenig, um Hoteliers und Bergbahn-Verantwortliche glücklich zu machen.

Und dann das: 60 cm Schnee innert 36 Stunden. Völlig irr. Verkehrschaos. Dick eingeschneite Autos. Frohlockende Hoteliers und Bergbahn-Verantwortliche (aber erst, als das eigene Auto wieder aus den Schneemassen freigeschaufelt war).

Zwei Tage nach dem Schneechaos: Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schlagen zu. Endlich Schnee! Was für Traumpisten! Und weil der Winter – zumindest auf dem Kalender – so weit fortgeschritten ist, gilt ab sofort:

Sonnenschutz-Faktor 50.

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In freudiger Erwartung

Massenhaft waren sie gekommen. Ihretwegen. Aus allen Himmelsrichtungen. Ihretwegen. Sie sorgten für gehörigen Rummel. Ihretwegen. Bevölkerten die Pisten. Ihretwegen. Belegten reihenweise Tische in den Restaurants. Ihretwegen. Veranstalteten Saufgelage. Ihretwegen. Krachten auf den Pisten ineinander. Ihretwegen. Dabei war SIE gar nicht da.

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So oder ähnlich hatte ich mir heute morgen noch einen Text ausgedacht. Indes, es sollte anders kommen. Statt der erwarteten Menschenmassen waren noch weniger Leute als gestern auf der Piste. Trotz dem Feiertag in Österreich. Maria hat offenbar wo anders empfangen.

 

Skifahrerin, verheiratet, sucht

Ein zweckmässiges Outfit für die Piste. Einen Helm zur Erhaltung des Oberstübchens. Eine Skibrille für den richtigen Durchblick. Mass-Skischuhe samt Heizung. Einen Privat-Skilehrer. Frisch gewachste Skier. Ein Auto mit Vierrad-Antrieb.

Quatsch, hat sie alles schon! Was sie wirklich sucht:

Es gibt ihn zwar. Aber nicht in Massen. Und wenn, dann im Reagenzglas mit der Schneekanone erzeugt.

Seit Wochen müssen die zischenden Schneekanonen im Skigebiet Samnaun/Ischgl rund um die Uhr in Betrieb gewesen sein. Es ist erstaunlich, wie sich die Pisten hier trotz prekärer Schneelage in einwandfreiem Zustand präsentieren.

Doch so sehr ich mich auch angestrengt habe fünf bombige Skifahrer-Tage lang, ich habe nichts, aber wirklich gar nichts am Himmel erspäht, das auch nur annähernd wie eine Wolke gesehen hat, in der sich Frau Holle hätte verstecken können.

Frühlingshafte Temperaturen in der dritten Adventswoche mit Plusgraden auf über 2’000 Metern. Ob sich Frau Holle rechtzeitig gegen das starke Hoch durchsetzen kann und uns doch noch weisse Weihnachten und den Skiorten den dringen nötigen Schnee beschert? Konsultiert doch mal das Wetterorakel!

Leere Versprechen

Der folgende Ausschnitt aus einem Prospekt der Ferienregion Brigels-Waltensburg-Andiast

Unsere (daily) groomed to perfection-Philosophie und die Topographie der Pisten ermöglichen modernes Skifahren und lassen jung und alt als Könner brillieren!

lässt mich etwas ratlos zurück. Nicht nur, dass ich glattweg behaupte, dass ein Grossteil der Gäste der Tourismusregion, die sich so gerne familiär und bodenständig gibt, kaum in der Lage sein dürfte, diesen Satz korrekt zu interpretieren. Nein, es fällt mir auch schwer nachzuvollziehen, selbst wenn ich beide Augen zudrücke, wie man am ersten Skitag schon als Könner brillieren soll. Gerade in Brigels, wo man bis heute noch Pommes-Frites-Ski sieht.

Wir fahren schon jahrelang in Brigels Ski und wissen nur zu gut, dass die dort herrschende „Perfektion“ durchaus verbesserungsfähig wäre. Nicht nur in Bezug auf die Pisten. Wenn ich nämlich den ganzen Tag auf einem Sessellift fahren muss, der mein Hinterteil trotz zeitgemässer Bekleidung bereits nach der ersten Fahrt soaking wet macht, wie wenn ich mir in die Hosen gemacht hätte, kann ich mich nicht in die Schar zufriedener Gäste einreihen.

Trotz dieser Nörgelerei möchte ich euch einige Bilder eines prächtigen Skitags auf mehr oder weniger perfekten Pisten nicht vorenthalten.

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Und damit kein Neid aufkommt: Wir sind in der Zwischenzeit wieder zu Hause, wo es grasgrün ist, die Vögel zwitschern und das Quecksilber auf fast 10 Grad gestiegen ist.