Flüssigpizza

Der letzte Beitrag zu dieser seltsamen Joghurt-Kreation mit Linzertorten-Aroma hat meine Fantasie beflügelt, um nicht zu sagen, ich bin wahnsinnig kreativ geworden. Wobei man das “wahnsinnig” durchaus wahnsinnig ernst nehmen darf.

Was für Joghurts könnte die Lebensmittel-Industrie sonst noch kreieren? Es ging schon mal ein ganz passabler Vorschlag für ein Bündner-Nusstorten-Joghurt ein. Ich schrieb es mir auf die Fahne, dieser Frage seriös auf den Grund zu gehen. Und ich stiess auf das ultimative Joghurt, auf das die Menschheit garantiert sehnlichst gewartet hat.

Wie wär’s mal mit einem Pizza-Margherita-Joghurt? Bei der grossen Beliebtheit, die Pizzen geniessen, müsste das der absolute kulinarische Knaller werden. Stellt euch vor, kein kräfteraubendes Herumsägen auf dem Pizzarund mehr. Die Joghurt-Margherita würde in leicht flüssiger Form im Plastik-Quetschbeutel daher kommen. WEISCH WIE PRAKTISCH! Viel faster kann Fast Food nicht sein.

Und ausserdem: die ultimative Wanderer-Verpflegung! Dank grosszügiger Bestückung mit Konservierungsstoffen und E-Nummern ist so eine Flüssigpizza monatelang haltbar. Und sie wäre auch in veganer Version absolut denkbar, denn Givaudan hat bestimmt schon Mozzarella im Sortiment.

Ich bin mir ganz sicher, ein solches Pizza-Margherita-Joghurt hat gewaltiges Potential….

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… fragt sich nur, für was…!

Kanadische Pizza

Pizza, Pesto, Gorgonzola und Kürbis – alles unter einer Haube bzw. auf dem gleichen Blech? Mich hat das Rezept aus dem Trüffelschwein mit seinen unorthodoxen Zutaten ausgesprochen angesprochen.

Ich verzichte hier darauf, die einzelnen Schritte aufzuzeigen; sie sind im Blog des Trüffelschweins perfekt wiedergegeben. Allerdings würde ich das nächste Mal den Boden etwas weniger lang backen. Nach 20 plus 4 Minuten Backzeit war er doch etwas gar knusprig.

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Auch mein innig geliebter Mitbewohner liess sich – mutmasslich, weil er diesen Herbst noch nicht allzu oft Kürbis vorgesetzt erhalten hat – zu einem kleinen Begeisterungssturm über das gestrige Nachtessen hinreissen. Das hat wohl nicht zuletzt damit zu tun, dass ich Trüffelschweins Tipp mit dem Rohschinken beherzigt habe.

Wenn man einen fertig ausgerollten Pizzateig und Pesto aus dem Supermarkt statt vom eigenen Basilikum-Strauch verwendet, ist diese Kürbis-Pizza ein originelles, schnelles Essen. Den Ahorn-Sirup kann man schlimmstenfalls durch Honig ersetzen. Die süsse Komponente ganz wegzulassen wäre eine Sünde!

Hier geht es schnurstracks zum Rezept.

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Amerikanische Horizonte (3)

Und da war noch Jerry. Ein durch und durch gutmütiger, grosszügiger Mensch, den wir zusammen mit seiner Familie an Thanksgiving in einem National Forest in Florida kennen gelernt hatten (hier nachzulesen).

Leider gelang es mir nicht, ihn von seiner Überzeugung abzubringen, dass es ein Amerikaner war, der die Pizza erfunden hatte. Immerhin soll der vermeintliche Pizza-Erfinder mit italienischen Wurzeln behaftet gewesen sein, als er in New York die weltweit erste Pizza in den Ofen schob.

Warum mir diese Geschichte grad heute wieder in den Sinn gekommen ist? Weil dies hier unser Nachtessen war. Betonung auf war.


Damit eine Pizza eine Pizza ist, braucht es bei mir zwingend Sardellen. Hier hat es ausserdem Rohschinken, Oliven, Kapern, Artischocken, Aubergines, Spinat und selbstverständlich Mozzarella und selbstgemachte Tomatensauce auf dem selbstverständlich selbstgemachten Pizzateig.

Was braucht es für euch für eine wirklich gute Pizza…

… nebst dem Glas Rotwein dazu?

Die Backofenbrille

Es war einmal ein Bäcker. Ein begnadeter Bäcker. Ein talentierter Bäcker. Einer auch, der das, was er backte, sehr, sehr gerne selber ass. Mit wenigen Ausnahmen.

Unser Bäcker, nennen wir ihn der Einfachheit halber Peter, backte nicht nur herrlich knuspriges Brot, sondern auch Pizzen, bei denen selbst den Italienern das Wasser im Munde zusammenlief. Weil unser Peter ein durch und durch ordentlicher Mensch ist, ist er auch stets bestrebt, alles so zu versorgen, dass er es nachher wieder findet. Das kann ein Schraubenzieher sein, der Autoschlüssel oder auch seine Brille. Letztere war ihm ganz fürchterlich im Wege, als er für eine Gruppe Freunde Pizza backen wollte. Pizzen, bah, die konnte er selbst im Finsteren backen, dafür brauchte er sicher keine Brille! Er nahm sie sich von der Nase und legte sie an einen todsicheren Ort, wo er sie wieder finden würde.

Die Zeit ging vorbei, der Teig war lehrbuchmässig aufgegangen, die Pizzen mit leckeren Zutaten belegt. Peter gab dem Schalter einen Schupf, in wenigen Minuten würde er das Nachtessen in den Pizzaofen schieben können. In seinem leeren Magen machte sich eine wohlige Vorfreude breit.

„Was stinkt denn hier so?“ In der Stimme seiner Frau – auch sie mit leicht knurrendem Magen – mischte sich eine Spur von Unruhe. Man kam der Quelle des üblen Geruchs nicht auf die Spur. Es musste wohl vom Nachbargrundstück her kommen. Die Aufwärmzeit war um, Peter öffnete die Türe des Pizza-Ofens und entdeckte – perfekt untergebracht, doch kaum mehr wiederzuerkennen – seine Brille.

Die Moral von der Geschichte: In gewissen Fällen kann es finanziell durchaus interessant sein, wenn man die Pizza auswärts ist.

Sorry, Pesche, diese Geschichte konnte ich nicht für mich behalten. Aber seit ich dich persönlich kennengelernt habe, bin ich mir sicher, dass du mir das nicht übelnehmen wirst.