Provenzalisches Blumenbouquet

Rechtzeitig zum Muttertag, der in Frankreich erst heute gefeiert wird, möchte ich euch endlich zeigen, was für Blumen die Natur in der Provence im Mai bereithält. Auch wenn ich nur von den wenigsten Blümchen weiss, wie sie heissen, freue ich mich doch wie eine Schneekönigin, wenn mir wieder ein neues Pflänzchen begegnet.

Orchideen wachsen hier an jedem Wiesenbord. Einfach schön anzusehen!

Sehr zu meinem Leidwesen scheinen sie für die Franzosen eine Art Schnittblumen zu sein.
Sorry, unscharf, aber ich find sie trotzdem schön.

Omnipräsent und ganze Landstriche gelb einfärbend: Ginster.

Zistrosen. Hier und dort und überall. Selten habe ich sie in so grosser Fülle gesehen.

 

Zuerst dachte ich, es sei eine Winde. Ist es aber definitiv nicht.

Zugegeben, für diese Wicke müsste man nicht 700 km weit fahren….

Für diese Kombination aus Mohn, wilder Malve und diesem gelben Kraut schon eher.

In der felsigen Umgebung des Petit Luberon habe ich diese Blumen angetroffen.

Das dürfte eine Art Mauerpfeffer sein.

Schafgarbe?

So, werte Leserinnen und Leser, das war mein Blumenstrauss aus der Provence. Schön, gäll?

Was ich der Vollständigkeit halber noch erwähnen möchte:
Die Gänseblümchen und Margriten habe ich nicht fotografiert.
Die Holunderblüten auch nicht.
Und für Lavendel ist es noch rund einen Monat zu früh.

Doch dafür zeige ich euch nun noch meine absolute Lieblings-Blume.
Weiss jemand, um was es sich hier handelt?

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Auf den Geschmack gekommen

Housesitting kennt viele Gesichter. Es gibt Hausbesitzer, die erwarten, dass man sie zuerst auf den Flughafen fährt, bevor man das Haus übernimmt. Andere lassen durchblicken, dass man das Bett mit zwei Katzen teilen muss. Wieder andere übertragen einem gleich die Verantwortung für ein kleines Bed & Breakfast. Housesitting ist mit Arbeit und Aufgaben verbunden, die so individuell sind wie die Häuser und deren Besitzer.

Wir haben bis jetzt zwei verschiedene Hausbesitzer kennen gelernt. In der Provence, wo mein innig geliebter Mitbewohner und ich nun zum zweiten Mal am Haus hüten sind, waren wir beim ersten Mal in erster Linie für das Wohl des Goldschätzchens zuständig. Die Besitzerin hatten wir aufgrund besonderer Umstände gar nie zu Gesicht bekommen. Weil wir unsere Visitenkarte in Form eines tadellos aufgeräumten Hauses hinterlassen hatten, hat sie uns gefragt, ob wir wieder mal kommen und ganz offenbar ist sie auch sonst auf den Geschmack gekommen.

Ihre vorsichtige Anfrage, ob wir einige Arbeiten für sie erledigen könnten, bejahten wir selbstverständlich. Und so wartete die Hausbesitzerin mit einer Liste auf, die sie Punkt für Punkt mit uns durchging und uns erklärte, was sie wie haben wollte. Das Spektrum reicht von Filter im Swimmingpool leeren über Rosen schneiden, Pflanzen umtopfen bis hin zu einem Tisch abschleifen.

Der Mitbewohner und ich nehmen es gelassen, arbeiten die Liste Punkt für Punkt ab und vergessen dabei nicht, die traumhafte Landschaft zu geniessen. Weil die meisten Aufgaben im Freien stattfinden, geht das sogar während der Arbeit.

 

 

 

Grüne Provence

Als mein innig geliebter Mitbewohner und ich im letzten September das erste Mal in die Provence zum Housesitting fuhren, beschäftigten uns Fragen wie: Was treffen wir an? Wie wird das Haus sein? Der Hund? Die Umgebung?

Als wir im März angefragt wurden, ob wir Haus und Hund – besser gesagt Hund und Haus – nochmals hüten würden, mussten wir deshalb nicht mehr lange drüber nachdenken. Die Antworten auf obige Fragen kannten wir längst.

Aber worauf ich wirklich gespannt war: Wie grün würde die Provence im Mai sein? Ich war schon x Mal in der Provence, aber noch nie um diese Jahreszeit. Würden sich unsere Augen an saftig grünen Wiesen erfreuen können oder war schon alles braun und trocken? Eine erste vorläufige Antwort darauf gaben wir uns bereits von der Autobahn aus. Nein, ganz so grün wie erhofft schien es dann doch nicht zu sein, doch wesentlich grüner und krautiger als im Herbst allemal.

Der erste Spaziergang mit dem Goldschätzchen offenbarte, dass der Blick des Betrachters sich dem Detail widmen muss. Und dieses Detail besteht hier aus wunderbaren Wildblumen, an denen ich mich kaum sattsehen kann. Sehr zum Leidwesen des Mitbewohners bleibe ich alle paar Meter stehen um mir die Blümchen aus der Nähe anzuschauen. Was für eine Augenweide. Ich werde euch demnächst mal ein provenzalisches Blumenbouquet präsentieren.

„Unser“ Anwesen im letzten September und jetzt. Die Umgebung ist im Mai eindeutig grüner. Innerhalb der Mauern wird ohnehin bewässert.

Der Duft der Provence

Um Lavendel kommt man einfach nicht herum in der Provence. Dem violett blühenden Gestrüpp konnten auch wir uns nicht entziehen. Lavendelsträusse auf dem Markt. Lavendelpflanzen auf den Feldern. Lavendel getrocknet in Säckchen. Lavendel in Seifen. Lavendel auf Ansichtskarten, auf Postern und in Schaufenstern. Lavendel in Gewürzgläschen, Rezepten und auf Tellern. Lavendel auch hüben und drüben in unserem gesitteten Haus.

Der Duft von Lavendel, das muss ich hier kleinmütig eingestehen, ist nicht unbedingt meine Sache. Wie gut, dass wir erst im September in der Provence waren, als die Lavendelfelder bereits abgeerntet waren und in etwa so aussahen:

Nichts desto trotz bekam ich ein Fläschchen Lavendelöl geschenkt. Von alleredelster Qualität aus eigenem Anbau der stolzen Verschenker. Ich nahm das Fläschchen entgegen, ohne wirklich zu wissen, was ich mit der darin gefangenen Duftwolke anfangen sollte.

Vor einigen Tagen machte ich zu Hause aus der Not eine Tugend. Gepeinigt vom penetranten Fischgeschmack in meiner Küche (der Mitbewohner ist mal wieder eifrig am Angeln) gab ich zwei Tropfen des Öls auf ein Haushaltspapier. Huch, der Fischgestank war weg noch ehe ich das Fläschchen wieder fest verschlossen hatte! Nun gut, es roch dafür nach Lavendel, was aber im Moment eindeutig das kleinere Übel darstellte.

Trotzdem stellt sich mir nun die Frage, ob es vielleicht noch sinnvollere Verwendungszwecke für das edle Lavendel-Destillat gibt, als nur meine Küche damit vom Fischgestank zu befreien. Weiss jemand Rat?

Nicht gesucht und doch gefunden

Im Geiste hatte ich mich bereits von den Pilzen verabschiedet. In der Pilzsaison 2013 würde ich wohl leer ausgehen. Zu Hause, so war ich mir ganz sicher, würden „unsere“ Pilze unter allen Buchen und Tannen spriessen. Doch hier in der Provence, was sollte da schon wachsen? Kaum Humus, viele Steine und vor allem viel zu trocken. Also keine Pilze dieses Jahr.

Vorgestern entdeckte ich auf einem Spaziergang mit dem Goldschätzchen plötzlich am Wegesrand einen grossen weissen Champignon. Und was machte Goldschätzchen? Pisste respektlos dran!!! Okay, den Pilz hätte ich ohnehin stehen lassen, es müsste schon ein Steinpilz sein, damit ich mich wegen einem einzigen Exemplar bückte.

Dann kam dieser Weg auf der heutigen Wanderung, der uns einem ausgetrockneten Bachbett entlang führte. Etwas untypisch südfranzösisch wuchs dort Gras unter mächtigen Birken. Und dann stand doch da tatsächlich ein Pilz. Und der Pilz entpuppte sich als Birkenröhrling. Und neben dem Pilz stand ein Klon. Und noch einer. Und noch einer. Ich war völlig von Sinnen, konnte mein Glück nicht fassen. Ein sauberer Schnitt mit dem Taschenmesser, das mein innig geliebter Mithüter immer dabei hat, und die Pilze erwiesen sich als absolut frisch und wurmfrei. Auf einer Fläche von gut zwanzig Quadratmeter entdeckten wir laufend neue Birkenröhrlinge. Die meisten intakt, einige wenige schon zu alt.

Wie gut, dass Frau Flohnmobil immer, aber wirklich immer, in ihrem Rucksack noch einen Plastiksack mitführt. Der kleine Rucksack war nämlich schon voll mit vier geklauten Quitten und was Frau sonst noch legal mit sich rum trägt. Die Pilze wanderten in das nicht ganz optimale Transportbehältnis und das Trio, bestehend aus dem Ehepaar Flohnmobil und dem Goldschätzchen, weiter.

Der Zeiger auf der Waage verharrte bei 1,5 Kilo. Neunzig Prozent der Pilze waren verwertbar. Frau Flohnmobil erkannte trotz ihrem Pilzrausch, dass diese Birkenpilze etwas anders waren, als die, die sie zu Hause jeweils fand. Nicht nur, dass sie viel grösser waren. Nein, sie waren total festfleischig, von schwammig keine Spur und der Stamm glich von der Form her mehr dem eines Steinpilzes als eines Birkenpilzes.

Der grösste Teil des Pilzsegens wird derzeit getrocknet (eine etwas delikate Angelegenheit, fehlt doch der Dörrex), der Rest ist bereits im Verdauungstrakt.

Morgen soll es regnen. Ob sich danach im Wald wieder was tut?

Goldschätzchen als Bergsteiger

Lange genug hatten wir ihn von der Haustüre aus immer wieder im Blickfeld gehabt. Lange genug hatten wir vorgehabt, DORTHIN zu gehen. Heute haben wir’s getan.

Unser Ziel: der Mourre Nègre. Unsereins hätte den höchsten Punkt im Lubéron als Hoger bezeichnet. Hierzulande dürfte die 1’125 m hohe Erhebung als „montagne“ durchgehen.

Gut 500 Höhenmeter galt es vom Ausgangspunkt in Auribeau aus zu bewältigen. Die Franzosen sind nicht zimperlich, wenn es ums Anlegen von Wegen geht.  Der Weg führt mehr oder weniger in der Falllinie hoch. Eine schweisstreibende Angelegenheit, vor allem für unser übernächtigtes Goldschätzchen. Dieses war letzte Nacht im Ausgang gewesen, hatte am Abend einen unbedachten Moment erwischt und war abgehauen. Genauso, wie es sein Frauchen vorausgesagt hatte. Die ganze Nacht war Goldschätzchen unterwegs auf der Jagd gewesen und fand sich im Verlauf des frühen Morgens wieder auf seinem angestammten Sonnenplätzchen auf der Bank vor dem Haus ein. Wedelte mit dem Schwanz, als sei nichts passiert.

Dass Goldschätzchen nicht beide Augen aufs Mal auf brachte, brachte uns wiederum nicht vom Plan ab, genau heute unsere „Bergtour“ anzugehen. Goldschätzchen schien nicht ganz so zugkräftig wie sonst zu sein, aber mein innig geliebter Mithüter gab zu bedenken, dass er „in dem Alter“ eine Freinacht locker weggesteckt hätte.

Das Wetter seht ihr selber, die Temperaturen könnt ihr aufgrund der Bekleidung erahnen. Die Aussicht vom Gipfel war diese:

Blick gegen Süden vom Mourre Nègre. Der helle Streifen in der Bildhälfte ist als Meer zu interpretieren. Irgendwo am rechten Bildrand wohnen wir. Momentan noch.

Hitzefrei

Da hätte ich mich doch beinahe übernommen.

In der Sonne bügeln – bei den Temperaturen!!!

Das Thermometer ist nicht so sonnenhungrig wie ich und hängt am Schatten.

Da gab es nur eine Gegenmassnahme. Für Hund und Mensch. Goldschätzchen darf das offiziell „bis zum Bauch“.

Wassertemperatur übrigens 21 Grad.