Durchblickend

Es gibt garantiert Arbeiten, die mir mehr liegen, die ich mit weniger Abscheu verrichte. Und es gibt Leute, die mich davon überzeugen wollten, dass diese Arbeit unter meiner Würde sei. Dass ich mich – schönes Haus hin oder her – nicht so weit herablassen solle.

Aber als mich unsere Hausbesitzerin fragte, ob ich die Fenster putzen würde, konnte ich nicht gut nein sagen. Was ist schon ein halber Tag Arbeit, wenn man vier Wochen Zeit dafür hat? Und ehrlich gesagt finde ich durchaus, dass ich mich so weit herablassen kann, wenn man bedenkt, dass wir ohne viel Verpflichtungen gratis und franko in diesem herrlichen Haus wohnen konnten, das im Sommer für 4’000 Pfund pro Woche vermietet wird. Oder?

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“Unser” Haus in der Provence – mit sauber geputzten Fenstern nach Schweizer Methode.

Im lustleeren Raum

Abstauben – so dachte ich mir letzthin mit dem Staubhudel in der Hand – abstauben wäre eigentlich gar keine so schlimme Sache…

… könne man einfach subito eine grössere Fläche von sagen wir mal einem Quadratmeter hinter sich bringen.

Richtig mühsam wird es erst angesichts solcher Katastrophen:

Puderzucker und die Badewanne

Es gibt Leute in unserer Überbauung, die regen sich über die weissen Plättli (Fliesen) im Badezimmer auf. Andere fanden, da müsse etwas Neues her und sie haben ihr Bad umgebaut. Und dann gibt es noch eine weitere Fraktion. Diese hat sich still mit den mittlerweile 25-jährigen weissen Plättli arrangiert, findet sogar, es hätte schlimmer kommen können, und damit man ihre Farbe eindeutig ausmachen kann, putzen sie sei regelmässig.

Ich gehöre zu letzterer Fraktion. Bloss, das mit dem „regelmässig“ ist so eine Sache. Einmal pro Woche ist genauso regelmässig wie einmal pro Jahrzehnt. Alles eine Frage der Einstellung, zweifellos. Ich liege mit meinem Zeitplan wohl irgendwo zwischendrin. Und fand jüngst, es wäre wieder mal nötig, mich etwa detaillierter mit der Sauberkeit unseres Badezimmers zu befassen.

Das bedeutete, dass ich nicht nur Waschbecken, Badewanne und WC-Schüssel schrubbte, sondern auch die Wände putzte und sämtliche Schränke, Schubladen und Tablärchen reinigte. Ich schwöre bei allen Putzlappen, die mir heilig sind: Da gab es keinen einzigen Quadratmillimeter, keine Ecke, keine Fuge, die um eine Abreibung herumgekommen wäre.

Da der geschilderte Reinigungs-Vorgang derart gründlich vonstatten ging, drängte es sich auf, gleichzeitig eine Entrümpelungs-Aktion durchzuführen. Es ist nämlich ganz erstaunlich, was sich in so einem Badezimmer alles ansammeln kann. Ich befreite mich von einer grossen Dose Haarspray, die ich seit Jaaaahren nicht mehr benutzt hatte. Immerhin schien deren Inhalt noch flüssiger Konsistenz zu sein. Sollte also jemandem der Sinn nach einer sturmsicheren Frisur stehen: bitte melden! Ich stiess auf Duschgels in ganz kleinen Fläschchen, die ich aufbewahrte, sollte ich mal nur ein ganz kleines Bisschen Duschgel benötigen. Dass darunter auch ein Fläschchen war, das ich anlässlich eines Seminars in einem Hotel einpackte, das vor mehr als zehn Jahren stattfand, sei nur am Rande erwähnt. Weiter fand ich eine kleine Seife, in original „Swissair“-Papier verpackt. Können Seifen eigentlich auch Konkurs gehen? Dann kamen zahlreiche Haarspangen, Haargummis, Haarklammern zum Vorschein. Sie zeugen von einer gewissen Euphorie meinerseits, meine aalglatten Haare in ein Korsett zu zwängen. Erfolglos übrigens.

Um diversen Ballast erleichtert räumte ich alles wieder ein, schrubbte, wusch und polierte weiter und ganz am Schluss kam zu meiner grossen Freude das zum Vorschein, mit dem ich insgeheim gerechnet hatte. Und deshalb traf es mich auch nicht gänzlich unvorbereitet: Als sich meine Augen an die helle Erscheinung gewöhnt hatten sah nämlich
… unser Badezimmer.

So sah unser Bad dieses Jahr im Mai aus, als die neuen Fenster eingebaut wurden.

Ich kann nicht gänzlich ausschliessen, dass das eine oder andere Staubpartikel, das ich kürzlich entfernt habe, von damals stammt.

Von meinen diversen Haar-Vergewaltigungs-Einrichtungen konnte ich mich übrigens noch nicht trennen. Hat ja schliesslich alles mal Geld gekostet. Und man weiss ja nie…

Staubig, aber wa(h)r

Es gibt mit Sicherheit dringlichere Angelegenheiten, wenn man aus seinen Ferien heim kommt (in unserem Fall von 5 Wochen Housesitting), als sich sofort mit Staubsauger und Putzlappen zu bewaffnen. Diese Binsenwahrheit gilt zumindest für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich. Insbesondere, weil wir vor unserer Abreise jeweils noch Staubwedel & Co. durch die hehren Hallen schwingen. Es mag eine Macke von mir sein, alles aufgeräumt und sauber zu hinterlassen. Aber mir ist wohl dabei und mittlerweile weiss ich aus zuverlässiger Quelle , dass ich mit dieser Macke nicht allein in der Prärie stehe. Zumindest die moralische Unterstützung in dieser Angelegenheit ist mir vor den nächsten Ferien schon mal auf sicher.

Früher oder später drängt sich aber der grössten Putzlappen-Resistenz zum Trotz der Griff zum farbigen Tüchlein auf. Und man fragt sich verwundert, wie sich so viel Staub ansammeln konnte, wo die Wohnung doch fünf Wochen lang unbewohnt war. Die Erkenntnis daraus ist zwar altbekannt, aber deswegen nicht weniger erschütternd:

 S t a u b   m a c h t   k e i n e   F e r i e n .

Abenteuer-Urlaub

Zu einem richtigen Abenteurerurlaub gehört bereits die Reise dorthin. Ich hätte hellhörig werden sollen, als mir im Bahnhof Zürich eine Müesli-Schale samt Müesli-Müsterli verteilt wurde. Was wollte mir das Schicksal da andeuten?

Es begann harmlos mit der Fahrt durch die Rheinschlucht. Während Japaner und Nordlichter ab der grandiosen Szenerie ihre Nasen am Zugsfenster platt drückten, atmete ich ein letztes Mal tief durch und harrte der Abenteuer, die da kommen sollten. Denn die kamen ganz gewiss.

Als erstes galt es, am Zielort dafür zu sorgen, dass die kommenden Tage nicht in eine Überlebenswoche ausarten würden. Mein Müesli-Müsterli würde da nur kurzzeitig zu überbrücken wissen. Die Reiseveranstalter liessen mir freie Hand in der Menüwahl, was die Sache zwar vereinfachte, ihr jedoch auch eine gewisse Herausforderung nahm. Zwecks Vereinfachung der kulinarischen Darbietung vereinbarten die Parteien, bei Tisch Manieren zu zeigen und mit Messer und Gabel zu essen.

Zwei Tage lang zeigt sich das Wetter von seiner allerbesten Seite, was die Reiseveranstalter mehrfach dazu bewog, mich den Elementen auszusetzen. Um ein Desaster zu vermeiden, begab ich mich auf einen markierten Winter-Wanderweg. Dieser gipfelte darin, dass ich eine Skipiste überqueren musste und am Schluss auf dem Schlittelweg zu Tale wankte. Adrenalin pur!

Nach so viel Anstrengung war Körperpflege angesagt. Um den hochgesteckten Vorgaben des Reiseveranstalters gerecht zu werden, dauerte die anschliessende Wiederherstellung der Dusche allerdings länger als die eigene Versäuberung.

Als sich Frau Holle einschaltete, zogen die Reiseveranstalter einen weiteren Trumpf: Sie liessen mich mit dem Velo nach Afrika fahren. Ich strampelte um mein Leben, während vor meinem Antlitz scheinbar unberührt Paviane, Gorillas und Elefanten vorbeizogen. Ich hätte beinahe geglaubt, ich befände mich auf dem schwarzen Kontinenten, da erschallte aus dem oberen Stock das Megaphon meiner Reiseveranstalter. Ich stieg vom Hometrainer und schaltete den Fernseher aus.

In allen Belangen wurden meine Fertigkeiten in den vergangenen Tagen durchleuchtet. Ich musste unter Beweis stellen, dass ich in der Küche genauso tauglich bin wie in der Waschküche, dass ich mit dem Abstaublappen so talentiert umzugehen weiss wie mit Mehl und Hefe. Der ultimative Test erfolgte, als sich der Techniker von Swisscom verabschiedete und ich mich mutterseelenalleine mit den Ansprüchen meiner Reiseveranstalter konfrontiert sah. Fernseh- und Internetempfang mussten neu aufgegleist werden, der Ruf nach einer neuen Mailadresse und bitteschön anpassen des Mailprogramms und einrichten des Tablets wurde laut. Aber natürlich gerne! Sonst noch ein Wunsch?

Als der Abenteuer-Urlaub allmählich seinem Ende entgegendümpelte, herrschte plötzlich Alarmstufe rot. Nachts um 22.00 Uhr war die Heizung ausgefallen, 16 Wohnungen kalt. Der Heizungsmonteur kam erst am anderen Tag. Dafür innert acht Stunden zwei Mal. Kein Verkehrsdirektor, kein Politiker, kein Landschaftsschützer hätte mir deutlicher vor Augen führen können, was „kalte Betten“ sind.

So und jetzt frage ich euch: Wo sonst gibt es so viel Action für so wenig Kohle?


Hurra, das Böxli ist wieder da!!!

Ich weiss nicht, wieso dermassen viele Leute nach dem Begriff „Waschmittelbox“ suchen und dann ausgerechnet im Flohnmobil landen (mittlerweile sind es über 500 derart Ver(w)irrte).
Ich weiss hingegen, dass ich mich schon mal über dieses überflüssige Behältnis geäussert habe.

Und nun die gute Nachricht zum Anfang des neuen (Putz)-Jahres:

Die Waschmittelbox ist wieder erhältlich!

In leicht verändertem Design zwar, aber da ich so etwas im Leben nie kaufen würde (dass ich nur flüssiges Waschmittel verwende, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle), ist mir das wurscht. So absolut wurscht.

Wer’s wirklich nicht lassen kann, hier geht’s zum Waschmittelchistli:

http://www.tchibo.ch/Waschpulver-Box-p400024071.html

Was würde wohl die gute alte Clementine von Ariel dazu sagen?

Die Leiden des jungen Blogs

Eigentlich war er davon ausgegangen, dass ihm heute erhöhte Aufmerksamkeit zuteil kommen würde. Doch schon in den frühen Morgenstunden musste er erkennen, dass man sich nicht um ihn, sondern um sein namensgebendes Gefährt kümmerte. In einer wahren Orgie rubbelten und schrubbten Herr und Frau Flohnmobil, als ob das Putzen bald verboten würde. Einen geschlagenen Tag lang hätschelten sie ihr Fahrzeug, bis sie sich erschöpft in ihre Gartenstühle fallen liessen.

So hatte er sich das nicht vorgestellt. Geburtstag zu feiern machte alleine keinen Spass. Auch nicht einem Blog.

Wo hats noch Streifen – ich mach sie fertig!

Ich bin grundsätzlich begeisterungsfähig. Ja ehrlich, sehr sogar. Ich kann mich begeistern für ein schönes Blümchen am Wegrand. Für eine gute Flasche Wein, eine tolle Wanderung oder auch ein gutes Buch. Wenn es aber um Putzlappen geht, dann brauche ich schon eine gehörige Anwärmzeit, bis ich mich ausgerechnet für so etwas zu begeistern vermag.

Letzthin kam meine Mutter mit einem ganz besonderen Set an Putzlappen angetanzt. Das war übrigens nicht das erste Mal. Sie war quasi Mikrofasertuchanwenderin der ersten Stunde. Kein Tuch war ihr zu teuer. Gab es irgendwo einen neuen Mikrofaser Putzlappen – meine Mutter hatte ihn garantiert schon bestellt wenn nicht gar ausprobiert.

Einfach nur ein weiterer Putzlappen zuoberst zuhinterst in meinem Putzschrank? Mitnichten – ich bin begeistert! Und wie gesagt, das will was heissen. Mein Sorgenkind, mein elendiglich heikles Glaskeramik-Kochfeld von Miele, das ich nie, NIE nur einfach mit einem feuchten Lappen reinigen konnte, sondern immer mit einem Haushaltspapier trockenreiben musste, ist plötzlich zu den Pflegeleichten avanciert. Dank diesem Tuch:

Tuch anfeuchten, über den Herd wischen, fertig.

Die Aussage, dass Putzen mit farbigen Tüchern mehr Spass macht, halte ich trotzdem weiterhin für ein Gerücht.

Heinzelmännchen daher!

Gesucht werden:

  • Innovative Allrounder
  • Pfiffige Helden
  • Fleissige Theoretiker
  • Neugierige Weltentdecker
  • Vor Energie strotzende Nichtsnutze

Geboten wird:

  • Der unverkrampfte Umgang mit viel Privatsphäre.
  • Das Ausbildungsmodul „welches ist der unzugänglichste Winkel in einem Wohnmobil“.
  • Die letzte Chance, Feriensouvenirs in Form von Sandkörnern aus der Toskana, Arvennadeln aus dem Münstertal und Staub aus der Cinque Terre zu entdecken (und zu behalten!).
  • Die einmalige Gelegenheit, ein Wohnmobil von der Pike auf kennenzulernen. Kein Winkel wird verborgen bleiben!

Es gilt, ein Wohnmobil Ende Saison gründlich vom angesammelten Dreck zu befreien und für den Winterschlaf vorzubereiten.
Also bitte, Freiwillige vor!
Sonst müssen mein innig geliebter Mitreisender und ich wieder alles alleine machen. Und wir wissen längst, wie es geht.

Was ich noch vergessen habe: Im Gegensatz zu den Heinzelmännchen, die bekanntlich nachtaktiv sind, ist eure Anwesenheit bei Tageslicht nicht nur erwünscht sondern auch vorteilhaft. Ihr seht den Dreck so besser.

Munteres Putzen

Drei Beispiele aus der Welt des Überflüssigen:

Waschmittel-Box, Polier-Finkli, Abwaschmittel-Schössli

Falls jemand sich berufen fühlt, für so etwas Geld auszugeben: bei Tchibo erhältlich.