Berg mit Varianten

Es gibt Leute, die gehen zu Fuss auf einen Berg. Und wieder runter.

Andere nehmen das Bähnli – sofern es eins hat.

Und wieder andere das Velo. Wahlweise mit oder ohne Strom.

Und ganz Verrückte kommen mit einem einzelnen Rad aus. Und fahren damit auf Strecken, die ich nicht mal mit einem herkömmlichen Mountainbike befahren würde.

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Jeder, aber auch wirklich Jeder, hat sich nach den beiden Einrad-Bike-Fahrern (ein Paar so um die Dreissig) umgedreht, die vom Monte San Giorgio runter gefahren sind.

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Ein kleines Souvenir aus der Bike- und Wanderwoche im Bregenzerwald.

An der besagten Stelle kamen wir 2 x vorbei. Das erste Mal ausgestattet mit Wanderschuhen, Fotoapparat und Rucksack, das zweite Mal mit dem Mountain-Bike.

Ich bin erleichtert, dass man dort ab dem 1. Januar wieder nahezu ungehindert Radfahren darf. Ob das allerdings “jede Jahre” im Sinne der Bergbahn-Betreiber ist, darf bezweifelt werden, steht die Tafel doch mitten im Skigebiet von Mellau-Damüls.

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Werner Ammann ist nicht nur ein äusserst treuer Leser dieses Blogs, er hält auf seinen Wanderungen mit Hund Timi auch stets Ausschau nach Schildern. Oder was man im weitesten Sinn darunter verstehen mag. So hat auch diese Markierung ihren Weg vom Genfersee bis ins Hause Flohnmobil gefunden.

Sturzschild

Ein Schild sagt manchmal mehr als tausend Worte. Aber tausend Worte hätten nicht genügt, um meine Fassungslosigkeit auszudrücken. Wie ich gestern erfahren habe, ist ein Nachbar von uns und regelmässiger Leser des Flohnmobils mit dem Velo verunglückt. Nun liegt er im Spital und wartet darauf, dass ihn die Chirurgen wieder zusammenflicken.

Gute Besserung, lieber Fredy, und alles, alles Gute von der Flohnerin und ihrem Mitbewohner. Wir hoffen, dass wir dich bald wieder mit einem faulen Spruch behelligen können und du uns schmerzfrei kontern wirst. 

Und als ob das nicht schon genug wäre, erfahre ich keine 24 Stunden später von Walti, dass auch er unsanft vom Velo gestiegen ist und zum Arzt musste.

Auch dir, lieber Walti, gute Besserung. Den Kafi werden wir nachholen, wenn dein Pepsodent-Lächeln wieder hergestellt ist.

Ich hoffe, dass sich damit die Bruchpiloten-Meldungen für die längste Zeit erledigt haben. Ich kann mir nämlich sehr viel Angenehmeres vorstellen, als einen Tapeten-Wechsel ab dem Fahrrad vorzunehmen.

Humor auf zwei Rädern

Das Bild, das sich meinem innig geliebten Mitbewohner und mir gestern auf der Tour mit dem Rennrad bot, war typisch. Sowas von typisch. Wir radelten auf ein Paar mittleren Alters zu. Er auf einem spartanisch ausgerüsteten, nichts desto trotz sackteuren Fahrrad, das seine sportlichen Ambitionen verriet, sie auf einem Drahtesel mit dem vollen Programm: Schutzblech, Licht, Speichenschutz und – für sie wahrscheinlich das Wichtigste – das Postichörbli (Einkaufskorb) auf dem Gepäckträger.

Als wir das ungleiche Gespann überholten, konnte ich mir eine Bemerkung nicht verkneifen. „De Migros hätt aber hütt zue.“ Etwas deutscher: Der Supermarkt hat heute geschlossen. Sie richtete ihren etwas fragenden Blick auf mich und nickte zaghaft.

Nun ist es ja mit dem Humor so eine Sache. Ich selber attestiere mir eine gehörige Portion Humor. Ich mag schrägen, schwarzen, skurrilen, fadengeraden Humor.

Aber wie kommt mein Humor an? Ich habe noch nie jemanden kennen gelernt, der von sich behauptet hätte, er sei humorlos. In diesen Unterhaltungskeller will sich niemand manövrieren. Mein Freundeskreis besteht nur aus Leuten, die über eine gesunde Portion Humor verfügen. Ich lache gerne und viel und mag mich in meinem Privatleben nicht mit trüben Tassen abgeben. Indes habe ich schon diverse Leute getroffen, die meinen Humor nicht verstanden haben. Oder solche, die ich – obschon sie selber das nicht so sehen – als humorlos bezeichnet habe.

Drum muss ich manchmal etwas nachhelfen, so auch der armen Velofahrerin am gestrigen Sonntag. Bevor wir ausser Hörweite waren, rief ich ihr deshalb noch zu: „Ich meine bloss wegen Ihrem Postichörbli.“

„Ach so“, langsam erhellte sich ihre Miene und sie begann in mein Lachen einzufallen. „Es ist halt angeschraubt.“

Aha, die Schrauben waren also Schuld. Die Schrauben schweizerischer Gründlichkeit und Vorsicht.

Im Land der 1000 Seen

Nein, sie ist bei uns nicht so wirklich bekannt, die Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands. Die Landschaft ist so gänzlich anders als zu Hause. Viel Wasser, angeblich deren 1000 Seen (ich hab sie nicht nachgezählt), grosse Anbauflächen mit Getreide, viele sumpfige Brachflächen, alles tätschflach.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich waren letztes Jahr schon hier und beeindruckt von den Wasserwegen. Von dieser Region aus kann man nämlich mit Haus- und Motorbooten kreuz und quer durch die Gegend schippern. Sie ist durch zahlreiche Schleusen verbunden mit Berlin, Hamburg, der Ostsee. Also eigentlich mit der ganzen Welt. Heute haben wir beispielsweise mit einem Rheinländer gesprochen, der jeden Sommer mehrere Monate mit seinem Motorboot unterwegs ist.

Und was machen wir Landratten hier? Mit dem Kanu durch die Gegend paddeln? Mit einem schwimmenden Gartenhäuschen die Seen abklappern? Nein, wir fahren Rad. Wasser ist für uns eigentlich nur zum anschauen da. Doch das mit dem Radfahren hat hier in der ehemaligen DDR so seine Tücken. Es gibt ein dichtes Netz an Radwegen, auch Radfernwegen. Diese aber sind für Rennräder nur bedingt geeignet. Man tut gut daran, sich nicht auf die ausgeschilderten Radwege zu verlassen, sondern einen gründlichen Blick in die Radkarte zu werfen, um nicht plötzlich auf einem Feldweg oder – viel schlimmer – auf original Mecklenburgischen Kopfsteinpflaster zu landen.

A propos Radwege: Hier entwickeln die Deutschen eine mitunter unverständliche Sturheit beim Benutzen der Radwege. Diese sind teilweise von miserabler Qualität, schittere Waldwege, zugewachsene Teerbänder. Da ziehen wir eine schwach befahrene Strasse vor. Was noch mehr irritiert: Hier wird auf den Gehsteigen gefahren. Das ist für uns umso ungewöhnlicher, als es in der Schweiz verboten ist.

Im Moment sind hier die Blaubeeren reif. Die Wälder sind voll davon. Leider lauert auch hinter jedem Heidelbeer-Stüdeli eine Zecke, was das Vergnügen etwas schmälert. Der Mitbewohner und ich haben für 2 x Dessert gesammelt. Im Anbetracht der Zeckendichte geben wir uns damit wohl zufrieden.