Mein Versicherungsberater

… versucht offenbar verzweifelt, mich zu erreichen. Seit Tagen, Wochen, ja gar Monaten.

Ich bin mir unschlüssig, ob ich mit jemanden, der keinen fehlerfreien Brief schreiben kann und der mir Anfang Januar einen erneuten Hilferuf („ich habe vergeblich versucht, sie zu erreichen“) mit Datum vom April 2019 geschickt hat, meine Versicherungsdeckung überdenken will.

Beamtisch

Das Schreiben lag heute in unserem Briefkasten. Dezent der Aufdruck des Absenders. Tendenziell unerfreulich der Inhalt. Das Öffnen war einigermassen spannend wenn nicht sogar anspannend, schliesslich war die seinerzeitige Erleuchtung unübersehbar gewesen. Die Frage war nur noch: Wie viel würde es sein?

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Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr

Anlässlich einer Geschwindigkeitskontrolle stellten wir fest, dass der/die Lenker/Lenkerin des untenstehenden Fahrzeuges folgende Uebertretung/en gemäss Ordnungsbussenliste im Strassenverkehr (OBV) begangen hat.

—— Es folgt die Litanei wo, wann, wieviel und wieviel nach Abzug der Sicherheitsmarge. ——

Da Ihnen die Uebertretung nicht sofort eröffnet und der Bussenbetrag nicht direkt erhoben werden konnte, bitten wir Sie, den Betrag mittels untenstehenden (Achtung: Fehler!!!) Einzahlungsschein innerhalb von 30 Tagen zu überweisen. Wird diese Gelegenheit innerhalb der vorgeschriebenen Frist nicht benutzt, wird das ordentliche Verfahren eingeleitet, das heisst (Achtung: Fehler!!!) es erfolgt eine Verzeigung.

Mit freundlichen Grüssen
KANTONSPOLIZEI GLARUS
FD Verkehr / Radarverwaltung

Nette Worte für eine Geschwindigkeitsbusse, nicht wahr? Nicht ganz fehlerfrei zwar, nichts desto Trotz unmissverständlich. Das ganze Blabla lasen wir natürlich erst im Nachhinein, entscheidend war, dass die Busse nur sechzig Franken betrug, obschon der Mitbewohner im Achtziger-Bereich mit fast hundert gebrettert war. Und nun soll mir niemand mehr sagen, es sei nicht wichtig, ob man vom Beifahrersitz aus auf den Tacho sehen kann!

Habt ihr übrigens gewusst, dass die Bussen nicht überall in der Schweiz gleich hoch sind? Selbst auf Autobahnen nicht. Finde ich ehrlich gesagt etwas seltsam.

Senioren-Entsorgung

Und immer dann, wenn man eigentlich denkt, man hätte kein Idee für einen Blog-Beitrag und überhaupt, es mache auch nichts, wenn her mal nicht täglich etwas Neues stehe, flattert einem ein Thema zu.

Heute in Form einer Beilage in unserer Tageszeitung. Auf vier Seiten wird geworben für Orientteppiche, die wegen Kündigung der Geschäftsräumlichkeiten – schluchz – verhökert werden müssen.

Ich finde das zwar eine etwas umständliche, aber offenbar legitime Möglichkeit, renitente Senioren endlich in ein Heim zu befördern.