Schon lang nicht mehr gehabt

Es passierte. Einfach so. Hatte ich mich getäuscht, oder war da wirklich was? Nein, da war es wieder. Und grad nochmals. Beinahe hartnäckig.

Es brauchte einen Moment, bis ich realisierte, was da gerade in Gang war. Mit mir. Mit der Umwelt.

Noch länger dauerte es, bis ich mich daran erinnerte, dass Scheibenwischer zur serienmässigen Ausstattung eines Autos gehören.

Es regnete tatsächlich!

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Bü-Bü-Bündnerfleisch

Der Blick aus dem Fenster ist endlich mal wieder ein anderer geworden. Es regnet! Und drum kann ich endlich mal den Blog schreiben, den ich mir schon lange vorgenommen hatte. Ich mache mir ab und zu Notizen auf Fresszetteln, worüber ich schreiben könnte. Nur so gehen meine genialen Ideen *räusper* nicht verloren.

Die Idee zu diesem Beitrag kam mir, als ich bei Regenwetter mal wieder zahlreiche gestrandete Regenwürmer mit dem Besen vom Sitzplatz zurück in den Rasen wischte. Ob sie diese Prozedur überhaupt überstehen, habe ich noch  nie hinterfragt. Tatsache ist aber: Wenn ich es nicht mache, gehen die Regenwürmer garantiert ein.

Und so habe ich mich schon öfters gefragt, was an meinem Sitzplatz so attraktiv ist, dass man als Regenwurm unbedingt dort aus dem Leben scheiden will. Ist es ein weniger schlimmes Ende, als wenn einen eine Amsel aus dem Boden in die Länge zieht? Wenn ich die Würmer nicht rechtzeitig in den Rasen zurück befördere – und das erledige ich in Einzelfällen auch mal statt mit dem Besen mit blossen Fingern –  finde ich sie früher oder später in der Version “luftgetrocknet”. Und auf diese Bündnerfleisch Stängeli bin ich nicht sonderlich scharf.

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Das wär’s dann schon auch. Oder wollt ihr wieder mal den Bü-Bü-Bündnerfleisch sehen?

Biologisch bewehrt

Ich habe schon immer behauptet, dass die Bio-Welle mitunter absurde Formen annimmt. Das jüngste Beispiel ist Kakteenerde in Bio Qualität. Ich habe sie sowohl bei Migros als auch Coop entdeckt.

Bio Erde für Kakteen? Hallo!

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Der erste Kandidat, der in den Genuss der edlen Bio-Erde gekommen ist (etwas anderes ist beim Grossverteiler offenbar gar nicht mehr zu kaufen), ist dieser Säulenkaktus, dem ich einen grösseren Topf verpasst habe. Letzterer übrigens aus hundskommunem, unbiologischem Plastik.

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Ehrlich gesagt glaube ich, dass es meinen Kakteen mindestens so egal ist wie mir, ob biologisches Substrat oder konventionelle Erde ihre Wurzeln umgibt. Viel lieber wäre es ihnen, sie würden nicht mehrmals täglich dauergeduscht. Langsam aber sicher beginne ich mr nämlich, mir um meine Kakteen, die ungeschützt im Freien stehen, Sorge zu machen.

Von Bäuchen und sonstigen Gefühlen

Es ist die grosse Herausforderung dieser Tage, den geeigneten Augenblick für Outdoor-Aktivitäten nicht zu verpassen. Denn kaum ist man draussen, kann es schon wieder zu regnen anfangen, obschon doch beim Schuhe schnüren eben noch die Sonne schien.

So bleibt denn, hat man wie mein innig geliebter Mitbewohner und ich keine gesteigerten Ambitionen, den ganzen Tag auf schönes Wetter zu warten, nur die Flucht nach vorne. Nötigenfalls mit einem Regenschirm bewaffnet. Oder zumindest mit etwas Wasserdichtem.

Es begann nicht allzu schlecht und vor allem trocken. In unserem Rücken blinzelte sogar die Sonne zwischen schweren Wolken hindurch. Wir wählten eine Route, die wir nach Belieben ausbauen konnten, so denn das Wetter sich von seiner anständigen Seite zeigen sollte. Unterwegs trafen wir einen Nachbarn, der vom Joggen zurück kam und wir unterhielten uns kurz mit ihm. Unter anderem natürlich auch über das lausige, unberechenbare Wetter, das nun schon seit Tagen herrscht. Unser Nachbar versicherte uns ziemlich glaubhaft, dass sein meteorologisches Bauchgefühl ihm sage, dass sich die drohenden Regenwolken verziehen würden.

Der Mitbewohner und ich gingen weiter, trauten der Sache aber nicht so recht und schlugen bald einen Haken und somit den Heimweg ein. Zehn Minuten vor Erreichen des sicheren Hafens begann der Himmel seine Schleusen zu öffnen. Wir kamen zwar nicht klatschnass, aber für unser Empfinden eindeutig zu nass nach Hause. Dort übrigens joggte gerade ein gut gespülter Hobby-Meteorologe auf den Hauseingang zu.

Langsam wird es wirklich schwierig. Auf die Wetter-Prognosen der Profis konnte man sich in den vergangenen Tagen nicht verlassen. Und Bauchgefühle sind offenbar auch nicht mehr, was sie mal waren.

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Und einmal mehr dauert es nicht mehr lange, bis es zu regnen anfängt.

Monsieur Lafontaine

… wird wohl über kurz oder lang seinem wässrigen Geschäftsmodell den Hahn zudrehen können.

Wenn die Wetterfrösche die Niederschläge fürs Wochenende nur halbwegs so präzis voraussagen, wie die Hitze, die in den vergangenen Tagen wiederum geherrscht hat, können wir endlich aufschnaufen!

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Götterblut

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Ich freue mich darauf. Sehr sogar. Man sagt zwar, Vorfreude sei die schönste Freude, aber im vorliegenden Fall wäre es besser, die Vorfreude würde nicht länger anhalten.

Bei uns ist es noch immer trocken. Furztrocken. Es gab Regionen in der Schweiz, in denen es geregnet hat, nicht jedoch bei uns. Die paar Tröpfchen, die heute Morgen vom Himmel fielen, entsprachen wirklich nur dem sprichwörtlichen Tropfen auf einen heissen Stein.

Ich freue mich auf den Duft, der sich wohltuend in meiner Nase breit machen wird, wenn es nach dieser langen, heissen Trockenperiode wieder einmal regnet. Seit gestern weiss ich, dass dieser Duft sogar einen Namen hat. Nicht Chanel 5, nicht Hugo, nicht Trésor. Nein, der Duft wurde auf den Name Petrichor getauft. Das hat uns gestern die Wetterfee vom Dach erzählt. Ich bin fast so sehr davon beeindruckt, wie ich mich darauf freue, bis die Theorie zur Praxis wird.

Den Erläuterungen der Wetterfee gibt’s HIER nachzulesen.

Wohnen in der Tropfsteinhöhle

Bist du noch ganz dicht? Die Frage ist in aller Regel ironisch gemeint. Bezieht sie sich jedoch auf ein Wohnmobil, so ist sie durchaus berechtigt. Denn wer würde nicht gerne im Trockenen sitzen, wenn der Himmel seine Schleusen geöffnet hat.

Ein kuschelig trockenes Wohnmobil ist leider keinesfalls selbstverständlich. Nicht umsonst werben die Wohnmobil-Hersteller mit einer Dichtigkeitsgarantie, die Jahre über die Werksgarantie hinausgeht. Dass man nach Ablauf der normalen Garantiefrist die Kosten für die Dichtigkeitskontrolle selber berappen muss, erfährt man häufig erst dann. Nichts desto trotz ist es unzweifelhaft im Interesse jedes Reisemobilbesitzers, dass er diese Kontrollen regelmässig über seinen Freizeitbegleiter ergehen lässt.

Man stelle sich nur vor, welchem Gehotter so ein Gefährt über die Jahre ausgesetzt ist. Selbst bei „anständigem“ Fahrverhalten führen das Befahren von Naturstrassen, unvorhergesehene Bodenwellen, abruptes Abbremsen, Schlaglöcher und dergleichen unweigerlich dazu, dass nicht nur der Aufbau sondern auch die Ausstattung aus den Fugen gerät. Selbst wenn das nur im Millimeter-Bereich ist, kann es früher oder später dazu führen, dass bei einer Verbindung Risse entstehen, durch die Wasser eindringt. Sachte und oft über lange Zeit unbemerkt dringt dann Feuchtigkeit ein, die häufig erst weit entfernt von der undichten Stelle wieder sichtbar wird. Wenn überhaupt. Es ist nämlich durchaus realistisch, dass es in einer Seitenwand oder zwischen Hohlräumen still und leise vor sich hin modert.

Am Problem der erwähnten Unsichtbarkeit litten wir bestimmt nicht, als das Wasser direkt durch die Führungsschiene der Schiebefenster eintrat. Es war ein derart heftiger Tropenregen, der da vom Australischen Himmel herunterprasselte, dass es uns vorkam, als hätten wir unter einem Wasserfall parkiert. Machtlos mussten wir zuschauen, wie der Regen durch Lüftungsschlitze eintrat, den Wänden entlang herunterrann und dabei Teppiche und Polster einweichte. Als ganz so kostbar, wie Wasser sonst bezeichnet wird, kam es uns in jenem Moment gewiss nicht vor. Zum Glück hatten wir unser Bett im Alkoven; wenigstens dort oben blieb es trocken. Am nächsten Morgen – es war das erste und einzige Mal, dass mein innig geliebter Mitreisender und ich mit einem Plastiksack unter dem Allerwertesten gefrühstückt haben – fuhren wir schnurstracks in eine Wäscherei, wo wir die vor Nässe triefenden Polster in einem riesigen Tumbler wieder trockneten. Den Rest besorgten die Sonne und die Dachklimaanlage, die stundenlang vor sich hin brummte, bis im Inneren unserer Tropfsteinhöhle wieder trockene Verhältnisse herrschten. *

Natürlich sind die Fenster an europäischen Wohnmobilen anders konstruiert und wir hatten hierzulande noch nie ein vergleichbares Malheur, denn bei uns tropfte es nicht durch die Fenster rein, sondern durch den Dampfabzug. Das kleine, runde Abdeckgitter am Fahrzeugäusseren war von so vollkommener Konstruktion, dass wir auf dem Herd eine Pfanne unterstellen mussten, bis das Gewitter vorüber war. Als wir den Werkstattchef der Vertretung auf diese ungewöhnliche Art der Trinkwassergewinnung ansprachen, lautete seine ernüchternde Antwort lediglich: „Da sind Sie nicht die Ersten.“

Müssen sich Wohnmobil- und Caravan-Besitzer also darauf einstellen, dass es früher oder später mal in ihr Fahrzeug regnet? Ich wage hier keine Prognose, hängt es doch stark von der Verarbeitung, dem Unterhalt, der individuellen Benutzung des Fahrzeugs, und nicht zuletzt auch dessen Unterbringung bei Nichtgebrauch ab. Trotzdem kann ich euch verraten: Eine Tube Silikon war immer dabei, wenn wir uns weiter als 10 Kilometer von unserem Haus entfernten. Man weiss ja nie. Denn unter einem aufgespannten Schirm im Wohnmobil zu frühstücken, das wäre nun wirklich das Letzte, das ich mir vorstellen könnte.

* Wer die ausführliche Version dieser nassen Angelegenheit kennen lernen will, dem sei die Lektüre von Folge 25 meiner Serie „Öfters mal Panne“ empfohlen.