Unendlich lange haltbar

Ich war mal wieder die Erste und vermutlich Einzige, der es auffiel. Solche Sachen entgehen mir halt nicht.

Die meisten der Wandergruppe kauften wie ich auch so ein Plastik-Trückli. Gefüllt mit saumässig guten Mandel-Guezli. Gemäss unserer Reiseleiterin “die Besten von ganz La Gomera”. Nun, an diese Superlative hatten wir uns allmählich gewöhnt und nahmen sie nicht mehr ganz so ernst.

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Was jedoch ganz sicher ist, es sind die am längsten haltbaren Guezli von ganz La Gomera. Um genau zu sein sind sie sogar ewig haltbar. Ich wüsste jedenfalls nicht, wann der 30. Februar kommen sollte.

Dazu eine ganz ähnliche, wenn auch weniger harmlose Geschichte.

Wandern mit den Kanarienvögeln

Wie angedeutet war ich (einmal mehr) eine gute Woche auf Wanderschaft. Diesmal in weiter Ferne, auf La Gomera.

Die zweitkleinste der kanarischen Insel würde locker auf einer Landeskarte 1:50’000 Platz finden. Wäre sie von unserer Landestopografie vermessen worden, sähe man entsprechend gut, dass sie aus über 50 Schluchten (“Barrancos”) besteht, die sternförmig von der Mitte aus gen Meer ziehen. Nur im Zentrum ist La Gomera grün, weil dort die Passatwolken für Feuchtigkeit sorgen. Sehr anschaulich wird dies anhand dieses Reliefs. Die roten Striche stehen für die wenigen, dafür umso kurvenreicheren Strassen, die immer übers Zentrum führen. Entsprechend sassen wir jeden Tag für eine Stunde oder auch mehr im Bus (pro Weg!), was mitunter etwas mühsam wurde, sich aber nicht vermeiden lässt, will man die Insel erkunden.

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Auf sechs offiziellen und einer inoffiziellen Wanderung führte uns unsere Reiseleiterin durch die schönsten Gegenden der Insel.

Hier ein Querschnitt aus mehreren hundert Fotos:

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Letztes Jahr war ich auf La Palma, das grösser und grüner als La Gomera ist. Es wäre falsch, die beiden Inseln gegeneinander in die Waagschale werfen zu wollen. Jede hat ihren besonderen Reiz.

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Bye-bye, La Gomera! Es hat mir gefallen, dich zu erwandern, aber mich wirst du wahrscheinlich nicht mehr sehen. Es gibt auf dieser Welt noch zu viel zu entdecken.

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Hier verfliegt gar nichts!

Es gibt Redewendungen, die machen Sinn. Andere weniger. Ich bin letzthin ins Grübeln geraten ab der Redewendung “Die Zeit verging wie im Fluge”.

Wer jemals auf einem Langstreckenflug über Stunden hinweg eingepfercht war, weiss: Hier vergeht gar nichts wie im Fluge!

Ich wünsche dem lieben Bergler, der heute Abend so eine fliegende Sardinen-Büchse besteigt, dass er gut heim kommt. Und dieser Afrika-Alptraum endlich ein Ende hat!

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Ein weitgereistes Teil

Es ist eins dieser Teile, über die ich schon lange mal schreiben wollte. Es ist bemerkenswert klein, bemerkenswert weitgereist und in erster Linie bemerkenswert zäh.

Während andere Kunststoff-Verpackungen gerade mal den Weg vom Laden heim in die gute Stube finden und dann im Abfall landen, begleitet mich dieses Teil schon über 20 Jahre. Ich kann mich genau erinnern, wo ich es gekauft habe: Beim allerersten Grosseinkauf, den mein Mann und ich tätigten, als wir im März 1999 endlich unseren Camper einigermassen fertig eingerichtet hatten und den Molloch Los Angeles hinter uns lassen konnten.

Das Teilchen gefiel mir wegen seiner Grösse, nichts desto trotz war ich auf seinen Inhalt erpicht. Während dieser einer gewissen Vergänglichkeit unterworfen war, avancierte seine Verpackung zum nachfüllbaren Dauerbrenner. Sie begleitet mich seither auf jeder einzelnen meiner Reisen, egal wie lang oder kurz. Die Wattestäbchen stecken immer in einem Fach meines Necessaires (zu deutsch: Kulturbeutel). Vor kurzem besorgte ich mir ein neues Necessaire (welch Wunder, nach über 15 Jahren führte Jack Wolfskin das gleiche Modell noch immer im Sortiment). Die Kunststoff-Verpackung musste sich also nicht gross umgewöhnen. Ich mich im übrigen auch nicht.

Keine Ahnung, wie oft ich schon Wattestäbchen nachgefüllt habe. Es dürften über die Jahre bestimmt über hundert Mal gewesen sein. Zugegeben, die Verpackung hat etwas gelitten, der Deckel schliesst aber noch immer. Ich wäre untröstlich, würde das Teilchen sich dereinst in seine Bestandteile auflösen. Vermutlich würde ich sogar versuchen, es zu flicken. Ich müsste dann einfach schauen, dass das Flickzeug mich nicht teurer zu stehen kommt, als 24 neue Wattestäbchen samt Verpackung.

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Der Beginn meines Flohnerlebens

Endlich ist es soweit! Wir sitzen an Bord einer MD 11 der Swissair. Flug SR 106 bringt uns von Zürich in rund 12 Stunden nach Los Angeles. Im Frachtraum fliegt unser Gepäck, bestehend aus 3 Kartonschachteln, einer Reisetasche und 2 Bikes, mit.

Wir erwischen tolles Flugwetter, praktisch auf dem ganzen Weg sehen wir auf den Boden, obschon wir auf über 10’000 Meter Höhe fliegen. Insbesondere die Sicht auf Grönland, Neufundland und Kanada mit den endlosen Gletschern und zugefrorenen Meeren über tausende von Kilometern haben uns beeindruckt. Aus der Luft sind auch die Städt Salt Lake City und Las Vegas bestens zu erkennen.

Der Anflug auf Los Angeles führt im Tiefflug über die Stadt. Wir erhalten einen ersten Eindruck von der Grösse dieser 14-Mio.-Stadt.

Der Immigration Officer erteilt uns – ohne auch nur ein Wort zu sagen, geschweige denn unsere Papiere sehen zu wollen – eine Aufenthaltsbewilligung für 6 Monate. Die erste Hürde wäre geschafft. Auch beim Zoll haben wir mit unserem Gepäck keine Probleme.

So begann es, mein Flohnerleben. Genau heute vor 20 Jahren. Die obigen Zeilen stammen aus unserem Reise-Tagebuch.

Mein Mann war schon ein gutes Jahr zuvor frühzeitig in Rente gegangen und ich hatte bis wenige Tage davor gearbeitet. Für unsere Wohnung hatten wir eine Mieterin gesucht, uns bei der Gemeinde abgemeldet. Wir hatten im Internet (vor 20 Jahren noch eine eher kühne Angelegenheit!) in Los Angeles einen Camper gekauft bei einem Deutschen Ehepaar, das dort seit einigen Jahren Handel mit ehemaligen Mietfahrzeugen von namhaften Vermietungsstationen betrieb. Wir hatten keine Ahnung, wie lange wir unterwegs sein würden. Wie lange wir es gemeinsam auf so engem Raum aushalten würden. Unseren Rückflug hatten wir nur aus Kostengründen gebucht und weil er uns die Einreise erleichterte.  Allem voran konnte ich es mir nicht richtig vorstellen, dass es einem den ganzen Tag nicht langweilig werden kann, wenn man nicht zur Arbeit kann!

Längst weiss ich, dass ich bestens ohne Arbeit auskomme. Die Reiserei hat mich nicht nur gelernt, mit wenig auszukommen, sondern auch die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten meines Daseins zu hinterfragen und neu einzusortieren.

Aus den anfänglich als Mindestvariante vorgesehenen sechs Monaten wurde wesentlich mehr. Unsere Reise durch USA, Kanada, Mexiko und Guatemala dauerte vom 10. März 1999 bis 5. Juni 2001. Dazwischen waren wir drei Monate daheim um Ski zu fahren. Eine unvergessliche Zeit mit vielen Eindrücken, die langsam schwinden. Es ist höchste Zeit, mal wieder das Tagebuch von damals hervor zu nehmen und die Erinnerung an diese Zeit etwas aufzufrischen.

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Im White Sands Monument

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Joshuha Tree National Park

Mounment Valley

Monument Valley – kennt ja jeder, aber wir waren dort

Tischlein deck dick

Hier wieder mal eine Anekdote aus der guten alten Zeit, die nie mehr wieder kommen wird. Wir schreiben das Jahr 1999. Mein Mann und ich haben soeben in Los Angeles einen Camper gekauft und sind dran, diesen einzurichten. Die Einkaufsliste ist beträchtlich, immerhin beabsichtigen wir, zumindest für die kommenden sechs Monate im Camper herumzureisen. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, werden aus den angedachten sechs Monaten mehr als zwei Jahre.

Als wir dieses grässliche Los Angeles endlich hinter uns lassen können und unsere Siebensachen eingermassen beisammen haben, finden wir schnell heraus, dass es nie schwierig ist, einen geeigneten Picknickplatz zu finden. Übers ganze Land verteilt gibt es gut eingerichtete solcher Rest Areas. Zum Standard gehört zumindest ein mehr oder weniger grosser Parkplatz, Picknicktische mit Bänken, häufig Feuerstellen, ganz sicher ein überdimensional grosser Abfalleimer. Da wir – im Gegensatz zu den meisten Amerikanern – Tischmanieren haben und weder im Stehen noch aus Papiertüten essen, ist es uns ein Anliegen, auf die häufig nicht sehr sauber wirkenden Tische ein Tischtuch zu drapieren. Schliesslich weckt ein nett gedeckter Tisch die Vorfreude auf das Essen. Und zeugt ausserdem von Stil.

Wir machen uns auf die Suche nach einer Tischdecke. Pflegeleicht soll sie sein. Abwaschbar selbstverständlich. Und gefallen sollte sie uns auch noch. Letzteres stellt sich als relativ einfach heraus. Die Sache mit der Abwaschbarkeit auch noch einigermassen. Aber wieso müssen all diese Tischtücher einen Flaum auf der Rückseite haben? Wir ärgern uns über diese Unart, verfängt sich dieses flaumige Zeugs doch häufig an den derben Planken der Tische. In jedem erdenklichen Laden halten wir Ausschau nach einem Tischtuch, wie sie es bei uns an jeder Ecke entweder fixfertig oder ab der Rolle gibt. Vergebens! Alle amerikanischen Plastik-Tischtücher scheinen rückseitig beflaumt zu sein.

Wir erweitern unseren Horizont. Was könnte noch als Tischdecke dienen? In unserer Not hätten wir selbst zu einem Duschvorhang gegriffen! Die Rettung naht in Form meines Patenkindes, das zusammen mit ihrem Bruder für vier Wochen mitreist. Unsere Bestellung in die Heimat: Eine Tischdecke aus solidem Kunststoff. Oder besser gleich zwei, eine in Reserve.

Ein knappes halbes Jahr später werden wir selber für drei Monate heim fliegen um die Skisaison nicht zu verpassen. Jedem, der es ausgehalten hat, diesen Beitrag bis hierhin zu lesen, wird klar sein, dass wir auf Flug zurück nach Florida, wo unser Fahrzeug eingestellt war, einige Quadratmeter Plastik-Tischtuch ab der Rolle im Gepäck hatten.

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Wie man sieht, kann die Tischdecke mitunter auch mal entartet werden. Hier an einem Fluss in Alaska. Ich nehme an, mein Mann war dort mit Angeln beschäftigt, während ich hier mutmasslich Spanisch büffle für den bevorstehenden Winter in Mexiko.

Resümierendes Madeira

Tja, Madeira ist Geschichte. Lange drauf gefreut, war die Woche nur allzu schnell vorbei. Eigentlich habe ich alles Wesentliche schon in den vorangegangenen Blog-Beiträgen geschrieben. Drum hier nur noch so etwas wie ein Best-of.

Die schroffen Gebirge:

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Die wahnsinnige Vielfalt an Pflanzen am Wegesrand:

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Die spektakulären Ausblicke:

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Das üppige Pflanzenwachstum in den Gartenanlagen:

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Die feuchten Wanderungen:

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Das Ganze hat einen kleinen Haken. Das Wetter auf Madeira ist etwas launig. Gemäss unserer Leiterin war die Woche punkto Wetter durchschnittlich und eher kühl. So mussten wir am letzten Wandertag auch auf den höchsten Gipfel, den 1’862 m hohen Pico Ruivo, verzichten. Kein Mensch hätte bei so garstigem Wetter wandern wollen! Aber unser Goldschatz hatte noch einen Trumpf im Ärmel und so vermisste niemand den windumtosten, wolkenverhangenen Gipfel.

Ich kann jetzt nicht sagen: “Madeira, ich komme wieder!” Denn dazu gibt es noch zu viele Wander-Destinationen, die mich auch reizen. Aber jeder bergtüchtige Wanderer sollte sich diese gebirgige Insel einmal vornehmen.

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Es dauerte lange, sehr lange, genau genommen fast bis zur letzten Minute, bevor ich einen Nachbarn erhielt. Ich sah ihn von weitem und wusste: Das Unheil naht. Als er auf meiner Höhe sein Handgepäck versenkte, rutschte sein T-Shirt in der Grösse Einmann-Zelt hoch und gab einen Blubberbauch frei. Igitt!

Mir wurde bange. Wenn dieser Sumo-Ringer sich unmittelbar neben mir nieder liess, würde es eng werden. Denn genau genommen passte er nie und nimmer in einen einzelnen Sitz rein. Weder in der Länge und erst recht nicht in der Breite.

Der Koloss liess sich plumpsen. Glücklicherweise blieb zwischen uns ein Sitz frei. Doch diesen nahm er bis zur Hälfte in Beschlag. Als das Frühstück serviert wurde, klappte er das Tischchen neben sich runter. Quer zu essen erwies sich aber für den Fleischberg als zu beschwerlich. So klappte er das Tischchen vor sich runter, hievte seine Wampe drauf und auf den bescheidenen Streifen Platz, der noch blieb, stellte er das Tablett. Das alles betrachtete ich mit einer nicht zu geringen Portion Abscheu, während ich noch locker Platz hatte, eine Serviette in meinem Schoss zu entfalten, bevor ich mich über mein Frühstück hermachte.

Dieses widerliche Geschöpf neben mir, das der Kategorie Ü150 angehört, verbrachte die Reise mehr oder weniger quer zur Flugrichtung. Und zu seinem grossen Übel musste die halbe Portion von Sitz 17A auch noch vor der Landung aufs Klo. Wie unsensibel!

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