Der Einmalprojahrkuchen

Einmal pro Jahr mache ich diesen Kuchen. Und jedes Mal finde ich, ich sollte ihn eigentlich öfters machen. Indes, da hat es Rhabarber drin, und die sind mir erst vor wenigen Tagen als zahlbares Gemüse begegnet (Denner, 3.90/Kilo).

Ungebacken sieht er nicht wirklich zum anbeissen aus. Das haben wohl die meisten Kuchen so an sich.

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Wenn er jedoch aus dem Ofen kommt, muss man (ich!) schnell sein mit fotografieren, schmecken doch süsse Hefegebäcke seit eh und je frisch am besten.

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Das Rezept dazu gibt’s HIER.

Nicht mit mir!

Ich hätte meinen Gästen heute Abend wirklich gerne dieses Erdbeer-Rhabarber-Dessert von Zimi aufgetischt, das könnt ihr mir glauben. Und meine Absicht bestand bis zu dem Moment, als ich im Supermarkt ein paar Stengelchen Rhabarber in der Hand hielt. Dann machte ich etwas, was eine haushaltsbudgetbewusste Hausfrau ab und zu mal macht. Also eigentlich in meinem Fall fast immer. Ich schaute aufs Preisschild.

Da wär mir beinahe der Rhabarber aus der Hand gefallen. Elf Franken für ein Kilo Rhabarber! Elf!!! Für dieses Gestrüpp, das so wenig Ansprüche stellt und in jedem Garten wächst. Für elf Franken kaufe ich vielleicht Spargeln, die wesentlich arbeitsintensiver sind. Oder drei Kilo Äpfel, die über Monate hinweg reifen mussten. Aber doch keinen Rhabarber!

Deshalb werde ich meinen Gästen heute Abend als Ersatz ein Erdbeer-Tiramisu vorsetzen. Sie werden über den Verlust hinwegkommen.

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Gibt es hier jemanden, der nicht weiss, wie Rhabarber aussieht? Hier gibt es massenhaft Bilder. Und das abgebildete Gestrüpp aus einem Garten in Irland ist bestimmt mit dem Speiserhabarber verwandt. Irgendwie.

Die normierten Stängel

Sie sind immer exakt gleich lang. Eingeschweisst in Folie wagt keiner der Rhabarber-Stängel, die anderen zu überragen. Genau Vierzig Zentimeter lang ist die Ware, die beispielsweise in der Migros verkauft wird.

Seltsam, werden Rhabarber-Stängel mitunter doch wesentlich länger. Das wurde mir spätestens wieder in Erinnerung gerufen, seit mir eine Hobbygärtnerin ein paar der süss-sauren Knebel geschenkt hat. Da fragt sich die geneigte Rhabarber-Kuchen-Bäckerin doch glattweg, was mit den abgeschnittenen Stummeln passiert. Man könnte Kompott draus machen, Konfitüre oder sie zu einem Rhabarber-Sorbet veredeln.

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass es in der industriellen Verwertung nicht lohnt, wegen ein paar vorstehenden Zentimetern gross Aufhebens zu machen. Schade um die so vielseitig verwendbaren Chnebeli!