In der Hauptstadt

Lissabon – „Lisboa“, wie man hierzulande sagt, ist die leicht abgeblätterte Metropole Portugals. Dreimal nahmen wir den Weg vom Campingplatz in die Innenstadt unter die (fremden) Räder. Wir machten eine Stadtführung mit dem Bus, wo man uns an berühmte Orte wie den Turm von Belem, das Altstadtquartier Alfama, die Avenida Liberdad etc. führte. Während zwei Tagen erkundeten wir Lissabon auf eigene Faust. Wir fuhren mit dem berühmten Electrico 28, dem altersschwachen Trämli, das sich durch die engen, steilen Gassen windet. Nach einer Fahrt mit dem über hundertjährigen Aufzug Santa Justa konnten wir über die Dächer Lissabons schauen. Jedenfalls über einen Teil der 2-Millionen-Metropole, die auf sieben Hügeln verteilt am Ufer des Tejo liegt. Wir spazierten über die spiegelblank polierten, zweifarbigen Kopfsteinpflaster aus Kalkstein und Basalt, die so typisch nicht nur für Lissabon sondern für ganz Portugal sind.

Wir staunten über die zahlreichen Monumente. Einen gewissen Hang zum Grössenwahn kann man den Portugiesen in diesem Zusammenhang nicht absprechen. Um das Monument des Marqes de Pombal, der von einer riesigen Marmor-Säule aus die Avenida Liberdad herunterschaut, führt ein fünfspuriger (f-ü-n-f!!!) Kreisel. Nicht weniger gigantisch ist beispielsweise das Denkmal (welcher König war es denn schon wieder?) an der Praca do Comercio.

Und natürlich haben wir von den weltberühmten Pasteis de Belem gekostet. Mehrfach. Und dabei herausgefunden, dass man diese Küchlein am besten frisch und leicht lauwarm gleich vor Ort isst. Auch wenn das Café mit über 500 Sitzplätzen in mehreren Räumen etwa den Charme eines Bahnhofbuffets verströmt. Mit nach Hause nehmen bringt’s nicht. Abgekühlt werden die Küchlein schnell blechig-pappig.

Nach drei Tagen waren wir gesättigt von dem Trubel, Verkehrschaos und Lärm der Grossstadt. Wir verliessen Lissabon nordwärts. Ruhe und Beschaulichkeit war angesagt. Die fanden wir an der Lagoa de Obidos. Während sich jenseits der Düne der Atlantik mit grossen Krachern austobt, ist hier das Wasser ruhig. Und warm? Wir wissen es nicht – noch immer steht das erste Eintauchen ins Salzwasser an.

Nach klingenden Namen wie Nazare (berühmtestes Seebad am portugiesischen Atlantik, aber definitiv too busy für uns), Batalha (riesiges Kloster) und Tomar (zweistöckiges Äquaduct aus dem Mittelalter, Tempelritterburg und angeblich schönster Ort Portugals, aber momentan EINE Baustelle) sind wir nun in einem Ort, der in keinem Reiseführer erwähnt ist. Dabei ist Serta ein durchaus beschaulicher Ort am Zusammenfluss zweier Flüsse in der Serra de Alvelos. Die Beschaulichkeit hatte aber gestern zur Unzeit ein abruptes Ende gefunden. Weshalb, soll hier noch nicht verraten sein.

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