Auf dem alpinen Rummelplatz

“Der Kronplatz ist unser High-Tech-Berg.” Aus der Stimme unseres Skiguides, der vorne im Bus sass, konnte ich nicht erkennen, ob mehr Bewunderung oder Abscheu mitschwang.

Es folgten weitere Infos. “Der Kronplatz ist von vier Seiten her erschlossen. 32 Lifte führen hinauf, über 100 Pistenkilometer erwarten den Skifahrer. Die Lifte haben eine Beförderungskapazität von 71’000 Personen pro Stunde. An Spitzentagen tummeln sich hier über 25’000 Wintersportler.”

Das fuhr ein. 25’000 Wintersportler! Und ich Eine davon? Nie und nimmer! Nun kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sich selbst eine derartige Menschenmenge über ein so grosses Skigebiet gut verteilt. Dennoch bin ich ganz froh, dass es wesentlich weniger Skifahrer gewesen sein dürften, die heute den angeblich beliebtesten Skiberg Südtirols heim suchten.

Der Superlative aber noch nicht genug. Einhundert Prozent der Pisten sind technisch beschneibar. Und wenn die Verhältnisse stimmen, braucht es lediglich 6 Tage, bis der High-Tech-Berg für den Wintersport bereit ist.

Was für ein alpiner Rummelplatz! Für mich übrigens ganz klar nicht der Favorit im Gebiet.

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Aber im Gegensatz zum vorigen Jahr, als die Sicht den grösseren Teil des Tages nahe bei Null war, haben wir diesmal ganz ordentlich etwas vom überwältigenden Panorama mitbekommen.

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Auf dem Rummelplatz

Toskana. Das bedeutet nicht nur kilometerlange Zypressenalleen, schwerer Rotwein und Haine mit knorrigen Olivenbäumen. Toskana. Das bedeutet auch überfüllte Touristenorte, überteuerte Preise, prekäre Parkplatz-Situation.

Selbst in der Nachsaison muss man sich noch den Weg durch Menschenmassen bahnen. Beispielsweise im bekannten San Gimignano. Die mittelalterliche Stadt thront über der Landschaft und ist vollständig von einer Mauer umgeben. In San Gimignano herrschte absolute Jahrmarktstimmung. Die Parkplätze in Stadtnähe waren voll, Wohnmobile wurden auf einen Parkplatz zwei Kilometer ausserhalb des Zentrums verbannt. Wir hatten Glück und mussten nur wenige Minuten auf den stündlich verkehrenden Shuttlebus warten, der uns zurück karrte. Aber dann! Wenn in Zürich Sechseläuten ist, hat es wohl kaum weniger Leute auf der Gasse. Vor lauter Menschenmassen vermochten wir die alten Gemäuer kaum auszumachen. In jedem Haus ist entweder eine Enoteca, ein Souvenirshop oder ein Ristorante/Bar untergebracht. Es dauerte eine gute Stunde und unser Bedarf war vollends gedeckt. Der Bedarf sowohl an überteuerten Preisen wie auch an Leuten, die gewillt sind, diese zu blechen.

Damit es uns nicht vollends ablöscht, haben wir unsere Rennvelos dabei. Mit denen haben wir mittlerweile drei Touren à je etwa 60 Kilometer unternommen. Deshalb wissen wir, dass es auch noch eine andere Toskana gibt. Die auf den Nebenstrassen. Die, an denen der Tourismus sang- und klanglos vorbeigeht. Die, die wir definitiv mehr schätzen. Eine Toskana, deren Topografie uns einiges abverlangt und uns dafür mit herrlichen Aussichten belohnt.

Anders als in der Heimat, wo es auch im Herbst noch grün ist, ist hier im September alles braun. Mein innig geliebter Mitreisender spricht in diesem Zusammenhang bereits von „Sahara“. Die Felder, auf denen Sonnenblumen und Getreide angebaut wurde, werden hier im Herbst umgepflügt. Zurück bleiben grosse, riesengrosse Erdschollen. Grün sind nur noch die Reben in Reih und Glied und die Olivenbäume. Und natürlich der Wald, der ein Drittel der ganzen Toskana bedeckt. In diesem Wald soll es übrigens viele Wildschweine haben. Einige davon haben wir bereits angetroffen. Sie sassen ausschliesslich hinter dem Steuer.

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