Werden und sterben im Kürbisland

Wir hatten es gut gemeint mit ihnen. Wirklich. Wir pflanzten sie Mitte Mai auf den alten Komposthaufen und büschelten Holzwolle um sie herum. Diese, so hofften wir, sollte die gefrässigen Schnecken davon abhalten, sich über noch zarten Kürbispflänzchen herzumachen.

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Als wir das nächste Mal kamen, war die Holzwolle weg. Von den Vögeln vermutlich zu Nistmaterial umfunktioniert. Und vom Grünzeug waren nur noch kümmerliche Stängelchen übrig. Die Schnecken hatten ihr Werk nahezu vollendet. Aber sie hatten nicht mit dem Überlebenswillen der beiden Kürbisgewächse gerechnet. Diese behaupteten sich. Zwar mehr schlecht als recht, aber immerhin produzierten sie mehr Grün, als die Schnecken zu vertilgen im Stande waren.

Im Frühsommer entdeckten wir, dass aus letztjährigen Kürbiskernen weitere Pflanzen wuchsen. Und zwar von Beginn weg kräftiger und unversehrter, als die beiden gehätschelten Erstgeborenen. Es begann in alle Richtungen zu wuchern.

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Und während sich die Ranken (vorerst!) ungehindert ausbreiteten,

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setzte an der Basis die grosse Krise ein.

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Es haben sich zahlreiche Fruchtansätze gebildet und den ersten Kürbis konnten wir bereits ernten.

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Dennoch glaube ich nicht, dass alle Ansätze im verbleibenden Sommer zu Früchten ausreifen werden. Deshalb griff ich rigoros ein und entfernte viele der Seitenranken. Es ist auch so noch mehr als genügend Grünzeug vorhanden. Und aus den zarten Triebspitzen samt allfälliger Blüten/Mini-Kürbisse, bereitete ich ein leckeres Gericht zu.

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Ich bin ja mal gespannt, wie üppig die Kürbis-Ernte dieses Jahr ausfallen wird.

Rent an Ent

Ein absolut witziges Geschäftsmodell und vielleicht die Lösung für geplagte Gartenbesitzer:

Die Schweizerin Pia Oechslin “vermietet” Laufenten, die in den Gärten Schnecken abräumen. Den entsprechenden Hinweis habe ich in der Zeitschrift “Landliebe” entdeckt. Finde ich wirklich herrlich! Bei uns hat es zwar auch Schnecken, aber ich könnte den den Enten kein geeignetes Biotop anbieten.

Weitere Infos gibts unter www.piasgartenberatung.ch.vu

Na, Frau Spottdrossel, wär das nicht auch ein Geschäftsmodell für deine drei Langhälse?

Schnecken des Schreckens

Ich könnte nicht direkt behaupten, dass ich diesmal auf der Suche nach etwas gewesen wäre. Vielmehr war es ein gerüttelt Mass an Neugierde, das mich den Deckel der Tiefkühltruhe öffnen liess. Ich wollte einfach wissen, ob all die vielen, vielen schwarzen Johannisbeeren, die wir letztes Jahr geerntet hatten, tatsächlich verwertet worden waren. Oder ob gar noch immer welche im Tiefschlaf herumdümpelten.

Also öffnete ich den schweren Deckel und was ich sah, jagte mir einen gehörigen Schrecken ein. Einen Schrecken der Abscheu, um genau zu sein. Ihr werdet nie erraten, was ich da sah. In einem Eimer lagerten lagen eine ganze Anzahl von Nacktschnecken. Ich kann mir ehrlich gesagt keinen Reim drauf machen, zu was eine derart unterkühlte Schnecke noch gut sein soll. Vielleicht weiss da die Seifenfrau weiter, hat sie doch diesen Sommer schon mehrfach mit den gefrässigen Schleimscheissern zu tun gehabt.

Ein Bild des Innenlebens der Tiefkühltruhe erspare ich euch, jeder darf seiner Fantasie freien Lauf lassen. Nur so viel sei verraten: Tiefgefroren sehen so Schnecken auch nicht gefälliger aus.

Ich veröffentliche dafür lieber ein Bild des neusten Familienzuwachses. Zu den gackernden Gesellinnen und Gesellen, den beiden Zwergkaninchen und der Katze sind nun noch Benedict und Nicolas hinzugekommen. Mit den Bremer Stadtmusikanten können wir es hier jederzeit aufnehmen!

Kulinarische Eigenwilligkeiten

Ich habe immer gedacht, Portugal sei das Land des Baccalhau. Getrockneten Stockfisch findet man hüben und drüben und es soll so viele Rezepte geben, wie das Jahr Tage hat. Kann man sich vorstellen, denn der getrocknete, gesalzene und wieder eingeweichte Fisch ist nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr festfleischig und mag für Vieles taugen. Dass die Portugiesen viel Fisch essen, liegt ohnehin auf der Hand. Ein Gang durch die Markthallen (immer der Nase nach, sollte man nicht fündig werden) zeigt schnell, wie vielfältig das Angebot an Meeresgetier ist.

Doch was haben wir da an mehreren Marktständen gesehen? Fein säuberlich in Netze verpackt oder auch nur in einem grossen Eimer mit einer alten Blechdose zum schöpfen – SCHNECKEN. Nicht etwa Weinbergschnecken, wie sie bei uns von sogenannten Feinschmeckern „genossen“ werden. Nein, kleine Hüüslischnägge, wie sie bei uns im Garten herumschleimen. Was die Portugiesen wohl damit anfangen? Dämpfen, pürieren und als Suppe essen? Grillieren und mit Ketchup verfeinern? Gratinieren? Roh essen? Aus lauter Tierliebe wieder im Garten aussetzen? Ich will es lieber nicht wissen.