Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene

 

Dass die Begriffe

abegsetzt” (reduziert, herabgesetzt) und

tüüfer gleit” (tiefer gelegt)

nicht beliebig austauschbar sind,

ist mir erst heute so richtig bewusst worden.

 

Ich wäre sonst mit meinen

2 neuen, im Preis reduzierten

Push Up Bras

technisch total überfordert. 

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Das ist halt mal wieder Bea-Humor. Falls du nicht folgen kannst: nicht verzagen. Es werden sicher wieder Blog-Beiträge kommen, die deinem Niveau entsprechen.

Was ist ein Bünzli?

Nach dem gestrigen Besuch der Messe Heimatland im Lenzburger Stapferhaus (besten Dank an Hausfrau Hanna für die Empfehlung, die wir postwendend umgesetzt haben) beschäftigte unser Grüppchen die Frage, was denn ein Bünzli überhaupt sei.

In angeregter Diskussion kristallisierte sich bald heraus, dass ein Bünzli nicht mit einem einzigen Wort umschrieben werden kann. Die deutsche Übersetzung dürfte übrigens Spiessbürger sein. Ist man denn schon ein Bünzli, wenn man seine Zeitungen so bündelt, das nirgendswo etwas raus schaut? Oder reicht zum Bünzli sein eine allmorgendlich glattgestrichene Bettdecke?

Bezeichnenderweise kennt das Schweizerdeutsch keine weibliche Form von Bünzli. Auch wenn es vielleicht die eine oder andere Bünzlin gibt, die ihre Unterwäsche so an der Wäscheleine aufhängt, dass sie hinter grösseren Textilien verborgen ist.

Die Grenzen zwischen Ordnung und Bünzlitum schienen uns fliessend. Ich zum Beispiel kann es nicht ausstehen, wenn man eine Schranktüre offen stehen lässt. Bin ich deshalb bünzlig? Oder bin ich bünzlig, weil ich zur Generation gehöre, die die Schuhe ordentlich bindet und keine teuer bezahlten Löcher in den Jeans habe?

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Wir kamen zu keinem Schluss. Dafür ich auf die Idee, die Frage mal hier übers Flohnmobil zu lancieren:

W a s   i s t   i n   e u r e n   A u g e n   e i n   B ü n z l i ?

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Wenn ihr eurer Bünzli-Potential testen wollt, habe ich HIER einen sehr aufschlussreichen Test gefunden.

Und falls ihr die in wenigen Tagen zu Ende gehende Ausstellung Heimatland noch besuchen wollt, klickt ihr HIER.

Fluchen für Quereinsteiger

Wie war das nochmals mit den Fremdsprachen? Man beherrscht sie erst, wenn man fremdsprachig träumt?

Für einige Leute mag das zutreffen. Ich beginne mich erst ab dem Moment in einer Fremdsprache wohl zu fühlen, wo ich Witze machen kann. Witze verstehen ist dann allerdings eine andere Liga…

Und dann gibt es noch die Leute, die finden, dass man unbedingt in einer Fremdsprache das Fluchen beherrschen muss.

Wie auch immer, wenn einer meiner Leserinnen und Leser von ausserhalb der Schweiz etwas Nachhilfe in helvetischem Fluchen in Anspruch nehmen will, sei ihm ein Blick auf diese Website empfohlen.

Selbstverständlich kann auch einheimischen Lesern ein Blick dorthin nicht schaden.

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Gustave, le Veston

Mir geistert da so ein Begriff im Kopf rum, den ich nicht mehr loswerde. Erstaunlicherweise kann ausser mir und meiner Mutter niemand etwas damit anfangen. Noch nicht mal mein innig geliebter Mitbewohner, der normalerweise mit alten bzw. veralteten Dialekt-Ausdrücken gut sortiert ist.

Tschoopehof Gusti

So nannten wir früher einen Menschen, vorwiegend männlichen Geschlechts, der nicht ganz dem gängigen Modell “Mann” entsprach. Häufig in Sachen Intelligenz, Schlauheit, aber auch in Bezug auf seine Ansichten, sein Äusseres oder seine Gewohnheiten. Er kommt daher wie ein Tschoopehof Gusti, würde ich vielleicht über jemanden sagen, der ausgelatschte Schuhe trägt, ein schräg geknöpftes Hemd oder eine Hose, deren Farbe man nicht mal mehr erraten kann.

Wie setzt sich der Begriff zusammen? Ein “Tschoope” ist eine Jacke, ein Veston, ein Jacket. Der Gusti ist die schweizerdeutsche Version von Gustav.

Es ist mir bewusst, dass ich mit diesem saloppen Ausdruck viele Vorurteile verbinde. Dennoch unternehme ich hier einen zaghaften Versuch, seinem Ursprung auf die Spur zu kommen.

Kann mir jemand dabei helfen? Verwendet ihr vielleicht einen ähnlichen Begriff?

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Unser edelstes Stück

Während ich mit meinem dank Helm und sicherem Fahrstil auch nach 10 Skitagen noch intakten Oberstübchen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags grad auf dem Heimweg bin (du meine Güte, was für ein geschwollener Satz!), möchte ich den Ball mal wieder meinen Leserinnen und Lesern zuspielen.

Ich beschäftige mich ja liebend gerne mit anderen Dialekten und Sprachgebräuchen. Deshalb hat mich der letzte Beitrag auf die Idee gebracht, mal wieder eine kleine Umfrage zu starten.

Auf Schweizerdeutsch ist es – ziemlich salopp ausgedrückt – der Grind. Vornehm nennt es sich Haupt. Er hat Auftritte als Brummschädel, Sturkopf, Dummkopf, Kahlkopf. In der Schweiz rangiert er unter dem Begriff Näggel oder Bire. Ein Berufsschul-Lehrer von mir hat jeweils gesagt, wenn bei einer einfachen Rechnung alle den Taschenrechner zückten: “Aber meine Damen und Herren, so etwas rechnet man doch mit dem Halsabschluss!”

Wie nennt ihr euer edelstes Stück?

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