Öfters mal Panne (13)

… oder: Platz schaffen auf die unsanfte Art

Als wir in Los Angeles unseren Camper kauften, erschien er uns riesig. Kunststück, er war immerhin 5,7 m lang und man konnte im ganzen Fahrzeug stehen. Verglichen mit dem VW Joker mit Aufstelldach, den wir bis vor kurzem besessen hatten, war es wirklich eine riesen Mühle.

Im Verlauf der folgenden Wochen merkten wir schnell, dass man in einem Campingfahrzeug eigentlich fast nicht zu viel Platz haben kann. Im Gegenteil, da wir beabsichtigen, monatelang darin zu hausen, platzte der Dodge Horizon bald aus allen Nähten. Eine Dachbox musste her und zwar sofort.

Im kanadischen Winnipeg kauften wir eine Dachbox, die mehr oder weniger in ihre Einzelteile zerlegt war. Was macht man in so einem Fall? Richtig, man freut sich, dass es grad schönes Wetter ist und beginnt mitten auf dem Parkplatz mit der Montage. Falls ein Teil gefehlt hätte oder defekt gewesen wäre, wären wir immer noch in Reichweite des Geschäfts gewesen. Falls uns (was wegen der Gründlichkeit meines innig geliebten Miteisenden zwar eher unwahrscheinlich ist) ein Werkzeug gefehlt hätte, hätten wir es subito kaufen können. Im Verlauf des Tages war das Ding auf dem Dach montiert und wir rundum glücklich.

Selbstverständlich hatten wir in dieser Box nicht die Sachen verstaut, die wir tagtäglich brauchten. Dafür war das Erklimmen des Daches und Aufschliessen der Box dann doch etwas zu abenteuerlich. Die Campingmöbel waren dort drin, ein aufblasbares Kajak, Schwimmwesten und was man sonst noch über Wochen hinweg nicht braucht aber trotzdem für unentbehrlich hält.

Es muss mindestens eineinhalb Jahre später gewesen sein, da machten wir im Joshua Tree National Park einen Ausflug zu einem Aussichtspunkt. Als wir einmal mehr anhielten, um die einmalige Wüstenlandschaft zu geniessen, sahen wir, dass die Dachbox offen war. Oh Schreck! Wie lange schon? Und was war noch drin?

Noch nie war der Mitreisende so schnell auf dem Dach. Was fehlte, war im ersten Moment gar nicht so einfach zu definieren. Erst als wir unsere Hirnzellen aktivierten, konnten wir uns zusammenreimen, was das Weite gesucht hatte. Sofort fuhren wir den gefahrenen Weg zurück, verdrehten uns die Hälse und hingen mit Stielaugen aus dem Fenster. Nichts. Entweder waren unsere Sachen so weit weg geflogen, dass sie von der Strasse aus nicht mehr sichtbar waren oder uns war bereits jemand zuvor gekommen. Dieser Jemand dürfte sich allerdings ziemlich gewundert haben, als er mitten in der Wüste zwei praktisch neue Schwimmwesten fand.

Dachbox zusammensetzen auf einem Parkplatz in Winnipeg.