Als ich meinen Rucksack auspackte

… fand ich darin ein Paar kurze Hosen. Ganz zuunterst! Völlig unberührt, um nicht zu sagen vereinsamt.

In der vergangenen Wanderwoche, die uns vom Goms über den Saflischpass, Simplonpass nach Visperterminen hätte führen sollen, spielte das Wetter zeitweise übel mit. So ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass die Handschuhe, die ich glücklicherweise mit dabei hatte, wertvollere Dienste leisteten als die Wandershorts.

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Doch es gab auch lichte Momente.

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Und damit wir nicht übermütig wurden, wurden wir zwischendurch mit Regenwetter abgestraft und mussten statt einer aussichtsreichen Wanderung mit Seilbahn und Postauto in die Nähe des nächsten Etappenorts fahren.

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Schade, dass wir zwei Etappen gänzlich auf den Kopf stellen mussten. Immerhin gibt es nun einen triftigen Grund, wieder mal die Region Simplon als Ausgangspunkt für Wanderung ins Auge zu fassen. Denn es gäbe hier noch einiges zu tun.

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Auf Stockalpers Spuren

Das Wetter spielt ziemlich verrückt diesen Sommer, und so ist es auch wenig verwunderlich, dass wir unsere geplante Wanderwoche jeden Tag von neuem den Begebenheiten anpassen müssen.

Auf die Idee, Abschnitte der Via Stockalper zu begehen, wären wir bei eitel Sonnenschein jedenfalls nicht gekommen.

Gestern wanderten wir bei recht zweifelhaftem Wetter vom Simplon Pass ins gleichnamige Dorf.

Von Rosswald via Brig kommend, verliessen wir das Postauto beim Niemandsland der Haltestelle Simplon Niwen.

Schon bald kam eines der Wahrzeichen der Region, das alte Spital, in Sicht.

Dieses, wie so viele andere Bauten am Simplonpass, war ein Teil des Imperiums von Kaspar Stockalper.

Der Wanderweg des 21. Jahrhunderts verläuft entlang des ursprünglichen Saumpfades und ist ganz nett zu begehen. Bei Sonnenschein wäre es wohl noch netter.

Die Passstrasse verläuft meist in gebührendem Abstand, allfälliger Verkehrslärm schluckt der Bach.

In Simplon Dorf bezogen wir unser Hotel und schauten in fast krankhafter Regelmässigkeit immer wieder auf den Wetterbericht.

Dieser kannte keine Gnade. Die geplante Tour zum Sirwoltensee machte keinen Sinn und so starteten wir anderntags zu einer weiteren Etappe der Via Stockalper.

Der Streckenverlauf durch die wilde Gondoschlucht lässt nur ansatzweise erahnen, auf welche topografischen Schwierigkeiten die Erbauer des ersten Saumpfads im 17. Jahrhundert stiessen.

Nach knapp drei Stunden erreichten wir trocken den Grenzort Gondo, genehmigten uns ein Walliser-Plättli und fuhren mit dem Postauto über die für den Schwerverkehr ausgebaute Strecke in einer Viertelstunde zurück nach Simplon. Wenn Kaspar Stockalper wüsste, wie einfach so etwas heutzutage geht!

Weitere Details zur Via Stockalper gibt es HIER

Einen aufschlussreichen Artikel zu Kaspar Stockalper, dem mächtigsten und einflussreichsten Walliser Unternehmer des 17. Jahrhunderts gibt es HIER.