Mit der Nase voran auf der Piste

Wenn sich eine Skiwoche ihrem Ende entgegen neigt, kann es für empfindliche Nasen mitunter anspruchsvoll werden. Ich könnte in diesem Zusammenhang auch das Allerweltswort “Herausforderung” benutzen, doch bildet euch selber ein Urteil, welcher Begriff angebracht ist.

Hier in Samnaun/Ischgl sind viele Gruppen unterwegs. Und auffallend viele davon sind ohne weibliche Begleitung, die vielleicht noch rechtzeitig rettend eingreifen könnte. Es scheint nämlich in gewissen Kreisen immer noch nicht bekannt zu sein, und in diesem Zusammenhang sind insbesondere Skigruppen in rein maskuliner Besetzung angesprochen, dass man Skibekleidung auch vor Ablauf der Saison, ja sogar vor Ablauf des Urlaubs, waschen oder doch zumindest wechseln kann. Gegen Ende der Woche jedenfalls, so meine langjährige Erfahrung, tut man gut daran, um gewisse Mitmenschen einen grossen Bogen zu machen. Sie stinken nämlich erbärmlich!

Leider kann man sich seine Nachbarn am Tisch oder auf dem Sessellift nicht immer aussuchen. Am Sessellift kann man zumindest noch hoffen, es wehe ein Lüftchen aus der richtigen Richtung. Der Begriff “Pistensau” erhält so eine völlig neue Dimension.

(Hosen)Bodenständig

Liebs Mami

Weisch no, won i im Härbst mit mine neue Skihose atanzet bin? Di säbe Rote, wo me a de Stülpe hätt müese wieter mache, damit au de Akku vo de Schischueh-Heizig drunder Platz gha hätt?

Das wirsch doch nid vergässe ha, wie mir zwei mit vereinte Chräfte die foiffach Naht uftrännt händ? E cheibe Nifelete isch es gsi und mir sind nu milimeterwies vorwärts cho. Nachane bisch du a’d Nähmaschine ghockt und häsch mit dem Stoff, won ich mitbracht han, en Spickel igsetzt. Vo det a bin i zwar meh im Wäg gsi, als dass i öppis gnützt hett, aber moralischi Understützig isch i somene Fall au wichtig. Sälber hett i so öppis ja nie z’stand bracht, im Näie bin i e Pfieffe sonderglieche, da würd mer nid tänke, dass ich vo dir abstamme.

Hütt hätt sich zeigt, dass die ziemli ufwändig Änderigsarbet 100 Prozänt glunge isch. D’Hose passed wunderbar über d’Schischue. Und umgheie chönd’s au scho.

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Auf Tuchfühlung mit dem Rindvieh

Weisse Skibekleidung hat zwei entscheidende Vorteile:

  1. Sie kaschiert Fahrfehler viel besser, weil sie einen auf der Skipiste quasi unsichtbar macht.
  2. Sie verhindert, dass man Flecken auf der Kleidung allzu lange suchen muss.

Nach zwei Wochen Skiferien war im Hause Flohnmobil nur noch b) relevant.

Weil einige Flecken – auch im Wallis tropft von den Skiliftmasten kein Fendant sondern vorwiegend ein Öl/Wasser-Gemisch – beim Waschen nicht ausgegangen waren, mussten wir härteres Geschütz auffahren. Ochsengalle heisst das Zauberwort. Dank Ochsengallenseife haben wir im dritten Anlauf auch den letzten hartnäckigen Fleck wieder zum Verschwinden gebracht und des Kaisers neue Familie Flohnmobils Skianzüge strahlen wieder wie einst.

Einmal mehr bleibt mir nur noch eines übrig: Grenzenloses Staunen über unsere Rindviecher. Was müssen die bloss für Innereien haben! Irgend so etwas in Richtung „Rossmagen“ würde ich mal tippen.