Gruss aus der Sahara

Genau, das wäre wohl der passende Titel für dieses Bild. Und der ist nicht etwa gaga. Genauso wenig wie ich, auch wenn mich gewisse Kreise für verrückt erklären, bei diesem fast schon frühsommerlichem Wetter freiwillig den Schnee aufzusuchen.

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Die Aussicht am heutigen sehr sonnigen Tage wurde tatsächlich getrübt durch Sahara-Staub, den der starke Südwind herangeweht hatte.

Das war allerdings die einzige Trübung, die ich an diesem Sonntag in Kauf nehmen musste. Ansonsten war es ein perfekter Skitag. Mit überraschend wenig Leuten, perfekten Pistenverhältnissen und sehr charmanter Begleitung.

So ganz nebenbei mal auf der Skipiste

Man trifft ja immer wieder Hunde auf der Skipiste an. Sauhunde. Wilde Hunde. Aber einen richtigen Vierbeiner (sieht man mal von ausgebildeten Lawinenhunden ab), habe ich noch nie gesehen. Bis gestern.

Da stand ich am Sessellift, neben mir ein Mann. Und ein Hund. Eigentlich nichts Aussergewöhnliches, wenn man mal davon absieht, dass der Mann Skis anhatte. Ob er das könne, fragte ich den Skifahrer. Klar, dass damit der Hund gemeint war. Und ebenso klar bezog sich meine Frage darauf, ob der Hund Sessellift fahren könne. “Das hat sie schon viel gemacht”, war die Antwort. Eine Hündin also. Hm. Der Sessellift kam, der Hund sprang auf, wir setzten uns, zogen den Bügel runter und aufwärts ging es.

Im Gespräch auf dem Lift fand ich heraus, dass der Mann öfters mit seinem Hund auf die Skipiste geht, aber immer nur, wenn es nicht viele Leute hat. Insofern hatten wir da etwas gemeinsam. Er habe den Hund – demonstrierte es fuchtelnd mit beiden Händen – an einer elastischen Leine. Das funktioniere hervorragend, es mache dem Vierbeiner Spass. Wie lange er es aushalte? So gute zweieinhalb Stunden schon. Wenn der Untergrund hart gefroren sei, dann habe er Hundeschüeli. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Einzig, wenn es zu viele Leute auf der Piste habe, sei es nicht so gäbig, denn wecke sich im Hund der Jagdtrieb.

Einen Hund am Hosenbein, dachte ich mit Sorge um meine teuren Skihosen, das wäre wahrscheinlich so ziemlich das Letzte, was ich auf einer Skipiste erwarten würde.

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Nein, dieser berühmte Blog-Hund war es nicht (der Ski-Hund war eine andere Rasse, etwas grösser).
Und sein Besitzer verabscheut Schnee aus tiefstem, allertiefstem Herzen.

Augenwischerei

 

Frau Flohnmobil

schwebt

seit ein paar Tagen

a u f   W o l k e   S i e b e n .

 

Denn neuerdings

betrachtet sie

alles

durch eine rosa Brille.

 

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Eine derartige Glückseligkeit kann man übrigens käuflich erwerben.

Für schlappe 200 Stutz.

PS: Gegen die Wolken- und Nebelbänke der letzten zwei Tage war allerdings auch der rosa Durchblick machtlos.

Auf Kriegsfuss mit dem Panorama

Eigentlich bin ich ja eine Schönwetter-Skifahrerin. Ich würde nie vorsätzlich bei schlechtem Wetter auf die Piste gehen.

Allerdings scheiden sich die Geister, was denn schlechtes Wetter überhaupt ist. Der Spruch “es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung” verliert etwas an Brillanz, wenn man beim Skifahren kaum über die Skispitze hinaus sieht. Genau das ist mir heute passiert. Die Nebelbänke waren faustdick. Die Hoffnung, wenigstens zuoberst im Skigebiet blauen Himmel anzutreffen, erfüllte sich nicht.

Das Panorama in Brigels kenne ich zwar auswendig, darauf verzichten mag ich beim Skifahren aber nur ungern. Anstelle eines Bildes hätte ich ebenso gut ein weisses Blatt Papier fotografieren können.

Der einzige Vorteil, den man solchen Verhältnissen abgewinnen kann: Die Gefahr, auf der Piste abgeschossen zu werden, war für einmal absolut inexistent.

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Wenn der Ski ein Krüppel ist

Es war exakt das passende Wetter, um mit meinem frisch geschliffenen Ski die Pisten unsicher zu machen.
Genau gesagt ist mein nicht ganz günstiger, erst 7 Tage gefahrener, frisch geschliffener Ski zwar ein Krüppel und eigentlich nur eine Notlösung. Denn unter dem Fersenautomat des einen Skis hat sich auf einer Länge von ca. 15 cm eine gleichmässige Erhebung gebildet, die dort nicht hin gehört. Da ich mitten im Winter den Ski nicht 14 Tage zur Garantie-Abklärung hergeben wollte und es mitten in den Schulferien auch keinen adäquaten Leihski gab, bot mir Stöckli an, den Belag vorerst mal plan zu schleifen.
Das Krüppeli hat sich gut gehalten; es verfügt nach dem Service über einen – abgesehen von der Problemzone – mustergültigen Steinschliff und perfekt präparierte Kanten. Eigentlich alles paletti. Dennoch gehe ich davon aus, dass mein Ski einen Fabrikationsfehler hat und man ihn mir auf Garantie ersetzen wird. Das tönt im ersten Augenblick nach gutem Kundenservice, immerhin steht mir in Aussicht, nach einem ganzen Winter einen ganz neuen Ski zu erhalten. Den Weg 3 x nach Kloten wird mir jedoch kaum jemand vergüten.
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Eine Bombe platzen lassen

Es gibt verschiedene Arten von Skifahrern. Die einen laufen zur Höchstform auf, wenn sie Pulverschnee unter den Skiern haben, die andern erst, wenn sie die Skier abschnallen.

Ohne Zweifel, meine Stärke liegt nicht im Après-Ski. Ich mache mit meinen Carving-Schwüngen die bessere Falle als an einer Schneebar hängend. Nichts desto trotz musste ich in den Ferien im Südtirol auch mal so eine Flüssigbombe bestellen.

Darf ich vorstellen: B o m b a r d i n o

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Wer die süsse Bombe nicht kennt, dem kann HIER geholfen werden.

Kiosk im Schnee

Ich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Zuerst sah ich das schneebedeckte Hüttchen nur vom Sessellift aus. Diese Erscheinung – konnte es wirklich wahr sein? – musste ich aus der Nähe betrachten.

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Tatsächlich! Ein Kiosk mitten im Skigebiet. Nicht etwa in der Nähe einer Bergbahn, sondern im Nirgendwo am Pistenrand. Wer wohl dort etwas von diesem Kitsch kaufte? Ich jedenfalls nicht, aber der Kiosk mit seinem illustren Sortiment trug sehr zu meiner Erheiterung bei.

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Und sogleich wurden Erinnerungen wach an den Streich, den Kurt Felix in “Verstehen Sie Spass” mit Reinhold Messner gespielt hatte. Ich sag nur: Kiosk am Matterhorn.

 

 

Skifahren in der Komfortzone

“Das gitt’s nu bim Dähler.” Es war kein Geringerer als der Carchauffeur, der dies zwischen zwei Bissen Berliner verkündete. Das liess mich aufhorchen. Und nachdenklich werden. Wenn es tatsächlich stimmte, was ich da hörte, konnte ich mich “von” schreiben, mit dieser Gruppe unterwegs zu sein.

Sogleich machten Schauermärchen die Runde von Gruppen mit zwanzig oder mehr Teilnehmern und einem einzigen Skiguide. Was für eine fürchterliche Vorstellung! Ständig warten bis endlich alle neunzehn wieder da sind. Das hätte für mich wenig mit Skifahren zu tun.

Unsere Reisegruppe bestand aus total zwanzig Teilnehmern, von denen sich fünf selbständig auf die Piste wagten. Die restlichen teilten sich auf zwei Skiguides auf. Da blieben theoretisch 7,5 Skifahrer pro Rudelführer. In der Praxis waren es dann in unserer Gruppe anfangs fünf, nach zwei Tagen noch vier Skifahrer, die dem rot gewandeten Sepp hinterher fuhren. Wir waren eine tolle Truppe, die sich gut verstand und auf ähnlich hohem Niveau fuhr.

Und nun ist es wohl an der Zeit, ein kurzes Resumé zu ziehen. Für mich war diese Art von Skifahren – wie so vieles in den vergangenen Monaten – Premiere. Und zwar eine total geglückte. Es ist sehr entspannend, am Morgen nur in den Bus einzusteigen und sich ganz faul an den Ausgangsort fahren zu lassen. Ebenso entspannt ist es, in einem gänzlich unbekannten, mitunter riesigen Skigebiet nur darauf achten zu müssen, dass man den Skiguide nicht aus den Augen verliert. Und auch sehr gediegen ist die Tatsache, dass der Skiguide (seines Zeichens zwar Skilehrer, aber ohne uns Unterricht zu erteilen) rechtzeitig in einer schönen Berghütte einen Tisch reserviert und man so einen allfälligen Volksaufmarsch elegant umschiffen kann.

Ich werde wieder mit Dähler reisen! 

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Das hatte ich so noch nie gesehen: Vertiefungen im Boden der Gondelbahn, in die man die Skis reinstecken konnte.

Man nennt es Winter

Auch wenn die vergangenen Tage aussergewöhnlich warm waren, es ist immer noch Winter. Und dazu gehört mitunter etwas Schnee.

Das mussten auch wir im Südtirol erfahren, wo es in den höheren Lagen seit gestern rund 30 cm geschneit hat.

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Aber ohne Schnee keinen Schneemann. Und auch keine frisch verschneiten Bäume.

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Ganz zu schweigen vom Pulverschnee auf der Piste, der mir immer sympathischer bleiben wird, als jede einzelne “Flocke” aus der Schneekanone.

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Und der Aha-Effekt, wenn es dann im Verlauf des Tages doch noch etwas auftut, bliebe auch gänzlich aus.

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Ins Skigebiet am Kronplatz muss ich unbedingt nochmals hin. Alleine schon der verpassten Aussicht wegen.

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Viehtrieb im Val Gardena

Es gibt Situationen im Leben eines Menschen, da ähnelt er eher einem Tier denn einem mit mehr oder weniger Intelligenz ausgestatteten Wesen. Beispielsweise dann, wenn er vor einer Bergbahn am Anstehen ist. Nicht nur, dass er sich durch die schlangenförmig angelegten Gatter treiben lässt wie ein Stück Vieh, manche seiner Spezies verlieren auch jeglichen Anstand, wenn es darum geht, möglichst schnell nach vorne bzw. oben zu gelangen. Es wird geschubst, Ellbogen ausgefahren, gedrängelt.

Im Grödner Tal kam ich mir an gewissen Bergbahnen wirklich vor wie ein Stück Vieh. Das hat wohl weniger mit den Bergbahnen als solchen zu tun, als mit den zahlreichen Mitmenschen, die alle das gleiche Ziel hatten wie ich: Nach oben in die Sonne zu kommen. Dorthin, wo die unzähligen Pisten zum Skivergnügen locken.

Viele Bergbahnen im Nobelort Gröden sind auf dem allerneusten Stand, dennoch lassen sich Wartezeiten nicht vermeiden. Für die Transfers von einer Talseite zur anderen hat man sich einiges einfallen lassen. Rolltreppen, unterirdische Bahnen, Schluchten querende Sessellifte.

Der gemeine Skifahrer ist gemeinhin nicht als grossartiger Sportler bekannt. Auch wenn er wie Vieh in Bahnen gelenkt wird, so wird ihm hier doch so manches erleichtert. Selbst die paar Meter vom Ende der Saslong Piste zur nächsten Bahn muss niemand zu Fuss gehen…

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