Auf Kriegsfuss mit dem Panorama

Eigentlich bin ich ja eine Schönwetter-Skifahrerin. Ich würde nie vorsätzlich bei schlechtem Wetter auf die Piste gehen.

Allerdings scheiden sich die Geister, was denn schlechtes Wetter überhaupt ist. Der Spruch “es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung” verliert etwas an Brillanz, wenn man beim Skifahren kaum über die Skispitze hinaus sieht. Genau das ist mir heute passiert. Die Nebelbänke waren faustdick. Die Hoffnung, wenigstens zuoberst im Skigebiet blauen Himmel anzutreffen, erfüllte sich nicht.

Das Panorama in Brigels kenne ich zwar auswendig, darauf verzichten mag ich beim Skifahren aber nur ungern. Anstelle eines Bildes hätte ich ebenso gut ein weisses Blatt Papier fotografieren können.

Der einzige Vorteil, den man solchen Verhältnissen abgewinnen kann: Die Gefahr, auf der Piste abgeschossen zu werden, war für einmal absolut inexistent.

20180220_141200

Kiosk im Schnee

Ich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Zuerst sah ich das schneebedeckte Hüttchen nur vom Sessellift aus. Diese Erscheinung – konnte es wirklich wahr sein? – musste ich aus der Nähe betrachten.

DSC09180

Tatsächlich! Ein Kiosk mitten im Skigebiet. Nicht etwa in der Nähe einer Bergbahn, sondern im Nirgendwo am Pistenrand. Wer wohl dort etwas von diesem Kitsch kaufte? Ich jedenfalls nicht, aber der Kiosk mit seinem illustren Sortiment trug sehr zu meiner Erheiterung bei.

DSC09180

Und sogleich wurden Erinnerungen wach an den Streich, den Kurt Felix in “Verstehen Sie Spass” mit Reinhold Messner gespielt hatte. Ich sag nur: Kiosk am Matterhorn.

 

 

In guter Gesellschaft

Es war absehbar, dass wir nicht ganz alleine unterwegs sein würden.

Allerdings, wenn ich die Wahl habe zwischen einer gut bevölkerten Sonnenterrasse in einem Skigebiet und einem vollgestopften Einkaufs-Center an einem Sonntags-Verkauf in der Vorweihnachts-Zeit, muss ich keine Sekunde überlegen.

20161210_132645[1]

Das Beste am Schluss

So, mein lieber Stöckli, nun beginnt ein anderes Leben. Ab sofort haben du und deine beiden Kumpels Sommerferien.

Ihr habt nochmals alles gegeben, habt mich begleitet, mich in Schwung gehalten. Zusammen mit euch habe ich eine weitere Skisaison sturz- und unfallfrei über die Bühne gebracht. Die letzten fünf Tage hielten für euch wie für mich nochmals einige Überraschungen bereit. So viel Neuschnee und tolle Pistenverhältnisse habe ich um die Jahreszeit schon lange nicht mehr gesehen. Das ging leider einher mit nicht immer ganz wolkenlosem Wetter. Von den frostigen Temperaturen reden wir schon gar nicht. Doch Petrus (oder war es diese schrullige Frau Holle?) sparte sich den schönsten Tag fürs Finale auf. Heute:

20160429_101626[1]

Und damit ist nun auch für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich die Skisaison zu Ende. Wirklich, wahrhaftig und definitiv. Nach dem allgemeinen Abtaucher in den Winter, der nicht nur uns auf dem Hintertuxer Gletscher betroffen hat, freuen wir uns auf den Sommer.

Unser Trabant bei Flugwetter

Er flimmert wieder fast jeden Tag über den Bildschirm, der Spot der SUVA. Und wie vor drei Jahren geht der Mond noch immer auf komische Art und Weise unter.

So falsch das auch sein mag, so wichtig und richtig ist die eindrückliche Warnung, auf der Skipiste nicht zu viel zu riskieren. Kein Tag ist bis jetzt vergangen, an dem wir nicht mehrmals den Helikopter hätten fliegen sehen (in der Regel kein gutes Zeichen) oder an dem einer der zahlreichen Rettungs-Motorschlitten hätte ausrücken müssen.

Bei der Fahrweise der Skifahrer wundert mich allerdings nichts mehr. Die meisten haben ihre Skis nicht im Griff und fahren vorwiegend dort durch, wo der Ski mit ihnen hin rast. Kommt hinzu, dass das heutige Skimaterial und die Pisten, die – zumindest in den Morgenstunden – glattgehobelt sind, hohe Tempi auch bei relativ schwachen Fahrern erlauben. Geschwindigkeit scheint alles zu sein, der Stil bleibt dabei auf der Strecke. Die Sicherheit auch. Zusammenstösse sind an der Tagesordnung und ziehen so leider auch unbeteiligte Skifahrer in Mitleidenschaft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich scheinen zur aussterbenden Gattung Skifahrer zu gehören, die ihren Ski steuern und ihn nicht vergewaltigen. Als gute Skifahrer (der Mitbewohner ist nicht umsonst Schneesportlehrer) haben wir unser Sportgerät im Griff und hobeln nicht einfach die Pisten runter, sondern fahren gediegene, gezielte Schwünge. Ich weiss, das stinkt jetzt erheblich nach Eigenlob. Aber es muss einem ja schon zu denken geben, wenn man ständig rechts und links überholt wird von Fahrern, die zwecks Richtungswechsel lediglich ihre Skienden wegschieben können und mehr oder weniger in der Falllinie fahren. Unser Stern geht jeweils erst auf, wenn sich auf der Piste Haufen gebildet haben. Dann lässt sich die beschriebene Skitechnik nur noch bedingt anwenden und plötzlich fahren alle ganz zahm.

DSC00762

Monduntergang über Samnaun

Das besagte Werbefilmchen der Schweizerischen Unfallversicherungs Anstalt SUVA, das eindringlich vor den Risiken auf der Skipiste warnt, gibt es – zusammen mit einem Kommentar von Frau Flohnmobil – hier anzuschauen.

Schnee fürs Auge

Mittlerweile fällt man auf der Skipiste beinahe auf, wenn man KEINE Helmkamera spazieren führt. Nichts desto trotz habe ich nach alter Väter Sitte meine Digicam mit dabei gehabt und damit einige der Schneeskulpturen eingefangen, die Künstler in den vergangenen Tagen wie alle Jahre im Skigebiet von Ischgl modelliert haben. Leider sind sie teilweise schon etwas vom (wenigen) Neuschnee in Mitleidenschaft gezogen worden.

DSC00725 (640x480)DSC00724 (640x480)

DSC00728 (640x480)DSC00729 (640x480)

DSC00732 (640x480)DSC00731 (640x480)

DSC00733 (640x480)

20160122_112917 (640x360)20160122_112855 (640x360)

 

Und hier mein persönlicher Favorit:

DSC00742 (480x640)

Ist es nicht süss, dieses Nilpferd???

DSC00744DSC00738 (640x480)

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal mehr staune ich ab der Fantasie und der Fertigkeit der Künstler.

Einige der letztjährigen Kunstwerke gibt es HIER zu bewundern.

Ganz in Weiss

Es stand in der Zeitung zu lesen: In der Schweiz tragen 90 % der Schneesportler einen Helm. Ich weiss zwar nicht, wie die Statistiker zu dieser Zahl gekommen sind, denn die Skisaison 2014/15 ist ja noch nicht so richtig in Schwung gekommen. Dennoch, die eigene Wahrnehmung scheint diese Zahl zu bestätigen.

Im schweizerisch/österreichischen Skigebiet von Samnaun/Ischgl verhält es sich etwas anders. Hier gurken nebst strammen Eidgenossen Deutsche, Österreicher, Polen, Russen, Kroaten, Holländer, Tschechen und viele Weiss-der-Kuckuck-wo-sie-überall-noch-herstammen auf den Pisten herum. Das korrigiert die Helmträger-Statistik nach unten.

Für mich eigentlich unverständlich, gibt es doch nichts Angenehmeres beim Skifahren, als so einen kuschelig-warmen Helm, der die Birne und vor allem die Öhrchen warm hält.

20141212_111019

Wie gefällt euch mein neustes Stück? Ich habe meinen alten Helm nach neun Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geschickt.

Gebannt

Da sassen wir und tranken unseren Kaffee. Unseren wohlverdienten Kaffee in der Wärme eines angeschriebenen Hauses. Dies nach einigen Skiabfahrten. Um uns herum etliche weitere Skifahrer mit ähnlichen Ambitionen.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schlürften den Kaffee, genossen die grandiose Szenerie, die die verschneite Bergwelt zu bieten hatte. Wir unterhielten uns über dieses und jenes. Schwiegen uns auch mal nur an. Uns war wohl dabei. Keine Langeweile.

Dann der entscheidende Moment: Der Mitbewohner begab sich an den Ort, wo auch der Kaiser von China alleine hin geht. Nun sass ich da. Ganz alleine inmitten der vielen Skifahrer hatte ich plötzlich Zeit, mein Umfeld etwas genauer zu mustern. Sie sassen zum Teil dicht gedrängt an den Tischen, zum Teil auch nur zu zweit. Allen war gemein, dass sie sich weder für ihr Gegenüber noch für die sie umgebende Bergwelt interessierten. Stattdessen starrten sie alle auf ihr Handy. Als ob das Skifahren dort über die Bühne gehen würde.

Ich konnte es nicht glauben. Erhob mich, überblickte die ganze skifahrerische Meute, die übrigens aus auffallend vielen reinen Männergruppen bestand. Ich hielt Ausschau nach jemandem, der NICHT im Banne seines Handys war. Es gab solche Leute. Sie waren spärlich. So spärlich wie die Schneeflocken, die ab und zu aus dem blau-grau-blauen Himmel fielen. Fassungslos musste ich – einmal mehr – zur Kenntnis nehmen, dass der heutige Mensch nicht mehr ohne sein Handy auskommt. Auch nicht beim Skifahren. Im Beisein seiner Freunde. Man sitzt zwar zusammen, aber jeder ist intensiv damit beschäftigt, seine digitalen Streicheleinheiten zu verteilen.

Nun warte ich nur noch darauf, dass ich auf der Piste jemanden überhole, der während der Fahrt grad ein SMS schreibt.

20141209_110225