Gruss aus der Sahara

Genau, das wäre wohl der passende Titel für dieses Bild. Und der ist nicht etwa gaga. Genauso wenig wie ich, auch wenn mich gewisse Kreise für verrückt erklären, bei diesem fast schon frühsommerlichem Wetter freiwillig den Schnee aufzusuchen.

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Die Aussicht am heutigen sehr sonnigen Tage wurde tatsächlich getrübt durch Sahara-Staub, den der starke Südwind herangeweht hatte.

Das war allerdings die einzige Trübung, die ich an diesem Sonntag in Kauf nehmen musste. Ansonsten war es ein perfekter Skitag. Mit überraschend wenig Leuten, perfekten Pistenverhältnissen und sehr charmanter Begleitung.

Auch da muss ich durch

Mein über alles geliebter Mann

Ich ging heute Skifahren. Ganz alleine. 

Es war ein traumhafter Skitag. Blauer Himmel, Pulverschnee, sonnig, mild, windstill. Und vor allem: kein Mensch auf der Piste. Du wärst begeistert gewesen!

Ein gelungener Einstieg in die neue Skisaison. Aber auch ein trauriger. Denn es war das erste Mal, dass ich ohne dich auf der Piste war. In einem Skigebiet, wo wir in den letzten 23 Wintern so viel rumgekurvt sind. Wo wir jeden Hubbel kannten, mit jedem Pistenpfahl per du waren. Wo wir so viele glückliche Momente hatten. 

Du hättest meine Skis sehen sollen! Weisst du, der Fischer Slalom, den wir vor drei Jahren gekauft haben. Seine Kanten sind rostig geworden, weil du dich nach unseren letzten Skiferien nicht mehr um unsere Skis kümmern konntest. Immerhin, heiss gewachst habe ich den Ski vor wenigen Tagen noch. Und ich darf sagen, dass mir das ganz leidlich gelungen ist, obschon bekanntlich hundert Mal  zuschauen nicht gleich viel wert ist, wie einmal selber machen. Ich habe mich in der Werkstatt einigermassen zurecht gefunden in deinem System der ganzen Skiwachserei. Aber ans Kanten abziehen wage ich mich momentan noch nicht. Drum bleiben sie halt rostig, auch wenn dich das grausam stört, aber im Pulverschnee ist das nicht so wichtig.

Vermutlich werde ich den Ski ohnehin verscherbeln. Das Brett hat ja schon keine Spannung mehr! Ich muss mich nun auf meine eigene Beurteilung verlassen, kann mich nicht mehr hinter deiner immensen Erfahrung verschanzen.

Ich habe mit dem heutigen Skitag einen weiteren wichtigen Schritt in meinem neuen Leben gemacht. Dem Leben ohne dich. Alleine Skifahren ist zwar nicht das, was ich mir immer gewünscht habe, aber alleine unter dem Nebel Trübsal blasen, wäre die schlechtere Option gewesen. So habe ich den heutigen Tag auf eine spezielle Art geniessen können. Ich fühlte mich dir ganz nah, auch wenn ich bei jedem Schwung (und glaub mir, es waren viele und viele perfekte) schmerzhaft daran erinnert wurde, dass ich alles, was mich als Skifahrerin ausmacht, dir zu verdanken habe.

Deine Bea

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Menschenleere Pisten, perfekte Verhältnisse: Skigebiet Brigels am 22. Dezember 2017

Wandern statt Skifahren

Die Geschichte wiederholt sich. Nun schon zum vierten Mal in Serie.

Lustig ist das schon lange nicht mehr. Die Tourismus-Verantwortlichen in den Bergen und alle, die am Tropf des kränkelnden Winter-Tourismus hängen, können einem wirklich Leid tun. Die Skifahrer, oder diejenigen, die es gerne wären, auch.

Weit und breit kein Schnee! Skifahren ist nur möglich, wo der Natur mit technischem Grossaufwand unter die Arme gegriffen wurde. Und das sieht dann in etwa so aus:

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Brigels liegt immerhin auf 1’300 Metern über Meer. Doch da es den ganzen Dezember keinen Niederschlag gab, geht Familie Flohnmobil an Weihnachten halt wandern statt Ski fahren.

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Ähnliche Bilder gab es in diesem Blog vom Jahr 2015 zu sehen.

Auch wenn es keine Bilder davon gibt, 2014 war Brigels an Weihnachten ebenfalls grün.

Und auch 2013 sah es nicht viel besser aus.

Dennoch, es gab auch Jahre, da lag im Alpenraum richtig viel Schnee, so zum Beispiel an Weihnacht 2011.

 

Das soll jedoch niemanden davon abhalten, die kommenden Festtage zu geniessen.

Fröhliche Weihnachten euch Allen!

Seppi-Tag

Kein Mensch konnte mir heute sagen weshalb. Alle wussten nur dass. Das mussten wir so zur Kenntnis nehmen. Und damit leben. Wenn’s weiter nichts ist! Heute war offenbar ein Feiertag. St. Josef-Tag. Katholisches Irgendwas.

Immerhin, eines konnte ich herausfinden: Der heilige Josef geht heute nicht einkaufen. Der Volg in Brigels war den ganzen Tag geschlossen.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich machten an diesem Tag das, was wir schon in den letzten zwei Tagen gemacht hatten: Wir kurvten über die perfekt präparierten Skipisten. Heute hatte es zwar ein paar Leute mehr, aber eng wurde es noch lange nicht.

Die folgenden Bilder widme ich all Jenen, denen das Herz beim Anblick von Schnee, Bergen und blauem Himmel auch aufgeht. Und ganz besonders Trudy und Anita, die in Sachen Berge derzeit etwas unterversorgt sind.

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Berge. Blauer Himmel. Schnee. In alle vier Himmelsrichtungen.

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Leider ist die Luft heute, wo ich den Fotoapparat dabei habe, nicht mehr ganz so klar wie in den beiden vorangegangenen Tagen. Ich hoffe, Trudy, du übst ausreichend Nachsicht.

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Und zum Abschluss des gelungenen Tages gab es noch eine Einlage im Pflüder-Gumpis. Das auf dem Bild wäre eigentlich die Talabfahrt nach Brigels. Unsere Stil- und Haltungsnoten liessen vermutlich etwas zu wünschen übrig.

Weihnacht in den Schweizer Bergen

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Schnee?

Manchmal. Vorwiegend an Schattenlagen. Und nur gaaanz weit oben.

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Dafür Blumen am Wegrand.

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Und Wander- statt Skischuhe.

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Der Brigelser Versuch einer Talabfahrt.

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Die wohlbekannte Skipiste aus ungewohnter Perspektive.

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Ein witterungsunabhängiger (Schnee)Mann.

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Dieses Jahr wird es wohl nicht mehr Winter.

Dennoch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Frau Holle früher oder später mal ihre Decken ausschütteln wird.

Denn früher konnte sie das auch mal früher. Wer’s nicht glaubt, gucke hier.

Wie gehabt

Skifahren ist Skifahren. Und irgendwann ist alles darüber gesagt bzw. geschrieben. Könnten Aussenstehende denken. Und ich füttere dieses Cliche heute ausnahmsweise mal nach bestem Wissen und Gewissen.

Denn hier wurde tatsächlich schon viel über Skifahren geschrieben. Klar doch, es ist des Mitbewohners und mein Hobby. Und dieses Hobby üben wir viel und gerne aus.

Doch leider braucht es dazu Schnee. Und dieser ist gerade eben etwas Mangelware, wie das folgende Bild zeigt.

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Wo kein Kunstschnee liegt, könn(t)en Wanderfreuden gefrönt werden. Daneben rohren die Schneekanonen fast Tag und Nacht. Und nur dank ihnen ist hier überhaupt Skibetrieb möglich.

Da dieser Blog nicht nur dazu dient, mich mit der Aussenwelt auszutauschen, sondern auch eine Art Chronik ist, kann man hier selbstverständlich nachlesen, wie speziell die Verhältnisse vor einem Jahr waren.

Und ohne das Flohnmobil hätte auch ich nicht mehr gewusst, weshalb ich in Samnaun/Ischgl vor zwei Jahren eine Suchanzeige aufgab.

Gleiche Farbe – neues Panorama

Die Wetterfrösche hatten für heute sonniges Wetter in den Bergen vorausgesagt und da mein innig geliebter Mitbewohner und ich es bereits wieder satt hatten, unter dem Nebel zu hocken, liessen wir den Wecker über uns ergehen und fuhren zum Skifahren.

Das früh Aufstehen hat sich gelohnt. Nicht nur, weil bekanntermassen während den Schulferien im Februar in den Flumserbergen mit jeder Minute mehr Leute einfahren, sondern auch, weil die Pisten morgens noch die Anstrengungen der Ratrac-Fahrer erkennen lassen. Im Verlauf des Tages haben die Pisten dann allerdings ziemlich gelitten und der Mitbewohner und ich klopften uns gegenseitig auf die Schultern für unsere Tapferkeit, derart früh aus den Feder gestiegen zu sein.

Wie man aus dem ersten Bild erkennen kann, war es immerhin schon hell, als wir auf dem 2’222 m hohen Leist standen und in die Nebelsuppe Richtung Zürichsee blickten.

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Die Pisten waren insgesamt nicht mehr das Gelbe vom Ei. Von den 130 cm Pulverschnee, die der Pistenbericht verspricht, haben wir jedenfalls nichts gemerkt. Weder 130 cm noch „Pulver“; zu lange hat es schon nicht mehr geschneit und zu sehr hat die Sonne schon gewirkt.

in einem allerdings hatten sich die Wetterfrösche gründlich geirrt. Sie versprachen uns nämlich einen wolkenlosen Himmel. Voll daneben getippt!

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Vielleicht sollte ich doch wieder mal meine Digicam mitnehmen und mich nicht auf die Fotoqualitäten meines Handys verlassen. Die Farbenpracht leidet etwas, der Himmel war – abgesehen von den vernachlässigbaren Schleierwolken oder was immer für Wolken das gewesen sein mögen – wirklich knütschblau.

Weltverändernd biologisch

Während mein innig geliebter Mitbewohner und ich uns daran machten, eine Dose Bio-Apfelmus zu leeren, tauchten plötzlich gravierende Probleme auf, die, so sollte sich im Verlauf des Abends zeigen, weltbewegende Veränderungen nach sich ziehen würden.

Wir stellten uns die ganz banale Frage: Was ist das Gegenteil von Bio? In einem gnadenlosen Brainstorming wirbelten die Begriffe kreuz und quer durch die gute Stube, bis wir uns schliesslich auf einen Begriff einigen konnten: künstlich. Mit noch immer heftig ausschlagenden Gedanken wandten wir diese Erkenntnis sogleich für Bereiche ausserhalb von eingestampftem Obst an. Und was lag da näher, als uns mit biologischem Skifahren auseinander zu setzen?

Da staunt ihr, was? Das Gegenteil von Skifahren auf pickelhartem, glasigem Kunstschnee ist nach unserer unbestechlichen Logik das Fahren auf biologischem Schnee! Denn wer würde wagen zu bezweifeln, dass das, was da ohne technische Hilfsmittel als Weiss von oben kommt, biologischer Herkunft ist? Der Mitbewohner und ich gerieten in Euphorie. Was gab es biologischeres als so ein unschuldiges Schneeflöckli, das nichtsahnend vom Himmel fällt? Keine Kuh, die CO2 furzte. Keine langen Transportwege. Keine importierten Düngemittel.

Wir waren so begeistert von unserer Idee, dass wir flugs Touristik-Konzepte entwickelten. Bio-Skis gab es früher schon in der Form von Fassdauben. Sie würden unter unserer Ägide ein regelrechtes Revival erleben, Fässer bald Mangelware werden. Skistöcke waren bereits einmal aus Haselstauden. Nach biologischen Grundsätzen geführte Hotels gab es bereits. Einige Probleme schwanten uns bei Bio-Skilehrern, aber mit etwas gutem Zureden würden sich auch diese heranzüchten lassen.

Der Mitbewohner und ich sind uns ganz, ganz sicher, dass unser Bio-Konzept DIE Rettung für den kränkelnden Wintertourismus in der Schweiz ist. Generationen von aktuellen und künftigen Skifahrern werden uns dankbar sein und die Vorzüge reiner Naturschnee-Pisten, also biologischer Skipisten, wieder zu schätzen wissen.

Zu den Langsamfahr- und den Chill-Out-Pisten werden bald Bio-Pisten kommen. Selbstredend, dass diese grün markiert sein werden. Die bis anhin bemitleideten Skigebiete, die über keine Beschneiungs-Anlagen verfügten, werden dank dem neuen Label zu Ruhm und Ehren kommen, denn Bio-Skipisten schliessen eine riesige Marktlücke in der Winterlandschaft.

Bio-Schnee. Wir wissen warum.

Frühling im Schnee

Wintermüde mögen es mir nicht abnehmen, aber Skifahren im April hat absolut seinen Reiz. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich sind bei weitem nicht die Einzigen, die um diese Jahreszeit noch Wintersportfreuden frönen. Familien mit Kindern verbringen ihre Frühlingsferien im Schnee, mittlere und ältere Semester wie unsereins freuen sich ganz einfach daran, dass man nicht frieren muss und die Pisten nicht so überbevölkert sind wie noch vor einem Monat. Sogar der eine oder andere Skilehrer hat noch Arbeit gefunden und kann blutigen Anfängern die Fortbewegung auf Skiern beibringen. Oder das zumindest versuchen.

Zugegeben, die Schneeverhältnisse sind nicht eben einfach. In den Morgenstunden ist die nicht mehr überall ganz so weisse weisse Pracht knallhart, während der Schnee am Nachmittag so weich und pampig wird, dass auch die Schwünge des professionellsten Skifahrers ihre Verwandtschaft mit Sackhüpfen nicht abstreiten können. Die Kunst des Frühlings-Skifahrens besteht unter anderem darin, sich die richtigen Hänge zur richtigen Zeit auszusuchen, denn je nach Exposition sind die einen Hänge schon am Morgen am aufweichen, während andere am Nachmittag noch relativ hart sind.

Mit zunehmender Tageszeit hat es auf den Skipisten zunehmend weniger Leute. Das war heute nicht anders, denn bei diesen Temperaturen tun es sich nicht mehr viele an, bis kurz vor der Pistenkontrolle auf dem weichen Schnee rumzugurken. Einige Pisten wurden heute sogar frühzeitig wegen Lawinengefahr gesperrt, so warm war es. Um 13.00 wurden vom Heli aus Nassschnee-Lawinen gesprengt, sehr zur Ergötzung des aus sicherer Distanz zusehenden Publikums.

Der Winter war zwar, selbst für meine Verhältnisse, lang. Aber bei solchem Wetter macht eine Verlängerung der kalten Jahreszeit trotzdem Spass.

Und kaum ist der Schnee weg, beginnen schon die Krokusse zu blühen. Hier unmittelbar neben der Piste.

Mutige Pistenbully-Fahrer fürchten selbst die Dunkelheit nicht, um für den nächsten Tag wieder eine mehr oder weniger glatte Piste zu präparieren. Im Verlauf des Tages werden die Skifahrer  wieder für die Sackgumpis-Einlagen sorgen und alles beginnt wieder von vorne.