Unterwegs wegen den Füssen

Ich hatte heute ein Date mit einem netten jungen Mann. Er kümmerte sich geradezu rührend um mich, begutachtete mich ausführlich von allen Seiten, legte Hand an. Leider am falschen Ende, denn er war in erster Linie an meinen Füssen interessiert.

Ich war unterwegs in der Mission “neue Skischuhe”. Bei meinem Saisonauftakt vor ein paar Tagen hatte ich gemerkt, dass mich ein Überbein an der Ferse plagt. Skifahren macht so definitiv keinen Spass! Nun ging es darum, meine Füsse neu zu vermessen, damit eine Mass-Einlagesohle angefertigt werden kann, bevor ein neuer Innenschuh geschäumt wird.

Das Ganze dauerte rund eine Stunde. Dann war es High Noon und ich zu einem ausgedehnten Winterspaziergang aufgelegt. Wer würde denn nicht wollen bei so einem Wetter! Es war zwar kalt (-10°), aber sonnig und windstill.

DSC08917

Nach einem kurzen Nachfragen bei zwei Spaziergängerinnen entschloss ich mich kurzerhand, den oberen Sihlsee zu umrunden.

DSC08920

Dieser ist teilweise am Zufrieren. Bis aber das Natureisfeld freigegeben werden kann, braucht es noch einige kalte Tage, und die stehen ja gerade nicht ins Haus.

DSC08926

DSC08927

Obschon hier bestenfalls 30 cm gesetzter Schnee liegt, konnte der Hang anreissen.

DSC08928

Um diese Jahreszeit erreicht kein Sonnenstrahl diese Seite des Sihlsees.

DSC08929

Nun bin ich schon fast an der Brücke. Wohl scheint hier wieder die Sonne…

DSC08937

… aber…!

DSC08938

Im Skigebiet Hochybrig muss heute ganz schön etwas los gewesen sein. Ich habe gehört, dass Leute angesichts der prekären Parkplatz-Situation gar nicht erst aus dem Auto gestiegen und unverrichteter Dinge wieder heim gefahren sind. Auch die Ambulanz hatte alle Hände voll zu tun. In der kurzen Zeit, wo ich in Hör- und Sichtweite der Strasse war, konnte ich drei Ambulanz-Fahrzeuge ausmachen.

DSC08941

Nach Euthal führt der Wanderweg wieder weg von der Strasse durchs Naturschutzgebiet.

DSC08944

Am Horizont kündigt sich schon der Wetterumschwung an. Den blauen Himmel habe ich für heute gesehen.

DSC08945

Ich wäre bestimmt nicht extra für diese knapp 1 1/2 Stunden Spaziergang nach Unteriberg gefahren. Aber im Zusammenhang mit dem Füessli-Date war es ganz okay.

Steinzeitliches Pokémon go

In einem Wald in der Nähe unseres Wohnhauses kann man nicht mehr spazieren gehen, ohne sich beobachtet zu fühlen. Überall lauern einem Gestalten auf. Und da wir dort regelmässig spazieren gehen, und ich diesen Zustand langsam aber sicher unhaltbar fand, habe ich kürzlich die Flucht nach vorne ergriffen, und diese Gestalten mit meiner Kamera gejagt.

Sie sind allerdings recht gut getarnt, lauern meist etwas abseits des Weges. Nichts desto trotz, ich habe sie aufgestöbert!

DSC02136

Die ersten zwei dieser Kerle kann man auf dem oberen Bild nur erahnen. Aber ich hab nicht locker gelassen und den Rechten gnadenlos herangezoomt.

DSC02137

Der Blick dieser seltsamen Wesen hat etwas durchbohrendes.

DSC02138

Die einen haben ihren Posten in der Sonne bezogen.

DSC02139

DSC02140

Es gelingt ihnen nicht immer rechtzeitig, sich vor mir in Sicherheit zu bringen.

DSC02141

Manche stehen aber auch ziemlich cool im kahlen Wald…

DSC02143

… oder gar etwas grimmig.

DSC02144

Gelegentlich wurden sie besonders weich gebettet.

DSC02145

Wer immer diese Steine bemalt und im Wald platziert haben mag, ich habe Freude an diesem analogen Pokémon go. A propos, man hört so nichts mehr von diesem Hype. Ist die Euphorie denn schon vorbei? Die Steinchen jedenfalls sind schon einige Monate dort im Wald. Ihre Halbwertzeit ist garantiert länger.

DSC02146

Kein Gassi mehr

Es sind weit mehr als 700 Kilometer, die uns von der Provence trennen. Es sind Welten. In vielerlei Hinsicht. Wir haben sie genossen, diese Wochen der Beschaulichkeit in dem grossen Landhaus am Waldrand. Wir haben den Pool genossen, die Stille, die quirligen Märkte, den Sternenhimmel, die Velotouren ohne Winterwäsche, das gute Essen, die Wärme. Und natürlich das Goldschätzchen, das uns – trotz seiner mannigfaltigen Marotten – sehr ans Herz gewachsen ist.

Wir  hätten es durchaus noch länger ausgehalten. Aber zu Hause ist es ja irgendwie auch schön. Einfach anders. Mit ganz anderem Aufgaben und Möglichkeiten, anderem Tagesablauf und Prioritäten. Der Hund zum ausführen fehlt. Und damit die Motivation, sich nach dem Abendessen nochmals aus dem Haus zu begeben. Dabei haben diese Gassi-Runden nicht nur dem Goldschätzchen gefallen.

DSC09185

Winterliches, ganz ohne Bretter

Wenn hier von Winter die Rede ist, wird oft im gleichen Atemzug Skifahren genannt. Heute ist das mal anders. Ich habe euch ein paar Bilder von unserem Winterspaziergang in der Region Studen/Euthal mitgebracht. Für einmal waren wir ganz ohne Skischuhe und anderweitig unhandlichem Gerät unterwegs.

DSC08878

DSC08880

DSC08882

DSC08891

DSC08896

DSC08898

Und jetzt soll noch jemand behaupten, der Winter hätte nicht auch seine schönen Seiten!

Ich könnte mir übrigens gut vorstellen, dass der Sihlsee, vorausgesetzt es bleibt wirklich so kalt wie angekündigt, aufs Wochenende zum Eislaufen freigegeben wird. Damit wäre das grösste natürliche Eisfeld des Landes (nachzuschauen in dieser Website) zugänglich.

Meine Finger haben jedenfalls durch das viele Fotografieren nicht zur Klimaerwärmung beigetragen.

Finde den Fuchs!

Ich weiss nicht, wer mehr erschrak, die kleine Rasselbande oder ich. Sicher nicht mein innig geliebter Mitbewohner, der mich auf dem Frühlingsspaziergang begleitete. Er steht über solchen Sachen. Trotzdem liess er sich dazu verleiten, still zu stehen, um zu schauen, ob sich die kleinen Füchse, die sich alle mit ein paar Sätzen vor uns in Sicherheit gebracht hatten, nochmals blicken liessen.

Es müssen etwa fünf Jungtiere an der Zahl gewesen sein, die wir beim Geniessen der Frühlingssonne gestört hatten. Leider liessen sich nur eineinhalb dieser kleinen Flaumhaufen wieder blicken.

Zugeben, von blossem Auge kaum auszumachen, deshalb hier etwas herangezoomt.

Ich schlich mich vorsichtig etwas näher heran.

Aber mehr als dieses Bild brachte ich mit meinem bescheidenen Fotoapparätchen nicht fertig. Als ich noch einen Schritt näher ging, sah mich das Füchslein, und schlau wie es ist, versteckte es sich wieder.

Dennoch: Meine allererste Begegnung mit Jungfüchsen und ein totales Highlight.

Zurück zur Natur

Nach so viel Winter zieht es meinen innig geliebten Mitbewohner und mich förmlich ins Freie. Wanderische Aktivitäten wollen allerdings gut überlegt sein. Wer sich nicht vorstellen kann weshalb, der führe sich das nachstehende Bild zu Gemüte.

Zwar zieht unweigerlich der Frühling ins Lande – bis vor einer Woche hatten wir vor der Haustüre noch eine geschlossene Schneedecke und der obige Weg wäre von reinstem Weiss gewesen – aber das Vermächtnis von Frau Holle ist dieses Jahr wirklich zäher Natur.

Wenn man Vogelgezwitscher hören will, wenn einem der Sinn nach einem lauen Frühlingslüftchen um die Nase steht und man nicht unbedingt an einer Hauptverkehrsstrasse seine überschüssigen Energien loswerden will, so braucht man für längere Spaziergänge dieser Tage in erster Linie eine gute Schuhbürste.

Bei den Buchen sollst du suchen

Bei einem Spaziergang durchs knöchelhohe, raschelnde Laub

reifte unlängst die Erkenntnis, dass die Pilzsaison entgegen allen Unkenrufen doch noch nicht zu Ende ist.

Wie dumm nur, dass sich die begehrten Austernseitlinge für einen gar luftigen Standort entschieden haben.

Sieht also ganz so aus, als ob der Gang in den Supermarkt einfacher wäre, zumal der Austernseitling einer der wenigen Pilze ist, der sich problemlos züchten lässt.

Variante: Man greife auf seine Vorräte zurück. In unserem Fall bergen Tiefkühler und Keller noch den einen oder anderen Schatz Pilz.

Umwerfend weitsichtig

Hier ein paar Bilder vom heutigen Spaziergang bei einem Wetter, das einen mehr zum Ostereier Färben animiert als zum Herunterholen der Weihnachtsdekoration.

Gigantisch die Fernsicht heute, auch wenn ich den idealen Zeitpunkt zum Fotografieren verpasst habe. Vom Säntis über die Glarner, Zentralschweizer und Berner Alpen bis hin zum Jura.