Was soll ich tun?

Es gibt Vieles, das ich an diesem prächtigen Frühlingstag hätte tun können.

  • Eine Wanderung unternehmen.
    Habe ich gestern gemacht.
  • Mich in einem Gartencenter von der Fülle und Blütenpracht inspirieren lassen.
    Muss noch warten. Und an einem Samstag tue ich mir das ohnehin nicht an.
  • Fenster putzen.
    Muss auch noch warten. Es soll ja nicht gut sein, wenn man die Scheiben bei Sonnenschein putzt.
  • Meine neue Fotokamera ausprobieren.
    Muss auch warten. Nicht so lange wie die dreckigen Scheiben, aber dennoch…
  • Mit einem Glas Prosecco auf das schöne Wetter anstossen.
    Das Glas steht unmittelbar neben dem Notebook.
  • Skifahren.
    Ist in der Pipeline.
  • Radfahren.
    Ähm… soll ich wirklich?

Genau Letzteres habe ich heute gemacht. Es hat mich etwas Überwindung gekostet. Nach fast zwei Jahren Abstinenz habe ich mich in einem symbolträchtigen Akt aufs Rennrad geschwungen. Symbolträchtig deshalb, weil ich für mich zuerst herausfinden will, ob das Hobby, das ich mit meinem Mann geteilt habe, auch mein Hobby bleibt. Früher war das Fahrrad für mich nur Transportmittel. Erst durch meinen Mann habe ich es als Sportgerät kennengelernt. Er, der selber von einem ehemaligen Veloprofi und mehrfachen Tour-de-France-Teilnehmer in die Geheimnisse des Radsports eingeweiht wurde, hatte mich sachte an das neue Hobby herangeführt. Mehr als zwei Jahrzehnte lang haben wir gemeinsam Radtouren unternommen. Sind über hohe Alpenpässe, entlang  von tiefen Schluchten, über Hochebenen und Küstenstrassen gefahren. Entlang von Rebbergen, Olivenplantagen, Wasserfällen und den verhassten Rapsfeldern.

Es wird nie mehr sein wie früher. Aber der Fahrtwind um die Ohren hat sich heute gar nicht so schlecht angefühlt.

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Viehtrieb im Val Gardena

Es gibt Situationen im Leben eines Menschen, da ähnelt er eher einem Tier denn einem mit mehr oder weniger Intelligenz ausgestatteten Wesen. Beispielsweise dann, wenn er vor einer Bergbahn am Anstehen ist. Nicht nur, dass er sich durch die schlangenförmig angelegten Gatter treiben lässt wie ein Stück Vieh, manche seiner Spezies verlieren auch jeglichen Anstand, wenn es darum geht, möglichst schnell nach vorne bzw. oben zu gelangen. Es wird geschubst, Ellbogen ausgefahren, gedrängelt.

Im Grödner Tal kam ich mir an gewissen Bergbahnen wirklich vor wie ein Stück Vieh. Das hat wohl weniger mit den Bergbahnen als solchen zu tun, als mit den zahlreichen Mitmenschen, die alle das gleiche Ziel hatten wie ich: Nach oben in die Sonne zu kommen. Dorthin, wo die unzähligen Pisten zum Skivergnügen locken.

Viele Bergbahnen im Nobelort Gröden sind auf dem allerneusten Stand, dennoch lassen sich Wartezeiten nicht vermeiden. Für die Transfers von einer Talseite zur anderen hat man sich einiges einfallen lassen. Rolltreppen, unterirdische Bahnen, Schluchten querende Sessellifte.

Der gemeine Skifahrer ist gemeinhin nicht als grossartiger Sportler bekannt. Auch wenn er wie Vieh in Bahnen gelenkt wird, so wird ihm hier doch so manches erleichtert. Selbst die paar Meter vom Ende der Saslong Piste zur nächsten Bahn muss niemand zu Fuss gehen…

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Familie Flohnmobil im Zwischenhoch

Es gab diese Woche nur einen einzigen Tag, an dem man garantiert nicht nass werden würde. Und diesen haben mein innig geliebter Mitbewohner und ich heute für eine Wanderung genützt.

Wir starteten in Schindellegi, unser erstes Ziel war der Etzel Kulm. Dort oben waren wir vor ein paar Jahren schon mal, wählten aber diesmal einen anderen Weg. Statt durchs Industriequartier und anschliessend auf schattigem Weg der Sihl entlang zu laufen, entschied ich kurzerhand, dass wir “vorne rum” marschieren würden. Die Schmerzgrenze des Mitbewohners ist bei asphaltierten Wanderwegen zwar ausserordentlich niedrig, aber selbst er musste zugeben, dass das angesichts dieser Aussicht und dem akuten Sonnenmanko der vergangenen Tage die bessere Wahl war.

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Kurz darauf kamen die beiden Wege zusammen und wir gingen auf bekanntem Pfad in der Falllinie bergan. Sorgsam eingezäunt von beiden Seiten schritten wir auf den Gittersteinen steil bergauf.

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Ich fand ziemlich begeisternd, was sich uns am Ende dieser Direttissima bot. Wie ist dieses Land doch schön, wenn’s schön ist!

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Auch die Sicht vom 1’098 m hohen Etzel liess keine Wünsche übrig. Höchstens, dass die Bäume etwas zu hoch waren.

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Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass wir nach dem Abstieg vom Etzel ab St. Meinrad nochmals etwa einen Kilometer auf Hartbelag gehen mussten. Mein Lieblings-Abschnitt der gesamten Tour sieht so aus:

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Also weit und breit keine Strasse, die es zu begehen galt. Abgeschieden ist die Region dennoch nicht. Die zahlreichen Höfe werden jedenfalls nicht (mehr) mit dem Maultier erschlossen.

Nebst viel Aussicht – unter anderem auch immer wieder in Richtung Heimat,

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gab es auch ein paar schöne Blumen am Wegesrand. Sofern die Kühe sie nicht schon alle verputzt hatten. Ankebälli allerdings scheinen sie zu verschmähen.

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Dieser Hoger dort drüben mit den Kühen am Triangulations-Punkt, das musste wohl das Stöcklichrüz (1’248 m) sein.

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Tatsächlich!

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Im Hintergrund sieht man bereits, wie sich die Feuchtigkeit in der Luft zu neuen Wolken formiert.

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Vom Stöcklichrüz aus ging es praktisch nur noch bergab. In Willerzell am platschvollen Sihlsee endete unsere Wanderung nach gut 4 1/2 Stunden.

Die heutige Tour macht unbedingt Lust auf mehr, doch leider ist das Zwischenhoch bereits wieder im Abzug. In den kommenden Tagen liegt wohl bestenfalls eine uHu-Wanderung mit einem Schirm in Griffnähe drin.

Das Ferienproblem

Mit netten Worten meldet mir der Fitness-Club, dass mein Abo demnächst abgelaufen sei, und ob ich denn Ambitionen hätte, selbiges zu erneuern.

Was mir an unserem Fitness-Club seit jeher positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass einem die Zeit für Abwesenheiten diverser Couleur bei einer Abo-Erneuerung gutgeschrieben wird. Das Ganze hat auch einen Namen, nämlich „Time-Stop“ und macht den vierstelligen Jahresbeitrag etwas Portemonnaie freundlicher. Bevor man in die Ferien geht, meldet man sich an der Rezeption ab, hat man es vergessen, kann man sich die Ferienzeit auch im Nachhinein gutschreiben lassen. Das kundenfreundliche System funktioniert eigentlich recht gut.

Dennoch stimmt meine Zeit-Rechnung mit derjenigen des Clubs nicht ganz überein und ich musste intervenieren. 25 Wochen Time-Stop in 22 Monaten ist doch etwas gar wenig.

Auf Eis gelegt

Mich wundert ja gar nichts mehr!

Wie soll dieser Sommer jemals richtig in Schwung kommen, wenn die Eishockey WM bis am 25. Mai gedauert hat und keine drei Monate später schon wieder die neue Hockey Saison beginnt?!?

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich Eishockey oberdoof finde?

Wer pflichtet mir bei?

Welche Sportart(en) findet ihr doof?

Am Helm des Eises

Mit Eishockey hat Frau Flohnmobil nichts am Hut. Gar nichts. Auch nicht am Hockey-Helm.

Dem Sport – sowohl als Konsumentin am Fernseher wie in eigener Betätigung – nicht grundsätzlich abgeneigt, kann sie diesen bunten Michelin-Männchen auf dem Eis mit ihren Stöcken nichts abgewinnen, wenn sie dem Puck hinterher flitzen. Sie hat auch wenig Verständnis für die Schlägereien, die sich regelmässig ereignen. Und kopfschüttelnd muss sie Jahr für Jahr zur Kenntnis nehmen, wie mitten im Sommer noch die Eishockey-WM ausgetragen wird.

Heute ist es ihr wie Schuppen von den Augen gefallen. Natürlich! Wie könnte es denn anders sein. Was kann man schon von Leuten erwarten, die auf einem Hüüsliblock* ihrer Sportart frönen!

* karierter Notizblock

Dieses Bild von Valeriano Di Domenico (Freshfocus) war der Blickfang auf der heutigen Titelseite des Tages Anzeigers.

Hilfe, mein Computer weigert sich mitzufahren!

Hätte man meinen Grossvater in seiner Jugendzeit gefragt, was es braucht zum Radfahren, hätte er mich den Fragesteller vermutlich zuerst entgeistert angeschaut und danach in einer Selbstverständlichkeit geknurrt:

„Na ein Velo natürlich, was denn sonst!“

Heute ist das ein kleines Bisschen anders. Nur wenige Leute brauchen ihr Zweirad noch, um von A nach B zu kommen. Ein Velo ist längst zum Sportgerät mutiert. Und damit man im 21. Jahrhundert Velofahren kann, braucht es

  • eine Radhose mit Einsatz
  •  ein farblich passendes Velohemd
  • Veloschuhe mit Klickpedalen
  • den passenden farblichen Übergang von den Veloschuhen zu den gestählten Waden in Form von kaum mehr über den Schuhrand herausragenden Söckchen
  • Handschuhe mit Geleinsatz für die verweichlichten Bürolistenfingerchen
  • einen Helm zwecks Schutz des Oberstübchens
  • je nach Robustheit der Augen eine Sonnenbrille

Habe ich etwas vergessen?

Und ob! Der moderne Mensch kommt auch auf dem Velo nicht mehr ohne Computer aus. Ich bilde da keine Ausnahme. Auf der letzten Radtour streikte mein Velocomputer. Und obschon ich wusste, dass er nichts mehr anzeigt, ertappte ich mich gefühlte 200 Mal innert drei Stunden, wie ich auf das Display schaute. Reine Gewohnheitssache so ein Computer also? Möchte man meinen, denn ich fahre ja keinen Hauch schneller, nur weil ich weiss, wie schnell ich fahre.

Ein kleiner Trost bleibt mir: Wenn bei meinem Velo mal der Computer nicht mehr tut, kann ich immerhin noch ausfahren. Probiert das mal bei einem neuzeitlichen Auto…

Irre Skirennen

Am Fernsehen läuft gerade der Damen Weltcup-Slalom in der Flachau. Was für ein Irrsinn! Zwar schauen mein innig geliebter Mitbewohner und ich auch regelmässig und gerne Skirennen, aber was hier abgeht, gibt mir zu denken.

Vor zwei Tagen erst fand ein Damen Slalom im französischen Courchevel statt. Und nun, gut 48 Stunden später, hat sich der ganze Weltcup-Skizirkus – Athleten, Trainer, Betreuer, Journalisten etc. – in Österreich versammelt. Das sind gefühlte 10’000 und berechnete 991 km, die im Idealfall (der momentan nicht gegeben sein dürfte)  in neun Stunden zu fahren sind.

Den FIS-Verantwortlichen sollte man vielleicht man eine Lektion in Geografie erteilen. Und ein paar Worte zum Thema Umweltschutz dazu.

Über dem Nebel

Es war eine irre Woche. Zuerst zwei Tage Föhnsturm, dass die Balken krachten und das bisschen noch auf dem Gletscher verbliebenen Schnees davongeweht wurde. Dann drei Tage mit herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um Null Grad auf über 3000 Metern. Ein nie enden wollender Spätsommer.

Leute hatte es relativ wenige, zumindest bis am Donnerstag. Dafür umso mehr trainierende Mannschaften und Skiclubs aus aller Herren Ländern. Es sei die Frage erlaubt, was es wohl bringt, wenn das Skiteam Iran Riesenslalom trainiert? Oder Skiclubs aus Mazedonien, Estland oder Serbien in aller Herrgottsfrühe auf dem pickelharten Gletscher stehen? Nicht gerade die typischsten Skinationen. Aber was nicht ist, soll offensichtlich unter Anwendung aller Mittel noch werden.

Untergebracht war unser kleines Vierergrüppchen im Hotel Hintertuxerhof. Im frisch umgebauten, vor drei Wochen neueröffneten Hotel waren wir wie schon in früheren Jahren bestens aufgehoben. Die sprichwörtliche österreichische Gastfreundschaft schreibt die Grossfamilie Kofler gross. Und das bei einem hohen Qualitätsniveau zu moderaten Preisen. So mancher Betrieb in unserem Lande könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.

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Freihändiger Hochgenuss

Heute ist der Tag, an dem der nasse Teil es Sommers begann. Heute ist demnach auch der Tag, an dem der eher spärliche Regen den angesammelten Blütenstaub neu auf dem Auto verteilt hat. Heute ist der Tag, an dem man verzweifelt einen Schirm sucht, geschlossene Schuhe anziehen muss und das Träger-T-Shirt dringend klamottive Unterstützung braucht.

smilie_sp_033.gif Heute ist aber auch der Tag, an dem das letzte Mal für diesen „Winter“ das Mittwochs-Spinning auf dem Programm stand. Noch einmal im Schweisse meines Antlitzes mit meiner Lieblings-Instruktorin zum Takt der Musik zu strampeln, diese Gelegenheit wollte ich mir nicht nehmen lassen. Schliesslich wird es für mehrere Monate das letzte Mal gewesen sein, wo ich unbeschwert freihändig auf dem Fahrrad sitzen kann.

Danke, Nathalie, für die Begeisterung, die du auf mich übertragen hast. Ich werde ab Herbst wieder mit dir um die Wette sprinten.   smilie_sp_021.gif