Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene

 

Dass die Begriffe

abegsetzt” (reduziert, herabgesetzt) und

tüüfer gleit” (tiefer gelegt)

nicht beliebig austauschbar sind,

ist mir erst heute so richtig bewusst worden.

 

Ich wäre sonst mit meinen

2 neuen, im Preis reduzierten

Push Up Bras

technisch total überfordert. 

DSC09457

Das ist halt mal wieder Bea-Humor. Falls du nicht folgen kannst: nicht verzagen. Es werden sicher wieder Blog-Beiträge kommen, die deinem Niveau entsprechen.

Klauen für Moderne

Wie ich aus gut unterrichteter Quelle vernommen habe,
sagt man heutzutage nicht mehr “Dieb”.

Neudeutsch heisst es offenbar

Fachkraft für spontane Eigentumsübertragung

Bildergebnis für verbrecher clipart

Ob dieser Begriff allerdings auch für moderne Formen des Verbrechens wie

Datenklau im Internet

Skimming

Phishing und

Kreditkarten-Betrug

gilt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Fluchen im Dienste der Weiblichkeit

20160729_124704

In meinem kürzlich erschienenen Beitrag Fluchen für Quereinsteiger habe ich mich mehr oder weniger darauf beschränkt, euch einen Link mit angeblichen Fluchwörtern unterzujubeln. Das ist mir auch einigermassen gelungen. Allerdings, und da muss ich diversen Kommentierenden Recht geben, sind es doch eher harmlose Schimpfwörter. Und ausserdem beziehen sie sich mehr oder weniger auf das männliche Geschlecht.

Ob Sürmel oder Habasch, richtig derbe Kraftausdrücke waren nicht darunter. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Nettigkeiten fallen mir ein, die meinem Geschlecht schmeicheln.

Da wäre mal die Scheese, Schachtle, Tschädere, Schälle oder Schreckschruube. Auch Zwätschge wird gerne ausgeteilt, nicht nur im Herbst. Nicht mehr sehr gebräuchlich ist die Gurre, ganz im Gegensatz zu Häx und dem für meine Ohren doch sehr derben Wiib.

Mit Lise und Griite werden Vornamen zu Schimpfwörtern verhunzt. Im entsprechenden Zusammenhang ist auch einer Tante nichts Positives abzugewinnen.

Aus der Tierwelt stammen Geiss, Chue oder Chatz. Während viele Begriffe auch von Frauen für Frauen verwendet werden, wird der letzte Ausdruck vorwiegend von Männern gebraucht. Aber bevor ich mich weiter darüber auslasse und daraus ein Ausflug ins horizontale Gewerbe wird, frage ich euch:

Was gibt es in eurem Dialekt für Nettigkeiten, um eine Frau zu beschimpfen?

Fluchen für Quereinsteiger

Wie war das nochmals mit den Fremdsprachen? Man beherrscht sie erst, wenn man fremdsprachig träumt?

Für einige Leute mag das zutreffen. Ich beginne mich erst ab dem Moment in einer Fremdsprache wohl zu fühlen, wo ich Witze machen kann. Witze verstehen ist dann allerdings eine andere Liga…

Und dann gibt es noch die Leute, die finden, dass man unbedingt in einer Fremdsprache das Fluchen beherrschen muss.

Wie auch immer, wenn einer meiner Leserinnen und Leser von ausserhalb der Schweiz etwas Nachhilfe in helvetischem Fluchen in Anspruch nehmen will, sei ihm ein Blick auf diese Website empfohlen.

Selbstverständlich kann auch einheimischen Lesern ein Blick dorthin nicht schaden.

DSC08509

Leichtsinnige Putzlappen

Der Gedankenanstoss zu diesem Beitrag kam mir gestern beim putzen. Ja, beim putzen. Das musste auch wieder mal sein. Und bei diesem Sauwetter hatte ich nicht viel verpasst. Wer weiss, vielleicht schlägt der Regen ja doch mal in Schnee um und es wird noch Winter in diesem Winter. Und dann sind sowohl mein innig geliebter Mitbewohner als auch ich lieber auf der Skipiste anzutreffen als hinter dem Staubsauger.

Es dürfte bei einer eher etwas linkischen Bewegung gewesen sein, als mir in den Sinn kam, wie meine Mutter mich früher ab und zu mal als “Gispel” bezeichnet hatte. Wahrscheinlich hatte ich gerade wieder mal mit den Händen gesprochen und dabei ein volles Glas im hohen Bogen vom Tisch in eine entlegene Ecke befördert. Oder ich hatte mir drei Sachen gleichzeitig vorgenommen, und nichts wollte gelingen.

Gispel? Ich habe mich gefragt, wie man diesen Begriff mit einem Wort ins Deutsche übersetzt. Und bin dran gescheitert.

Im Schweizerischen Idiotikon ist nachzulesen:

image

Aber ich weiss immer noch nicht, was ein Gispel auf Deutsch ist.

Irgendwelche guten Ideen? Gispel wird es wohl nicht nur in der Schweiz geben…!

Erheiternder Stoff

Dieses T-Shirt habe ich heute auf einem eher lustlosen Einkaufsbummel bei C & A entdeckt…

20150619_094958_resized

… und es hat mir sofort ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Eigentlich hätte ich die textile Weisheit, die so treffend meine Lebenseinstellung wiedergibt, kaufen sollen, doch das neunfränkige Fähnchen erschien mir etwas gar windig.

Zuhinterst

Als ich meinen Blog über die spektakuläre Baum-Kosmetik-Aktion schrieb, wählte ich meine Worte mit besonderer Sorgfalt. Das mache ich zwar eigentlich immer. Aber diesmal musste ich schauen, dass nicht bereits der Titel falsche Erwartungen weckte.

Ich fand jedoch, dass “Hintern” ein durchaus anständiges Wort sei für das, wo man sich normalerweise draufsetzt. Hätte ich beispielsweise “Füdli” geschrieben, wäre es zwar nicht ausgesprochen vulgär gewesen, aber das hätten nur die Schweizer verstanden. Hätte ich “Derrière” geschrieben, wäre mein grosses Sprachtalent zum Ausdruck gekommen, wählen doch die Franzosen dieses Wort für ihre Sitzfläche. Und mit einem kleinen Strichlein weniger pflegen sich die Engländer gepflegt auszudrücken.

Ich betreibe mal wieder eines meiner Lieblingsspiele und frage euch:

Wie heissen die vier Buchstaben in eurem Dialekt? Und ist es so, wie ihr sie nennt, eher vulgär, Kindersprache oder nicht mehr oder weniger als das, was es nun mal ist:
DSC03469
Ein mehr oder weniger breites Körperteil.

Gratwandernd

DSC04082

Was macht ein guter Blogbeitrag aus? Wie erkenne ich, ob das, was ich schreibe, meinen Lesern gefällt, ob es dem entspricht, was sie von mir erwarten? Anhand der Kommentare, der Likes? Von beidem wurde und wird das Flohnmobil seit jeher nicht überhäuft. Manchmal erhalten Beiträge, die ich als mittelmässig einstufte, überraschend viele Kommentare während vermeintlich genialen Beiträge kommentarmässig die kalte Schulter gezeigt wird.

Meinen letzten Beitrag stufe ich nicht als genial ein, sondern als witzig. Allerdings wundert es mich nicht, dass sich niemand aufs Glatteis begeben wollte mit einem Kommentar. Ich war mir selber bewusst, dass ich mich mit dem Inhalt auf eine Gratwanderung begeben würde.

Das befürchtete auch eine Person, die mir spontan ihre Meinung zum Beitrag per Mail mitgeteilt hatte. Selbstverständlich hat sie recht, wenn sie zu bedenken gibt, dass es etwas anderes ist, ob man in einer feuchtfröhlichen Runde so etwas vorträgt, oder ob es im Internet publiziert wird. Dazu kann ich primär sagen, dass die Runden zwar jeweils fröhlich, jedoch nicht feucht waren. Ich war in einer Gruppe von Sportlern unterwegs, nicht Kampfsäufern. Die Bedenken, ich könnte mir ungute Reaktionen einhandeln, hatte ich natürlich auch. Zumal, wie die besorgte Person richtigerweise schreibt, der Durchschnittsleser mitunter eine seltsame Sichtweise auf nicht ganz ernst gemeinte Sachen an den Tag legt.

Ich vertraue darauf, dass die regelmässigen Besucher dieses Blogs mitunter wissen, wie sie humorvolle, ironische Beiträge einzustufen haben. Denn aller Sittlichkeit zum Trotz: Das Bemerkenswerteste an diesem Gedicht finde ich unsere Sprache, die so mannigfaltige Begriffe und Umschreibungen für etwas kennt, das letztlich nur dem Fortbestand unserer Tierart dient.

Fragestunde – reloaded

Vielleicht sollte ich endlich mal damit aufhören, mit Schriften zu experimentieren. Nicht zum ersten Mal konnte ich den Text im Blog-Beitrag problemlos lesen, während meine Leser nur mit Sonderzeichen bombardiert wurden. So auch in meinem letzten Beitrag.

Drum hier nochmals der Original-Text in garantiert unverfänglicher Schriftart und der Zusatz-Frage:
Konntet ihr den Text lesen?

 

Was mich seit kurzem beschäftigt:

Gibt es eigentlich eingefleischte Vegetarier?