Fluchen im Dienste der Weiblichkeit

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In meinem kürzlich erschienenen Beitrag Fluchen für Quereinsteiger habe ich mich mehr oder weniger darauf beschränkt, euch einen Link mit angeblichen Fluchwörtern unterzujubeln. Das ist mir auch einigermassen gelungen. Allerdings, und da muss ich diversen Kommentierenden Recht geben, sind es doch eher harmlose Schimpfwörter. Und ausserdem beziehen sie sich mehr oder weniger auf das männliche Geschlecht.

Ob Sürmel oder Habasch, richtig derbe Kraftausdrücke waren nicht darunter. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Nettigkeiten fallen mir ein, die meinem Geschlecht schmeicheln.

Da wäre mal die Scheese, Schachtle, Tschädere, Schälle oder Schreckschruube. Auch Zwätschge wird gerne ausgeteilt, nicht nur im Herbst. Nicht mehr sehr gebräuchlich ist die Gurre, ganz im Gegensatz zu Häx und dem für meine Ohren doch sehr derben Wiib.

Mit Lise und Griite werden Vornamen zu Schimpfwörtern verhunzt. Im entsprechenden Zusammenhang ist auch einer Tante nichts Positives abzugewinnen.

Aus der Tierwelt stammen Geiss, Chue oder Chatz. Während viele Begriffe auch von Frauen für Frauen verwendet werden, wird der letzte Ausdruck vorwiegend von Männern gebraucht. Aber bevor ich mich weiter darüber auslasse und daraus ein Ausflug ins horizontale Gewerbe wird, frage ich euch:

Was gibt es in eurem Dialekt für Nettigkeiten, um eine Frau zu beschimpfen?

Frühlingsrollen mit Nutella

Wenn du das Nutella-Glas an dein Ohr hältst,
kannst du ganz leise eine Bikini-Figur weinen hören.

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Der Spruch stammt nicht von mir, aber ich finde ihn originell. Vielleicht auch nur deshalb, weil sich meine Bikini-Figur von Nutella nicht beirren lässt.

Eine köstliche Bezeichnung für das, was der Figur mitunter etwas abträglich ist, habe ich kürzlich gehört: Frühlingsrolle. Das tönt doch viel hübscher als Speckschwarte, Beule, Pirelli oder Wampe.

Und nun stelle ich mal wieder eine meiner Lieblings-Fragen:

Wie nennt ihr in eurem Dialekt das Zuviel an Figur?

Unser edelstes Stück

Während ich mit meinem dank Helm und sicherem Fahrstil auch nach 10 Skitagen noch intakten Oberstübchen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags grad auf dem Heimweg bin (du meine Güte, was für ein geschwollener Satz!), möchte ich den Ball mal wieder meinen Leserinnen und Lesern zuspielen.

Ich beschäftige mich ja liebend gerne mit anderen Dialekten und Sprachgebräuchen. Deshalb hat mich der letzte Beitrag auf die Idee gebracht, mal wieder eine kleine Umfrage zu starten.

Auf Schweizerdeutsch ist es – ziemlich salopp ausgedrückt – der Grind. Vornehm nennt es sich Haupt. Er hat Auftritte als Brummschädel, Sturkopf, Dummkopf, Kahlkopf. In der Schweiz rangiert er unter dem Begriff Näggel oder Bire. Ein Berufsschul-Lehrer von mir hat jeweils gesagt, wenn bei einer einfachen Rechnung alle den Taschenrechner zückten: “Aber meine Damen und Herren, so etwas rechnet man doch mit dem Halsabschluss!”

Wie nennt ihr euer edelstes Stück?

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Sprachlicher Widerspruch

„Wart mal schnell“, rief mir mein innig geliebter Mitbewohner zu, als ich schon abmarschbereit unter der Türe stand. Er hatte noch etwas vergessen. Okay, dachte ich mir, während ich es mir am Türrahmen bequem machte, wir sind nicht in Eile.

Ich hörte den Mitbewohner nach irgendetwas in einer Schublade fummeln und während ich im Türrahmen hing, sollte ich, wenn es nach ihm ginge, schnell warten. Wie soll das denn gehen? Ist das nicht ein Widerspruch in sich selbst? Der moderne Mensch, in der Regel nicht übermässig mit der Tugend Geduld gesegnet, wartet nur sehr ungerne. Weder an der Ampel, noch beim Zahnarzt oder bis das bestellte Essen endlich auf den Tisch kommt.

Wie um alles in der Welt soll man schnell warten können? Wo doch jede extra Sekunde eine Sekunde zu viel ist. Da ist auch schnell noch zu langsam. Dieses kontroverse schnell  hat sich einfach irgendwie in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen. Dabei sagt doch das Sprichwort so klar und deutlich: „Gut Ding will Weile haben.“

Andererseits … würde mir der Mitbewohner sagen, ich solle langsam warten, würde ich wohl etwas an seinem Verstand zweifeln … und das ziemlich schnell.