Sieben Prozent

Man erhält ja so Manches zugeschickt über Mail oder WhatsApp, das man weiterleiten soll an „seine Freundinnen”, “intelligente Frauen”, “humorvolle Mitmenschen”. Meist nehme ich es zur Kenntnis, beteilige ich mich aber nicht an der digitalen Kettenbrief-Aktion.

Heute mache ich mal wieder eine Ausnahme. Eine liebe Freundin schickte mir folgenden Text:

Geschrieben von Regina Brett, 90 Jahre alt:

Um mein Altern zu feiern, habe ich die folgenden 33 Lektionen geschrieben. Denn dieses Leben hat mich gelehrt.

  1. Das Leben ist nicht fair, aber immer noch gut.
  2. Wenn du Zweifel hast, mach einfach den nächsten kleinen Schritt.
  3. Das Leben ist zu kurz, um jemanden zu hassen.
  4. Deine Arbeit wird sich nicht um dich kümmern, wenn du krank bist.
    Nur wer dich liebt, kümmert sich um dich.
  5. Man muss nicht jedes Mal gewinnen. Stimme auch mal zu, nicht einverstanden zu sein.
  6. Schreie mit jemandem. Das heilt besser, als alleine zu weinen.
  7. Was Schokolade angeht, ist es sinnlos, zu widerstehen.
  8. Mach Frieden mit deiner Vergangenheit, damit sie deine Gegenwart nicht stört.
  9. Es ist gut, wenn deine Kinder sehen, dass du weinst.
  10. Vergleiche dein Leben nicht mit dem der anderen. Du hast keine Ahnung, wie es bei denen wirklich aussieht.
  11. Alles kann sich im Handumdrehen ändern.
  12. Atme tief durch. Es beruhigt den Geist.
  13. Befreie dich von allem, was nicht nützlich, schön oder fröhlich ist.
  14. Alles, was dich nicht umbringt, wird dich stärker machen.
  15. Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Aber das zweite Mal liegt es bei dir und keinem anderen.
  16. Zünde die Kerzen an, benutze die schönen Laken, trage schicke Dessous. Spare das nicht für einen besonderen Anlass. Heute ist etwas Besonderes.
  17. Bereite dich mehr als nötig vor, dann folge dem Fluss.
  18. Sei jetzt exzentrisch. Warte nicht auf das Alter, um lila zu tragen.
  19. Das wichtigste Geschlechtsorgan ist das Gehirn.
  20. Niemand sonst ist verantwortlich für dein Glück, nur du .
  21. Was andere Leute von dir denken, geht dich nichts an.
  22. Die Zeit heilt fast alles.
  23. Egal wie gut oder schlecht eine Situation ist, sie wird sich ändern.
  24. Nimm dich nicht zu ernst. Niemand macht das.
  25. Glaube an Wunder.
  26. Gott liebt dich, weil er Gott ist, nicht wegen irgendwas, was du getan oder nicht getan hast.
  27. Prüfe das Leben nicht. Schaue geradeaus und geniesse es jetzt in vollen Zügen.
  28. Am Ende zählt nur, was du geliebt hast.
  29. Wenn wir alle unsere Probleme auf einen Haufen legen und die der anderen sehen, würden wir unsere eigene Probleme zurückholen.
  30. Neid ist Zeitverschwendung. Du hast schon alles, was du brauchst.
  31. Das Beste kommt noch.
  32. Egal wie du dich fühlst, steh auf, zieh dich gut an und zeige dich.
  33. Das Leben ist nicht mit einer Schleife gebunden, aber es ist immer noch ein Geschenk.

Es wird geschätzt, dass 93% dies nicht weiterleiten werden. Deshalb der Titel.

Falls es dir gefallen hat, sende es an die, die für dich etwas Besonderes sind.
Warte nicht bis 90!

Man mag von diesen 33 Sprüchen halten, was man will. Es ist wie mit einem Horoskop – irgend etwas trifft immer zu.

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Kindermund

Kürzlich im Zug. Eine Rasselbande steigt ein, mindestens zehn Kinder, wahrscheinlich Zweit- oder Drittklässler, zusammen mit zwei Betreuerinnen. Sie diskutieren heftig die Vor- und Nachteile der Schule.

Da verkündet einer der Knirpse vollmundig: “Ich will einmal intelligent werden.”

Mein Bauch tat weh vor lauter Lachen.

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Mein Schatzkästchen

Mein Mann war ein Mensch der Taten und Worte. Kein Theoretiker. Von unbarmherzigen Umständen in seiner Jugendzeit geprägt, stand er mit beiden Beinen im Leben. War sehr nüchtern. Zu meinem Leidwesen nur bedingt romantisch. Lesen und Schreiben war ausserhalb des beruflichen Alltags nicht so sein Ding. Nur in den Anfängen unserer Beziehung schrieb er mir. Dafür fast täglich.

Diese Briefe, Karten, Zitate, ironischen “Vermisstanzeigen”, sie alle habe ich aufgehoben. In einer Schachtel, die mein Mann mir mal als Geschenk von einer Geschäftsreise nach Paris mitbrachte.

Als wir nach einem halben Jahr zusammenzogen, kam der Postfluss abrupt zum Stoppen. Fortan bedurfte es besonderer Anlässe, damit ich in den Genuss einiger Zeilen kam.

Die Karte zu meinem 31. Geburtstag hatte mein Mann selber gestaltet. Er verwendete damals Rubbelbuchstaben (weiss jemand hier überhaupt noch, was das ist?) und schrieb mir in geschwungenen Lettern diesen Satz, der mich noch immer tief berührt und trotz der ganzen Nüchternheit, die mein Mann für Aussenstehende mitunter ausstrahlte, seine tiefe Liebe zu mir zum Ausdruck brachte.

Du bist meine Lebensquelle.
Ich trinke von Dir und bin ewig durstig.

Heute wäre unser 20. Hochzeitstag.

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