Neulich im Fitness-Center

Da lag etwas. Es gehörte nicht dorthin. Von weiblicher Neugierde getrieben schaute ich genauer hin. Ach so, ein Akku am Strom. Hmmm.

Nun ist es ja ein Widerspruch in sich, wenn man mit dem E-Bike ins Fitness-Center fährt. Allerdings dürfte ich dann dort gar nie mehr hin, fahre ich doch meist mit dem Auto oder mit ÖV. Bestimmt jedoch nicht aus eigener Kraft.

Na jedenfalls fand und finde ich es ziemlich dreist, wenn man die (Haartrockner-)Steckdose missbraucht, um daheim Strom zu sparen. Es kann mir niemand weis machen, dass die Betroffene gerade noch mit dem letzten Hauch Strom das Fitness-Center erreichen konnte. Und rein zufällig das Ladekabel dabei hatte .

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Am anderen Ende des Stromkabels

Ich bat die Verkäuferin in der Käserei in Brigels, das Stück Käse zu vakuumieren. Daraufhin verschwand sie in den Nebenraum. Wir warteten derweil im immer voller werdenden Laden, dass Käse und Verkäuferin wieder zum Vorschein kommen würden.  In der Zwischenzeit hatte die zweite Bedienung das Zepter übernommen und bediente weitere Kunden. Nummer eins tauchte wieder auf und murmelte mehr zu sich selber: “Da muss ich wohl noch den Stecker rein machen.” Nummer zwei nickte zustimmend, während Nummer eins ein an der Wand herunter baumelndes Kabel nahm und in die Steckdose drückte.

“Aber damit wird es nicht…”, vermochte Nummer zwei gerade noch zu rufen, während Nummer eins schon wieder verschwunden war. Das Kabel, das in der Steckdose war, gehörte zu einem Fliegen-Verröster, der nun in violettem Licht erstrahlte. Nein, so konnte es wirklich nicht gehen, schoss es mir durch den Kopf. Nichts desto trotz begann es einen Raum weiter mechanisch zu rumpeln und pumpeln. Die anwesenden Kunden im Laden, ich und mein innig geliebter Mitbewohner eingeschlossen, konnten uns ein herzhaftes Lachen nicht verklemmen. Und kurze Zeit später erschien Verkäuferin Nummer eins mit siegesgewisser Miene und einem vakuumierten Stück Alpkäse wieder auf der Bildfläche.

Im Bündnerland, das weiss ich seither, funktioniert die Sache mit Kabeln, Strom und dergleichen offenbar etwas anders.

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Öfters mal Panne (6)

… oder wie der Kühlschrank zu seinem Veto-Recht kam

Unsere Suche nach einem Wohnmobil zum Kaufen gestaltete sich seinerzeit in Australien etwas harzig. Nachdem wir endlich ein halbwegs passendes Fahrzeug gefunden hatten, konnten wir nicht noch lange Sonderwünsche anbringen.

Die Tatsache, dass der Kühlschrank nigel-nagel-neu war, freute uns durchaus. Getrübt wurde die Freude allerdings durch die Tatsache, dass es lediglich ein Zweiweg-Kühlschrank war. Dazu für Nicht-Wohnmobilisten folgende Erklärung: Während zu Hause der Kühlschrank selbstverständlich an der 230-V-Stromversorgung angeschlossen ist, muss man sich in einem Wohnmobil mit anderen Energiequellen behelfen. Zumindest, solange man auf der Fahrt ist und/oder nicht auf einem Campingplatz an der Steckdose hängt. In europäischen und auch amerikanischen Campingfahrzeugen werden vorwiegend Dreiweg-Kühlschränke eingebaut. Sie funktionieren wahlweise mit Gas, 230 oder 12 V. Letzteres allerdings nur, solange man am Fahren ist und der Alternator Strom liefert.

Unser Kühlschrank im Aussie Wohnmobil funktionierte nur mit 12 oder 230 V. Die Überlegung dahinter ist nachvollziehbar: Je heisser die Umgebungstemperatur ist, desto uneffizienter kühlt ein mit Gas betriebener Kühlschrank. Einem Kompressor-Kühlschrank dagegen macht die Hitze weniger aus.

Schon in der ersten Nacht, in der wir frei, also nicht auf einem Campingplatz, standen, erwachten wir mitten in der Nacht und hörten, dass der mit 12 V betriebene Kühlschrank nicht mehr anlief. Die Batteriespannung war zu tief. Da wir den Strom nicht aus dem Daumen saugen konnten, blieb uns nur noch, das Gerät auszuschalten und am nächsten Morgen schleunigst einen Campingplatz aufzusuchen. In der Folge fanden wir rasch heraus, dass wir – selbst mit verdoppelter Batteriekapazität – kaum mehr als eine Nacht am gleichen Ort stehen bleiben konnten, weil der Kühlschrank schlapp machte. Wohl oder übel schafften wir uns einen Generator an, mit dem wir nach Belieben Strom produzieren konnten. Das Gebrumme des Motörchens war gewöhnungsbedürftig. Auch das wesentlich geräuschärmere Solarpanel auf dem Dach ersetzten wir durch ein grösseres Modell.

Viel häufiger als uns lieb war, übernachteten wir in den 15 Monaten, während derer wir Australien bereisten, auf einem Campingplatz und zapften Strom ab. Alles wegen dem Kühlschrank!

Wenn wir parkierten um etwas zu besichtigen, wandern, einkaufen, etwas essen zu gehen oder was auch immer, versuchten wir stets, unser Womi so hinzustellen, dass a) der Kühlschrankseite im Schatten stand und b) das Solarpanel trotzdem Sonne hatte. Manchmal wirklich die Quadratur des Kreisels! Ich weiss gar nicht mehr, wie oft wir umparkierten, bis es für den Kühlschrank passte und wie oft wir einen weiteren Weg in Kauf nahmen, nur damit dieser verflixte Kühlschrank im Schatten stand.

Als die Tage kürzer wurden, liessen wir jeweils den Generator laufen, während ich am Kochen war. So musste ich wenigstens nicht im Halbdunkeln hantieren. Während das Aggregat knatterte, lud es die Batterien und gleichzeitig speiste es den Kühlschrank mit 230 V, so dass wir für die kommende Nacht genügend Strom hatten. Im Gegensatz zu einem modernen Wohnmobil hatte das Aussie Fahrzeug ausser dem Kühlschrank, Licht und der Wasserpumpe keine weiteren Stromverbraucher. Trotzdem sassen wir nach dem Essen häufig nur im Kerzenschein im Wohnmobil, damit jaaaa nicht mitten in der Nacht der Strom ausging.

Eine eigentliche Panne verursachte der Kühlschrank nicht, vielmehr ein Dauerärgernis. Und sein Mitspracherecht nahm er bedingungslos in Anspruch. Tag für Tag.

Quizfrage: Auf welcher Seite hatte das Australische Wohnmobil seinen Kühlschrank?

Rechnungen sind besser als ihr Ruf

Heute durfte ich erfahren, dass es auch Rechnungen gibt, die Freude bereiten. Zumindest ein bisschen Freude.

Unsere jährliche Stromrechnung ist nämlich – im Vergleich zur Vorjahresperiode – um 250 kWh kleiner ausgefallen. Trotz gestiegener Strompreise ist die Rechnung frankenmässig geringer. Wir haben ganze 14 Prozent weniger Strom verbraucht. Die energieeffizienten Haushaltsgeräte und die Stromsparlampen scheinen Wirkung zu zeigen.

Wer macht es uns nach?

Die lange Leitung

Wenn man heutzutage mal schnell ein paar Tage weg will, braucht man – gegenüber früher – weit mehr zu packen, als nur ausreichend frische Unterwäsche, eine Zahnbürste und ein paar Ersatzschuhe.

Nebst dem üblichen Kleider- und Kosmetik-Krimskrams braucht es vor allem eines: viel, viel Kabel.

Je ein Ladegerät für die Zahnbürste, den Fotoapparat, sämtliche Handys und die Skischuh-Heizung (leider sind sie nicht kompatibel – DAS wär mal was für die Herren Elektro-Ingenieure!). Das Kabel für das Notebook samt Datenkabel für die Digicam. Auch sonst hängt Diverses an einem Kabel: der Haartrockner, die Skischuh-Trockner (auch die zwei „Trockner“ sind leider nicht austauschbar), das Wachseisen, der Elektrorasierer.

Das ginge ja alles noch. Aber am schlimmsten finde ich immer diese zweihundert Kilometer Verlängerungskabel für das Elektroauto.