Unser Trabant bei Flugwetter

Er flimmert wieder fast jeden Tag über den Bildschirm, der Spot der SUVA. Und wie vor drei Jahren geht der Mond noch immer auf komische Art und Weise unter.

So falsch das auch sein mag, so wichtig und richtig ist die eindrückliche Warnung, auf der Skipiste nicht zu viel zu riskieren. Kein Tag ist bis jetzt vergangen, an dem wir nicht mehrmals den Helikopter hätten fliegen sehen (in der Regel kein gutes Zeichen) oder an dem einer der zahlreichen Rettungs-Motorschlitten hätte ausrücken müssen.

Bei der Fahrweise der Skifahrer wundert mich allerdings nichts mehr. Die meisten haben ihre Skis nicht im Griff und fahren vorwiegend dort durch, wo der Ski mit ihnen hin rast. Kommt hinzu, dass das heutige Skimaterial und die Pisten, die – zumindest in den Morgenstunden – glattgehobelt sind, hohe Tempi auch bei relativ schwachen Fahrern erlauben. Geschwindigkeit scheint alles zu sein, der Stil bleibt dabei auf der Strecke. Die Sicherheit auch. Zusammenstösse sind an der Tagesordnung und ziehen so leider auch unbeteiligte Skifahrer in Mitleidenschaft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich scheinen zur aussterbenden Gattung Skifahrer zu gehören, die ihren Ski steuern und ihn nicht vergewaltigen. Als gute Skifahrer (der Mitbewohner ist nicht umsonst Schneesportlehrer) haben wir unser Sportgerät im Griff und hobeln nicht einfach die Pisten runter, sondern fahren gediegene, gezielte Schwünge. Ich weiss, das stinkt jetzt erheblich nach Eigenlob. Aber es muss einem ja schon zu denken geben, wenn man ständig rechts und links überholt wird von Fahrern, die zwecks Richtungswechsel lediglich ihre Skienden wegschieben können und mehr oder weniger in der Falllinie fahren. Unser Stern geht jeweils erst auf, wenn sich auf der Piste Haufen gebildet haben. Dann lässt sich die beschriebene Skitechnik nur noch bedingt anwenden und plötzlich fahren alle ganz zahm.

DSC00762

Monduntergang über Samnaun

Das besagte Werbefilmchen der Schweizerischen Unfallversicherungs Anstalt SUVA, das eindringlich vor den Risiken auf der Skipiste warnt, gibt es – zusammen mit einem Kommentar von Frau Flohnmobil – hier anzuschauen.

Hals- und Beinbruch, zweiter Akt

Entgegen dem Titel dieses Blog-Beitrags ist noch immer alles intakt. Alle Hälse und die Beine auch.

Aber ich habe in der Zwischenzeit bei der Suva nachgefragt, weshalb in ihrem Video der Mond von der falschen Seite her untergeht und postwendend folgende Antwort erhalten:

Sehr geehrte Frau J.

Sie haben den Film genau beobachtet. Der erste Teil des Film entstand „computer animated“: das heisst die Landschaft wurde aus sehr vielen Landschaftsbildern zusammentragen, damit die Berge sich zu einer Bettdecke verwandeln. Unser Augenmerk konzentrierte sich immer auf die Bergdetails und wir bemerkten erst am Schluss, dass eine Landschaft aus der südlichen Hemisphäre stammt und der Mond auf die falsche Seite heruntergeht.  Aus Kostengründen haben wir auf die Korrektur verzichtet. In unserem Film sind die Berge ja eigentlich die Bettdecke der Patientin. Ich hoffe, Sie können den Lapsus verzeihen.

Freundliche Grüsse

Suva
Abteilung Präventionsdienste
Susan Huber-Brun
Marketing/Kommunikation
Postfach 4358
Rösslimattstrasse 39
6002 Luzern

Ich sag da lieber nichts mehr dazu. Vielleicht schaue ich mir das Filmchen das nächste Mal im Spiegel an, dann passt’s ja wieder.

Ach ja, doch noch etwas: Des Schweizerischen Dramas erster Akt kann man hier nachlesen.

Hals- und Beinbruch

Warum man sich „Hals- und Beinbruch“ wünscht, wenn eigentlich genau das Gegenteil angesagt wäre, weiss ich nicht.

Was ich hingegen weiss: Wir sind weder vom einen noch anderen gesegnet worden und gesund und wohlbehalten wieder zu Hause eingetroffen.

Das vorliegende SUVA-Video wurde demnach für andere Skifahrer gedreht.

Was mich dabei wundert: Wieso hat die SUVA einen Monduntergang aus der südlichen Hemisphäre in ihr Video eingebettet?

Auf dem Strich

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich haben ein neues Hobby: Wir gehen auf dem Strich. *
Der Mitbewohner etwas öfters als ich, aber ich auch. Und das ist auch gut so, denn er hat’s nötiger.

* Um Missverständnisse auszuschliessen, beachte man unbedingt die grammatikalischen Nuancen dieses Satzes!

Wer uns zuschaut, muss denken, wir hätten ein Gebrechen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Die Übung, einen Fuss vor den anderen zu setzen und dabei nicht auf den Boden zu schauen, soll der Verbesserung des Gleichgewichts dienen. „Sturzprävention“ ist das Stichwort. Natürlich sind wir noch nicht in einem Alter, wo wir durch die Wohnung purzeln und uns an den Wänden und Möbeln abstützen. Aber man könne damit nie genug früh anfangen, meinte die SUVA (Schweizerische Unfallversicherungs Anstalt), und brachte eine Broschüre mit einigen einfach nachzumachenden Übungen auf den Markt.

Doch Vorsicht! Einfach nachzumachen heisst nicht, dass die Übungen bubieinfach wären. Schon das erwähnte einem-Strich-entlang-Gehen wird ungleich schwieriger, wenn man die Augen geschlossen hält.

Die Broschüre und das dazugehörende Stoffbällchen sind momentan vergriffen. Vielleicht weil’s gratis ist? Jederzeit zugänglich sind dagegen die Video-Anleitungen auf Youtube. Es bräuchte so wenig, um das Gleichgewicht zu verbessern, aber bei aller Disziplin schaffen es auch der Mitbewohner und ich nicht täglich, auf dem Strich zu gehen.