Auf zu neuen Galaxien! (2)

Da stand er also nun, der Mensch, der die technischen Probleme an unserer Telefonleitung beheben sollte.

… wer nicht weiss, wieso dieses rettende Wesen vor unserer Haustüre stand, findet hier die Vorgeschichte…

Er stellte sich vor mit einem Namen, den es hierzulande bestimmt hunderttausendfach gibt. Seine prall gefüllte Tasche voller futuristisch anmutender Werkzeuge und Messinstrumente platzierte er auf dem Boden und machte sich sogleich ans Werk. Im Treppenhaus mass er die Telefonleitung am Hauptverteiler aus. In unserer Wohnung begutachtete er die Telefon-Steckdose, den Wohnungsverteiler, stellte ein paar Fragen und sein Verdacht erhärtete sich. Da gab es noch eine zweite, unbenutzte Telefon-Steckdose im Schlafzimmer, die auch mit Signalen aus der Leitung versorgt wurde. Die Störungen rührten mit ziemlicher Sicherheit daher, dass die Daten sich in dieser Verzweigung – ähm – sinnlos verausgabten, statt sich einzig auf den Router zu stürzen. So jedenfalls versuchte ich als Laie mir das geschilderte Problem vorzustellen.

Mit viel Kompetenz und Routine hängte der Techniker die Leitung ab und begann mit weiteren Messungen am Router. Dazwischen hatte er auch Zeit, unsere Fragen zu beantworten. “Telematiker” heisse sein Beruf. Das sei mittlerweile eine Lehre, er habe aber noch als Fernsehtechniker angefangen und sich umgeschult. Und so kamen wir fast zwangsläufig auf die guten alten Zeiten zu sprechen. Und die ganze Entwicklung, die seither ins Land gezogen ist. Mein innig geliebter Mitbewohner steuerte die eine oder andere Episode aus seiner beruflichen Laufbahn bei. So wie diese: Als sie in den Neunziger Jahren, zu dritt in einem Büro arbeiteten, wurden sie gefragt, ob sie zusammen einen PC wollten. “Wozu brauchen wir so etwas?” war die einhellige Antwort.

Von Schreibmaschinen mit einzeiligem Display war die Rede, von Telex mit Lochstreifen, Wandtelefonen, Nadeldruckern und weiteren Gerätschaften, die mittlerweile bestenfalls noch im Museum zu begutachten sind. Der gut dreissigjährige Mann in unserem Wohnzimmer konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es früher mal Kassenzettel gab, auf denen nur die einzelnen Beträge aufgelistet waren. Dass die Kassiererin noch mühsam nach dem Preisschild suchen musste, um die Zahlen dann in ihrer Registrierkasse einzutippen.

Während der Mitbewohner und ich den geistigen Ausflug in die Vergangenheit unternahmen, werkelte der Techniker weiter an seinen Geräten rum, las Werte ab und nickte zufrieden. Keine dreissig Minuten seit seinem Eintreffen verkündete er feierlich: “So, jetzt müsste es wieder gehen. Schalten Sie doch bitte mal den Fernseher ein.” Ganz nebenbei begutachtete er unser Telefon. “Sie wissen schon, dass Sie das Telefon nicht mehr in den Router einstecken müssen, sondern dass das drahtlos geht. Sie bräuchten nur noch den Stromanschluss und hätten somit grössere Flexibilität, wo Sie die Ladestation aufstellen wollen. Soll ich Ihnen….”

Das war gut gemeint, aber das Telefon hatte in den letzten zweieinhalb Jahren, seit wir die Umstellung auf digital vollzogen hatten, tadellos funktioniert. Nein, er sollte nicht.

Spätestens als ich mit ungelenken Fingern auf dem Tablet eine Unterschrift leisten musste (“es muss Haut sein, Fingernagel geht nicht”), wurde mir klar, dass sich der Menschheit neue Technologien eröffnet haben, die für mich so weit entfernt sind wie fremde Galaxien. Was würde der kompetente, routinierte und im übrigen auch sympathische Mensch in unserem Wohnzimmer sagen, wenn er wüsste, dass ich zwei Tage später diesen Blogbeitrag auf einem sieben Jahre alten PC schriebe?

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Nun wollt ihr sicher noch wissen, ob unser Fernseher wieder funktioniert. Nun, am Fernseh-Gerät hat es nie gelegen, sondern am Signal. Nach ersten Erkenntnissen hat die Umkablerei den gewünschten Erfolg gebracht. Den Vogel abgeschossen hat jedoch der technische Dienst von Sunrise, der sich, keine sechzig Minuten nachdem der kompetente, routinierte Techniker das Haus verlassen hatte, nach dem allgemeinen Wohlbefinden unseres TV-Pakets erkundigte. Wahrscheinlich hat Zeit in fernen Galaxien auch einen anderen Stellenwert.

Auf zu neuen Galaxien! (1)

Angefangen hatte alles mit einem verpixelten TV-Bildschirm. Mal waren es nur ein paar Chlötzli, immer häufiger aber war nicht nur das Bild nicht mehr zu erkennen, sondern auch der Ton kam abhanden. Abhilfe schaffen sollte – wie übrigens nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit diesem Produkt – die Helpline von Sunrise.

“Willkommen bei Sunrise. Für Deutsch drücken Sie eins.  …  Für Fragen zu Ihrer Rechnung drücken Sie   … Für alle übrigen Fragen…… Für Qualitätszwecke kann dieses Gespräch aufgezeichnet …” Man kennt das mittlerweile. Es nervt trotzdem.

Der nette Herr am anderen Ende des Telefons (eine wahrhaftige Stimme, ehrlich, und erst noch mit einem Namen, den man mit etwas sprachlichem Flair auf Anhieb versteht) versuchte, mit mir zusammen das Problem am Produkt “Digital-TV” zu lösen. Leider war die Linderung nicht von langer Dauer und ich wählte alsbald wieder die einschlägige Support-Nummer an. Diesmal meldete sich eine weibliche Stimme mit einem unaussprechlichen Namen. Ich verlangte, den netten Herrn mit dem einfachen Namen zu sprechen. “Wer soll das denn sein?” schnarrte es in Hochdeutsch vom anderen Ende der Leitung. Ich holte zu Erklärungen aus. Verständnisvolle Laute tönten aus dem Hörer. Diesen Herrn gab es wahrhaftig. Und er arbeitete in Zürich-Oerlikon. Ich erlaubte mir zwischendurch mal die Frage, wo die Dame, mit der ich gerade sprach, sich denn aufhielte. Bei der Antwort “Istanbul” wäre ich beinahe vom Stuhl gekippt. “Sie könnten aber ebenso gut im Kosovo oder in Berlin gelandet sein”, vervollständigte sie zu meiner immer grösser werdenden Verwirrung.

An dieser Stelle muss ich das Gespräch aus Gründen der Lesbarkeit dieses Blog etwas abkürzen. Nur noch so viel: Sie schickte dem netten Herrn in Oerlikon ein Mail, er möge sich bei mir melden. Das tat er auch noch gleichentags. Soviel zum Kundendienst von Sunrise. Ich bin mir zwar fast sicher, dass auch die Dame aus Istanbul mein Anliegen hätte entgegennehmen können. Schliesslich hatte ich Eins für Deutsch gedrückt. So nett der nette Herr aus Oerlikon auch war, er hatte mittlerweile seine technischen Möglichkeiten ausgeschöpft und sagte mir, er müsse das Problem weiterleiten. Die Firma Cablex werde sich mit mir in 24 bis 48 Stunden in Verbindung setzen.

Das tat sie schliesslich und wir vereinbarten für gestern einen Termin, an dem uns ein Techniker heimsuchen sollte. Zwischen 14.30 und 17.00 lautete die Vereinbarung. Kurz vor 17.00 erlaubte ich mir eine telefonische Rückfrage, ob mit dem Menschen noch zu rechnen sei. Doch, doch, beschied man mir am Telefon. Der Techniker sei noch bei einem anderen Kunden und werde dann als nächstes zu uns kommen. Mein innig geliebter Mitbewohner, seines Zeichens seit eh und je von kritischer Natur, wenn es um solche Aussagen geht, entspannte sich etwas. Kurz nach halb Sechs läutete es an der Türe. Ob unsere Rettung tatsächlich nahte…?

Fortsetzung folgt. HIER

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Mit Musse müssen

Als unser Auto kürzlich für den Jahres-Service in der Garage war, erhielten wir einen Ersatzwagen in Form eines Subaru Outback. Mein innig geliebter Mitbewohner zeigte sich ganz begeistert über all die neumodischen Möglichkeiten des für uns viel zu grossen Autos. Alpott piepste es ab irgendwas. Sensor hinten, Sensor vorne, Sensor überall – die komplette Überwachung. Wie von Zauberhand verlangsamte das Auto plötzlich, wenn auf der Autobahn ein Fahrzeug vor uns zu nahe war, beschleunigte wieder auf die vorherige Geschwindigkeit, wenn die Bahn frei war.

Die Zeiten, wo ich mich mit Vergnügen in ein Auto setze, um zu fahren, sind längst passé. Der viele Verkehr macht das Autofahren für mich nicht zur Musse sondern nur noch zum Müssen. Doch selbst wenn ich noch eine begeisterte Automobilistin wäre, käme diese Familienkutsche nicht in Frage. Vom Beifahrersitz aus konnte ich nämlich nicht ohne Verrenkungen ablesen, mit welchem Tempo der Mitbewohner durch die Gegend bretterte. Ergo konnte ich auch nie intervenieren, wenn des Mitbewohners Fuss zu schwer wurde. Ein Auto, bei dem ich von nebenan nicht auf den Tacho sehe – was für eine Fehlkonstruktion!

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Konkurrenz für Versailles

Um Sieben war ich das erste Mal auf. Ein herrlicher Tag begrüsste mich, als ich im Pyjama einen ersten Rundgang durch den Garten machte. Vogelgezwitscher, das sanfte Säuseln eines Windes, stahlblauer Himmel. Herrlich, aber zum aufstehen noch zu früh.

Just in dem Moment, als mein innig geliebter Mitbewohner und ich uns noch einmal im Bett räkelten und danach trachteten, gewisse zwischenmenschliche Beziehungen zu vertiefen, machte sich das Goldschätzchen bemerkbar. Es bellte lautstark und zwar so lange, dass wir nicht davon ausgehen konnten, dass einzig eine Kröte draussen gefurzt hatte. Da musste mehr los sein. Ein Ernstfall.

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Dieser schien tatsächlich eingetroffen zu sein. Zwei Fahrzeuge waren vorgefahren, ihr entsprang eine kleinere Armee. Und diese machte sich dran, den Garten auf Vordermann zu bringen. Ausgerüstet mit den neusten technischen Errungenschaften der Mechanik wurde sämtlichen Grashalmen, losen Blättern und hervorstehenden Ästchen auf den Zahn gefühlt. Fünf Mann widmeten sich unter grossem Getöse dem Garten, der nachher – so die Vermutung – den Gärten von Versailles Konkurrenz machen kann.

Unser erstes Frühstück draussen werden wir wohl auf einen anderen Tag verschieben müssen.

Düstere Aussichten

In der Zeitung stand kürzlich zu lesen, dass der Basler Futurist Gerd Leonhard schwarz male. Ich kenne diesen Herrn nicht, habe noch nie von ihm gehört. Doch er ist der Meinung, dass wir wegen exzessivem Gebrauchs von Technologie und mobilen Geräten folgende Fähigkeiten verlieren könnten:

1. Fremdsprachen lernen
2. Orientierung im Raum, weil wir uns immer mehr auf Navis verlassen
3. Reisen als selbstständiger Entdecker wegen der unzähligen Ausgeh- und Fahrplan-Apps
4. zufällig etwas Interessantes vernehmen, weil niemand mehr eine Zeitung wahllos durchblättert
5. eine schöne Handschrift

Leonhard begründet das damit, dass das Gehirn plastisch sei und – werden Teile davon nicht mehr gebraucht – die Fähigkeiten schrumpfen würden.

Sehr geehrter Herr Leonhard, ich teile Ihre Meinung durchaus, dass es mit der Menschheit wegen der Handys bergab geht. Was Sie aber vergessen haben:

7. für einfache Rechnungen die grauen Zellen aktivieren
8. sich am Tisch mit Freunden unterhalten
9. die Vorzüge einer handyfreien Zone geniessen
10. dem Nichtstun etwas Positives abgewinnen
11. kleine Details im richtigen Leben wahrzunehmen
12. die Hände frei zu haben

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Peeh Äss

Zu Zehntausenden pilgern die Autofreaks wieder nach Genf dieser Tage. Sie ergötzen sich am alljährlichen Automobilsalon, der neuerdings Geneva International Motor Show heisst, an den neusten Kreationen der Autobauer. Geifernd bewundern sie PS-schwangere Göppel, moderne Technik, futuristisches Design und Boliden, die sie sich nicht mal leisten können, wenn sie jegliche Vernunft ausschalten.

Ich kann dem nichts, gar nichts abgewinnen. Für mich muss ein Auto fahren, genügend Platz fürs Gepäck haben, mehr Ansprüche habe ich nicht.  Natürlich ist es neckisch, wenn der Scheibenwischer automatisch angeht und die Klimaanlage selber merkt, welcher Modus angebracht ist. Auch eine Anfahrhilfe lernt schätzen, wer nicht ausschiesslich in Holland unterwegs ist. Aber ob der fahrbare Untersatz in 4 oder 40 Sekunden von Null auf Hundert beschleunigt, ist für mich absolut nicht von Belang. Denn sind wir mal ehrlich, im zunehmend stärkeren Verkehrsaufkommen hierzulande gibt es doch bald nur noch eine Priorität: Ein Auto zu haben, mit dem man es sich im täglichen Stau möglichst bequem machen kann.

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7 PS auf einer Weide im Jura. Dicht gedrängt, aber staufrei.

Pünktlich versammelt

Es waren die wenigen gefreute Momente im Leben von uns Schülern. Chillig würde man heute vermutlich sagen. Die Rede ist hier nicht von den Tagen oder Stunden, die der Lehrer krankheitshalber ausfiel, sondern von den raren Momenten, wo wir zwar Schule hatten, aber nicht im Klassenzimmer verharren mussten. Gemeint sind hier – damit das gleich klar ist – nicht Turn- und Schwimmlektionen, die aus diversen Gründen nicht im Klassenzimmer stattfinden konnten. Frau Flohnmobil als Kind war nämlich die Unsportlichkeit in Person, hatte an körperlicher Ertüchtigung also keinen grossen Gefallen gefunden. Nein, hier geht es eindeutig um ein Ereignis, das uns Schüler alle gleichermassen faszinierte.

Es waren jene spannenden Momente, wo wir uns ausserhalb des eigenen Klassenzimmers mit den Stühlen alle ganz nahe neben einander hinsetzen mussten, während der Lehrer vorne etwas zurechtrückte, an Kabeln zerrte, Knöpfe drückte. Gebannt starrten wir nach vorne. Mit etwas Glück ging der Fernseher rechtzeitig an, denn das Programm wartete nicht auf uns. Wir mussten zur vorgegebenen Zeit vor der Glotze sitzen, wenn das Schulfernsehen über die Mattscheibe flimmerte. Videorekorder oder gar zeitversetztes Fernsehen war in den Siebzigerjahren noch etwas, was nur im Raumschiff Enterprise stattfand.

Womit die Lehrer bzw. die Pädagogen jenseits des Bildschirms uns abfütterten? Keine Ahnung mehr. Im besten Fall war es ein Stoff, den wir ohnehin gerade durchnahmen. Vielleicht in der Geschichtsstunde, der Geografie oder vielleicht ein französisches Filmchen. Letzteres mit deutlich weniger grossem Seh- und insbesondere Hörvergnügen. Bestimmt mussten wir alle gute Augen haben, denn der Röhrenfernseher (war die Ausstrahlung überhaupt schon in Farbe?) dürfte nicht annähernd die Dimensionen eines heutigen, wandfüllenden Flachbildschirms gehabt haben.

Das alles ereignete sich noch in der guten alten Zeit, als die ganze Familie am Samstagabend gemeinsam vor dem Fernseher sass und Teleboy, Am laufenden Band oder sonst eine Unterhaltungssendung anschaute. Es war die gute alte Zeit, als am Sonntag noch keine Werbung ausgestrahlt wurde. Es allerdings auch nur sehr wenige Fernseh-Kanäle gab. Unsere Auswahl bestand damals in Schwiezer (heute SF1), Düütsch eis (ARD) oder Düütsch zwei (ZDF).

Mittlerweile ist die Auswahl an Kanälen wesentlich grösser. Was nichts über die Qualität der ausgestrahlten Sendungen aussagt. Im Hause Flohnmobil hat man sich einen technischen Ruck gegeben und schaut neuerdings digital fern. Mit allen Schikanen wie zeitversetztem Fernsehen, Aufnahmefunktionen, Live Pause. Mit den 246 Sendern sind wir definitiv überfordert. Und bis ich mich daran gewöhnt habe, dass ich mit Abwaschen nicht pünktlich zum Beginn der Hauptausgabe der Tagesschau fertig sein muss, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Ab ins Kästchen mit dir!

In einem Einkaufszentrum in Schweden haben wir eine Handy-Ladestation angetroffen. Dem Vernehmen nach sind alle gängigen Steckeranschlüsse vorhanden, so dass man seinen unentbehrlichen Begleiter eine halbe Stunde lang wegschliessen kann, damit er nachher wieder voll im Saft ist. Gratis.

Gibt es so etwas bei uns auch?

Stilgerecht mit dem Handy fotografiert. Deshalb die etwas seltsame Perspektive.

Von Jenseits

Die Szene: Esstisch.
Die Protagonisten: Zwei Elternteile, drei ihrer Kinder im Alter von 16 – 22 Jahren, Herr und Frau Flohnmobil.

Es wird berichtet, gegessen, erzählt, gelacht. Die Jugend beteiligt sich teilweise, wird es ihr zu langweilig, nimmt jeder der Drei ziemlich schnell ihr/sein Smartphone hervor, das ohnehin stets in Reichweite liegt. Worte könnten es nicht deutlicher ausdrücken, dass die Konversation zu gruftilastig geworden ist.

Auch die beiden Eltern schaffen es nicht, einen ganzen Abend lang ohne einen Blick in ihr Smartphone auszukommen. In der Wohnküche ist mindestens eines der beiden Notebooks ständig eingeschaltet, ständig online. Ich kann mir nur annähernd vorstellen, welch digitaler Vollwaschgang im Obergeschoss des Hauses abläuft, war doch die Rede davon, dass dort Swisscom-TV installiert sei, während im Wohnzimmer eine Satellitenschüssel für mehrere hundert Fernsehprogramme sorgt.

Die ständige Erreichbarkeit, das Rund-um-die-Uhr-online-Programm, die Angst, etwas zu verpassen, zu spät zu vernehmen, eine Sekunde lang nicht wissen, was mit sich anzufangen. Nie still, nie unverdrahtet. Krampfhaft immer auf dem neusten Stand der Technik. Ein Zeichen unserer Zeit, ich weiss. „Das ist einfach so“, würden mir die fünf Protagonisten vom Esstisch in profunder Selbstverständlichkeit sagen.

Ich konnte mich diesem Sog bis jetzt entziehen. Ich schätze mich glücklich und zufrieden, wenn ich einmal (pro Tag, nicht pro Stunde!) meine Mails checken, in meinen Blog schauen kann, danach wird der Computer wieder runtergefahren. Ich habe noch einen Festnetz-Anschluss und keine Ambitionen, diesen zu kündigen. Und ich werde wohl die Letzte, die Allerletzte auf dieser Welt sein, die noch mit einem ganz, ganz lapidaren Handy telefoniert. Einmal mehr muss ich erkennen, dass ich auf dem direkten Weg bin, ein Digitaler Neandertaler zu werden.