Nur 4 Grad

4 Grad Temperaturdifferenz, das tönt nicht nach wahnsinnig viel. Und doch…

Wie ich schon mal in einem Post erwähnt habe, wurde in unserem Haus die Heizung ersetzt. 4 Tage mussten 12 Haushalte ohne Heizung auskommen, 3 Tage ohne Warmwasser.

Es war definitiv unangenehm kalt. Was für verwöhnte, verweichlichte Säcke wir doch sind! Wenn wir mal nicht mindestens 23 Grad in der Wohnung haben, frieren wir uns einen ab. Früher waren das Wohnzimmer und die Küche geheizt, in der Regel mit dem Kachelofen in der Stube und dem Holzofen in der Küche. In allen anderen Räumen war es im Winter kalt oder saukalt.

Was sind also 4 Tage in einer Wohnung, wo es jeden Tag ein Grad kälter wird? Nichts, ausser die Erkenntnis, in welchem Komfort wir doch leben; mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Häuser warm sind, das Warmwasser nahezu unbeschränkt fliesst. Eigentlich könnte so eine notfallmässige Heizungserneuerung mitten im Winter dazu dienen, das eigene Tun mal wieder zu überdenken. Dass es nicht zum Grundrecht eines Menschen gehört, im Januar im T-Shirt in der Wohnung rumzusitzen zu können und jeden Tag die Badewanne zu füllen.

Der Effekt wird wohl bald verpufft sein. 

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