Neulich im Fitness-Center

Da lag etwas. Es gehörte nicht dorthin. Von weiblicher Neugierde getrieben schaute ich genauer hin. Ach so, ein Akku am Strom. Hmmm.

Nun ist es ja ein Widerspruch in sich, wenn man mit dem E-Bike ins Fitness-Center fährt. Allerdings dürfte ich dann dort gar nie mehr hin, fahre ich doch meist mit dem Auto oder mit ÖV. Bestimmt jedoch nicht aus eigener Kraft.

Na jedenfalls fand und finde ich es ziemlich dreist, wenn man die (Haartrockner-)Steckdose missbraucht, um daheim Strom zu sparen. Es kann mir niemand weis machen, dass die Betroffene gerade noch mit dem letzten Hauch Strom das Fitness-Center erreichen konnte. Und rein zufällig das Ladekabel dabei hatte .

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Der beinahe geglückte Versuch eines neuen Rekordes

Eine weitere Episode aus unserem Fitness-Club. Sie hat sich heute ereignet, hat aber mit dem Datum wenig zu tun.

Ich stand schon ein paar Augenblicke in der Garderobe und war im Begriff, mich fürs Training umzuziehen. Da ich – im Gegensatz zu vielen anderen Leuten – immer in normaler Kleidung ins Training fahre, stand demnach ein 100 prozentiger Tenüwechsel an. Da kam sie in die Garderobe. Ich kenne sie, zumindest dem Namen nach. Sie ist eine dieser jungen, durchtrainierten übermotivierten Mütter, die immer alles auf den letzten Drücker macht, nahezu täglich ins Training geht, im Fitness-Club selber sogar Lektionen gibt, ihre Kinder immer erst im Hort abholt, wenn er eigentlich schon zu wäre.

Sie kam vom Training zurück als ich dran war, mich für selbiges umzuziehen. Ich bin keine zwanzig mehr, dennoch kann ich durchaus noch agile, treffsichere und auch schnelle Bewegungen vollführen. Allerdings war ich nicht in Eile und zog mich deshalb in normalem Tempo um. Als ich als Letztes meine Turnschuhe schnürte, meine Tasche mit den Utensilien verstaute und den Zweifränkler ins abschliessbare Kästchen einwarf, war sie bereits auf dem Weg nach draussen. In Rekordzeit hatte sie sich nicht nur umgezogen, sondern auch noch geduscht.

Sie stürmte direkt vor mir zur Garderobentüre hinaus. Im Grunde genommen war ich tief beeindruckt von dem Tempo, das sie an den Tag gelegt hatte. Doch dann kam alles ganz anders. Sie nahm im Laufschritt ihr Handy hervor – und ich wäre beinahe von hinten in sie hineingeprallt. Beim Anblick ihres Handys schien Zeit plötzlich nicht mehr wichtig zu sein.

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Herzlose Mithörer

Er lag auf dem gepolstertem Schragen. Nicht ganz passend zu seinen wenigen Kleidern trug er einen knallig-bunten Ohrenwärmer. Keiner kümmerte sich um ihn. Alle gingen um ihn herum, ignorierten ihn so gut es ging. Und das waren nicht wenige an diesem trüben Tag.

Es waren sonderbare Töne, die er von sich gab. War es nur ein Röcheln oder doch ein Stöhnen? Ich konnte es nicht ganz zuordnen. Aber mein Gott, warum kümmerte sich keiner um den armen Mann? Was für eine herzlose Gesellschaft wir doch sind, jeder schaut nur für sich selbst!

Aber ganz ehrlich gesagt, wollte ich es auch nicht so genau wissen. Und so ignorierte ich tapfer das immer lauter werdende Stöhnen und absolvierte meine Übungen im Krafttraining. Ich bin mir sicher, wenn die besagte Person mal ihre beschallenden Ohrenwärmer abgenommen hätte, wäre sie ab ihrem eigenen Stöhnen und Grochsen erschrocken. Die Lärmbelästigung wäre zu einem jähen Ende gekommen.

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Einmal mehr musste ich mich fragen, wieso Männer nicht lautlos vor sich hin trainieren  können. Wir Frauen schaffen das.

Wer sich noch etwas mehr ins Thema vertiefen will, dem sei die Lektüre dieses Blog-Beitrags aus meinen Anfangs-Zeiten wärmstens empfohlen.

 

Das Ferienproblem

Mit netten Worten meldet mir der Fitness-Club, dass mein Abo demnächst abgelaufen sei, und ob ich denn Ambitionen hätte, selbiges zu erneuern.

Was mir an unserem Fitness-Club seit jeher positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass einem die Zeit für Abwesenheiten diverser Couleur bei einer Abo-Erneuerung gutgeschrieben wird. Das Ganze hat auch einen Namen, nämlich „Time-Stop“ und macht den vierstelligen Jahresbeitrag etwas Portemonnaie freundlicher. Bevor man in die Ferien geht, meldet man sich an der Rezeption ab, hat man es vergessen, kann man sich die Ferienzeit auch im Nachhinein gutschreiben lassen. Das kundenfreundliche System funktioniert eigentlich recht gut.

Dennoch stimmt meine Zeit-Rechnung mit derjenigen des Clubs nicht ganz überein und ich musste intervenieren. 25 Wochen Time-Stop in 22 Monaten ist doch etwas gar wenig.