Scherben bringen Ärger

Scherben bringen Glück, sagt die Redewendung. Ich finde, Scherben bringen vor allem eines: Ärger.

Alle paar Wochen wieder steht selbst in meinem Einpersonen-Haushalt ein Entsorgungs-Gang an. Zeitungen, Karton, Altglas, ausrangierte Kleider, Metall und was man sonst noch besser an die “Wertstoffsammelstelle”, wie das bei uns so charmant heisst, zurückbringt, als es in den Abfall zu schmeissen. Wie immer stellte ich alles im Hauseingang bereit, fuhr mit dem Auto vor die Türe und begann einzuladen.

Da geschah es. Zuerst krachend, dann klirrend, kurz darauf fluchend (allerdings aus anderer Quelle) landete der Sack mit dem Altglas auf dem Boden. Die Henkel der Tragtasche, in der ich seit Jahren vorwiegend die leergetrunkenen Weinflaschen, ab und an mal auch ein Konfitürenglas oder Ähnliches, sammle, waren gerissen.

Wäre ich in Amerika, würde ich jetzt den Hersteller dieses Tragtasche verklagen. Ich würde darauf bestehen, dass nirgends ein Hinweis angebracht sei, dass diese Henkel nach hundert Jahren draussen am UV-Licht auch mal reissen können. Ich würde behaupten, aufgrund dieser Nachlässigkeit hätte ich eine Psychose eingefangen und könne in Zukunft nicht mehr ohne Begleitung mein Altglas entsorgen, weil ich immer wieder vom Schrecken dieses Ereignisses eingeholt werden würde. Ich würde darauf bestehen, dass mir der schlampige Hersteller dieser Tragtasche nicht nur Schmerzensgeld zahlen, sondern auch permanent einen Mitarbeiter abstellen würde, dem ich das vermaledeite Altglas mitgeben kann. Jawohl, das würde ich!

Weil wir hier aber nicht in Amerika sind, nahm ich nur kleinlaut s’Schüüfeli und Wüscherli aus dem Putzkasten, wischte die Sauerei auf und hoffte, dass mir niemand im Treppenhaus dabei zusah.

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Beinahe zu spät bemerkt

Es dauerte eine nicht in Anzahl Tage zu fassende Weile, bis wir die Veränderung bemerkten.

Zuerst ist uns aufgefallen, dass das Auto immer vor der Haustüre steht. Dann haben wir geglaubt, sie schon länger nicht mehr gesehen zu haben. Auch das charakteristische Geräusch des Türschlosses hat auf sich warten lassen. Schliesslich haben wir uns eingebildet, es habe schon erfreulich lange nicht mehr gestunken im Treppenhaus.

Die Summe aller Erkenntnisse kann nur eines bedeuten: Unsere Nachbarn sind in den Ferien.

Das mögen wir ihnen von ganzem Herzen gönnen. Aber noch viel mehr uns und den anderen Bewohnern im Haus. Wo immer sie hin verreist sein mögen – hoffentlich halten sie es noch ganz, ganz lange dort aus.



Und nun noch zur Auflösung des Rätsels des gestrigen Beitrags. Es handelt sich, wie richtigerweise getippt wurde, um Käsebretter. Sauber gereinigt harren sie ihrer Verwendung. Entdeckt habe ich die Bretter aus Fichtenholz bei einer grossen Käserei auf dem Urnerboden, die den Aufschriften nach zu schliessen auch die Migros beliefert. In der Vollversion sieht das Bild so aus:

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Oder so:

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Wen es interessiert, hier finden sich einige Hinweise zu Käsebrettern und deren Pflege.

Die Polizei – dein Freund und Bedufter

Und da waren noch diese beiden Schroter (ein nicht gerade netter Begriff für “Polizist” hierzulande), die mitten auf der Strasse standen, als wir in den Ferien einen Ausflug in ein Seitental machten, und den Verkehr aufhielten. Der besorgte Blick meines innig geliebten Mitbewohners ging in Richtung Tacho. Er würde doch nicht schon wieder zu schnell gefahren sein…?

Der Mitbewohner liess die Scheibe runter und der Polizist erklärte in perfektem Französisch, das ich gerade noch so verstand, dass sie hier seien, um auf den “Rentrée” aufmerksam zu machen. Den Schulbeginn also. Erleichterung machte sich im Fahrzeuginneren breit, während der Polizist einen in Cellophan eingeschweissten Dufti reichte und uns eine gute Fahrt wünschte.

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In einem Anflug von Euphorie riss ich die Verpackung auf und befestigte das Männchen mit den Kinderaugen am Innenspiegel. Das war wohl etwas gar voreilig, wie ich kurze Zeit später reuevoll eingestehen musste. In der Westschweiz mag die Duftnote vielleicht als angenehm gelten, der Mitbewohner und ich aber befanden unisono, dass es stinke.

Zurück in der Ferienwohnung verpackte ich das duftende Mahnmal satt in einen Plastiksack, was es aber nicht davon abhielt, weiterhin – wenn auch etwas weniger aufdringlich – vor sich hin zu duften. Zum Wegwerfen war mir das Männchen viel zu schade. Zu Hause würde ich es im Treppenhaus aufhängen. Dort wird es wertvolle Dienste erweisen. Denn kein synthetischer Duft der Welt kann bekanntlich grässlicher stinken, als das, was zu der Wohnungstüre vis-à-vis herausmieft.

Wie oben erwähnt, ist „Schroter“ eine der vielen unrühmlichen Bezeichnungen für Polizist. Wie sagt ihr?

Die Wurzelbehandlung

Du musst das Übel an der Wurzel packen, sagte ich mir, und schritt zur Tat. Und das unverzüglich, hemmungslos und nahezu raumgreifend.

Es hatte mal wieder so erbärmlich gestunken in unserem Treppenhaus, dass Lüften alleine nur kurzzeitig Abhilfe schuf. Sobald die Wohnungstüre zum besagten Loch wieder aufging, würde die Stinkerei von vorne beginnen. Also begann ich – und das nicht zu knapp – mit meiner olifaktorischen Gegenwehr. Die Duftnote mag nicht jedermanns Geschmack entsprechen, aber sie ist von edler Abstammung, stammt sie doch aus dem Lande des Goldschätzchens. Und bekanntermassen vertreibt sie schlechte Gerüche. Leider nur die Gerüche und nicht deren Verursacher.

Immerhin weiss man nun, wonach es bei uns im Treppenhaus stinkt riecht.

Studienobjekte

Es gibt über alles Studien und bestimmt auch über mein heutiges Blog-Thema. Irgendjemand hat bestimmt schon mal drüber gebrütet und fundierte, wissenschaftlich-psychologisch wasserdichte Erkenntnisse daraus gezogen. Ich dagegen habe heute nur eine kleine Feldstudie betrieben. Wovon mit „Feld“ unser Treppenhaus gemeint ist. Interessant, was sich da so alles ansammelt vor den jeweiligen Wohnungstüren.

Lassen sich aus dem Türvorleger Rückschlüsse auf die Bewohner hinter der Türe ziehen? In einem Fall bin ich mir gaaaanz sicher.

Aber jetzt seid ihr dran: Welcher Teppich liegt vor unserer Wohnungstüre? Gehören wir zu den Kratzbürstigen, den Herzlichen, den Verkehrten oder…?

Einen kleinen Tipp habe ich für euch: Unser Teppich hat unmittelbar vor der Aufnahme den Staubsauger über sich ergehen lassen. Da ist mir auch die Idee zu diesem Blog gekommen.

Also, welcher Teppich gehört uns und wieso?