Hilfe – ich schrumpfe!

Ich habe mir ein Pyjama gekauft. Grösse S. Ohne Anprobe im Laden. Zuhause die Erkenntnis: Oben schlottert die Hose; unten stehe ich auf ihre Beine.

Ja was denn nun? Bin ich etwa eingegangen! Früher trug ich Grösse M oder 38. Seither bin ich weder kleiner geworden noch dünner. Und trotzdem muss ich zur kleineren Konfektionsgrösse greifen, wahrscheinlich bald in der Kinderabteilung einkaufen. Und das alles, weil die Menschheit immer fetter wird und ihr so vorgegaukelt wird, so schlimm könne es ja nicht sein, wenn die Kleidergrösse seit Jahren die gleiche bleibe. Haha!

Ich bin noch immer 1,68 m gross. Und mein Gewicht halte ich seit Jahren. Nicht aufgrund familiärer Veranlagung und guter Gene, sondern dank Disziplin.

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17A

Es dauerte lange, sehr lange, genau genommen fast bis zur letzten Minute, bevor ich einen Nachbarn erhielt. Ich sah ihn von weitem und wusste: Das Unheil naht. Als er auf meiner Höhe sein Handgepäck versenkte, rutschte sein T-Shirt in der Grösse Einmann-Zelt hoch und gab einen Blubberbauch frei. Igitt!

Mir wurde bange. Wenn dieser Sumo-Ringer sich unmittelbar neben mir nieder liess, würde es eng werden. Denn genau genommen passte er nie und nimmer in einen einzelnen Sitz rein. Weder in der Länge und erst recht nicht in der Breite.

Der Koloss liess sich plumpsen. Glücklicherweise blieb zwischen uns ein Sitz frei. Doch diesen nahm er bis zur Hälfte in Beschlag. Als das Frühstück serviert wurde, klappte er das Tischchen neben sich runter. Quer zu essen erwies sich aber für den Fleischberg als zu beschwerlich. So klappte er das Tischchen vor sich runter, hievte seine Wampe drauf und auf den bescheidenen Streifen Platz, der noch blieb, stellte er das Tablett. Das alles betrachtete ich mit einer nicht zu geringen Portion Abscheu, während ich noch locker Platz hatte, eine Serviette in meinem Schoss zu entfalten, bevor ich mich über mein Frühstück hermachte.

Dieses widerliche Geschöpf neben mir, das der Kategorie Ü150 angehört, verbrachte die Reise mehr oder weniger quer zur Flugrichtung. Und zu seinem grossen Übel musste die halbe Portion von Sitz 17A auch noch vor der Landung aufs Klo. Wie unsensibel!

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Nackte Tatsachen

Man liest so einiges in der Zeitung, das einem den Kopf schütteln lässt. Kürzlich las ich etwas so Unglaubliches, dass mit vor lauter Schütteln bald der Kopf abgefallen wäre.

Nacktrestaurant will seine Gäste schlank und reich
lautete der Titel einer kurzen Meldung, und ich hoffte innbrünstig, der vierte Buchstabe würde sich vor meinen Augen in ein H verwandeln. Aber der Gefallen wurde mir nicht erwiesen. Sinngemäss stand in dem Artikelchen Folgendes:

In Melbourne gibt es schon länger eines, in London seit kurzem und in Bälde auch in Tokio. Man könne in den Lokalen “ohne lästige Kleider” dinieren. Allerdings darf man nicht mehr als 15 Kilo Übergewicht haben, sonst solle man bitte von einer Tischreservation absehen. Das mit gutem Grund, denn schon der Eintritt alleine kostet umgerechnet 720 Franken. Allfälliges Essen – sofern einem der Appetit beim Anblick der anderen Gäste noch nicht vergangen ist – nicht inbegriffen. Notfalls muss man beim Eingang auf eine Waage stehen und wird bei zu viel Speck nicht eingelassen. Kriegt aber auch sein bereits entrichtetes Eintrittsgeld nicht zurück. Man darf weder sehr jung noch allzu gereift sein. Denn es sind nur Gäste zwischen 18 und 60 Jahre erwünscht. Tätowierten bleibt der Zugang zur nackten Gaumenfreude ebenfalls verwehrt.

Es ist bereits wieder ein paar Wochen her, seit die Meldung in der Zeitung erschienen ist. Ich muss auch heute noch den Kopf darüber schütteln. Wie kann man nur! Ist die Menschheit gänzlich am durchdrehen? Was soll daran begehrenswert sein, füdliblutt an einem Tisch zu sitzen und gediegen zu speisen?!? Ich bin nicht prüde, aber nackt setze ich mich auch zu Hause nicht an den Tisch.

Für mich ergibt sich aus diesem Sachverhalt nur eine Konsequenz: Ich werde fortan nur noch in vegetarischen Restaurants essen. Dort kriege ich garantiert kein Fleisch zu Gesicht.

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Das Internet ist eine feine Sache. Man findet so vieles. Und so vieles, das man sucht, findet man nicht. Zumindest nicht auf Anhieb.

Im letzten August hatte ich einen Aufruf gestartet, ob jemand sich an das Plakat “Wundere Dich nicht wandere” erinnern könne. Es konnte niemand. Zumindest nicht auf Anhieb.

Doch vor wenigen Tagen schrieb mir jemand einen Kommentar auf den damaligen Beitrag. Das seinerzeitige Plakat sei bei ihnen vor kurzem eingescannt worden. Mit “ihnen” so viel darf ich verraten, ist die SZU gemeint, in der Vollversion: die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG.

Natürlich wollte ich wissen, auf welchen unergründlichen Wegen die Person auf meinen Blog gestossen sei. Und das wiederum ist wenig mysteriös. Es wurde nämlich einfach “wundere dich nicht wandere” gegoogelt.

Und nun will ich euch das Plakat, das in meiner Kindheit an den Bahnhöfen des betroffenen Bahnunternehmens hing, nicht mehr länger vorenthalten. Ich finde es extrem lässig, dass es mir zur Verfügung gestellt wurde.

Voilà:

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TV-Tipp

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Ich weiss, dass ich etwas einfach gestrickt bin. Aber über solche Sachen muss ich einfach schmunzeln.

Wenn ich mich mal nicht mehr drüber amüsieren kann, gehöre ich entweder selber zum breiten Publikum oder zum toten Publikum.

Entdeckt im K-Tipp Nr. 16/2015.

Frühlingsrollen mit Nutella

Wenn du das Nutella-Glas an dein Ohr hältst,
kannst du ganz leise eine Bikini-Figur weinen hören.

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Der Spruch stammt nicht von mir, aber ich finde ihn originell. Vielleicht auch nur deshalb, weil sich meine Bikini-Figur von Nutella nicht beirren lässt.

Eine köstliche Bezeichnung für das, was der Figur mitunter etwas abträglich ist, habe ich kürzlich gehört: Frühlingsrolle. Das tönt doch viel hübscher als Speckschwarte, Beule, Pirelli oder Wampe.

Und nun stelle ich mal wieder eine meiner Lieblings-Fragen:

Wie nennt ihr in eurem Dialekt das Zuviel an Figur?

Wal-Beobachtungen

Aus zuverlässiger Quelle weiss ich, dass es in den Hallenbädern in den letzten Tagen ziemlich ungeruhsam zu und her gegangen sein muss. Obschon ich im Zeichen des Wassermanns geboren wurde, kann ich dem Element Wasser nicht sehr viel abgewinnen. Mein treuer Leser Stephan jedoch umso mehr. Und von ihm stammt der folgende, leicht angepasste Text:

Schwimmen ist nur Wasserverdrängung. Macht mir aber Spass durch das Wasser zu gleiten. Wenn der Mosaikboden unter einem weg rinnt. Das Geräusch der Luftperlen an das Trommelfell klopft.

Kein Lärm, kein Rummel wie im Shopping Center oder auf der Skipiste, Ruhe nur die Ruhe. Mal hin mal her, hast du von einer Schwimmbewegung genug, wechselst zu einer Anderen. Oder, beachtest wie deine Hände ins Wasser tauchen, dich vorwärts ziehen, unterstützt von Beinbewegungen, die dem Takt der Melodie in deinem Kopfe folgen.

Mein Schwimmtrainer fasste Schwimmen so zusammen: „Eine Sportart bei der du dich bloss entspannt hinzulegen brauchst!“ Von den lahmen Armen nach den Trainings hat er nie gesprochen. Schwimmen kann ja so gemütlich sein.

Am See aufgewachsen, war schwimmen können so etwas wie Pflicht. Lachen muss ich heute, wenn ich an die gestrickte Badehose denke mit der ich damals ins Wasser stieg um von meinem Vater den klassischen Bruststil beigebracht zu bekommen. Geübt habe ich bäuchlings auf der Betonröhre liegend, welche von den Häusern in Ufernähe in den See hinaus verlegt worden war. Was die Röhre in die Tiefe des Sees ergoss, beschreibe ich hier besser nicht.

Na, da hat mir Stephan doch gleich mehrere Argumente geliefert, dass ich nicht so daneben liege, wenn ich mir das Wasser lieber von aussen anschaue. Nicht, dass ich einen gestrickten Badeanzug hätte, aber die Wasserverdrängung in den Hallenbädern dürfte aufgrund der Kalorienbilanz der Festtage doch etwas unüblich hoch sein. Und für Wal-Beobachtungen ziehe ich ohnehin ein anderes Terrain vor. Beispielsweise dieses hier.

Vierbeinig und rund

Sie hätten ihren Hund einschläfern müssen, erzählte sie mir. „Ist mir gar nicht aufgefallen, dass die vierbeinige Wurst nicht mehr hinter dir her watschelt“, wäre die ehrliche Antwort gewesen. Doch manchmal ist man im Leben auf der besseren Seite, wenn man nicht direkt sagt, was man denkt. Wiewohl, es hätte der Wahrheit entsprochen. Nicht umsonst heisst es: Wie der Meister, so der Hund. Selten traf dieser Spruch in Bezug auf die Figur besser zu. Der Hund hätte schlechte Blutwerte gehabt, monierte sie weiter. Na wen wunderts, gebt ihm nur noch mehr Goodies zu fressen!

Erfahrungsgemäss konnte das Gejammer noch lange dauern. Doch zu meiner grossen Erleichterung wechselte sie das Thema. Vom toten Hund zum neuen Hund. Der war nämlich bereits bestellt, ja sogar entworfen geworfen. Der neue Hausgenosse war in einer Woche abholbreit.

Die Wurstproduktion kann also fast nahtlos weitergehen. Samt Stammbaum.

Massvoll

Schon als ich den grossen Umschlag aus dem Briefkasten nahm, wusste ich aufgrund des Absenders, dass dies der neue Bademode und Dessous-Katalog der Firma Sportswear 24 sein würde. Stutzig machte mich das dicke Etwas, das sich darin befand.

Briefbombe?

So vorsichtig wie es meine Neugierde zuliess öffnete ich den Umschlag. Zum Vorschein kam ein schwarzes Massband. Ich war gerührt. Nein wie fürsorglich! Damit ich auf Anhieb die richtige Grösse bestelle und mich nicht lange damit aufhalten muss, ein Massband zu suchen (was mich von meinen Konsumabsichten ablenken könnte), haben überaus rücksichtsvolle Werber ein Massband mitgeschickt.

Ich entrollte das schwarze Kunststoffband. 150 Zentimeter lang. Wow! In meinem Hirn beginnt es sofort zu rattern. 150 Zentimeter Hüftumfang, das gäbe ja glattweg zwei Beas. Zarte Dessous in Einmannzeltgrösse? Huch! Bikini-Oberteile, die man sich problemlos als Hut aufsetzen könnte. Mich schauderts.

Ich muss an dieser Stelle meine alte Forderung auffrischen, dass Bikinis allerhöchstens bis Grösse 42 gefertigt werden dürfen. Und Bierbäuche gehören in einen schicken Ganzkörper-Badeanzug. Meine Augen würden sich freuen.

Wie man sich füttert, so wiegt man

Die WHO musste zuerst eine breit angelegte Studie in Auftrag geben, um das herauszufinden, was meine Augen schon sei längerem mit Schrecken beobachten: Die Menschheit wird immer dicker. Sie frisst zu viel und sie bewegt sich zu wenig.

Mir tun nicht all die Leute Leid, die zu fett sind, denn in den meisten Fällen sind sie selber schuld daran. Nein, mich bedauern Leute wie Pflegepersonal oder Rettungsmannschaften, die sich mit solchen Bombern von Berufes wegen herumschlagen müssen.

Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, wie man sich so viel anfressen kann, dass man schliesslich nur noch in der Zeltabteilung Kleider kaufen kann. Den Spruch „Dicke sind gemütlich“ lasse ich nicht gelten, denn in meinem Bekanntenkreis hat es ganz viele ganz schlanke Menschen, die sehr, sehr gemütlich und umgänglich sind.

Die ganze Schuld auf Fertigprodukte, Stress und mangelnde Zeit für körperliche Betätigung abzuschieben, ist zu einfach. Wer wirklich will, kann sich auch Zeit nehmen, zum sich im Alltag zu bewegen. Zwischen gar nichts tun und auf einen Marathon hin trainieren gibt es schliesslich viele Zwischentöne.

Ich kann mein Gewicht nämlich auch nur halten, indem ich viel und regelmässig Sport treibe. Denn Essen, das steht ausser Frage, ist eine wunderbare Sache, die Spass macht und ausserdem einen grossen Teil unserer Zeit einnimmt. Wer mir Letzteres nicht glaubt, soll einmal einige Tage lang Fasten. Einfach nichts essen, nur trinken. Er wird staunen, wie viel mehr Zeit übrig bleibt, wenn nicht eingekauft, gekocht, gegessen und abgewaschen werden muss.

Ich bin stolz, dass selbst ich in der WHO-Studie erwähnt wurde. Die Schweizerinnen haben nämlich europaweit den tiefsten Body Mass Index. Und da bin ich auch dran beteiligt, obschon ich weit davon entfernt bin, ein Klappergestell zu sein.

Mit Rücksicht auf Ästheten habe ich das heutige Bild stark verkleinert. Wer es partout nicht lassen kann, klicke direkt auf das Anschauungsbeispiel. Aber es soll niemand sagen, er sei nicht vorgewarnt gewesen!