Der beinahe geglückte Versuch eines neuen Rekordes

Eine weitere Episode aus unserem Fitness-Club. Sie hat sich heute ereignet, hat aber mit dem Datum wenig zu tun.

Ich stand schon ein paar Augenblicke in der Garderobe und war im Begriff, mich fürs Training umzuziehen. Da ich – im Gegensatz zu vielen anderen Leuten – immer in normaler Kleidung ins Training fahre, stand demnach ein 100 prozentiger Tenüwechsel an. Da kam sie in die Garderobe. Ich kenne sie, zumindest dem Namen nach. Sie ist eine dieser jungen, durchtrainierten übermotivierten Mütter, die immer alles auf den letzten Drücker macht, nahezu täglich ins Training geht, im Fitness-Club selber sogar Lektionen gibt, ihre Kinder immer erst im Hort abholt, wenn er eigentlich schon zu wäre.

Sie kam vom Training zurück als ich dran war, mich für selbiges umzuziehen. Ich bin keine zwanzig mehr, dennoch kann ich durchaus noch agile, treffsichere und auch schnelle Bewegungen vollführen. Allerdings war ich nicht in Eile und zog mich deshalb in normalem Tempo um. Als ich als Letztes meine Turnschuhe schnürte, meine Tasche mit den Utensilien verstaute und den Zweifränkler ins abschliessbare Kästchen einwarf, war sie bereits auf dem Weg nach draussen. In Rekordzeit hatte sie sich nicht nur umgezogen, sondern auch noch geduscht.

Sie stürmte direkt vor mir zur Garderobentüre hinaus. Im Grunde genommen war ich tief beeindruckt von dem Tempo, das sie an den Tag gelegt hatte. Doch dann kam alles ganz anders. Sie nahm im Laufschritt ihr Handy hervor – und ich wäre beinahe von hinten in sie hineingeprallt. Beim Anblick ihres Handys schien Zeit plötzlich nicht mehr wichtig zu sein.

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