Wohin damit?

Lidl gehört nicht mehr zu den Läden, die ich regelmässig aufsuche. Das hat nicht nur damit zu tun, dass ich Migros und Coop einfach zu Fuss erreiche, während ich zu Lidl das Auto bräuchte oder einen Marsch ins Industriegebiet auf mich nehmen müsste.

Dennoch ist es manchmal ganz kurzweilig, sich den chinesischen Qualitäts-Schrott anzuschauen, der dort verkauft wird. Und zugegeben, Lebensmittel sind günstiger als bei Migros und Coop.

Das war vielleicht auch der Grund, weshalb wir damals dieses Viererpack Bio-Äpfel kauften. Mittlerweile sind sie gegessen und der Bergler wollte die Verpackung entsorgen. Und erlebte dabei eine Überraschung. Auf dem vermeintlichen Karton steht “Diese Schale besteht aus Graspapier”. Stirnrunzeln. Graspapier? Haben wir noch nie gehört. Völlig uneins, wie das Teil nun artgerecht entsorgt werden soll, wandten wir uns in unserer grossen Not an Lidl.

Noch steht die Antwort aus. “Aufgrund der aktuellen Lage sind unsere Kapazitäten eingeschränkt. Wir erhalten aktuell sehr viele Anfragen und versuchen diese zeitnah zu beantworten.”  Der Bergler und ich müssen weiterhin rätseln, ob wir das Stückchen Irgendwas ins Altpapier geben sollen, in die Kartonsammlung oder der erstbesten Kuh verfüttern.

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Ein weitgereistes Teil

Es ist eins dieser Teile, über die ich schon lange mal schreiben wollte. Es ist bemerkenswert klein, bemerkenswert weitgereist und in erster Linie bemerkenswert zäh.

Während andere Kunststoff-Verpackungen gerade mal den Weg vom Laden heim in die gute Stube finden und dann im Abfall landen, begleitet mich dieses Teil schon über 20 Jahre. Ich kann mich genau erinnern, wo ich es gekauft habe: Beim allerersten Grosseinkauf, den mein Mann und ich tätigten, als wir im März 1999 endlich unseren Camper einigermassen fertig eingerichtet hatten und den Molloch Los Angeles hinter uns lassen konnten.

Das Teilchen gefiel mir wegen seiner Grösse, nichts desto trotz war ich auf seinen Inhalt erpicht. Während dieser einer gewissen Vergänglichkeit unterworfen war, avancierte seine Verpackung zum nachfüllbaren Dauerbrenner. Sie begleitet mich seither auf jeder einzelnen meiner Reisen, egal wie lang oder kurz. Die Wattestäbchen stecken immer in einem Fach meines Necessaires (zu deutsch: Kulturbeutel). Vor kurzem besorgte ich mir ein neues Necessaire (welch Wunder, nach über 15 Jahren führte Jack Wolfskin das gleiche Modell noch immer im Sortiment). Die Kunststoff-Verpackung musste sich also nicht gross umgewöhnen. Ich mich im übrigen auch nicht.

Keine Ahnung, wie oft ich schon Wattestäbchen nachgefüllt habe. Es dürften über die Jahre bestimmt über hundert Mal gewesen sein. Zugegeben, die Verpackung hat etwas gelitten, der Deckel schliesst aber noch immer. Ich wäre untröstlich, würde das Teilchen sich dereinst in seine Bestandteile auflösen. Vermutlich würde ich sogar versuchen, es zu flicken. Ich müsste dann einfach schauen, dass das Flickzeug mich nicht teurer zu stehen kommt, als 24 neue Wattestäbchen samt Verpackung.

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Verpackungs-Idiotie

Meine frisch erstandenen Kopfkissen haben mich – einmal mehr – in einen Gewissenskonflikt gestürzt. Und zwar nicht deren Inhalt – mein Haupt ruht des Nachts nämlich nicht auf Federchen, sondern auf Hirse – nein, die Verpackung.

Diese diente lediglich dazu, die Kissen im Laden ordentlich zu präsentieren, bzw. in Reih und Glied an einem Ständer aufzuhängen. So aufwändig sie hergestellt sein mag, ich habe dafür keinerlei Verwendung. Weder für den Karton, der das Kissen stramm hielt, noch für den Sack. Dieser ist mit Nähten, einem Henkel und einem seitlichen Reissverschluss versehen.

Eigentlich ein Wahnsinn, so etwas einfach wegzuschmeissen! Immerhin hat da jemand Hand angelegt, gearbeitet. Aber ich wüsste beim besten Willen nicht, was ich damit anfangen könnte. Nicht als Blumengefäss. Auch nicht als Einkaufstasche. Um mir daraus etwas Adrettes zum Anziehen nähen, ist es zu wenig Stoff und einen Bettvorleger brauche ich auch nicht.

Irgend eine gute (Bastel-)Idee, was man daraus machen könnte? Das Material wird gerne zur Verfügung gestellt.

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