Die Pilz-Armee

Schopftintlinge sichtet man relativ häufig. Und relativ häufig haben sie ihre besten Zeiten schon hinter sich (was je nach Temperatur ziemlich rassig gehen kann).

Diese stattliche Ansammlung nahezu gleich grosser Pilze hat mich in Entzücken versetzt. Ich wollte euch die kleine Pilz-Armee am Wegesrand nicht vorenthalten.

Hübsch, gäll?

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Suchtpotential

Die Wälder um meinen Wohnort, sie bergen derzeit ein gewaltiges Suchtpotential. Ich gebe es zu, ich bin ihnen total verfallen, möchte am liebsten tagtäglich in ihnen umherstreifen. Auf der Suche nach Pilzen.

Momentan ist die Vielfalt an Pilzen kaum mehr zu übertreffen. Das macht gelegentliche “Mini-Ernten”  oder gar Null-Runden allemal wieder wett.

Schon nach wenigen Schritten traf ich gestern in einer Kuhweide diese frisch geschlüpften Riesen-Schirmlinge an, die ich aus der Ferne für Wiesen-Champignons hielt.

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Weiter ging der Pilzgang. Schnurstracks in den Wald. Zu sehen gab es auffällig Farbige (amethystfarbener Lacktrichterling)

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Hexenringe noch und nöcher

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Ungeniessbare

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Versteckte

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Unbekannte

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Auffällige

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Kleine Pilzsträusse

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Blendend Weisse (Waldchampignons bzw. Flaschenbovist)

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Grosse (Riesen-Schirmlinge)

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Solche mit “Jöööö-Effekt”

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Als Vogel getarnte (Habichts-Pilz)

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In Entzücken versetzende (Schweinsohr)

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Eigenartige (gewimperter Erdstern)

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Nicht ganz unerwartet fand ich auch Steinpilze und fünf weitere Röhrlings-Sorten. Sie landeten – im Gegensatz zu zu den meisten oben abgebildeten Pilzen – in meinem Pilzsack. Und von Steinpilzen muss ich nun wirklich keine Fotos machen, sie wurden schon zur Genüge in diesem Blog gehuldigt.

Aus dem Nähkästchen einer Skifahrerin

Mir ist im Verlauf der vielen Jahre, in denen ich Ski fahre, schon so Manches ungeplant vor die Skier geraten. Steine. Grasbüschel. Skifahrer. Maushaufen. Kunstschnee. Seit einigen Tagen ist mein Repertoire um ein gänzlich unerwartetes Objekt reicher geworden.

Im Rahmen des – übrigens perfekt organisierten –  Stöckli Skiplauschs, an dem ich vor kurzem teilgenommen habe, gab es zwei Nachtabfahrten auf der beleuchteten Skipiste von der Corvatsch-Mittelstation ins Tal. In flottem Tempo und mit mehr oder weniger gecarvten Schwüngen fuhren wir auf der frisch gebügelten Piste runter.

Wenige hundert Meter vor der Talstation schnellte plötzlich etwas von rechts her aus dem Wald. Im allerersten Augenblick dachte ich, es sei ein Hase. Im zweiten Augenblick, und das war bestenfalls ein Sekundenbruchteil später, erkannte ich den Vierbeiner als Reh. Handlungsbedarf war angesagt, zumal dem Tier ein zweites folgte. Beide wollten sie wohl die Piste überqueren. Das Zweite kehrte noch vor dem Pistenrand um, während das Erste unverdrossen weiter rannte.

Und ich? Vollbremsung!!! Stil war für einmal unwichtig, Hauptsache ich krachte nicht in das Vieh.

Glücklicherweise hatte es sich auch das erste Reh anders überlegt und flüchtete zurück in den Schutz des finsteren Waldes. Wessen Herz – also das des Rehs oder meines – danach mehr pöpperlete, möchte ich ja nicht wissen.

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Unsere kleine aber feine Gruppe hätte nichts gegen einen leckeren Rehrücken zum Znacht gehabt. Insbesondere unser Skilehrer, der voraus fuhr und vom Beinahe-Crash nichts mitbekam, wäre nicht abgeneigt gewesen, seine seit fünf Wochen andauernde Käse-Fondue-Kur zu unterbrechen.

Sollte nun irgend jemand auf die Idee kommen, Frau Flohnmobil hätte bereits etwas intus gehabt und sich das Ganze nur eingebildet: Ich war topfnüchtern. Und hatte obendrein Zeugen.

Mit vielen guten Ideen bewaffnet

Zügig schritt ich dem Weg entlang. Mein Ziel war klar, und ich steuerte ohne Umweg darauf zu. Meine Hand glitt in die rechte Hosentasche. Beruhigend. Es war noch da, mein Taschenmesser. Ich würde notfalls von ihm Gebrauch machen. Ohne jegliche Skrupel.

Zunächst schien alles wie immer zu sein. Doch dann traf ich auf die Spuren eines Gemetzels. Ich war also nicht die Erste. Doch wie lange mochte es her sein? Ein paar Tage, eine ganze Woche vielleicht.

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Ich liess mich nicht einschüchtern, schritt weiter. Und sank entmutigt zu Boden, um diesen ungeniessbaren Anblick zu fotografieren.

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Für einen Lichtblick sorgte ein paar Baumstümpfe später dieses Ensemble.

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Und als ich schon resigniert seufzen wollte, dass heute wohl Hopfen und Malz verloren sei, sah ich ihn.

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Er trat unverzüglich in Kontakt mit meinem Sackmesser. Leider sollte sich herausstellen, dass er nicht nur weit und breit der Einzige seiner Art war, sondern bereits zahlreiche Untermieter hatte.

So blieb mir nichts anderes übrig, als heute Morgen unverrichteter Dinge den Wald wieder zu verlassen. Die grosse Steinpilz-Schwemme, wie sie vor zwei Wochen geherrscht hatte, wird wohl kein zweites Mal kommen diesen Herbst. Ein Bisschen mehr Pilze hätte ich trotzdem erwartet. Wenn aber, wie in den vergangenen Tagen, von sämtlichen Medien berichtet wird, wie viele Pilze, namentlich Steinpilze, derzeit aus dem Boden schiessen, muss ich mich eigentlich nicht wundern, dass seit meinem letzten Besuch gründlich abgeräumt wurde.

Selbstgespräch im Wald

“Wenn es schon keine essbaren Pilze im Wald hat, Bea, könntest du ja wieder mal ein paar Pilz-Fötteli verbloggen.” Ich sprach es laut aus, griff zur Kamera und begann, das Wenige, das da wuchs, zu fotografieren.

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Dann stellte sich mir doch noch ein essbarer Pilz in den Weg.

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Und in der Folge hob ich ein ganzes Nest an Flockenstieligen Hexenröhrlingen aus.

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“Dein Nachtessen ist mehr als gesichert”, ermunterte ich mich, als ich die ersten 750 Gramm Pilze dieser Saison aus dem Wald trug.