Es geschah an dem Tag…

… als unsere Wandergruppe im Val Müstair unterwegs war. Ein junger Mann, dem man im Tourist Info empfohlen hatte, die geplante, als schwierig gekennzeichnete Wanderung nicht alleine zu unternehmen, schloss sich uns an.

Niemand von uns sah in diesem Neuzugang ein Problem. So kam es, dass der junge Mann, der den Altersdurchschnitt der achtköpfigen Gruppe um mehrere Jahre nach unten drückte, mitten unter uns dahin schritt. Und bei der ersten Pause verkündete er: „Ihr seid aber recht schnell unterwegs – für euer Alter.“

Nun ist es also soweit. Seit heute habe ich die Gewissheit, für mein Alter noch ganz gut im Schuss zu sein. So etwas bin ich gerne geneigt zu glauben. Schliesslich hat es jemand gesagt, der noch nicht mal halb so alt ist wie ich.

Eine prächtige Wanderung übers Val Mora zum Piz Praveder, runter zum Lai da Rims und zurück zu Pra da Vau.

Ämbrüff und ambri im Lötschental

Man spricht dort ja etwas komisch, wo wir kürzlich zu acht einige Wandertage verbracht haben. Allerdings ist es immer noch – und das ist mir in Corona-Zeiten wichtig – Schweiz.

Vier Tage waren wir unterwegs. Am ersten Tag mit Rollköfferli bzw. Reisetasche ins Hotel eingerückt, anschliessend noch eine wunderbare Tour gemacht von der Fafleralp zum Langgletscher und über die Anenhütte zurück. Leider verdient der Langgletscher  seinen Namen schon lange nicht mehr.

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Am zweiten Tag – eher eine Verlegenheitstour, weil am Nachmittag Gewitter drohten – stiegen wir in der Direttissima von Goppensteig zur Faldualp, weiter zur Restialp und runter ins wirtshauslose Ferden.

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Die Wanderung wäre auch ohne hohe Luftfeuchtigkeit schweisstreibend gewesen. Jedoch wurden wir auf der Faldumalp mit einem herrlichen Panorama belohnt. Geschäftstüchtige Kids hielten bei der Kapelle Sirup feil.

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Weil wir frühzeitig ins Tal stiegen, blieben wir bis auf die buchstäblichen drei Tropfen Regen vorläufig vom Wetter verschont. Das sollte sich ändern, als wir in Wiler auf der Terrasse eines Restaurants sassen. Blitzartig mussten wir nach drinnen flüchten. Wären wir noch am Wandern gewesen, hätte der Überfall von Petrus uns gehörig geduscht. Bis wir unsere Regentracht montiert gehabt hätten, wären wir garantiert alle klatschnass gewesen.

Am dritten Tag liessen wir uns mit der Luftseilbahn zur Lauchernalp hoch bringen. Die Wanderung zur Lötschenpasshütte war für mich das absolute Highlight der vier Tage. Die Feuchtigkeit, die die zahlreichen Gewitter der vergangenen Nacht hinterlassen hatten, verzog sich bald und einem strahlend schönen Tag stand nichts im Wege.

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Oben am Pass begeistert die karge Landschaft durch zahlreiche kleine Seelein.

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Eine Steigerung am vierten Tag war schlicht nicht mehr möglich, auch wenn der Lötschentaler Höhenweg zum Wander-Klassiker schlechthin gehört.

Erneut von der Lauchernalp aus wanderten wir taleinwärts bis zu den Schwarzseeli, wo die einen Badefreuden frönten.

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Der eher kurze Wandertag endete direkt vor dem Hotel, wo wir unser Gepäck einsammelten. Im historischen Hotel Nest- und Bietschhorn waren wir drei Tage lang einquartiert. Wir wurden dort nach allen Regeln der Kochkunst verpflegt und sehr unterschiedlich komfortabel beherbergt.

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Ein bisschen Nostalgie muss sein.

Fit wie die ganze Truppe ist, wurde die lange Heimreise in der Hitze beinahe anstrengender als die dreistündige Wanderung.

In 4 Tagen sind wir 3’021 m ämbrüff, 3’319 m ambri und 44,7 km Strecke gewandert.

Danke allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft. So macht es Spass, Mehrtäger zu organisieren.

Mehr Infos zu den vier Wanderungen und weitere Bilder HIER.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Gestern, auf dem Furka-Höhenweg zwischen Realp und Andermatt, wurden wir Zeugen eines seltenen Naturphänomens.

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Den Regenbogen am Himmel nennen die Meteorologen “Zirkumhorizontalbogen”.

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In den Worten von SF Meteo:

Das seltene Halo-Phänomen erinnert an eine Regenbogenwolke. Es braucht einen Sonnenstand von über 58 Grad, was in der Schweiz nur im Sommer und um die Mittagszeit möglich ist. Für die Regenbogenfarben sind hohe Eiskristallwolken (Cirren) verantwortlich. An deren horizontalen Eisplättchen wird das Sonnenlicht gebrochen.

Grotesk ist

Wenn du morgens um 9.40 im Kanton Fribourg aus dem Sessellift steigst,

In deiner Begleitung drei Personen aus dem Kanton Schwyz,

Ihr habt euch als Tagesziel die 2’185 m hohe Kaisersegg vorgenommen,

Just in dem Moment, als ihr vom Sessellift steigt,

Erklingt im Radio das Lied

„… en allerletzte Sunnestrahl lüüchtet uf de Mythen….“

Da könnte man glatt in Anlehnung an einen bekannten Werbespot sagen:

„Wir undernähme auss, dass üser Gest ke Heiweh überchönd.“

Auf Umwegen zum Vreneli

5.58 – die Zahl des Tages. Abfahrt unseres Zuges in Richtung Wanderferien. Unsere erste Sorge, ein 3-minütiger Übergang, erwies sich als völlig unbegründet, hatte der Anschlusszug doch 12 Minuten Verspätung.

Doch nun begann das grosse Zittern, ob es in Zürich noch auf den IC nach Bern reichen würde. Nach menschlichem Ermessen sind 2 Minuten dafür zu knapp, doch da es im Bahnhof zur frühen Morgenstunde noch recht leer war, schlüpften wir gerade noch so in den erstbesten Waggon. Nach kurzer Wanderung durch den abfahrenden Zug fanden wir uns in einem praktisch leeren Wagen, der unten das Bistro hatte. Ideale Voraussetzungen!

Mit dem Kaffeebecher in der Hand schien die Anreise nach Gurnigel in trockenen Tüchern. Bis diese Ansage durch den Zug ging.

„Geschätzte Fahrgäste, infolge eines Personenunfalls bei Schönenwerd verkehrt dieser Zug nur bis Aarau. Wir bitten alle Reisenden auszusteigen.“

Das war das Aus unseres geplanten Wanderstarts gegen 9.30 Uhr. In mir begann es zu rotieren. Ich studierte sämtliche Postautolinien in der abgelegenen Gegend zwischen Gurnigel und Guggisberg. Auch ein Taxi zog ich in Erwägung, um auf die eine oder andere Weise doch noch wenigstens ein Teil der vorgesehenen Wanderung machen zu können.

Wie hatte man das früher bloss ohne Handy gemacht?!?

In der Zwischenzeit standen wir in Aarau auf dem sich füllenden Perron und erfuhren, dass in absehbarer Zeit kein Zug Richtung Bern fahren würde. Dafür zurück nach Zürich. Und von dort nach Luzern. Und weiter über Sursee nach Bern.

Drei Stunden später als geplant und mit etlichen Zusatzkilometern versehen, kamen wir in Bern an. Auf der Fahrt dorthin hatte ich ausreichend Zeit gehabt, mehrere Wandervorschläge auszuarbeiten. Aber noch trennte uns eine weitere Zugfahrt und ein Ritt mit dem Postauto von unserem improvisierten Startpunkt.

Endlich…..!

In knapp drei Stunden bewanderten wir das hügelige Gebiet des Schwarzenburgerlands.

Als Highlight nahmen wir den Nagelfluh-Gipfel des Guggershorns mit, der über eine veritable Himmelsleiter erklommen werden musste..

Und dann? 20 Minuten Abstieg nach Guggisberg, Einkehr und Einquartieren im einzigen Hotel im Dorf und das Resumee: Wir haben wohl das Beste aus der Situation gemacht.

Es geht nichts über ausreichende Geografie-Kenntnisse und ein GA oder zumindest eine Tageskarte im Sack.

Nochli normaler

Der Anfang der Wanderung ist etwas harzig. Wegen drohender Gewitter-Gefahr hatte ich den Start um eine Stunde vorverlegt, doch weil einer der Züge ein technisches Problem hat, kommen zwei Wanderinnen zu spät an, sodass wir in den nicht ganz freiwilligen Genuss eines laaaangen Startkafis kommen, bevor wir das nächste Postauto Richtung Alpthal besteigen.

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Weit und breit nichts, das auf eine Verschlechterung an der Wetterfront hindeutet, wir schreiten frohen Mutes auf unterschiedlich breiten Wegen voran.

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Vorbei in der Nähe des Mittelpunkts des Kantons Schwyz (den aufzusuchen sich wohl niemand freiwillig antun mag) ist das Gelände mal schroff, dann wieder anmutig und von entzückendem Wollgras gespickt.

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Welcher Hobbyfotograf würde sich diesen Anblick entgegen lassen?

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Auf dem Spital empfängt uns eine herrliche Rundsicht.

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Und im Mösliwald eine määrlihafte Stimmung.

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Nebst den zahlreichen, leicht verrotteten Stegen hat der Mensch hier nicht viel Hand angelegt.

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Nach dem Hummel wird es nur noch bergab gehen. Und zwar ziemlich ruppig!

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Eigenwillige Deko am Wegesrand. Nachdem uns den ganzen Tag keine 10 Wanderer begegnet sind, sind wir wieder in der Zivilisation zurück. Trocken!

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Eine gelungene Wanderung mit motivierten Teilnehmern. Schon fast wie früher. Danke euch allen fürs Mitkommen!

Mehr Infos und Fotos zur Wanderung gibt es HIER.

Ein Bisschen Normalität

Es war zwar keine Wahnsinns-Wanderung, aber immerhin eine Wanderung, die unter den gegenwärtig herrschenden Einschränkungen möglich ist. Möglich sowohl in Bezug auf die Anreise, wie auch auf die Teilnehmerzahl.

Zu fünft wandern wir ab Samstagern zum Hüttnersee,

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durchqueren das Moorgebiet auf dem Weg nach Hütten,

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überqueren die Sihl und steigen bergan Richtung Rossberg,

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wo wir artig zu fünft an zwei Tischen sitzen und uns ein Dessert genehmigen,

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um frisch gestärkt den letzten Aufstieg zum Dreiländerstein in Angriff zu nehmen.

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Es aussichtet gleich auf mehrere Seen.

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Eine unaufgeregte Wanderung bei guter Unterhaltung und prächtigem Wetter mit Ziel in Biberbrugg.

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Wanderung mit Überraschungspotential

Etwas Weisses in der Landschaft fällt dieser Tage auf. Sehr sogar. Denn Schnee ist bis weit hinauf ein rares Gut. Also konnte es kein Schnee sein, den wir da sahen, auch wenn wir im Verlauf unserer Wanderung schon ein paar Schritte über Glatteis geeiert waren. Je nachdem, ob sich Sonnenstrahlen ausbreiten konnten war es gefroren und rutschig oder feucht und dreckig.

Durch einen Mix von beidem arbeiteten sich der liebe Bergler und ich durch Geäst auf dieses seltene Phänomen zu. Haareis! Wir waren entzückt.

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Diese zarten Gebilde hatte ich bis anhin nur von Bildern gekannt. Was für ein schwierig zu fotografierendes Highlight am Stephanstag.

Mehr Infos über die Entstehung dieses seltenen Naturphänomens gibt es HIER und HIER.