Pudeli on Tour

Sie haben ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden, meine zwei Pudeli. Allerdings mussten sie gestern einiges über sich ergehen lassen.

Sie stapften durch unbekanntes Gelände. Wer weiss schon, hinter welchen sieben Bergen Madiswil liegt?

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Ganz tapfer marschierten sie an abgelegenen Höfen vorbei, wo jederzeit ein zünftiger Bäri bellend ums Eck hätte kommen können.

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Steil wühlten sie sich den Hoger hoch.

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Und ertrugen tapfer den Anblick des Beton-Turms auf der Hochwacht.

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Weder der Anblick der Single-Trail-Betontreppe

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noch die Aussicht vom Turm

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und erst recht nicht die Anwesenheit der sieben Schnäder-Gäxe erschütterte sie.

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Egal durch welches Terrain sie huschen mussten,

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sie fühlten sich überall pudelwohl

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und waren in ihren eigentlichen Milieu nahezu perfekt getarnt.

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Und selbst als sie in den Advents-Markt von Huttwil eintauchen mussten, machten sie – im Gegensatz zu anderen anwesenden Artgenossen – eine gute Falle.

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Wir haben viel gelacht. Uns von den Abschreck-Versuchen der SBB nicht unterkriegen lassen. Mit Staunen zur Kenntnis genommen, dass statt des befürchteten Hudelwetters die Sonne schien. So wurde die Wanderung auf die Maximal-Variante verlängert und dauerte ziemlich genau drei Stunden. Sämtliche unterwegs aufkeimenden Hüngerchen und Gelüstchen konnten am vielfältigen Angebot am Advents-Markt in Huttwil getilgt werden. Wenn das kein gelungener Tag war!

Falls jemand Nachhilfestunden in Sachen „Pudeli“ braucht, möge er/sie HIER fündig werden.

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Ich habe jetzt auch ein Haustier!

Nein, ich habe nicht ein Haustier. Ich habe sogar zwei.

Zwei niedliche kleine, weisse Pudeli. Sie sind noch etwas scheu, deshalb hier nur ein Bild ihres werten Hinterteils.

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Dennoch sind sie wahnsinnig anhänglich. Begleiten mich auf Schritt und Tritt.

Zugegeben, es war kein von langer Hand geplanter Entschluss, mir so ein Pärchen anzuschaffen. Aber ich konnte nicht lange zögern, sonst hätte ihnen vielleicht ein anderer Tierfreund ein neues zu Hause geboten.

Und ehrlich, weiss hätten die Pudeli nicht unbedingt sein müssen. Ein etwas dezenteres, pflegeleichteres Fell wäre mir eigentlich lieber gewesen.

Aber nur so kann ich mir sicher sein, dass ich auf meinen Spaziergängen mit den Pudeli die gebührende Aufmerksamkeit auf mich lenke, dass sich jeder nach uns umdreht.

Nun kann ich es kaum erwarten, bis vor der Haustüre endlich tiefer Schnee liegt. Nicht nur, dass meine Pudeli mir dann zu Füssen liegen und wunderbar warm geben werden, sie werden sich perfekt tarnen können und sämtliche doofen Sprüche über ihr Aussehen werden an ihnen abperlen wie Wassertropfen auf frisch imprägniertem Leder.

Na, wie findet ihr die Zwei? Es werden übrigens noch passende Namen gesucht.

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Geili Teili

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Etwas seltsam schauen sie schon aus, diese zwei Teile. Kaum jemand dürfte sich auf den ersten Blick in sie verlieben. Vielmehr mag man sich fragen, wofür um alles in der Welt diese zwei Dinger gut sein sollen.

Aber mit der Aufklärung folgt in der Regel auch die Begeisterung für die Dinger. Egal wie komisch sie auch aussehen mögen. Denn…

… es sind wirklich geile Teile. Sie sind aus dünnem Neopren und man zieht sie an den Füssen an. Sie bedecken nicht viel mehr als die Ferse und die Knöchel. Aber das tun sie zuverlässig und vor allem, ohne zu rutschen. Und genau deshalb sind sie besser als jedes Blasen-Pflaster! Der Schuh reibt nun nicht mehr auf der Haut, sondern auf dem Neopren. Über diesem Neopren-Konstrukt trägt man beliebige Socken. Nicht zwingend rote.

Diese Neopren-Söckli habe ich vor kurzem erst zusammen mit neuen Wanderschuhen gekauft. Jeder, dem ich seither davon vorgeschwärmt habe, hatte zumindest ein Aha-Erlebnis. Nicht wenige hängten sich ans Internet oder rannten gleich ins nächste Geschäft, um die Neopren-Söckli zu kaufen. Diese Teile gibt es in gut sortierten Outdoor-Läden. Und offenbar nicht erst seit gestern. Aber seit ich die Werbetrommel für diese schwarzen Dinger rühre, ist der Umsatz bestimmt in die Höhe geschnellt. Wo ist meine Provision?

Eine wird schon passen

Heute ist wieder wandern angesagt. Einmal mehr wird Familie Flohnmobil im Beisein von Herrn und Frau F. die Schweizer Bergwelt stürmen.

Ihr erinnert euch doch an Herrn F.?
Den Herrn mit dem desolaten Schuhwerk.
(sonst dürft ihr die Geschichte noch so gerne hier nachlesen)
Es werden Gerüchte herumgereicht, Herr F. habe sich in der Zwischenzeit neue Wanderschuhe angeschafft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich trauen der Sache noch nicht so ganz. Wir haben deshalb vorgesorgt und für alle Fälle ein Reparatur-Set eingepackt.

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Als kleiner Trost für Herrn F.:
Auch Frau Flohnmobil hat in der Vergangenheit das eine oder andere Malheur mit ihren Wanderschuhen erlebt, wie hier nachzulesen ist.

O Sohle mio!

Öfters schon hatte ich von solchen Begebenheiten gehört. Stets hatte ich mich darüber amüsiert. Und alles mit einem abschätzigen Winken abgetan. Nein, mir könnte so etwas nicht passieren. Und es ist mir auch bis heute nicht passiert. Aber ich bin Augenzeugin eines solchen Spektakels geworden. Was mich wiederum bestärkt hat in der Meinung, dass mir das nie passieren wird. Oder zumindest nie passieren sollte.

Im Mittelpunkt des heutigen Beitrags steht einmal mehr Herr F. Dieser behauptete bis vor kurzem stets mit Nachdruck, ihm könne so etwas nie passieren. Das hätten wir ihm ja auch alle gewünscht. Das Schicksal jedoch hatte sich für ihn etwas anderes ausgedacht. Und so musste Herr F. am jüngsten Wandertag nach Verkündigung seines Missgeschicks nicht mehr länger für den Spott sorgen. Das besorgten seine drei Mitwanderer gerne und ausgiebig. Allen voran mein innig geliebter Mitbewohner, aber auch Frau F. und meine Wenigkeit.

Er hätte es ja vielleicht noch eine Weile vor uns verborgen halten können. Aber sein schleppender Gang hätte ihn früher oder später verraten. Und so entschied sich Herr F. für die Flucht nach vorne. “Das glaub ich ja nöd, mir löst sich d’Sohle ab.” So oder ähnlich tönte es nach weniger als einer Stunde Wanderzeit vom Schlusslicht unseres Wandergrüppchens. Unsere ungeteilte Aufmerksamkeit war ihm und seinem rechten Wanderschuh mit dieser Bemerkung gewiss.

Sofort ging die grosse Fragerei los. Ob er daheim noch nichts davon gemerkt hätte. Wie alt die Schuhe seien. Ob er bereits die Nässe spüre zwischen den Zehen. Ob er das extra gemacht habe. Ob er überhaupt noch weitergehen könne. Tapfer und mit viel Galgenhumor beantwortete Herr F. unsere nicht immer ernst gemeinten Fragen und schliesslich entfuhr es ihm mit einem lauten Seufzer “Und ich habe die Schuhe daheim noch sauber geputzt. Wenn ich das gewusst hätte…”

Der Hüttenwart der Spitzmeilen-Hütte funktionierte als ah-hoc-Schuhmacher und drehte dem armen Herrn F. drei beängstigend grosse Schrauben rein. Also genauer gesagt Herrn F.’s Wanderschuhen. Derart versorgt und mit vielen guten und noch mehr gut gemeinten Ratschlägen unsererseits eingedeckt, machte sich Herr F. auf den Rückweg.

An dieser Stelle können wir die Geschichte etwas abkürzen. Die drei Schrauben erfüllten ihren Zweck. Herr F. schaffte es ohne Probleme und mit sämtlichen Sohlen bis zurück zum Auto. In einer nüchternen Zeremonie verabschiedete er sich für immer von seinen Wanderschuhen und schmiss sie in den nächstbesten Abfalleimer. Als einziges Souvenir nahm er die Schuhbändel mit nach Hause.

Der Mitbewohner und ich empfehlen Herrn F, fortan statt “Das Wandern ist des Müllers Lust” das Lied “O Sohle mio” anzustimmen. Und ein Paar neue Wanderschuhe wäre wohl auch nicht schlecht.

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Trockene Bescheidenheit

Unglaublich! Seit dem 3. Juli hat dieses Land keinen trockenen Tag mehr gesehen. Irgendwo hatte der Himmel immer seine Schleusen geöffnet. Und bekanntlich nicht zu knapp.

Für morgen sieht die Wetterprognose ausnahmsweise mal anders aus. Sonnenschein ist angesagt. Flächendeckend, wenn auch nicht den ganzen Tag. Immerhin. In diesem Sommer 2014 ist man ja mit wenig zufrieden.

Den Tag wollen mein innig geliebter Mitbewohner und ich für eine Wanderung nutzen. Ja, eine Wanderung wäre wieder mal schön. Es wäre die Erste seit unserer Rückkehr aus den Ferien.

Drum kann ich jetzt auch keinen längeren Blogbeitrag schreiben – ich muss noch eine Route heraustüfteln, die unseren gehobenen Ansprüchen entspricht. Aussicht wäre schön, ein Gipfel noch schöner. Drei bis vier Stunden Wanderzeit werden angestrebt. Eine lange, komplizierte Anreise mögen wir genauso wenig wie breite, geteerte Wanderwege. Unterwegs Pilze finden wäre das Tüpfli auf dem I. Und am wichtigsten: Der Weg soll trocken sein – meine Wanderschuhe sind frisch geputzt.

Solche Anblicke bleiben uns morgen hoffentlich erspart.

Den Wanderschuhen auf den Fersen

Ein Wanderschuh ist nicht bloss Fussbekleidung. Mit einem Wanderschuh teilt man Freud und Leid.  Ein Wanderschuh ist etwas sehr Besonderes, Intimes, man wächst in ihn hinein, geht eine Bindung ein.

Jeder Wanderschuh kann Geschichten erzählen. Leider haben die Treter nur eine beschränkte Lebensdauer. Deshalb habe ich allein in den letzten 12 Jahren 5 Paar Wanderschuhe durchgelatscht.

Ausgabe 1998 trat mit mir im darauffolgenden Jahr die grosse Reise über den Atlantik an. Auf Dutzenden von schönen Wanderungen in Amerikanischen und Kanadischen Nationalparks war er mein zuverlässiger Begleiter. Bis zu dem Moment, als ich nach einer Wanderung in der Nähe eines Gletschers in Alaska plötzlich Dreck unter den Zehennägeln hatte. In Alaska tauglichen Ersatz zu finden, erwies sich schwerer als erwartet.

Erst in Valdez (dort, wo 1989 die grosse Ölkatastrophe war) fanden wir in einem Outdoor-Store einen mit  „onehundred percent waterproof“ angepriesenen Schuh, der halbwegs meinen gehobenen Vorstellungen entsprach – Modell Alaska 2000 trat in mein Leben. Dass mir das Finklein (für alle Deutschen Leser: ein „Finke“ ist  auf schweizerdeutsch kein Singvogel, sondern ein Hausschuh!) schon auf der ersten Wanderung nasse Füsse bescherte, erstaunte mich allerdings angesichts des Preises und der Verarbeitung nicht wirklich.

Leider konnte ich erst ein Jahr später, als wir wieder zu Hause waren, dem Treter Alaska 2000 etwas Brauchbareres vor die Nase setzen.  Modell Eidgenoss 2001 durfte zuerst die heimische Bergwelt erkunden und kam zwei Jahre danach in den einmaligen Genuss, Kängurus in der freien Wildbahn zuschauen zu dürfen. Und es durfte den höchsten Berg Australiens, den 2’228 m hohen Mount Kosciusko, besteigen. Besteigen ist allerdings etwas hoch gegriffen, denn mit jedem halbwegs fahrtüchtige Einkaufsvelo könnte man ab der Sesselbahn Endstation auch dorthinauf pedalen – wenn es denn erlaubt wäre. Wir haben selbstverständlich auf die Bahn verzichtet und bewusst den längeren, landschaftlich interessanteren Weg in Kauf genommen. Eines Tages löste sich vorne die Sohle vom Schuh. Ein australischer Schuhmacher leimte sie wieder an und versicherte mir, sie werde sich never again ablösen. Na denkste! Never war schon bei der nächsten Wanderung zu Ende. Der Schuh durfte die Heimreise mit uns nicht mehr antreten, wir hatten auch so genügend Übergewicht. Also nicht wir, aber unser Gepäck.

Zielstrebig erstand ich zu Hause wieder ein paar Wanderschuhe, Modell 2005, bzw. Meindl Air Revolution. Mit ihnen war ich sehr glücklich, aber offensichtlich sind wir in den vergangenen fünf Jahren nie richtig in den Regen gekommen. So fand ich erst auf unserer Jura-Wanderung diesen August heraus, dass sie trotz Gore-Tex Innenfutter absolut nicht dicht sind. Nach dem Motto „Ich habe nichts zu verlieren“, brachte ich sie ins Sportgeschäft zurück. Dieses schickte sie dem Hersteller ein. Dank der Mithilfe des Sportgeschäfts und etwas guten Zuredens meinerseits wurde mir (die Schuhe waren gemäss Hersteller nicht reparierbar, wie seltsam…) der volle Kaufpreis zurückerstattet! Eine flotte Geste angesichts des fast biblischen Alters der Schuhe.

Nun marschiere ich also mit dem Modell 2010, wiederum von Meindl, durch die Gegend. Ich kann versichern, auch wenn die Schuhe gratis waren, das Wandern ist nicht umsonst.