Wandern mit den Kanarienvögeln

Wie angedeutet war ich (einmal mehr) eine gute Woche auf Wanderschaft. Diesmal in weiter Ferne, auf La Gomera.

Die zweitkleinste der kanarischen Insel würde locker auf einer Landeskarte 1:50’000 Platz finden. Wäre sie von unserer Landestopografie vermessen worden, sähe man entsprechend gut, dass sie aus über 50 Schluchten (“Barrancos”) besteht, die sternförmig von der Mitte aus gen Meer ziehen. Nur im Zentrum ist La Gomera grün, weil dort die Passatwolken für Feuchtigkeit sorgen. Sehr anschaulich wird dies anhand dieses Reliefs. Die roten Striche stehen für die wenigen, dafür umso kurvenreicheren Strassen, die immer übers Zentrum führen. Entsprechend sassen wir jeden Tag für eine Stunde oder auch mehr im Bus (pro Weg!), was mitunter etwas mühsam wurde, sich aber nicht vermeiden lässt, will man die Insel erkunden.

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Auf sechs offiziellen und einer inoffiziellen Wanderung führte uns unsere Reiseleiterin durch die schönsten Gegenden der Insel.

Hier ein Querschnitt aus mehreren hundert Fotos:

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Letztes Jahr war ich auf La Palma, das grösser und grüner als La Gomera ist. Es wäre falsch, die beiden Inseln gegeneinander in die Waagschale werfen zu wollen. Jede hat ihren besonderen Reiz.

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Bye-bye, La Gomera! Es hat mir gefallen, dich zu erwandern, aber mich wirst du wahrscheinlich nicht mehr sehen. Es gibt auf dieser Welt noch zu viel zu entdecken.

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Wo sind denn all die Leute?

Wandern in diesem Land ohne eine Menschenseele anzutreffen? Fast nicht denkbar, gestern war so schönes Wetter. Und doch haben wir mit Ausnahme zweier Hündeler den ganzen Tag niemanden angetroffen.

Selbst in La Heute – ein Kaff im Berner Jura – wo wir aussteigen, ist kaum jemand anzutreffen. Das ändert sich weder im steilen Aufstieg nach Montoz, noch auf den typischen Hügelzügen des Juras.

Dabei ist das Gebiet auch per Auto erreichbar und hat sogar Gasthöfe.

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So haben wir die prächtig verfärbten Herbstwälder ganz für uns alleine.

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Also genau genommen doch nicht ganz. Eine Herde pechschwarzer Kühe beäugt uns mit einer Mischung aus Neugierde und Scheu. Man beachte die listige Frisur dieses Exemplars.

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Oben auf dem Höhenzug bläst ein giftiger Wind, der den Nebel hinauftreibt. Ich hätte mir mitunter die langen Unterhosen meiner Mitwanderin gewünscht.

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Auf dem Weg nach unten öffnet sich der Blick gegen die Berge und gibt die winterlich verschneiten Alpen frei.

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Wir staunen, dass es noch nicht mal 14.15 ist, als wir zurück am Bahnhof von Reuchenette-Péry sind. Ein schlanker Anschluss in Biel lässt zwar keinen Kaffeehalt zu, dafür reihen wir uns im Speisewagen ein, wo die charmante und leicht dümmliche Bedienung uns Kaffee und Kuchen serviert.

Vielen Dank, Beat, für die Idee zu dieser Tour. Immer wieder gerne mit euch unterwegs!

Mehr Infos zu dieser Wanderung gibt es HIER.

Karte

Aprilwetter im September

Schirm auf – Schirm zu. Das war das Motto der Mittwochs-Wanderung im Züri Oberland. An keinem Fleck in der Schweiz konnte man sich laut Prognosen darauf verlassen, dass es trocken bleiben würde, so unternahmen wir eine Wanderung in der Nähe.

Noch bevor es losging, hatten wir bereits einen Verlust zu beklagen. Der Besagte war eine Station zu früh dem Zug entsprungen und mochte sich auch im späteren Verlauf des Tages nicht mehr zu uns zu gesellen. So starteten wir zu siebt in Saland und streiften durch feuchte Wiesen, entlang dichter Wälder, gurgelnden Bächlein und vorbei am Panorama, das wir nur erahnen konnten, Richtung Pfäffikon. Unser ständiger Begleiter war der Schirm, den wir in lockerer Folge auf und zu machten.

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Im Sinne eines veritablen Senioren-Ausflugs (man kann nie früh genug beginnen, dies zu üben…) verpflegten wir uns für einmal nicht aus dem Rucksack, sondern speisten warm und trocken im unkonventionellen Lokal Cucina Piccante

Und dann – endlich – riss es gehörig auf und wir traten den zweiten Teil unserer Wanderung an.

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Anspruchslos im Gelände, dafür endlich mit etwas Sonne und Aussicht, umwanderten wir einen Teil des Pfäffikersees (wo niemand Anstalten machte, sich ins Wasser zu stürzen, obschon dieses noch immer wärmer gewesen wäre als sämtliche Bergseen, die im Verlauf des Sommers heimgesucht wurden), machten einen Abstecher zum Rummelplatz bei Jucker

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und retteten uns punktgenau vor der nächsten Front ins Cafi Steiner in Kempten, wo unsere Wanderung auch bei schönstem Sonnenschein zu Ende gewesen wäre.

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Eine unaufgeregte Wanderung in der näheren Umgebung mit netter Begleitung. Danke euch Allen fürs Mitkommen.

Mehr Bilder und Infos zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

See statt Schnee

Weil es zwei Tage vor Beginn der geplanten Tour noch so ausgesehen hatte

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musste die geplante Tour auf den Pazolastock mit Überschreitung auf den Rossbodenstock abgesagt werden. Die Tourenleiterin entschied sich für eine Bergtour in der näheren Umgebung. So fanden sich zehn Teilnehmer am Wägitalersee ein, Frau Flohnmobil als Gast einer Sektionstour des SAC Einsiedeln.

Ob wir auch noch Schnee antreffen werden? Zumindest als wir aus dem Wald kommen, sieht es nicht danach aus.

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Unser Ziel, der 2’097 m hohe Zindelspitz, wirkt aus der Ferne ziemlich unnahbar. In den Schattenlöchern können wir letzte Schneereste des Wintereinbruchs von vergangener Woche ausmachen.

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Etwa die Hälfte des Aufstiegs verläuft um diese Jahreszeit im Schatten. Wir sehen Gämsen, Brennnesseln, Schafe und viel blauen Himmel.

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Der Aufstieg zum Zindelspitz ist rot-weiss markiert und für geübte Berggänger kein Problem. Etwas kniffliger ist der Übergang zum Rossalpeli. Der luftige Grat ist teilweise mit massiven Ketten gesichert, an denen wir uns dankbar runter hangeln.

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Die gesamte Truppe entscheidet sich, auch noch den Rossälplispitz in Angriff zu nehmen. Die Zeiten auf dem Wegweiser sind allerdings ziemlich sportlich.

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Bereits wieder im Abstieg. Auch hier sind die heiklen Stellen mit einem Drahtseil entschärft.

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Noch stehen fast 1’000 Höhenmeter Abstieg bevor, die wir uns mit der Einkehr in der Hohfläsch-Hütte verkürzen.

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Zufrieden und nicht mehr taufrisch kommen wir zum Parkplatz zurück. Das war eine würdige Ersatztour, vielen Dank, Edith.

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Eine teure Wanderung

Es war zum vornherein klar gewesen, dass diese Wanderung anders werden würde als bisherige Wanderungen. Es war auch klar gewesen, dass sie etwas kosten würde. Aber so viel…!

Dabei fing alles so gut an. Egal ob ausgeschlafen oder nicht, wir mussten in aller Herrgottsfrühe aus den Federn, damit wir kurz nach 9.00 Uhr in Zernez waren. Ein Prachtstag stand in den Startlöchern.

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In Zernez wartete nicht nur unser zehnköpfiges Wandergrüppchen, sondern noch weitere sieben Personen darauf, mit zwei Kleinbussen zur Alp Zeznina hochgekarrt zu werden. Die Exkursion “Seenplatte Macun” konnte beginnen.

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Im Aufstieg hielten wir Ausschau nach Tieren. Doch man konnte schauen, so lange mal wollte, da liess sich kein Bein blicken.

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Nach rund zwei Stunden Fussmarsch erreichten wir den Rand des Nationalparks.

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Längst nicht alle Teilnehmer waren so fit wie unsere Truppe. Wir mussten immer wieder warten und das Feld zog sich in die Länge. Echli müehsam!

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Am Lai d’Immez auf 2’613 m machten wir eine ausgiebige Pause.

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Unser Wanderführer erzählte uns etwas über Blockgletscher, die Entstehung des Nationalparks, dessen Werte und Gesetze.

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Dann nahm das Übel seinen Lauf.

Einige von uns stiegen noch ein paar Meter auf, um einen besseren Überblick über die Seenplatte zu haben. Gar passend bot sich dabei die Anhöhe mit dem von weither sichtbaren Steinmann an.  Und tatsächlich war der Blick auf die in die Landschaft eingesprenkelten Seen begeisternd schön.

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Als wir von diesem kurzen Abstecher zurück kamen, wurden wir von einem Parkwächter in Empfang genommen. Mit freundlichen aber bestimmten Worten machte er uns darauf aufmerksam, dass wir im wahrsten Sinn des Wortes eine grobe Übertretung begangen hatten. Im Nationalpark darf man sich nämlich nicht von den bestehenden Wegen entfernen! Bei netten Worten blieb es leider nicht. Der Ranger zückte seinen Block und nahm die Personalien auf. Es wird eine saftige Busse folgen. Au weia, das werden teure Fotos! Der Bitte des Rangers, keine der gemachten Bilder zu posten, kamen wir kleinlaut nach.

Natürlich war damit das Gesprächsthema für den Rest der Tour gegeben. Ohne Zweifel, unser Führer hatte uns schon mehrmals, aber offenbar mit zu wenig Nachdruck, darauf aufmerksam gemacht, dass man auf dem Weg bleiben muss. Gewohnt, auch mal weglos zu gehen, hatten wir uns gegenseitig verleiten lassen. Wäre nicht dieser Steinmann gewesen, der schon stand, bevor die Macun Seenplatte 2010 zum Nationalpark erklärt wurde, wäre vielleicht alles anders gekommen.

Auch unser Führer muss wohl einen Schuh voll rausgezogen haben. Künftig dürfte er seinen Gruppen kaum mehr so viel Auslauf gewähren.

Nachdem wir wieder vollzählig waren, begingen wir die kleine Runde an einigen der Seelein vorbei – wohlbedacht keinen falschen Schritt zu machen.

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Dann erfolgte der Abstieg auf dem gleichen Weg, den wir gekommen waren. Das Feld zog sich einmal mehr endlos in die Länge und ich sah längst den anvisierten Zug ohne uns davonfahren.

Alles in allem kann ich die geführte Exkursion zu der Macun Seenplatte empfehlen. Sie ist landschaftlich einmalig schön. Ohne Taxifahrt auf den bewilligungspflichtigen Strassen mutiert die Wanderung zu einer achtstündigen Mammut-Tour. Allerdings stimmen die Angaben, die das Tourismus-Büro macht, nicht. Die Exkursion fällt entschieden länger aus. Insgesamt sind es 11 km und je 900 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, was für manchen Wanderer schlicht zu viel ist.

Natürlich ist die Busse jetzt nicht gerade das, worauf wir gewartet haben. Aber letztlich sind wir Alle wieder gesund und wohlbehalten am Bahnhof Zernez angekommen. Und nur das zählt.

Ich hoffe, es hat euch trotzdem Spass gemacht.

Mehr Bilder und Infos zur Tour gibt es HIER nachzulesen.

Karte

Völkerwanderung im Bregenzerwald

Er wird als “Hausberg des Bregenzerwalds” bezeichnet und logiert unter dem Namen “Kanisfluh”. Dank der Gondelbahn von Mellau ist der 2’044 m hohe Berg in zwei Stunden zu erreichen. Diese relative Nähe verleitet so manchen Wanderer, diesen Aussichtsberg zu erklimmen.

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Tatsächlich ist die Aussicht von dort oben spektakulär, auch wenn das Gipfelerlebnis durch das viele Volk arg getrübt wird (merke: Touristen sind immer die Anderen). In unserem Falle waren nicht nur Zwei- sondern auch Vierbeiner oben. Und diese können mitunter ziemlich aufdringlich sein, wenn sie Futter in einem Rucksack ausmachen.

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Wir zogen es deshalb vor, unser Picknick in ziegenloser Umgebung abzuhalten und stiegen wieder in den Sattel ab.

Zuvor jedoch genossen wir den Rundblick.

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Blick auf das letzte Stück des Aufstiegs.

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Ohne Zweifel, die Österreicher haben auch ganz nette Berge.

Im Abstieg nach Au, zurück in unser Hotel, konnten wir die Kanisfluh von der anderen Seite bewundern. Was für Schichtungen und steile Flanken!

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Die Wanderung ist ab der Bergstation Rossstelle gut beschildert. Der Weg auf den Gipfel erfordert insbesondere im Bereich der felsigen Passagen, die von Abertausenden von Schuhen poliert wurden, Trittsicherheit, die wir gewiss nicht jedem der anwesenden Wanderern attestieren konnten. Vom passenden Schuhwerk ganz zu schweigen.

Mehr Infos zur Kanisfluh gibt es unter anderem HIER nachzulesen.

Verflixt und zugewandert

Nach langer Anreise begannen die Wanderfreuden auf der Alp Flix. Das Wetter zeigte sich anfangs noch etwas zugeknöpft.

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Als geübte Wanderer erkannten wir jedoch rasch, was die Gegend für ein optisches Potential hat.

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Nicht ganz klar war dagegen, wo hier ein Weg durchführen sollte.

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Aus der Nähe erwies sich dieser aber als gut erkennbar.

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Unterhalb der Fuorcla dil Leget wurde es immer karger.

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Doch selbst auf 2’700 m wachsen noch Pflänzchen.

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Nichts für zarte Pflänzchen war ein Bad in diesem See. Frau Flohnmobil verzichtete leicht fröstelnd.

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Der höchste Punkt war erreicht.

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Am Julierpass endete der erste Wandertag und wir bestiegen das Postauto nach St. Moritz.

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In der Jugendherberge waren wir preisgünstig und verkehrstechnisch relativ gut untergebracht. Der nächtliche Lärm der Zimmernachbarn war im Preis inbegriffen.

Der zweite Wandertag begann mit einer Postauto-Fahrt über den Julier. In Bivio folgten wir der alten Handelsstrasse bis zum Septimerpass. Schon zu Römers Zeiten wurde dieser Pass begangen. Damals sah es wohl hier noch etwas weniger technisch aus.

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Statt dem Septimer weiter ins Bergell zu folgen,

bogen wir zum Pass Lunghin ab.

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Auf der einzigen dreifach Wasserscheide Europas tummelten sich derart viele Leute, man hätte meinen können, der nächste Parkplatz liege nur ums Eck.

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Auf 2’485 m lockte der Lägh dal Lunghin zum Bade.

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Frau Flohnmobil – bei derartigen Wassertemperaturen bekennend wasserscheu – freute sich derweil lieber an der winzigen Flora.

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Das Panorama beim Abstieg nach Maloja war absolut begeisternd schön.

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Und so endete dieser Tag wie er begonnen hatte: mit einer Postautofahrt.

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Am dritten Tag wollte das Wetter nicht mehr so recht. Improvisationstalent bei der Routenwahl war angesagt.

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Die immergleichen Unentwegten liessen sich auch im Regen nicht von einem Bad im Lägh da Cavloc abhalten.

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Hier entschieden wir aufgrund des Radarbildes, die Tour abzubrechen und nach Maloja zurückzukehren.

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Während die Einen noch einen Abstecher nach Chiavenna machten um violette Teigwaren zu kaufen

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entschied ich mich für den direkten Heimweg, der auch so noch lang genug wurde.

Ein lustiges Trüppchen waren wir. Vielen Dank an Barbara für die Idee und Organisation dieser dreitägigen Wanderung und allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft.

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Mehr Infos und Fotos zu den Wanderungen gibt es HIER.

Natur trifft Technik

Die gestrige Wanderung begann in Splügen. Dieses Dorf wurde 1995 mit dem Wakker-Preis des Schweizerischen Heimatschutzes ausgezeichnet.

Die Gemeinde Splügen GR hat ein beachtenswertes Zusammenwirken zwischen Ortsbilderhaltung und Tourismus erreicht. Durch einen strikten Schutz für den alten Ortskern bewahrt sie ihre baukulturelle Substanz, und ermöglicht gleichzeitig durch eine rationale Zonenplanung eine wirtschaftlich vernünftige Weiterentwicklung.

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Wir verlassen den schmucken Ort, von dem in diesen Tagen viele der nach Süden strebenden Urlauber gar nichts bemerken, und fädeln in den Wanderweg ein.

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Sehr grosszügig betrachtet, führt uns die Route Richtung Nordsee. Etwas kleinräumiger gesehen folgt als erstes der Sufnersee, der das Wasser des Hinterrheins aufstaut.

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Das Unwetter vom 12. Juni hat ordentlich Schwemmholz in den See transportiert.

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Pilzschutz dürfte damals das geringste Problem gewesen sein.

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Berge von Schwemmholz bei der Staumauer.

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Auf die andere Seite der Mauer sieht es so aus:

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Die Landesverteidigung lässt grüssen.

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Der Weg, bis anhin recht zahm, wird nun etwas anspruchsvoller und verdient sich seine rot-weisse Markierung.

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Habe ich schon erwähnt, dass es zünftig warm ist? Vorübergehende Abkühlung verschaffen die Felslöcher am Weg, aus denen unvermittelt herrlich kühle Luft strömt. Beim “Eisloch” ist es gar derart kalt, dass der Atem kondensiert.

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Parallel zum Weg entlang des Hinterrheins verläuft auch die A13 und die Kantonsstrasse.

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Über weite Teile übertönt das Tosen des Wassers den Strassenlärm.

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Leider nicht immer. Und bei dieser Wegpassage hoch über dem Tal ist es alles andere als lauschig.

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Hier führt der Wanderweg über eine Strassen-Galerie,

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die wir nur dank viel Technik verlassen können.

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Die Suche nach einem Mittagsplatz gestaltet sich schwierig. Mit der Zeit sinken die Ansprüche und es muss in erster Linie schattig sein.

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Im Restaurant Rofflaschlucht erkaufen wir uns für vier Franken den Eintritt zur Schlucht. Ich habe mein Geld schon dümmer ausgegeben.

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Ganz zuhinterst sieht man den Wasserfall, unter dem man hindurch gehen kann.

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Der Wasserfall von hinten.

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Nebst der Hochwassermarke von 4.10.2006, als das Wasser den Weg grösstenteils zerstörte,

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sehen wir auch den Schluchtgeist.

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Der Rest ist schnell erzählt. Wir kämpfen uns in der Hitze nochmals 120 Höhenmeter durch den Wald empor, freuen uns an jedem Lüftchen, das uns entgegenweht und noch mehr an den zahlreichen Brünnen in Andeer, in die wir uns am liebsten reingesetzt hätten.

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Danke Beat, für die Idee und Durchführung dieser Wanderung und den beiden Mitwanderinnen für die coole Unterhaltung.

Mehr Fotos und Infos zur Wanderung gibt es HIER anzuschauen.

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Pizzo Claro? Claro!

Der Pizzo Claro thront hoch über dem Tal, dort, wo die Moesa und der Ticino sich vereinigen. In einem kleinen Anflug von Grössenwahn wird der 2’727 m hohe Berg auch “Matterhorn von Bellinzona” genannt.

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Wie auch immer, er ist ein Aussichtsberg erster Sahne. Allerdings wird er einem nicht geschenkt. Wir haben ihn von der Capanna Brogoldone aus (das ist die Hütte, die mir auf immer und ewig wegen ihren überrissenen Preisen fürs Essen in Erinnerung bleiben wird) angegangen.

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Ab der Hütte sind es vermeintlich “nur” 820 Höhenmeter, jedoch hat es mehrere kleine Zwischen-Abstiege, so dass einiges über 1’000 Höhenmetern zusammenkommt.

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Der Weg ist nicht immer einfach zu finden, die Markierungen dürftig bis unleserlich.

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Im Bereich der Alp di Mem grast ein halber Zoo. Rinder, Schafe, Ziegen und weiter oben selbst Lamas. Man beachte die beiden Munis auf dem Bild, die wir in respektvoll grossem Bogen umgangen haben.

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Vertrauen ins Schuhwerk und die eigene Gangart ist von Vorteil. Stöcke übrigens auch.

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Auf dem Gipfel werden wir nach rund 3 1/2 Stunden Aufstieg mit einer prächtigen Rundsicht belohnt.

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Am Horizont reiht sich ein Viertausender an den nächsten.

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Nach kurzer Beratschlagung nehmen wir den Abstieg über die Nordwest-Flanke Richtung Lago Canee.

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Obschon die Flanke sehr abwesend und steil wirkt, ist der Weg mit der nötigen Vorsicht gut zu begehen. Er ist durchgehend markiert, führt hier doch alljährlich im Oktober ein Berglauf von Claro auf den Gipfel, bei dem schlappe 2’500 Höhenmeter zu bewältigen sind. Der Schnellste schafft die 9,2 Kilometer lange Strecke in 1 Stunde 35 Minuten!!!

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Wir queren die steilen Hänge der Südwestflanke des Visagno. Markierungen findet man hier keine mehr, der Weg ist gegeben.

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So etwas habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Ein wenig mulmig ist mir schon beim Queren dieser steilen Flanken. Andererseits hat es sicher nicht geschadet, auch wieder mal die Komfortzone zu verlassen.

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Bei unserer Rückkehr in die Hütte sind wir schon über 5 1/2 Stunden unterwegs. Nun steht noch das Dessert an: weitere 600 Höhenmeter Abstieg zur Bergstation der Seilbahn Monti di Sauru. Wir sind alle Drei heilfroh, als wir müde aber wohlbehalten das gelbe 4er-Gondeli besteigen können.

Ein Versuch, der Hitze zu trotzen

Es hätte eine eher einfache Tour mit nicht allzu vielen Höhenmetern werden sollen. Deshalb war der Plan, die Luftseilbahn Brunni – Holzegg zu benutzen. Doch ohalätz – ausgerechnet heute gelüstete es den Verantwortlichen nach Revision. In der Website war davon übrigens am Vortag nichts zu lesen gewesen.

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Nix mit 250 Höhenmetern einsparen! Wir steuern Zwischenmythen notgedrungen vom Brunni aus an.

Ein einladendes Schild am Wegesrand.

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Der Weg verläuft teilweise – wie wir immer wieder dankbar feststellen – im Schatten. Es ist schon um 10.00 Uhr gehörig warm.

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Auf der Rückseite des Kirchleins auf der Haggenegg finden wir Bänke im Schatten. Wie geschaffen für eine erste Pause!

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Der Weg umrundet den Engelstock. Hin und wieder weht ein zaghaftes Lüftchen.

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Die wahre Erfrischung kommt nicht aus der Luft, sondern völlig unverhofft im Hofkafi am Blüemlisberg.

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Bei solchem Wetter gibt es nichts Normaleres als ein Glacé noch vor dem Mittagessen.

Das Abnormale ist höchstens, dass es sich um Ziegenmilch-Glacé handelt, die vor Ort produziert wird. Und wer jetzt die Nase rümpft, der sollte diese kulinarische Extravaganz zuerst mal probieren. Es gibt sie nämlich mittlerweile an diversen Orten zu kaufen. Mein Melonen-Glacé war eine kulinarische Offenbarung schlechthin. Und gmäggelet hat rein gar nichts.

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Mit gekühltem Bauch wandern wir weiter und tauchen bald ein

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in den Rummelplatz am Hohstuckli.

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Dieses akustische Hamster-Rad ist vielleicht mehr für Kinder gedacht…

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Am liebsten hätte sich wohl Jede von uns in den flachen Brunnen reingesetzt.

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Auf der einst längsten Fussgänger-Hängebrücke der Schweiz weht kurzzeitig so etwas wie ein Wind.

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Nach der Mittagsrast geht es nur noch bergab. Das Thermometer hat mit Sicherheit die 30-Grad-Marke überschritten. Wir sind froh um jeden Baum, der am Wegesrand Schatten spendet.

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In Rothenthurm endet die vermeintlich einfache Wanderung mit – je nach Quelle – zwischen 23’752 und 25’892 getschalpten Schritten.

Danke Allen, die sich trotz der Hitze aufraffen konnten, sich mir anzuschliessen.

Mehr Infos und Bilder gibt es HIER.

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