Begegnung am Wegesrand

Ich suche nie Morcheln. Aber ab und zu finde ich welche. So wie diese zwei heute, die direkt am Wegrand standen.

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Hätte ich mich noch etwas länger umgeschaut – wer weiss…

Da der Bergler Morcheln – im Gegensatz zu all den anderen Pilzen, die wir im Herbst nicht nur finden, sondern aktiv suchen – nicht schätzt, blieb die kulinarische Köstlichkeit mir vorbehalten.

Ich habe die zwei Morcheln (wen es interessiert: zusammen 35 Gramm) fein aufgeschnitten und in etwas Butter gedünstet, danach zusammen mit Salat gegessen.

Ostern am Doubs

Über die vergangenen Ostertage sind wir in drei Etappen dem Doubs entlang gelaufen.

Am Ostersamstag, ziemlich kühl dank zügiger Bise, sorgte das Bähnli auf der letzten Etappe der Anreise, für einen gehörigen Jöööö-Effekt.

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Der Ausblick auf den Lac des Brenets war für den Wow-Effekt verantwortlich.

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Der Weg entlang des Lac de Moron sorgte für einen gewissen Langeweile-Effekt.

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Auch wenn er mit landschaftlichen Reizen nicht geizte.

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Barbara sorgte für den Wow-so-schön-Effekt mit ihren selbstgefärbten Eiern.

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Wenn es denn mal windstill war, kam sofort der Aaah-könnte-das-schön-sein-Effekt auf.

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Und zu guter Letzt erzeugte der Anblick der nahen Unterkunft den Aaah-mir-händs-gschafft-Effekt.

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Im Maison Monsieur mussten wir uns über den Wirt ärgern, der – obschon nicht voll besetzt – keine Gnade für eine begründete, kurzfristige Absage in unseren Reihen kannte. Monsieur hatte gewiss unter den Folgen von Corona zu leiden. Aber das hätte er nicht unbedingt an uns auslassen müssen. Einen Pauschalpreis zu verlangen, egal ob das Zimmer von einer oder zwei Personen belegt ist, mag für Monsieur einfach zum rechnen sein. Gästefreundlich ist das nicht.

Am Ostersonntag begrüssten uns ein tiefblauer Himmel, ein spiegelglatter See und Temperaturen knapp über Null.

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Die Etappe erwies sich als äusserst abwechslungsreich, da wir dank eines Hinweises auf der Wandersite vorwiegend auf der französischen Seite unterwegs waren.

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Der Doubs, der über weite Teile eine natürliche Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz bildet, ist ein sehr abwechslungsreicher Fluss mit zahlreichen Windungen, gestauten Abschnitten, Schluchten, felsigem Flussbett.

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Total beeindruckt waren wir alle von dem vielen Moos, das von den Bäumen hing und die Felsen bewuchs. Für mich war das klar der schönste und abwechslungsreichste der drei Wandertage.

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Unser Zielort:

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Am Ostermontag konnten/mussten wir uns gute 1,5 Stunden lang auf der breiten Fahrstrasse bis Moulin Jeannottat einlaufen.

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Dort verliessen wir wir den Doubs-Uferweg und folgten dem Weg, der kurz etwas ruppig und wild “landeinwärts” führte.

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Auf den Jurahöhen angekommen erwartete uns nicht nur die für die Gegend typischen Weiden

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sondern auch bunte Frühlingsboten. Ich weiss bis heute nicht, wieso die Osterglocken wussten, dass an diesem Wochenende Ostern war.

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Ein kurzer Abstieg nach Saignelégier, ein Abstecher zur Patisserie Parrat (seeeehr empfehlenswert), und schon bald warteten wir aufs Zügli, dass uns wieder heimwärts bringen sollte.

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Ostern 2021 ist Geschichte. Danke vielmal allen, die dabei waren und zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben. Eine Wanderung ist immer nur so gut wie die Leute, die dabei sind.

Für die Statistik:

Tag 1: 19 km, 478 m duruf, 729 m durab
Tag 2: 20 km, 324 m duruf, 451 m durab
Tag 3: 15 km, 697 m duruf, 207 m durab

Auf Umwegen zum Vreneli

5.58 – die Zahl des Tages. Abfahrt unseres Zuges in Richtung Wanderferien. Unsere erste Sorge, ein 3-minütiger Übergang, erwies sich als völlig unbegründet, hatte der Anschlusszug doch 12 Minuten Verspätung.

Doch nun begann das grosse Zittern, ob es in Zürich noch auf den IC nach Bern reichen würde. Nach menschlichem Ermessen sind 2 Minuten dafür zu knapp, doch da es im Bahnhof zur frühen Morgenstunde noch recht leer war, schlüpften wir gerade noch so in den erstbesten Waggon. Nach kurzer Wanderung durch den abfahrenden Zug fanden wir uns in einem praktisch leeren Wagen, der unten das Bistro hatte. Ideale Voraussetzungen!

Mit dem Kaffeebecher in der Hand schien die Anreise nach Gurnigel in trockenen Tüchern. Bis diese Ansage durch den Zug ging.

„Geschätzte Fahrgäste, infolge eines Personenunfalls bei Schönenwerd verkehrt dieser Zug nur bis Aarau. Wir bitten alle Reisenden auszusteigen.“

Das war das Aus unseres geplanten Wanderstarts gegen 9.30 Uhr. In mir begann es zu rotieren. Ich studierte sämtliche Postautolinien in der abgelegenen Gegend zwischen Gurnigel und Guggisberg. Auch ein Taxi zog ich in Erwägung, um auf die eine oder andere Weise doch noch wenigstens ein Teil der vorgesehenen Wanderung machen zu können.

Wie hatte man das früher bloss ohne Handy gemacht?!?

In der Zwischenzeit standen wir in Aarau auf dem sich füllenden Perron und erfuhren, dass in absehbarer Zeit kein Zug Richtung Bern fahren würde. Dafür zurück nach Zürich. Und von dort nach Luzern. Und weiter über Sursee nach Bern.

Drei Stunden später als geplant und mit etlichen Zusatzkilometern versehen, kamen wir in Bern an. Auf der Fahrt dorthin hatte ich ausreichend Zeit gehabt, mehrere Wandervorschläge auszuarbeiten. Aber noch trennte uns eine weitere Zugfahrt und ein Ritt mit dem Postauto von unserem improvisierten Startpunkt.

Endlich…..!

In knapp drei Stunden bewanderten wir das hügelige Gebiet des Schwarzenburgerlands.

Als Highlight nahmen wir den Nagelfluh-Gipfel des Guggershorns mit, der über eine veritable Himmelsleiter erklommen werden musste..

Und dann? 20 Minuten Abstieg nach Guggisberg, Einkehr und Einquartieren im einzigen Hotel im Dorf und das Resumee: Wir haben wohl das Beste aus der Situation gemacht.

Es geht nichts über ausreichende Geografie-Kenntnisse und ein GA oder zumindest eine Tageskarte im Sack.

Nochli normaler

Der Anfang der Wanderung ist etwas harzig. Wegen drohender Gewitter-Gefahr hatte ich den Start um eine Stunde vorverlegt, doch weil einer der Züge ein technisches Problem hat, kommen zwei Wanderinnen zu spät an, sodass wir in den nicht ganz freiwilligen Genuss eines laaaangen Startkafis kommen, bevor wir das nächste Postauto Richtung Alpthal besteigen.

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Weit und breit nichts, das auf eine Verschlechterung an der Wetterfront hindeutet, wir schreiten frohen Mutes auf unterschiedlich breiten Wegen voran.

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Vorbei in der Nähe des Mittelpunkts des Kantons Schwyz (den aufzusuchen sich wohl niemand freiwillig antun mag) ist das Gelände mal schroff, dann wieder anmutig und von entzückendem Wollgras gespickt.

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Welcher Hobbyfotograf würde sich diesen Anblick entgegen lassen?

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Auf dem Spital empfängt uns eine herrliche Rundsicht.

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Und im Mösliwald eine määrlihafte Stimmung.

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Nebst den zahlreichen, leicht verrotteten Stegen hat der Mensch hier nicht viel Hand angelegt.

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Nach dem Hummel wird es nur noch bergab gehen. Und zwar ziemlich ruppig!

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Eigenwillige Deko am Wegesrand. Nachdem uns den ganzen Tag keine 10 Wanderer begegnet sind, sind wir wieder in der Zivilisation zurück. Trocken!

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Eine gelungene Wanderung mit motivierten Teilnehmern. Schon fast wie früher. Danke euch allen fürs Mitkommen!

Mehr Infos und Fotos zur Wanderung gibt es HIER.

Wanderung mit Überraschungspotential

Etwas Weisses in der Landschaft fällt dieser Tage auf. Sehr sogar. Denn Schnee ist bis weit hinauf ein rares Gut. Also konnte es kein Schnee sein, den wir da sahen, auch wenn wir im Verlauf unserer Wanderung schon ein paar Schritte über Glatteis geeiert waren. Je nachdem, ob sich Sonnenstrahlen ausbreiten konnten war es gefroren und rutschig oder feucht und dreckig.

Durch einen Mix von beidem arbeiteten sich der liebe Bergler und ich durch Geäst auf dieses seltene Phänomen zu. Haareis! Wir waren entzückt.

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Diese zarten Gebilde hatte ich bis anhin nur von Bildern gekannt. Was für ein schwierig zu fotografierendes Highlight am Stephanstag.

Mehr Infos über die Entstehung dieses seltenen Naturphänomens gibt es HIER und HIER.

Wandern mit den Kanarienvögeln

Wie angedeutet war ich (einmal mehr) eine gute Woche auf Wanderschaft. Diesmal in weiter Ferne, auf La Gomera.

Die zweitkleinste der kanarischen Insel würde locker auf einer Landeskarte 1:50’000 Platz finden. Wäre sie von unserer Landestopografie vermessen worden, sähe man entsprechend gut, dass sie aus über 50 Schluchten (“Barrancos”) besteht, die sternförmig von der Mitte aus gen Meer ziehen. Nur im Zentrum ist La Gomera grün, weil dort die Passatwolken für Feuchtigkeit sorgen. Sehr anschaulich wird dies anhand dieses Reliefs. Die roten Striche stehen für die wenigen, dafür umso kurvenreicheren Strassen, die immer übers Zentrum führen. Entsprechend sassen wir jeden Tag für eine Stunde oder auch mehr im Bus (pro Weg!), was mitunter etwas mühsam wurde, sich aber nicht vermeiden lässt, will man die Insel erkunden.

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Auf sechs offiziellen und einer inoffiziellen Wanderung führte uns unsere Reiseleiterin durch die schönsten Gegenden der Insel.

Hier ein Querschnitt aus mehreren hundert Fotos:

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Letztes Jahr war ich auf La Palma, das grösser und grüner als La Gomera ist. Es wäre falsch, die beiden Inseln gegeneinander in die Waagschale werfen zu wollen. Jede hat ihren besonderen Reiz.

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Bye-bye, La Gomera! Es hat mir gefallen, dich zu erwandern, aber mich wirst du wahrscheinlich nicht mehr sehen. Es gibt auf dieser Welt noch zu viel zu entdecken.

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Wo sind denn all die Leute?

Wandern in diesem Land ohne eine Menschenseele anzutreffen? Fast nicht denkbar, gestern war so schönes Wetter. Und doch haben wir mit Ausnahme zweier Hündeler den ganzen Tag niemanden angetroffen.

Selbst in La Heute – ein Kaff im Berner Jura – wo wir aussteigen, ist kaum jemand anzutreffen. Das ändert sich weder im steilen Aufstieg nach Montoz, noch auf den typischen Hügelzügen des Juras.

Dabei ist das Gebiet auch per Auto erreichbar und hat sogar Gasthöfe.

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So haben wir die prächtig verfärbten Herbstwälder ganz für uns alleine.

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Also genau genommen doch nicht ganz. Eine Herde pechschwarzer Kühe beäugt uns mit einer Mischung aus Neugierde und Scheu. Man beachte die listige Frisur dieses Exemplars.

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Oben auf dem Höhenzug bläst ein giftiger Wind, der den Nebel hinauftreibt. Ich hätte mir mitunter die langen Unterhosen meiner Mitwanderin gewünscht.

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Auf dem Weg nach unten öffnet sich der Blick gegen die Berge und gibt die winterlich verschneiten Alpen frei.

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Wir staunen, dass es noch nicht mal 14.15 ist, als wir zurück am Bahnhof von Reuchenette-Péry sind. Ein schlanker Anschluss in Biel lässt zwar keinen Kaffeehalt zu, dafür reihen wir uns im Speisewagen ein, wo die charmante und leicht dümmliche Bedienung uns Kaffee und Kuchen serviert.

Vielen Dank, Beat, für die Idee zu dieser Tour. Immer wieder gerne mit euch unterwegs!

Mehr Infos zu dieser Wanderung gibt es HIER.

Karte

Aprilwetter im September

Schirm auf – Schirm zu. Das war das Motto der Mittwochs-Wanderung im Züri Oberland. An keinem Fleck in der Schweiz konnte man sich laut Prognosen darauf verlassen, dass es trocken bleiben würde, so unternahmen wir eine Wanderung in der Nähe.

Noch bevor es losging, hatten wir bereits einen Verlust zu beklagen. Der Besagte war eine Station zu früh dem Zug entsprungen und mochte sich auch im späteren Verlauf des Tages nicht mehr zu uns zu gesellen. So starteten wir zu siebt in Saland und streiften durch feuchte Wiesen, entlang dichter Wälder, gurgelnden Bächlein und vorbei am Panorama, das wir nur erahnen konnten, Richtung Pfäffikon. Unser ständiger Begleiter war der Schirm, den wir in lockerer Folge auf und zu machten.

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Im Sinne eines veritablen Senioren-Ausflugs (man kann nie früh genug beginnen, dies zu üben…) verpflegten wir uns für einmal nicht aus dem Rucksack, sondern speisten warm und trocken im unkonventionellen Lokal Cucina Piccante

Und dann – endlich – riss es gehörig auf und wir traten den zweiten Teil unserer Wanderung an.

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Anspruchslos im Gelände, dafür endlich mit etwas Sonne und Aussicht, umwanderten wir einen Teil des Pfäffikersees (wo niemand Anstalten machte, sich ins Wasser zu stürzen, obschon dieses noch immer wärmer gewesen wäre als sämtliche Bergseen, die im Verlauf des Sommers heimgesucht wurden), machten einen Abstecher zum Rummelplatz bei Jucker

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und retteten uns punktgenau vor der nächsten Front ins Cafi Steiner in Kempten, wo unsere Wanderung auch bei schönstem Sonnenschein zu Ende gewesen wäre.

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Eine unaufgeregte Wanderung in der näheren Umgebung mit netter Begleitung. Danke euch Allen fürs Mitkommen.

Mehr Bilder und Infos zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

See statt Schnee

Weil es zwei Tage vor Beginn der geplanten Tour noch so ausgesehen hatte

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musste die geplante Tour auf den Pazolastock mit Überschreitung auf den Rossbodenstock abgesagt werden. Die Tourenleiterin entschied sich für eine Bergtour in der näheren Umgebung. So fanden sich zehn Teilnehmer am Wägitalersee ein, Frau Flohnmobil als Gast einer Sektionstour des SAC Einsiedeln.

Ob wir auch noch Schnee antreffen werden? Zumindest als wir aus dem Wald kommen, sieht es nicht danach aus.

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Unser Ziel, der 2’097 m hohe Zindelspitz, wirkt aus der Ferne ziemlich unnahbar. In den Schattenlöchern können wir letzte Schneereste des Wintereinbruchs von vergangener Woche ausmachen.

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Etwa die Hälfte des Aufstiegs verläuft um diese Jahreszeit im Schatten. Wir sehen Gämsen, Brennnesseln, Schafe und viel blauen Himmel.

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Der Aufstieg zum Zindelspitz ist rot-weiss markiert und für geübte Berggänger kein Problem. Etwas kniffliger ist der Übergang zum Rossalpeli. Der luftige Grat ist teilweise mit massiven Ketten gesichert, an denen wir uns dankbar runter hangeln.

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Die gesamte Truppe entscheidet sich, auch noch den Rossälplispitz in Angriff zu nehmen. Die Zeiten auf dem Wegweiser sind allerdings ziemlich sportlich.

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Bereits wieder im Abstieg. Auch hier sind die heiklen Stellen mit einem Drahtseil entschärft.

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Noch stehen fast 1’000 Höhenmeter Abstieg bevor, die wir uns mit der Einkehr in der Hohfläsch-Hütte verkürzen.

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Zufrieden und nicht mehr taufrisch kommen wir zum Parkplatz zurück. Das war eine würdige Ersatztour, vielen Dank, Edith.

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