Schlappe Schlappen

Das Missgeschick war passiert – ich konnte mich nur noch auf die Schadensbegrenzung konzentrieren. Ich hatte es mal wieder fertig gebracht, nach dem Training meine Badeschlappen im Plastiksack zu vergessen. Dies entdeckte ich, als ich meine Siebensachen fürs nächste Training bereit machte. Da aber eine Woche Ferien dazwischen lagen, roch es ziemlich streng aus dem Sack. Irgend etwas undefinierbar Käsiges. Ziemlich penetrant.

Ich überlegte mir, wie ich der Duftwolke der Schlappen entgegentreten könnte. Als erstes wurden sie mit Heisswasser und Seife tüchtig gebadet. Als sie wieder trocken waren, stanken sie noch immer.

Ich beschloss, zu härterem Geschütz zu greifen. Ich legte sie in Javel-Wasser ein. Verhältnis eins zu irgendwas. Einfach so, dass ich davon ausgehen konnte, dass nach der Kur noch Schuh übrigbleiben würde. Als sie wieder trocken waren, sahen sie immer noch gleich aus und stanken neuerdings nach Javel. Aber nach dem ersten mal Duschen stanken sie wieder wie einst. 

Da ich mal gehört hatte, dass sich gewisse Gerüche durch Frost eliminieren lassen – letztendlich sind es ja Bakterien, die ihr Unwesen treiben – wickelte ich die Schlappen in Plastik ein und schickte sie in den Winterschlaf. Nach einer Woche bei minus zwanzig Grad stanken sie noch immer.

Ich kapitulierte. Meine Geheimwaffe, die Schuhe eine halbe Stunde lang im Dampfgarer zu sterilisieren, setzte ich nicht ein.

Also ging ich ins erstbeste Schuhgeschäft, denn ich wollte nicht noch länger barfuss im Fitness-Center unter die Dusche, igitt!!! Dort kaufte ich mir ein adrettes Nachfolge-Modell. Also eigentlich war die Auswahl in meiner Grösse nicht existent. Beim Bezahlen berichtete ich von meinem Missgeschick und weshalb ich mich zum Kauf genötigt sah. Daraufhin fragte mich die Verkäuferin, ob ich es auch mal in der Waschmaschine versucht hätte.

Auf diese Idee wäre ich, ehrlich gesagt, nicht gekommen. Ich gehöre nicht zu denen, die Turnschuhe und Rucksäcke in die Waschmaschine schmeissen. Aber würde es wirklich einen so grossen Unterschied ausmachen, ob die Schuhe im Becken eingeweicht sind oder in der Maschine? Ausserdem, eine Kochwäsche wäre ja wohl etwas übertrieben gewesen. Und für Aufregung sorgen kann ich grundsätzlich selber. Nicht nur im Waschbecken.

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Ein bisschen Mief gehört rein

Ein gewisser Mief gehörte seinerzeit einfach dazu. Ohne ihn outete man sich sofort als Greenhorn. Blutiger Anfänger. “Du hast wohl noch nie einen Berg aus der Nähe gesehen!” Es war in der Zeit, als man in SAC-Hütten noch nicht duschen konnte. Wo man eine Woche lang erhobenen Hauptes die gleiche Wäsche trug. Und niemand störte sich daran. Denn alle anderen stanken gleichermassen. Oder jedenfalls die meisten.

In unserer Wandergruppe ist immer mal wieder eine Diskussion im Gange über das Wie, Ob und Überhaupt. Soll man einen Rucksack waschen? Ohne Zweifel, spätestens nach ein paar schweisstreibenden Wanderungen stinkt das Teil. An den Trägern, am Rücken, am Hüftgurt. Auslüften reicht da nicht mehr.

Wie aber dem Gestank beikommen? Die Einen werfen ihren Rucksack völlig enthemmt in die Waschmaschine. Das würde ich nicht nur meinem Rucksack, sondern auch meiner Waschmaschine nicht antun. Ich will gar nicht wissen, ob mein bestes Stück gegebenenfalls in die Wäschetrommel passen würde.

Nein, ich weiche meinen Rucksack im Spültrog ein. Dieser scheint von der Grösse her wie geschaffen für ihn zu sein. Lange, bis zu einem halben Tag, verweilt er dort. Dann werden die neuralgischen Stellen mit einer Bürste geschrubbt, der Rucksack ausgespült, zum Trocknen aufgehängt und am Schluss mit Imprägnierungsspray behandelt.

Nach einem derartigen Procedere stinkt das Teil nicht mehr. Im Gegenteil, es riecht dezent nach irgendwelchen Blümchen, die, was immer sie sein mögen, um diese Jahreszeit garantiert nirgends mehr wachsen.

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Irgendwelche Wanderer unter den Flohnmobil-Lesern, die einschlägige Erfahrungen mit der Reinigung ihres Rucksacks gemacht haben?

Federleichter Alptraum

Herr F. fand es gerade ausgesprochen gemütlich, da wo er sich befand. Er räkelte sich und war im Begriff, erneut ins Land der Träume abzudriften. Wie schön war es doch, pensioniert zu sein und am Morgen fast nach Belieben ausschlafen zu können!

Da hatte er allerdings die Rechnung ohne seine Frau gemacht. Diese hatte ganz andere Pläne und scheuchte ihn ungesehen der Tageszeit aus dem Bett. Sparsam wie Frau F. nun mal ist, war sie nämlich wild entschlossen, aus dem günstigen Stromtarif Profit zu schlagen. Und diesen gab es leider nur in den Morgenstunden. Also musste Herr F. noch vor Tagesanbruch aufstehen und ihr helfen, die Bettwäsche abzuziehen, in der er eben noch so friedlich geschlafen hatte.

Frau F. eilte sodann in die Waschküche und entgegnete ihrem maulenden Angetrauten, er könne sich ja auch ohne Bettwäsche nochmals in die Heia legen. Was dieser auch tat. Allerdings nur so lange, bis seine Holde den nächsten guten Einfall hatte. Und dass dieser nicht lange auf sich warten würde, wusste Herr F. nach mehreren Jahrzehnten Ehe nur zu gut.

Sein nächster Auftrag bestand darin, kurz nach Sonnenaufgang den Wäscheständer im Freien aufzustellen und seiner Frau artig beim Wäsche aufhängen behilflich zu sein. Schliesslich drapiert sich derart grosses Tuch nicht von alleine sittsam an der Leine.

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Aus der Überlieferung ist nicht bekannt, ob Herr und Frau F. den ganzen frühmorgendlichen Akt im Schlafanzug vollführten oder ob sie sich eigens dafür anzogen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Herr F. spätestens beim Wäsche aufhängen hellwach war.

Ich wünsche den Beiden weiterhin viel Spass beim Bettwäsche waschen, auch wenn sie, wie ich inzwischen auf hartnäckiges Nachfragen hin erfahren habe, durchaus mehrere Garnituren Bettwäsche im Schrank haben…

… und wie ich aus persönlicher Erfahrung weiss, auch sämtliche Tassen.

Im Aquarium

Da wir nicht zu der hier beschriebenen Kategorie Menschen gehören, wanderten unsere Skianzüge nach zwei Wochen täglichen Tragens in die Wäsche. Wir verpassten ihnen das Outdoor Programm in der Waschmaschine mit Spezialwaschmittel, hängten sie zum trocknen auf, sprayten sie mit Imprägnierungsmittel ein und damit hätte die Sache eigentlich erledigt sein sollen. Sie waren wieder sauber und bereit für die nächsten Ausflüge in den Schnee, wann immer das auch sein mag.

Hätten. Denn plötzlich schoss mein innig geliebter Mitbewohner vom Sofa auf, begab sich zum Kleiderschrank und zerrte seine Skijacke hervor. “Scheisse, ich hab mein Handy mitgewaschen”, tönte es bald darauf aus dem besagten Raum.

Was folgte, könnt ihr euch sicher vorstellen. Wir entfernten die Abdeckung, nahmen Akku und SIM-Karte heraus und gönnten dem malträtierten Telefönchen eine Warmluft-Kur mit dem Fön. Und warteten den nächsten Morgen ab, um zu sehen, ob das 10-jährige Handy noch irgendeinen Wank machen würde.

Was glaubt ihr, hat des Mitbewohners Handy den Goldfisch-Test bestanden?

 

Handy in der Waschmaschine

Kennt ihr die Pflegeetiketten auf den Kleidern? Also diese Dinger, die meist an so unmöglichen Orten angebracht sind, dass sie kratzen. Die mit den Symbölchen für Wasch- und Bügeltemperatur, Hinweisen fürs chemisch Reinigen etc. Offenbar weiss ein Grossteil der waschenden Bevölkerung nicht (mehr), was die auf den Etiketten abgebildeten Symbole überhaupt bedeuten. Das schreit selbstverständlich nach Gegenmassnahmen. Und diese werden offenbar demnächst in Form von QR-Codes, die die Symbole ergänzen, die waschende Mehrheit Menschheit retten.

Das dürfte dann etwa so ablaufen:
Code des Handtuchs scannen. Aha, bis 60 Grad, Schleudern bei max. 1’200 Touren, kein Bleichmittel, Bügeln bei Stufe drei. à Haufen rechts.
Code der Jeans scannen. Max. 40 Grad, nur mit dunklen Farben waschen, vor dem Waschen umdrehen, Schleudern bei 1’000 Touren, kein Bleichmittel, Bügeln nach Bedarf mit Dampf auf Stufe drei. à Haufen Mitte.
Code des luftigen Blüsleins ans Smartphone. 30°C, schonender Prozess, Feinwäsche, Wäschemenge reduzieren, Trommel höchstens bis zur Hälfte füllen, wegen Knittergefahr nicht oder nur kurz schleudern, keine Bleichmittel, Bügeln auf niedrigster Stufe. à Haufen links.

So wird endlich das Waschen wieder mehr Spass machen und obendrein allfällige Langeweile vertreiben, weil sich das Scannen und Lesen der Informationen auf dem geliebten Bildschirmchen herrlich in die Länge ziehen wird.

Die heute geltenden Pflegesymbole wurden, so habe ich heute im Radio gehört, vor einem halben Jahrhundert ins Leben gerufen. Als ich etliche Jahre später die Rüebli-RS besuchte, wo man „Töchtern“ wie mir das Haushalten, Waschen, Kochen, Putzen beizubringen versuchte, waren diese Symbole etabliert und wurden uns eingetrichtert. Ich mute mir auch mehr als dreissig Jahre später noch zu, eine Maschine Wäsche zu starten, ohne fremde Hilfe beiziehen zu müssen. Dass ich in der Zukunft jede einzelne Pflegeetikette sicherheitshalber zuerst mit dem Smartphone (das ich übrigens gar nicht habe und bestimmt ausgerechnet wegen der Wäsche nicht zulegen werde!!!) einscanne, ist daher sehr, sehr unwahrscheinlich.

Wer sich aber vorsichtshalber schon mal informieren will, was seinen zukünftigen Klamotten bevorsteht, klicke HIER.

(Damit wäre auch noch dem heutigen Tag der Feststelltaste (!!!Hilfe!!!) Rechnung getragen und Messerschaf für ihren überaus wertvollen Beitrag gedankt.)

Wer wie ich auch noch Freude am undigitalisierten Leben empfindet, dem sei beispielsweise der Besuch eines analogen Marktes in Frankreich empfohlen.

Abenteuer-Urlaub

Zu einem richtigen Abenteurerurlaub gehört bereits die Reise dorthin. Ich hätte hellhörig werden sollen, als mir im Bahnhof Zürich eine Müesli-Schale samt Müesli-Müsterli verteilt wurde. Was wollte mir das Schicksal da andeuten?

Es begann harmlos mit der Fahrt durch die Rheinschlucht. Während Japaner und Nordlichter ab der grandiosen Szenerie ihre Nasen am Zugsfenster platt drückten, atmete ich ein letztes Mal tief durch und harrte der Abenteuer, die da kommen sollten. Denn die kamen ganz gewiss.

Als erstes galt es, am Zielort dafür zu sorgen, dass die kommenden Tage nicht in eine Überlebenswoche ausarten würden. Mein Müesli-Müsterli würde da nur kurzzeitig zu überbrücken wissen. Die Reiseveranstalter liessen mir freie Hand in der Menüwahl, was die Sache zwar vereinfachte, ihr jedoch auch eine gewisse Herausforderung nahm. Zwecks Vereinfachung der kulinarischen Darbietung vereinbarten die Parteien, bei Tisch Manieren zu zeigen und mit Messer und Gabel zu essen.

Zwei Tage lang zeigt sich das Wetter von seiner allerbesten Seite, was die Reiseveranstalter mehrfach dazu bewog, mich den Elementen auszusetzen. Um ein Desaster zu vermeiden, begab ich mich auf einen markierten Winter-Wanderweg. Dieser gipfelte darin, dass ich eine Skipiste überqueren musste und am Schluss auf dem Schlittelweg zu Tale wankte. Adrenalin pur!

Nach so viel Anstrengung war Körperpflege angesagt. Um den hochgesteckten Vorgaben des Reiseveranstalters gerecht zu werden, dauerte die anschliessende Wiederherstellung der Dusche allerdings länger als die eigene Versäuberung.

Als sich Frau Holle einschaltete, zogen die Reiseveranstalter einen weiteren Trumpf: Sie liessen mich mit dem Velo nach Afrika fahren. Ich strampelte um mein Leben, während vor meinem Antlitz scheinbar unberührt Paviane, Gorillas und Elefanten vorbeizogen. Ich hätte beinahe geglaubt, ich befände mich auf dem schwarzen Kontinenten, da erschallte aus dem oberen Stock das Megaphon meiner Reiseveranstalter. Ich stieg vom Hometrainer und schaltete den Fernseher aus.

In allen Belangen wurden meine Fertigkeiten in den vergangenen Tagen durchleuchtet. Ich musste unter Beweis stellen, dass ich in der Küche genauso tauglich bin wie in der Waschküche, dass ich mit dem Abstaublappen so talentiert umzugehen weiss wie mit Mehl und Hefe. Der ultimative Test erfolgte, als sich der Techniker von Swisscom verabschiedete und ich mich mutterseelenalleine mit den Ansprüchen meiner Reiseveranstalter konfrontiert sah. Fernseh- und Internetempfang mussten neu aufgegleist werden, der Ruf nach einer neuen Mailadresse und bitteschön anpassen des Mailprogramms und einrichten des Tablets wurde laut. Aber natürlich gerne! Sonst noch ein Wunsch?

Als der Abenteuer-Urlaub allmählich seinem Ende entgegendümpelte, herrschte plötzlich Alarmstufe rot. Nachts um 22.00 Uhr war die Heizung ausgefallen, 16 Wohnungen kalt. Der Heizungsmonteur kam erst am anderen Tag. Dafür innert acht Stunden zwei Mal. Kein Verkehrsdirektor, kein Politiker, kein Landschaftsschützer hätte mir deutlicher vor Augen führen können, was „kalte Betten“ sind.

So und jetzt frage ich euch: Wo sonst gibt es so viel Action für so wenig Kohle?


Hurra, das Böxli ist wieder da!!!

Ich weiss nicht, wieso dermassen viele Leute nach dem Begriff „Waschmittelbox“ suchen und dann ausgerechnet im Flohnmobil landen (mittlerweile sind es über 500 derart Ver(w)irrte).
Ich weiss hingegen, dass ich mich schon mal über dieses überflüssige Behältnis geäussert habe.

Und nun die gute Nachricht zum Anfang des neuen (Putz)-Jahres:

Die Waschmittelbox ist wieder erhältlich!

In leicht verändertem Design zwar, aber da ich so etwas im Leben nie kaufen würde (dass ich nur flüssiges Waschmittel verwende, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle), ist mir das wurscht. So absolut wurscht.

Wer’s wirklich nicht lassen kann, hier geht’s zum Waschmittelchistli:

http://www.tchibo.ch/Waschpulver-Box-p400024071.html

Was würde wohl die gute alte Clementine von Ariel dazu sagen?