An-Zug-liches

Ich bin in der Regel mehrmals pro Woche mit dem Zug unterwegs. Da ergibt es sich hin und wieder, dass man – gewollt oder ungewollt – der heimischen Transportunternehmung untreu wird. In fremdem Rollmaterial zu reisen birgt ab und an mal eine Überraschung. Experten werden anhand des Begriffs „Rollmaterial“ sofort erkennen, dass Frau Flohnmobil über gewisses Insider-Wissen verfügt. Für Alle, denen das nicht aufgefallen ist: kein Weltuntergang!

Diese neuste Überraschung ereilte mich, als ich dem Ort entgegen eilte, wo auch der Kaiser von China zu Fuss hingeht. Mein Erstaunen war einigermassen gross, als ich sah, dass es in französischen Zügen getrennte Toiletten gibt. Ausgerechnet in dem Land, wo ich schon mehrmals auf Mini-Klos war, bei denen man als Frau am offenen Pissoir vorbeigehen musste, um auf den Topf zu können, den wiederum sich Männlein und Weiblein teilten!

Um sich über diesen Umstand wundern zu dürfen, muss man wahrlich nicht 19 Jahre mit einem Eisenbahner verheiratet gewesen sein.

Akustische Ablenkung

Man geht landläufig von der Meinung aus, dass unter der Dusche gesungen werde. Die Schreibende ist hiervon ausdrücklich ausgenommen! Unmusikalisch wie ich bin, werde ich das weder Anderen noch meinen eigenen Ohren antun.

Dabei hat es durchaus Vorteile, wenn man singt. Nicht unter, sondern vor der Dusche. Möglichst lautstark. Das jedenfalls hätte sich meine Freundin gewünscht, mit der ich jüngst wieder mal ein Hotelzimmer geteilt habe. Schon eine normale Türe zur Nasszelle ist weit davon entfernt, akustisch dicht zu sein. Eine Schiebetüre aus getöntem Glas dient da bestenfalls als Sichtschutz. Sie mag wohl stylisch sein, aber eben…

Meiner Freundin war es höchst peinlich, dass allerlei Körpergeräusche aus dem besagten Räumchen traten. Sie empfahl mir deshalb, lautstark zu singen. Oder doch wenigstens das Radio laufen zu lassen. Im gegenseitigen Einverständnis suchten wir einen netten Radiosender.

Was wir auf unserem Kurztrip ins Elsass im Kleinen praktizierten, wird auch im grossen Stil auf dieser Welt angewendet.  Doch leider lässt sich längst nicht jeder Furz mit lauter Musik übertönen.

IMG_0387

Zwei perfekte Buchstaben

Die Franzosen tun sich sehr, sehr schwer damit, die zwei wichtigen Buchstaben perfekt auszustaffieren. Was haben wir in den vergangenen Tagen nicht schon alles erlebt!

Das verbreitetste Übel: Es hat kein Toilettenpapier. Dicht gefolgt auf Rang 2: Es hat weder einen Trockner noch Papier für die Hände. Ebenfalls beliebt: Es stinkt erbärmlich. Nicht weniger ärgerlich: Es hat keine Seife. Besonders originell: Die Spülung funktioniert nicht. Heute ist noch eine neue Variante hinzugekommen: Die Türe lässt sich nicht abschliessen.

In französischen Restaurants gilt die bei uns verbreitete Meinung, dass die Toilette die geheime Visitenkarte des Lokals sei, leider nicht. Ich sage nur:

G R U U U S I G ! ! !

DSC00274

Beschildert geschildert (98)

Heute ein Schilderduo, vor dem wir alle früher oder später mal stehen. Nun, vielleicht nicht gerade in dieser besonders originellen Version.

IMG_0259

Toiletten-Schilder gibt es dermassen viele verschiedene, man könnte ihnen glattweg einen eigenen Blog widmen. Ich suche noch nach einem geeigneten Namen. WC-Blog erscheint mir etwas – ähm – versch… einfältig.

IMG_0266

Es ist immer wieder erfreulich zu vernehmen, dass dieser Blog so viele aufmerksame Leserinnen und Leser hat, die mit offenen Augen und einem Handy durchs Leben gehen.

Vielen Dank, Rosmarie!

Dialog hinter verschlossenen WC-Türen

Im öffentlichen Raum wird man mitunter Zeuge von Gesprächen, auf die man nicht sonderlich erpicht ist. Das gilt auch für öffentliche WC-Anlagen. An so einem Ort durfte ich – vom Thron aus – den Dialog zwischen Grosi und Enkelin mithören.

Jonas. Jooo-nas?
(öffnet die Türe in den Korridor raus und schreit sich die Seele aus dem Leib)
Dein Bruder ist wieder mal verschwunden. Kann ich dich kurz alleine lassen?

Ja-ja. (unverkennbare Geräusche)

Kannst du denn dein Fudi selber putzen?

Ja, ich schon. (kurze Pause)
Aber Jonas noch nicht.

Der ist halt ein Mann, da dauert es immer länger.

Ich kann sogar mit Feuchttüchlein.

(Grosi dreht auf dem Absatz um)
Brauchst du welche?

Nein.

Ich hätte aber dabei.

Meine heutige Lektion: Die moderne Grossmutter hat zwar ein stereotypes Bild vom Mann, aber sie hat Feuchttüchlein in ihrer Handtasche.

Bildergebnis für wc comic