Wie viel Kitsch darf es denn sein?

Was man sich an den Weihnachts-Baum hängt, ist genauso individuell wie die Frage, ob man überhaupt einen Weihnachtsbaum in die Stube stellen will.

Dieses Sammelsurium an höchst zweifelhaften Christbaum-“Kugeln” ist mir jüngst in einem Haushaltwaren-Geschäft begegnet. Ein Ort des absoluten Grauens.

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Zoomen wir doch mal etwas heran:

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Ausgeburten der Schrecklichkeit!

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Man beachte die Preise …. (wer keine ausmachen kann, dem sei verraten: zwischen 15 und 65 Stutz!)

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Wer um Himmels Willen schmückt seinen Weihnachtsbaummit mit derartigem Kitsch ?

Andere Länder – andere Sitten (4)

Bei uns wird der Christbaum erst an Weihnachten aufgestellt. Das Bäumchen wird vielleicht schon Tage oder Wochen zuvor gekauft, aber in die gute Stube kommt es erst an Weihnachten.

In den USA haben wir das anders erlebt. Dort waren wir in Florida bei Leuten zu Besuch, die hatten ihren Baum schon seit Ende November im Wohnzimmer. Vom Baum sah man zwar nicht mehr wirklich viel, derart überladen mit Kugeln und Kitsch war er. Selbstredend, dass der Baum aus Kunststoff war. Aber das hat angesichts der opulenten Verunstaltung nicht weiter gestört.

Dass es in Florida nie weisse Weihnachten gibt, ist dort so selbstverständlich, wie der Plastikbaum, der die ganze Adventszeit über schon im Wohnzimmer steht. Das heisst jedoch nicht, dass dort nie Schnee fällt. Die Leute, bei denen wir damals zu Gast waren, hatten uns voller Vorfreude erzählt, dass sie mit ihren Enkelkindern in ein Städtchen fahren würden, wo es zu bestimmten Zeiten in einem bestimmten Gässchen schneie. Das muss ein Bild sein, wenn man im T-Shirt unter dem Flöckchenreigen aus der Kanone steht und sich beschneestöbern lässt! Hätte mich nicht gewundert, wenn die ganze Pracht noch Eintritt gekostet hätte…

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Wie handhabt ihr das an Weihnachten?

Echter Tannenbaum?
Ein Tannenbaum, den man nach den Festtagen wieder in die Kartonschachtel verräumt?
Oder die Variante Flohnmobil (das Baum aufstellen und schmücken den Anderen überlassen und über Weihnachts-Dekorationen schnöden)?

Eine Weihnachtsgeschichte

Das Paar und sein Neugeborenes taten Kantonspolizist Forster irgendwie leid. Aber Dienst war Dienst, auch an Weihnachten. “Das Kind kam in diesem Stall zur Welt?”, fragte er streng. Josef nickte müde und schaute auf die erschöpfte Maria mit dem schlafenden Jesus im Arm. “Es war kein Platz in der Herberge”, sagt er. “Wieso Herberge? Warum sind Sie denn nicht ins Spital?”, fragte Forster vorwurfsvoll. Er hasste komplizierte Feiertagseinsätze. Und immer hatte ausgerechnet er es an Weihnachten mit solchen Sozialfällen zu tun. Ein so herziges Göfli in einem kalten Stall zur Welt zu bringen, wo gab es denn so was, dachte er. Und wieso schaute der Mann ihn so verständnislos an?

“Also nun mal von vorne”, sagte Forster. “Sind Sie der Vater des Kindes?” Josef schüttelte den Kopf. “Es ist der Sohn Gottes.” Sektenmitglieder, auch das noch, dachte Forster. Oder Islamisten. Der Mann sah ohnehin irgendwie orientalisch aus. Und dann fiel ihm ein, dass Kollegen von ihm am Tag zuvor drei so komische Vögel, darunter einen Schwarzen, aufgegriffen hatten. Die waren offenbar illegal eingereist und erzählten auch etwas Wirres von einem Sohn Gottes, den sie angeblich suchten. Ihr Gold hatten die Beamten vorsichtshalber beschlagnahmt, nur Weihrauch und Myrrhe durften die drei behalten, als man sie ins Empfangszentrum Kreuzlingen brachte.

“Ihre Ausweise bitte”, sagte Forster. Wieder dieser verständnislose Blick des Mannes. Natürlich weggeworfen, dachte Forster. Kommen in die Schweiz, um zu gebären, Asyl zu beantragen, Sozialhilfe zu beziehen, und wir Steuerzahler dürfen das alles berappen. “Wie alt ist Ihre Frau?”, fragte Forster. “Verlobte”, sagte Josef, “sechzehn”. Na wunderbar, dachte Forster, auch noch sexueller Missbrauch einer Minderjährigen. Das alles war eindeutig ein Fall für die Kesb. Sollen die sich doch darum kümmern, dachte Forster. Er freute sich direkt darauf, bald wieder alkoholisierte Autofahrer aus dem Verkehr ziehen zu dürfen.

In diesem Moment erwachte ich aus dem Albtraum. Erleichtert, dass die Geburt unseres Erlösers schon vor mehr als 2000 Jahren über die Bühne ging. Frohe Weihnachten!

Quelle: Zeitung Südostschweiz vom 24.12.2016
Autor: Christian Ruch

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Heute Morgen in Brigels: Ein Hauch von weisser Weihnacht…

… wenn man nicht zu lange zögerte beim Abdrücken.

Wandern statt Skifahren

Die Geschichte wiederholt sich. Nun schon zum vierten Mal in Serie.

Lustig ist das schon lange nicht mehr. Die Tourismus-Verantwortlichen in den Bergen und alle, die am Tropf des kränkelnden Winter-Tourismus hängen, können einem wirklich Leid tun. Die Skifahrer, oder diejenigen, die es gerne wären, auch.

Weit und breit kein Schnee! Skifahren ist nur möglich, wo der Natur mit technischem Grossaufwand unter die Arme gegriffen wurde. Und das sieht dann in etwa so aus:

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Brigels liegt immerhin auf 1’300 Metern über Meer. Doch da es den ganzen Dezember keinen Niederschlag gab, geht Familie Flohnmobil an Weihnachten halt wandern statt Ski fahren.

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Ähnliche Bilder gab es in diesem Blog vom Jahr 2015 zu sehen.

Auch wenn es keine Bilder davon gibt, 2014 war Brigels an Weihnachten ebenfalls grün.

Und auch 2013 sah es nicht viel besser aus.

Dennoch, es gab auch Jahre, da lag im Alpenraum richtig viel Schnee, so zum Beispiel an Weihnacht 2011.

 

Das soll jedoch niemanden davon abhalten, die kommenden Festtage zu geniessen.

Fröhliche Weihnachten euch Allen!

Im Advents-(Über)Fluss

Die Reaktionen auf meinen letzten Blog-Beitrag waren – na wie waren sei eigentlich? – ziemlich ambivalent. Sie reichten von Verstand anzweifelndem Gedankengut über ironisches Zuzwinkern bis zu Schenkelklopfen. Eine Nachbarin stand sogar vor unserer Türe und wollte mit sorgenvollem Blick wissen, ob es uns gut gehe.

Diese Frage sei wie folgt beantwortet: Danke, es geht uns gut, jedenfalls den Umständen entsprechend. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich können nämlich der ganzen Adventszeit nicht viel Positives abgewinnen. Dem ganzen Kommerz, der damit einher gehenden Hektik, der– sorry – Fresserei und allem was unter dem Label “Besinnung” geheuchelt wird, können wir nicht viel abgewinnen.

Ich war gestern Abend in Zürich. Die Stadt erstrahlt in vorweihnachtlichem Glanz. Die einzelnen Dekorationselemente mögen schön sein, aber die schiere Masse an Lichtern, Kränzen, leuchtenden Rentieren und Tannenbäumen aller Art ist letztlich des Guten zu viel. Jedes Quartier scheint seinen eigenen Weihnachts-Markt abzuhalten. Wer kauft denn das alles?

Mit diesem Abend in der Stadt ist mein Bedarf an vorweihnachtlicher Stimmung grundsätzlich wieder weit über das Jahresende hinaus gedeckt. Sollte ich trotzdem nochmals in einen Christchindli-Märt hinein geraten, gibt es notfalls statt Glühwein ja noch so etwas:

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PS: Es hat nicht ernsthaft jemand damit gerechnet, dass ich bis am 24. Dezember keinen einzigen Beitrag mehr veröffentlichen werde???

Das Advents-Rätsel

Es waren einmal ein perfekter Mann und eine perfekte Frau. Sie begegneten sich, und da ihre Beziehung perfekt war, heirateten sie. Die Hochzeit war einfach perfekt. Und ihr gemeinsames Leben war selbstverständlich ebenso perfekt.

An einem verschneiten, stürmischen Weihnachtsabend fuhr dieses perfekte Paar eine kurvenreiche Strasse entlang, als es am Strassenrand jemanden bemerkte, der offenbar eine Panne hatte.

Da sie das perfekte Paar waren, hielten sie an, um zu helfen. Es war der Weihnachtsmann mit einem riesigen Sack voller Geschenke. Da sie die vielen Kinder am Weihnachtsabend nicht enttäuschen wollten, lud das perfekte Paar den Weihnachtsmann mitsamt seiner Geschenke in sein Auto. Und bald waren sie daran, die Geschenke zu verteilen. Unglücklicherweise verschlechterten sich die ohnehin schon prekären Strassenbedingungen, und schliesslich hatten sie einen Unfall.

Nur einer der drei überlebte. Wer war es?

Erst überlegen und dann nach unten scrollen!

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Es war die perfekte Frau. Sie war die einzige, die überhaupt existiert hatte. Wie jeder weiss, gibt es keinen Weihnachtsmann. Und erst recht keinen perfekten Mann.

Für Frauen endet die Geschichte hier. Männer dürfen weiter lesen und nach unten scrollen.

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Wenn es also keinen Weihnachtsmann und keinen perfekten Mann gibt, muss die perfekte Frau am Steuer gesessen haben. Das dürfte die Erklärung sein, warum es einen Unfall gegeben hat.

Wenn du übrigens eine Frau bist und dies liest (obwohl du schon oben aufhören solltest weiter zu lesen), wird dadurch noch etwas bewiesen: Frauen tun nie das, was man ihnen sagt.

Trotzdem oder gerade deswegen: Schöne Adventszeit!

PS: Die Adventsgeschichte stammt nicht aus meiner Feder, da war der Osterhase am Werk.

Wie viel Weihnacht verträgt der Mensch?

Ich habe mich hier schon mehrfach als Dekorations-Muffel geoutet. Ohne Zweifel, es gibt Leute, die dekorieren lieber, schöner und mit mehr Herzblut als ich. Sie verwandeln ihr trautes Heim in Hinblick auf Weihnachten in ein Paradies der singenden Engel und flackernden Herzen. Jede Wand kriegt ihren Stern ab, kein Fenster ohne Lichterkette und kletternde Samichläusli.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich waren ein paar Tage weg. Das hat man vielleicht daran gemerkt, dass ich keine Kommentare beantwortet habe. Vielleicht blieb es aber auch unerkannt. Umso besser. Tatsache ist, dass wir uns einige Tage in heilenden Fluten gesuhlt haben.

In diesen vier Tagen wurde das Hotel, in dem wir abgestiegen sind, Opfer eines veritablen Dekorations-Tsunamis. Was da nicht alles aufgestellt wurde! Kistenweise wurde der Weihnachts-Karsumpel herangeschleppt. Wären wir eine Woche geblieben, wir hätten noch immer nicht alles gesehen.

Hier ein bescheidener Querschnitt durch das Wunderland der Advents-Dekoration, dem wir heute wieder entronnen sind:

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Na, habe ich zu viel versprochen?

Die Dekorations-Euphorie scheint in der Gegend weit verbreitet zu sein. Auch die Behörden des Kur-Städtchens haben sich nicht lumpen lassen und bestücken das Flanier-Meilchen mit allerlei Weihnachtlichem.

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Weihnacht in den Schweizer Bergen

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Schnee?

Manchmal. Vorwiegend an Schattenlagen. Und nur gaaanz weit oben.

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Dafür Blumen am Wegrand.

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Und Wander- statt Skischuhe.

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Der Brigelser Versuch einer Talabfahrt.

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Die wohlbekannte Skipiste aus ungewohnter Perspektive.

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Ein witterungsunabhängiger (Schnee)Mann.

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Dieses Jahr wird es wohl nicht mehr Winter.

Dennoch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Frau Holle früher oder später mal ihre Decken ausschütteln wird.

Denn früher konnte sie das auch mal früher. Wer’s nicht glaubt, gucke hier.