Nicht schon wieder!

Im Posthäufchen,
das ich nach meinen Ferien durchackerte,
fand ich,

und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen,

eine Einladung für ein “exklusives Dekorationsseminar”.

Nicht etwa für herbstliche Gestecke oder verunstaltete Kürbisse,

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Nein für Weihnachts-Dekorationen!

Meine Freude darüber hielt sich in engen Grenzen.

Die letzte Chance gepackt

… um im alten Jahr nochmals einige geruhsame Schwünge zu ziehen.

Erfahrungsgemäss hat es am Weihnachtstag nicht viele Leute auf der Skipiste. Das war heute – trotz des Prachtwetters – nicht anders.

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In den kommenden Tagen, und sei der Himmel noch so wolkenlos, werden mich keine zehn Pferde mehr auf eine Skipiste bringen. Da hat es mir zu viel Volk.

Als der Regen schneien lernte

An dem Tag, als das halbe Land vergebens auf weisse Weihnachten wartet, geht in Brigels der 24-stündige Dauerregen im Verlauf des Vormittags in Schnee über.

Und was für riesige Flocken da vom Himmel fallen!!!

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Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern

ein friedliches und gemütliches Weihnachtsfest.

Danke, dass ihr hier immer wieder vorbeischaut.

Bea

Wer hat darauf gewartet?

Ich weiss, sie haben hier erst vor wenigen Tagen ihren Auftritt gehabt, und nun muss ich schon wieder auf ihnen rumhacken: den Veganern. Ich mache keinen Hehl daraus: Ich finde diese Art zu leben absurd. Noch absurder finde ich, dass es mittlerweile selbst bei uns in der Provinz vegane Adventsmärkte gibt.

Was hat das für Konsequenzen?

  • Die so herrlich duftenden Bienenwachskerzen werden durch simple Paraffin-Funzeln ersetzt.
  • Der Samichlaus kommt statt mit dem Esel mit einem veganen Elektro-Auto.
  • Die Engel stehen beschämend nackt rum, weil Federchen und seidene Gwändli als Deko tabu sind.
  • Auf den Adventskränzen werden die beliebten Dekorations-Knochen fehlen.
  • Lebkuchen schmeckt nicht mehr nach Lebkuchen, weil es keinen Honig drin hat.
  • Die gestrickten Socken sind aus …. hm …. wahrscheinlich rezyklierten Geranien.
  • Mailänderli schmecken nach …. weiss auch nicht, aber sicher nicht mehr nach Mailänderli.
  • Christbaumschmuck aus Holz findet man auf so einem Markt nicht, denn es könnte sich ja ein Borkenkäfer ins Holz verirrt haben.

Ich stelle mir vor, dass so ein veganer Adventsmarkt im Vergleich zu konventionellen Adventsmärkten sehr übersichtlich daherkommen muss. Es wird weder einen Raclette-Stand geben noch Wolldecken. Keine Lammfell-Finken und kein Duftschloss. Keine Crêpes und Renntierfelle. Keine in Schoggi getunkten Bananenrugeli. Mit anderen Worten: noch langweiliger als sonst.

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Wie viel Kitsch darf es denn sein?

Was man sich an den Weihnachts-Baum hängt, ist genauso individuell wie die Frage, ob man überhaupt einen Weihnachtsbaum in die Stube stellen will.

Dieses Sammelsurium an höchst zweifelhaften Christbaum-“Kugeln” ist mir jüngst in einem Haushaltwaren-Geschäft begegnet. Ein Ort des absoluten Grauens.

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Zoomen wir doch mal etwas heran:

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Ausgeburten der Schrecklichkeit!

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Man beachte die Preise …. (wer keine ausmachen kann, dem sei verraten: zwischen 15 und 65 Stutz!)

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Wer um Himmels Willen schmückt seinen Weihnachtsbaummit mit derartigem Kitsch ?

Andere Länder – andere Sitten (4)

Bei uns wird der Christbaum erst an Weihnachten aufgestellt. Das Bäumchen wird vielleicht schon Tage oder Wochen zuvor gekauft, aber in die gute Stube kommt es erst an Weihnachten.

In den USA haben wir das anders erlebt. Dort waren wir in Florida bei Leuten zu Besuch, die hatten ihren Baum schon seit Ende November im Wohnzimmer. Vom Baum sah man zwar nicht mehr wirklich viel, derart überladen mit Kugeln und Kitsch war er. Selbstredend, dass der Baum aus Kunststoff war. Aber das hat angesichts der opulenten Verunstaltung nicht weiter gestört.

Dass es in Florida nie weisse Weihnachten gibt, ist dort so selbstverständlich, wie der Plastikbaum, der die ganze Adventszeit über schon im Wohnzimmer steht. Das heisst jedoch nicht, dass dort nie Schnee fällt. Die Leute, bei denen wir damals zu Gast waren, hatten uns voller Vorfreude erzählt, dass sie mit ihren Enkelkindern in ein Städtchen fahren würden, wo es zu bestimmten Zeiten in einem bestimmten Gässchen schneie. Das muss ein Bild sein, wenn man im T-Shirt unter dem Flöckchenreigen aus der Kanone steht und sich beschneestöbern lässt! Hätte mich nicht gewundert, wenn die ganze Pracht noch Eintritt gekostet hätte…

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Wie handhabt ihr das an Weihnachten?

Echter Tannenbaum?
Ein Tannenbaum, den man nach den Festtagen wieder in die Kartonschachtel verräumt?
Oder die Variante Flohnmobil (das Baum aufstellen und schmücken den Anderen überlassen und über Weihnachts-Dekorationen schnöden)?

Eine Weihnachtsgeschichte

Das Paar und sein Neugeborenes taten Kantonspolizist Forster irgendwie leid. Aber Dienst war Dienst, auch an Weihnachten. “Das Kind kam in diesem Stall zur Welt?”, fragte er streng. Josef nickte müde und schaute auf die erschöpfte Maria mit dem schlafenden Jesus im Arm. “Es war kein Platz in der Herberge”, sagt er. “Wieso Herberge? Warum sind Sie denn nicht ins Spital?”, fragte Forster vorwurfsvoll. Er hasste komplizierte Feiertagseinsätze. Und immer hatte ausgerechnet er es an Weihnachten mit solchen Sozialfällen zu tun. Ein so herziges Göfli in einem kalten Stall zur Welt zu bringen, wo gab es denn so was, dachte er. Und wieso schaute der Mann ihn so verständnislos an?

“Also nun mal von vorne”, sagte Forster. “Sind Sie der Vater des Kindes?” Josef schüttelte den Kopf. “Es ist der Sohn Gottes.” Sektenmitglieder, auch das noch, dachte Forster. Oder Islamisten. Der Mann sah ohnehin irgendwie orientalisch aus. Und dann fiel ihm ein, dass Kollegen von ihm am Tag zuvor drei so komische Vögel, darunter einen Schwarzen, aufgegriffen hatten. Die waren offenbar illegal eingereist und erzählten auch etwas Wirres von einem Sohn Gottes, den sie angeblich suchten. Ihr Gold hatten die Beamten vorsichtshalber beschlagnahmt, nur Weihrauch und Myrrhe durften die drei behalten, als man sie ins Empfangszentrum Kreuzlingen brachte.

“Ihre Ausweise bitte”, sagte Forster. Wieder dieser verständnislose Blick des Mannes. Natürlich weggeworfen, dachte Forster. Kommen in die Schweiz, um zu gebären, Asyl zu beantragen, Sozialhilfe zu beziehen, und wir Steuerzahler dürfen das alles berappen. “Wie alt ist Ihre Frau?”, fragte Forster. “Verlobte”, sagte Josef, “sechzehn”. Na wunderbar, dachte Forster, auch noch sexueller Missbrauch einer Minderjährigen. Das alles war eindeutig ein Fall für die Kesb. Sollen die sich doch darum kümmern, dachte Forster. Er freute sich direkt darauf, bald wieder alkoholisierte Autofahrer aus dem Verkehr ziehen zu dürfen.

In diesem Moment erwachte ich aus dem Albtraum. Erleichtert, dass die Geburt unseres Erlösers schon vor mehr als 2000 Jahren über die Bühne ging. Frohe Weihnachten!

Quelle: Zeitung Südostschweiz vom 24.12.2016
Autor: Christian Ruch

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Heute Morgen in Brigels: Ein Hauch von weisser Weihnacht…

… wenn man nicht zu lange zögerte beim Abdrücken.

Wandern statt Skifahren

Die Geschichte wiederholt sich. Nun schon zum vierten Mal in Serie.

Lustig ist das schon lange nicht mehr. Die Tourismus-Verantwortlichen in den Bergen und alle, die am Tropf des kränkelnden Winter-Tourismus hängen, können einem wirklich Leid tun. Die Skifahrer, oder diejenigen, die es gerne wären, auch.

Weit und breit kein Schnee! Skifahren ist nur möglich, wo der Natur mit technischem Grossaufwand unter die Arme gegriffen wurde. Und das sieht dann in etwa so aus:

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Brigels liegt immerhin auf 1’300 Metern über Meer. Doch da es den ganzen Dezember keinen Niederschlag gab, geht Familie Flohnmobil an Weihnachten halt wandern statt Ski fahren.

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Ähnliche Bilder gab es in diesem Blog vom Jahr 2015 zu sehen.

Auch wenn es keine Bilder davon gibt, 2014 war Brigels an Weihnachten ebenfalls grün.

Und auch 2013 sah es nicht viel besser aus.

Dennoch, es gab auch Jahre, da lag im Alpenraum richtig viel Schnee, so zum Beispiel an Weihnacht 2011.

 

Das soll jedoch niemanden davon abhalten, die kommenden Festtage zu geniessen.

Fröhliche Weihnachten euch Allen!