Die neun schönsten Monate meines Lebens

Ich freue mich. Freue mich wahnsinnig. Die nächsten neun Monate werden so schön sein. Unvergesslich. Unbeschreiblich schön.

Die nächsten Monate, sie werden frei jeglicher Weihnachts-Aktivitäten sein. Keine opulente Beleuchtung jeglicher Hausfassaden. Keine Lebkuchen, die zur Unzeit im Laden stehen. Kein “White Christmas” aus den Lautsprechern des Shopping-Centers, während draussen die Leute noch immer im T-Shirt flanieren. Keine beleuchteten Hirschlein werden mein Auge beleidigen. Keine bangen Blicke zum Himmel, ob es wohl noch rechtzeitig zu schneien anfangen wird und auch keine Vorschläge in den Zeitschriften für “entspannte Feiertage im Kreise der Familie”. Keine überteuerten Geschenkspackungen in den Läden und – das nehme ich gerne in Kauf – nicht mehr nur noch Fondue-Chinoise-Rölleli in den Tiefkühlschränken.

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Die nächsten neun Monate werden herrlich sein. Absolut weihnachtsfrei! Die neun schönsten Monate in meinem Leben. Und das wirklich Tolle daran: Diese neun Monate kommen jedes Jahr von neuem.

Sternstunden einer Bloggerin

Alle Jahre wieder.

Und alle Jahre wieder gut.

Sechs Sorten sind gebacken, eingebüchst.

Und werden wohl nicht lange überleben.

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Brunsli – der Guezli-Klassiker schlechthin.

 

 

Neuer Rekord.

So kurz vor Weihnacht habe ich die Guezli noch nie gebacken.

Frischer geht’s nimmer.

Dekadenz auf leisen Pfoten

Bei Aldi gibt es ab heute Adventskalender für Hunde und Katzen.

“zum Verwöhnen und Belohnen Ihres Lieblings, mit 6 verschiedenen Snacks befüllt”

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Momentan kann ich grad nicht beurteilen, ob es an meiner Einstellung gegenüber Essen im besonderen oder an Weihnachten generell liegt. Aber total dekadent finde ich so etwas ohnehin.

Im noch lustleereren Raum

Eins vorneweg: Auch wenn ich im letzten Beitrag gejammert habe: Der Setzkasten ist in der Zwischenzeit abgestaubt. Und damit keine falschen Ideen über allfällige übergalaktische Abstaub-Ambitionen aufkommen: Dieses Teil hatte es bitter nötig und war in diesem Jahrzehnt wohl noch keiner gründlichen Entstaubung unterzogen worden.

Während ich Figürchen um Figürchen aus dem Setzkasten nahm und es vom angesammelten Staub befreite, kam so manche Erinnerung hoch.

Einen Setzkasten zu besitzen war nämlich seinerzeit ein inniger Wunsch von mir gewesen, der an Weihnachten neunzehnhundertsiebenundichweissauchnichtmehrsogenauwann in Erfüllung ging. Richtige Setzkasten waren schon damals rar und teuer, drum erhielt ich dieses gebeizte, neuzeitliche Konstrukt. Meine Vorstellung wäre ja gewesen, dass ich den Setzkasten ganz allmählich mit kleinen Dingern bestücke, die mir grad in die Finger fallen. Stattdessen erhielt ich von der Verwandtschaft zu Weihnacht dermassen viele Figürchen, dass der Setzkasten schon mehr als halbvoll war. Eine leise Enttäuschung für mich aber eine praktische Sache für meine Mutter, die alle Geschenk-Anfragen mit „öppis für de Setzchaschte“ beantworten konnte.

Trotzdem hat sich über die Jahre noch das eine und andere Erinnerungsstück angesammelt. Das Haus im Bild oben bekam ich von den Kindern meiner Au-Pair-Familie in England zum Abschied geschenkt als Erinnerung ans „mad house“. Den Boccalino oben links hatte ich mir in den Herbstferien selber vom Taschengeld im Tessin gekauft. Das Tessin war damals für mich sehr, sehr weit weg von zu Hause und so exotisch wie heute für Andere Florida. Das knapp sichtbare Ei oben rechts ist mit Gianduja gefüllt und von Hand bemalt. Ich erhielt es als Lehrtochter von einer Vorgesetzten, die ich nicht besonders mochte (und daran war nicht nur ihr Basler Akzent schuld, sondern mindestens so sehr die Tatsache, dass sie in der Buchhaltung arbeitete). Dass ich es trotzdem behalten habe, lag einerseits daran, dass die Schokolademasse in der zerbrechlichen Eierschale nicht wirklich zum Verzehr vorgesehen war, andererseits fand meine Mutter, es sei schade, das zweite Ei auch noch kaputt zu machen. Schliesslich sei es so kunstvoll bemalt. Eine kleine Vase brachte mir eine Freundin aus Tunesien mit und die Holzschuhe stammen von einer anderen Freundin, die eine Konfirmationsreise nach Holland machen durfte.

Noch immer hängt der Setzkasten in meiner Wohnung, auch wenn ich dem Sammelsurium seit bald dreissig Jahren nichts mehr hinzugefügt habe. Daran schuld ist nicht nur der mangelnde Platz, sondern auch meine geänderte Einstellung. Seit geraumer Zeit schleppe ich nur noch kulinarische Souvenirs an. Diese haben einen gewaltigen Vorteil: Das Abstauben erübrigt sich.